Der diesjährige Bachmann-Preis geht an die Autorin Katja Petrowskaja, die für ihren berührenden Text “Vielleicht Esther” ausgezeichnet wird. Der Text der Schriftstellerin, die ukrainische Wurzeln hat, ist eine Auseinandersetzung mit der Besatzungszeit der Nationalsozialisten in Kiew. Einen Blick auf den Text kann man hier werfen. Interessanterweise ist Katja Petrowskaja die dritte Schriftstellerin in Folge, die den Preis gewinnt – über eine Benachteiligung der Frauen, kann hier also nicht gemeckert werden. 😉
Eingeladen wurde Katja Petrowskaja von Hildegard Keller, die in ihrer Rede darauf hinwies, dass das Buch der Autorin im Frühjahr 2014 bei Suhrkamp erscheinen wird – “hoffentlich”. Die weiteren Preise gingen an Nadine Kegele (Publikumspreis), Verena Güntner (Kelag-Preis), Benjamin Maack (3sat-Preis) und Heinz Helle (Ernst-Willner-Preis). Joachim Meyerhoff, der namentlich sicherlich der bekannteste Teilnehmer gewesen ist, geht interessanterweise leer aus.
Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass die Existenz des Bachmann-Preises erst einmal gerettet wurde, auch wenn weiterhin nach Sponsoren gesucht wird.
So geht ein spannendes Wettlesen zu Ende, bei dem ich gespannt bin, was wir von den teilnehmenden Autoren noch hören werden. Ich bin während der vergangenen Tage auf einige spannende und unbekannte Schriftsteller und Schriftstellerin aufmerksam geworden, bei denen ich mich schon freue, mehr von ihnen zu entdecken. Ganz oben auf dieser Liste steht der Autor Benjamin Maack, den ich durch seinen Vortrag und ein lesenswertes Interview in der ZEIT entdeckt habe.
Ich freue mich schon auf das nächste Jahr! 🙂
13 Comments
B.ee
July 7, 2013 at 8:10 pmWir können ja alle gemeinsam als Sponsoren einspringen. *zwinker*
Aber ich finde es auch toll, dass er erstmal gerettet zu sein scheint.
Den Artikel in der Zeit hatte ich vorhin auch schon entdeckt.
buzzaldrinsblog
July 8, 2013 at 9:10 amLiebe Bee,
gute Idee, bei mir gibt es leider nur nicht viel, das ich sponsorn könnte – aber wer weiß, vielleicht werde ich bis zum nächsten Jahr ja noch reich mit meinem Blog. Der Artikel und der Vortrag von Benjamin Maack haben mich so angesprochen, dass ich mir das Buch heute morgen gleich bestellt habe – ich hatte übrigens Glück, denn es gab nur noch 15 Exemplare. Das freut mich nicht nur für den jungen Autor, sondern auch für den kleinen mairisch Verlag. 🙂
Liebe Grüße
Mara
B.ee
July 8, 2013 at 8:48 pmIch dachte, an eine Aktion à la Kickstarter, vielleicht sagt Dir das was? Da werden Projekte, die keine Geldgeber finden durch die Fans finanziert. Das kann durch ganz kleine Beträge laufen. Manchmal schießen da geniale Projekte innerhalb weniger Tage über das eigentlich benötigte Budget hinaus, weil die Leute das Projekt unbedingt fördern wollen. Warte mal, ich poste mal den Link:
http://www.kickstarter.com/
Und ja, Benjamin Maacks Erzählungen fand ich auch sehr ansprechend.
buzzaldrinsblog
July 10, 2013 at 10:43 amLiebe Bee,
kein Problem mit der Verlinkung! Da ich von dieser Aktion noch nie etwas gehört hatte, habe ich mich dank deines Links gleich einmal etwas genauer darüber informieren können. Ich finde solche Aktionen immer super beeindruckend, da es Menschen mit eigentlich wenigen Mitteln gelingt, großes zu bewegen – zumindest manchmal. 🙂
Benjamin Maacks Buch “Monster” ist gestern bereits bei mir eingezogen und ich freue mich schon sehr auf die Lektüre!
B.ee
July 11, 2013 at 7:41 pmMein Schatz hat da auch schon ein Musikprojekt unterstützt, dass dann tatsächlich umgesetzt werden konnte. Im Spätsommer erhält er dann für seine Spende handsignierte CDs von seinem Künstler. Finde ich schon toll.
buzzaldrinsblog
July 12, 2013 at 12:10 pmDas stimmt! 🙂 Das ist sicherlich eine tolle Möglichkeit, unbekanntere Künstler zu unterstützen und es wäre toll, damit auch literarische Projekte zu unterstützen …
B.ee
July 8, 2013 at 8:49 pmOh, mir fällt gerade ein, dass das vielleicht gar nciht okay für Dich ist, wenn ich hier etwas verlinke…verzeih. Ich hätte vorher fragen sollen. Fühle Dich frei, es einfach zu löschen, ja?!
caterina
July 8, 2013 at 8:10 pmJaja, der Maack, der war schon klasse. Auf seinen Erzählband Monster bin ich schon vor geraumer Zeit aufmerksam geworden, ich warte aber auf einen Roman ;). Außerdem schöne Entdeckungen: Roman Ehrlich, Heinz Helle und Verena Güntner. Schöne Sache, dieser Bachmannpreis!
buzzaldrinsblog
July 10, 2013 at 10:45 amLiebe Caterina,
bei deinen Entdeckungen schließe ich mich an – ich freue mich schon sehr auf die Romane aller drei von dir genannten Autoren und Autorinnen. Vor allem auf die Veröffentlichung von Heinz Helle. “Monster” habe ich gestern gekauft und bin schon gespannt – auf den Roman warte ich aber auch schon mit Freude. Hach ja, der Bachmannpreis ist schon eine schöne Sache, weil man auf so viele spannende Autoren aufmerksam wird – hätte man doch nur mehr Zeit zum Lesen!
Bücherphilosophin
July 8, 2013 at 9:04 pmIch bin auch schon gespannt, auch wenn ich keinen der teilnehmenden Autoren kenne. Und schön zu hören, dass es mit dem “Wettlesen” weiter geht, zumindest bis auf weiteres.
Ich find’s immer schade, wenn aus finanziellen Gründen kulturelle Ereignisse eingestellt werden, auch wenn ich dem Bachmann Preis vom Ausland aus nur am Rande folgen konnte.
LG, Katarina 🙂
buzzaldrinsblog
July 10, 2013 at 10:41 amLiebe Katarina,
ich bin erstaunt, sag bloß, es gibt keine Berichte über diesen prestigeträchtigen Preis in England? 😉 Ich finde es auch schade, wenn kulturelle Ereignisse, die sowieso häufig rar gesät sind, aus finanziellen Gründen eingespart werden müssen. Um so mehr freue ich mich auf hoffentlich noch einige weitere Jahre Bachmann-Preis … 🙂
lme
July 11, 2013 at 8:14 pmHabe gerade auch bei uns über den Bachmannpreis geschrieben. Wie hat dir der Text der Siegerin gefallen? Viele Grüße, Laura
buzzaldrinsblog
July 12, 2013 at 12:07 pmIch mochte den Text sehr gerne und habe ihn als unheimlich berührend empfunden. Freue mich schon sehr auf ihren Roman, der ja hoffentlich im nächsten Frühjahr erscheinen wird. 🙂