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    Mein Jahr in Büchern

    Vor ein paar Wochen habe ich darüber nachgedacht, dass ich diesen Blog nun bereits seit mehr als sieben Jahren betreibe. Ich glaube, ich habe noch nie zuvor etwas ins Leben gerufen, was schon so lange Bestand hat. Seit ich auf Buzzaldrins Bücher schreibe, gibt es immer wieder Phasen, in denen ich stiller werde – auch bei mir gibt es Lesetiefs und Schreiblöcher.

    Was viele, die mir sagen, dass ihnen meine Rezensionen fehlen, nicht wissen: als ich meinen Blog gründete, war ich arbeitslos. In den ersten drei oder vier Jahren, hatte ich die Möglichkeit so viel zu bloggen, weil ich keiner beruflichen Tätigkeit nachging. Ich las, schrieb und kümmerte mich um Hund und Haushalt. Das mag vielleicht traumhaft klingen, war aber nicht immer schön – denn diese Zeit war vor allem auch durch Zukunftsängste geprägt und durch das Gefühl, zu versagen. Letztes Jahr bin ich nach Berlin gezogen, hier arbeite ich vierzig Stunden in einer Buchhandlung – wenn ich könnte, würde ich meine Leseeindrücke gerne deutlich öfter mit euch teilen, leider fehlt mir dafür seitdem häufig die Zeit.

    Es ist für mich manchmal selbst erstaunlich auf die letzten sieben Jahre zurückzublicken – nicht nur ich habe mich verändert, sondern auch die ganze Szene der Literaturblogger und Literaturbloggerinnen hat sich verändert. Viele von denen, die mit mir anfingen, sind heute schon lange nicht mehr da – die einen haben Kinder bekommen, andere sind vom Studium ins Berufsleben durchgestartet und einige, haben im Laufen der Jahre wohl einfach den Spaß am Bloggen über Bücher verloren. Während es vor zwei oder drei Jahren noch mehrmals im Jahr erregte Diskussionen darüber gab, wann Literaturblogs denn endlich das verstaubte Feuilleton ablösen, ist es mittlerweile doch etwas ruhiger um die Bloggerblase geworden. Oder kommt mir das nur so vor?

    Ich schaue nicht häufig in meine Statistik, aber zum Ende des Jahres riskiere ich immer einen Blick. Meine Besucherzahlen sind seit drei Jahren fast auf die Zahl genau gleich geblieben. Mein Blog wächst nicht, aber das Interesse an meinen Beiträgen blieb in all der Zeit stabil – trotz deutlich schnelllebigerer Plattformen wie Instagram oder Facebook.

    Wie auch immer – das Jahr 2018 ist morgen schon Geschichte! Aber bevor es soweit ist, möchte ich euch gerne noch einmal die Bücher zeigen, die mir in den vergangenen 12 Monaten am besten gefielen.

    Es ist eine bunte Mischung – ein Jugendbuch, ein Roman und viele autobiographische Erinnerungsbücher. Ich glaube, nachdem sich im letzten Jahr mein Leben so entscheidend veränderte, veränderte sich auch ein wenig mein Lesegeschmack. Ich greife immer häufiger zu Essays und Sachbüchern, immer auf der Suche nach Stimmen und Perspektiven, die mir etwas über das Leben erklären können oder davon erzählen, wie dunkle Stunden überwunden werden können. Ganz besonders beeindruckt haben mich die Essays von Rebecca Solnit, die in Die Mutter aller Fragen so klug und stark über wichtige feministische Themen schreibt. Aber auch Am Ende sterben wir sowieso hat mich über die Lektüre hinaus noch lange beschäftigt – was tut man, wenn man erfährt, dass einem nur noch vierundzwanzig Stunden Lebenszeit bleiben?

    Wie ich euch schon erzählte, habe ich 2018 auch meine Liebe zu Kinderbüchern entdeckt. Ich stellte euch Kinderbücher für Regenbogenfamilien vor, eine bunte Mischung an Kinderbüchern, die Geschlechterklischees aufbrechen und zuletzt meine liebsten Kinderbücher, die ich im vergangenen Jahr entdeckte.

    Ich bin kein Mensch, der Vorsätze macht – aber natürlich habe ich in den vergangenen Tagen darüber nachgedacht, wie es mit meinem Blog 2019 weitergehen wird. Was ich jetzt schon weiß: ich möchte weiter entdecken, weiter lesen, weiter schreiben. Ich habe bereits die neuen Vorschauen gewälzt und viele Bücher entdeckt, auf die ich mich freue. Ich hoffe, ich schaffe es öfter, gegen meine Schreiblöcher anzukämpfen. Ich würde auch gerne mal wieder eine Blogkonferenz besuchen.

    Obwohl aus mir so ein unzuverlässiger Blogger geworden ist, glaubt mir bitte, dass mir dieser Ort hier immer noch am Herzen liegt. Danke an alle, die hier regelmäßig vorbeischauen, die mich lesen und die sich die Zeit nehmen, einen Kommentar zu hinterlassen. Ich freue mich über jeden Klick und jedes Wort. Danke, dass ihr hier seid und diesen Ort weiter am Leben erhaltet!

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