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Alles Abseitige

Auf diese Bücher freue ich mich 2018!

Wenn man in die neuen Vorschauen der Verlage schaut (die übrigens jedes Jahr ein bisschen früher erscheinen, so fühlt es sich zumindest an), dann scheint die schiere Masse an Büchern immer größer, umfangreicher und unübersichtlicher zu werden. Die Auswahl unter all den neuen Büchern ist verlockend, doch gleichzeitig auch erschütternd: wann soll man all das denn nur lesen? Die Kunst ist es wohl, im dichten Bücherdschungel nicht die Übersicht zu verlieren. Deshalb liebe ich es, bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Tee, durch die Vorschauen zu blättern und die Bücher zu markieren, die mir dabei ins Auge fallen.

Auf der Suche nach literarischen Perlen habe ich dieses Mal meinen Blick vor allem auf folgende Themen gerichtet: auf neue Stimmen, spannende Sachbücher und alte Bekannte, die ich in meinem Regal immer wieder gerne begrüße. Bereits nach dem ersten Durchblättern sind mir einige Titel und Autoren ins Auge gesprungen, die ich euch heute gerne vorstellen möchte.

Übersetzungen

Lars Saabye Christensen: Magnet – Claire Luise Bennett: Teich – George Saunders: Lincoln im Bardo – Celeste Ng: Kleine Feuer überall – James Baldwin: Von dieser Welt – Emily Fridlund: Eine Geschichte der Wölfe – Daniel Galera: So enden wir – David Mitchell: Slade House – Brit Bennett: Die Mütter – Michael Chabon: Moonglow – Garth Greenwell: Was zu dir gehört – Nicole Krauss: Waldes Dunkel – Melissa Broder: Fische – Sara Novic: Das Echo der Bäume – Matt Ruff: Lovecraft Country

Deutschsprachige Romane

Kristine Bilkau: Eine Liebe in Gedanken – Marie Gamillscheg: Alles was glänzt – Verena Carl: Die Lichter unter uns – Max Scharnigg: Der restliche Sommer – Anne Reinecke: Leinsee – Katharina Adler: Ida – Milena Michiko Flašar: Herr Katō spielt Familie – Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz – Kathrin Weßling: Super, und dir? – Svenja Leiber: Staub – Annika Scheffel: Hier ist es schön – Robert Seethaler: Das Feld – Julia Jessen: Die Architektur des Knotens – Mercedes Lauenstein: Blanca – Lucy Fricke: Töchter

Sachbücher

Betsy Lerner: Der Bridge-Club meiner Mutter – Roald Dahl: Love from Boy – Franziska Seyboldt: Rattatatam, mein Herz. Vom Leben mit der Angst – Ta-Nehisi Coates: We were eight years in power – Joan Didion: Süden und Westen. Notizen – Elena Ferrante: Frantumaglia – Meg-John Baker: Queer. Eine illustrierte Geschichte – Pénélope Bagieu: Unerschrocken – Maggie O’Farrell: Ich bin ich bin ich bin – Yiyun Li: Lieber Freund, aus meinem Leben schreibe ich dir in deines – Allan Jenkins: Wurzeln schlagen – Ayelet Waldman: Ein richtig guter Tag – William Finnegan: Barbarentage – Eva Weissweiler: Lady Liberty – David Lynch: Traumwelten


So: und jetzt wäre ich natürlich gespannt darauf zu erfahren, auf welche Bücher ihr euch 2018 besonders freut? Was ist euer Geheimtipp? Welches Buch sollte ich unbedingt lesen? Was fehlt noch auf meiner Liste?

Wer sich übrigens noch weiter inspirieren lassen möchte, der kann das hier, hier, hier und hier tun.

Ein Jahr in Büchern

Ich kann es kaum glauben, weil es so schnell vergangen ist, aber auch das Lesejahr 2017 ist nun so gut wie vorbei. Das neue Jahr, voller neuer Bücher und Lesestunden, ist nicht einmal mehr ein paar Stunden entfernt. Ich habe den heutigen Tag dazu genutzt, mich durch mein Blogarchiv zu klicken – auf  der Suche nach den Höhepunkten meines Lesejahres. Dabei habe ich festgestellt, dass ich in diesem Jahr zwar wieder einiges gelesen habe, aber nicht ganz so viel davon auf meinem Blog besprochen wurde. Ihr könnt euch im neuen Jahr also auf jeden Fall noch auf die eine oder andere Besprechung eines gelesenen Buches des vergangenen Jahres freuen, hier liegt noch ein ganzer Stapel, der darauf wartet, euch endlich vorgestellt zu werden. Eine wirklich Entschuldigung dafür, warum ich meinen Blog zuletzt so sehr vernachlässigt habe, habe ich nicht – mein Leben hatte mich einfach voll im Griff, aber ich hoffe sehr darauf, mich hier im kommenden Jahr wieder häufiger zu Wort melden zu können! Unter den Büchern, die ich gelesen habe, waren ganz viele tolle Geschichten, wunderbare Figuren und verzaubernde Worte und – wie in den Jahren zuvor – auch viel Autobiographisches. Ich konnte mich kaum entscheiden, welche zu meinen Lieblingsbüchern gehören – deshalb gibt es bei mir auch keine Top 5 oder  Top 10, sondern gleich eine Top 15.

Diese fünfzehn Bücher haben mich in diesem Jahr besonders begeistert:

Carrie Brownstein – Modern Girl. Mein Leben mit Sleater-Kinney

Amy Liptrot – Nachtlichter

iO Tillett Wright – Darling Days

Zsuzsa Bánk – Schlafen werden wir später

Marina Abramović – Durch Mauern gehen

Stephen King und Owen King – Sleeping Beauties

Sarah Barcyzk – Nenn mich Kai

Mariana Leky – Was man von hier aus sehen kann

Paul Auster – 4321

Maggie Nelson – Die Argonauten

Becky Albertalli – Nur drei Worte

Daniel Schreiber – Zuhause

Édouard Louis – Im Herzen der Gewalt

Lize Spit – Und es schmilzt

Benjamin Alire Sáenz – Alles beginnt und endet im Kentucky Club

Wenn ich auf meine liebsten Bücher des Jahres schaue, fällt mir wieder auf, dass ich in meinem Büchergeschmack immer offen für Neues bleibe: ich habe bereits im vergangenen Jahr Autobiographien und Erinnerungsbücher für mich entdeckt, wodurch sich eine ganz neue literarische Welt für mich eröffnet hat. Auch in diesem Jahr habe ich einige tolle Bücher über das Leben, das Lesen und das Schreiben für mich entdeckt. Auch zu einem Buch von Stephen King griff ich endlich mal wieder – und habe es nicht bereut, mehr dazu im nächsten Jahr. All die Bücher auf der Liste meiner fünfzehn Jahreshighlights haben mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise berühren und begeistern können, viele der Geschichten und Figuren trage ich immer noch in meinem Herzen. Für mich sind diese fünfzehn Bücher tatsächlich fünfzehn Lebensbücher, die mich noch eine ganze Weile weiter begleiten werden.

Wie war denn euer Lesejahr 2017? Habt ihr ein Lesehighlight, das euch besonders im Gedächtnis geblieben ist? Ich schwelge noch in den Erinnerungen und Geschichten dieses Jahres und bin gleichzeitig schon ganz gespannt auf das kommende Lesejahr und auf die Entdeckungen, die ich machen werde. Ich habe keine Vorsätze und Ziele, dieses Jahr lehrte mich, dass das Leben manchmal anders verlaufen kann als geplant – ganz egal, was man sich sonst noch so vorgenommen und vorgestellt hat. Im nächsten Jahr möchte mich weiter treiben lassen und all das tun, was ich gerne tue: Bücher kaufen, Bücher lesen und hoffentlich die eine oder andere Entdeckung machen, die ich mit euch teilen kann. Erhalten möchte ich mir auch meine Begeisterung, meine Neugier und meine Freude an meinem Blog, der mir immer noch sehr am Herzen liegt. Was auch immer es bringen wird – ich freue mich auf das nächste Jahr mit euch!

Und wem es hier zu still sein sollte, der darf mir gerne auf Instagram folgen – dort gebe ich Einblicke in mein Leben und zeige die Bücher, die ich gerade lese.

Hallo, ich bin’s – Linus.

Ich teilte in den vergangenen Jahren auf meinem Blog immer wieder persönliche Veränderungen mit euch – sei es der Tod meines Hundes Bandit oder auch den einen oder anderen beruflichen Neuanfang. Es ist mir wichtig, euch nicht nur Bücher zu empfehlen, sondern dabei so authentisch zu sein, wie mir das möglich ist. Über eines habe ich zwar schon auf meinen sozialen Kanälen gesprochen, aber hier zuvor noch nie – und das möchte ich endlich ändern. Aus diesem Grund werde ich euch heute von der vielleicht wichtigsten Veränderung in meinem Leben erzählen.

Ich möchte euch nicht nur von einer kleineren Veränderung erzählen, sondern von einem turning point – dem wohl größten und wichtigsten Wendepunkt in meinem Leben. Es ist etwas mehr als einen Monat her, dass ich in einer Starbucks Filiale in Frankfurt zum allerersten Mal den Namen gesagt habe, den ich mir schon so lange für mich selbst wünsche. In fast allen Starbucks-Filialen wird man ja nach dem Namen gefragt, damit es später keine Verwechslungen gibt. An diesem Tag war meine Antwort Linus – ich erinnere mich noch ganz genau an die Situation, ich war sehr aufgeregt und habe fast vergessen, was ich eigentlich bestellen wollte, aber für mich hat sich etwas noch nie so passend angefühlt, wie in diesem Moment. Übrigens: den besagten Becher habe ich immer noch, er steht neben mir auf der Fensterbank. Für manche ist es nur ein Kaffeebecher, den sie wieder in den Müll werfen, für mich ist dieser Becher der Weg in ein Leben gewesen, das sich endlich richtig anfühlt und der Name ein Name, den ich mir schon seit Jahren für mich wünsche.

Mich zum ersten Mal Linus zu nennen, war eine Befreiung – seitdem fühle ich mich wesentlich wohler, glücklicher und selbstbewusster. Mich quält seitdem aber auch die Frage, wie ich euch davon erzählen kann. Viele von euch begleiten mich seit mehreren Jahren und haben mich als Mara – und als Bloggerin – kennen- und schätzengelernt. Ich verspreche euch: ich werde dieser Mensch bleiben, ich liebe es zu bloggen und werde das auch hoffentlich in den kommenden Jahren mit Begeisterung tun. Ich weigere mich nur, mich weiter selbst in eine Schublade zu stecken, in die ich nicht gehöre und in der ich nicht mehr sein möchte: ich bin keine Bloggerin – seit vielen Jahren ist mir klar, dass ‘Mara’ nicht mehr der richtige Name für mich ist und dass ich keine Frau bin. Ich wünsche mir deshalb von euch, dass ihr mich auch an diesem Ort ab jetzt Linus nennt.

Mir ist es zuvor noch nie so schwer gefallen, einen Blogbeitrag zu schreiben – ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich euch davon erzählen möchte. Es ist mir wichtig, mein Glück, meine Geschichte und meine Identität nicht mehr länger nur für mich zu behalten, sondern all das mit euch zu teilen. Gleichzeitig hoffe ich, dass ich mit dieser Offenheit vielleicht auch andere ermutigen kann, zu sich zu stehen und so zu leben, wie sie sich ihr Leben wünschen – ganz ohne Scham und Angst.

Ich zeige und offenbare mich euch in der Hoffnung, dass ihr mich so akzeptieren könnt, wie ich bin und wie ich mich fühle. Wer weitere Informationen braucht, dem empfehle ich diese Seite – desweiteren dürft ihr mich natürlich auch alles fragen, was euch vielleicht unklar sein mag oder beschäftigt.

Ein Lebenszeichen aus Berlin

Ich denke, dass die meisten von euch mitbekommen haben werden, dass ich nach Berlin gezogen bin und dort Anfang November in der Buchbox angefangen habe – wer es von euch noch nicht wusste: es gibt gleich mehrere Buchboxen in Berlin, ich arbeite in der Buchbox in der Grünbergerstraße und freue mich natürlich jederzeit über Besuch von euch. Es ist gerade alles noch sehr aufregend und – angesichts des nahenden Weihnachtsgeschäfts – auch sehr arbeitsintensiv, aber ich gewöhne mich Schritt für Schritt ein und fühle mich sehr wohl und richtig an meinem neuen Arbeitsplatz.

Apropos: auch Berlin entdecke ich zunehmend – und natürlich habe ich bereits die eine oder andere Buchhandlung besucht und selbstverständlich auch das eine oder andere Buch gekauft. Ich kann einfach nicht anders – dabei habe ich jetzt doch deutlich weniger Platz für meine Bücher!

Ich habe auch zum allerersten Mal einen Lesekreis besucht – in der Buchhandlung Ocelot haben wir in einer netten Gruppe über Zwischen ihnen von Richard Ford und Underground Railroad von Colson Whitehead gesprochen. An alle Berliner und Berlinerinnen: am 22.1. treffen wir uns das nächste Mal, um über Alias Grace von Margaret Atwood zu sprechen. Kommt gerne alle vorbei!

Meinen Blog werde ich aber trotz all dieser Veränderungen selbstverständlich weiterführen – ich weiß nur noch nicht, wann ich die Zeit finden werde, mich hier wieder ausführlicher zu Wort zu melden. Alles kann, nichts muss – ich bin da ganz tiefenentspannt. Ich muss aber gestehen, dass ich mich auch darauf freue, euch endlich von all den Büchern zu erzählen, die ich zuletzt gelesen habe.

Übrigens: wenn ihr noch Tipps für mich habt, was ich mir in Berlin unbedingt anschauen muss, würde ich mich sehr freuen! Wenn ihr Vorschläge habt, dann immer her damit! Welche Buchhandlungen muss ich besuchen? Welche Cafés sind empfehlenswert? Und was gibt es hier sonst noch so zu sehen?

200. Geburtstag von Henry David Thoreau: “Wir müssen lernen, wieder wach zu werden.” –

Manchmal können die Wege, auf denen Bücher uns finden, seltsam sein – von Henry David Thoreaus Buch Walden las ich zum allerersten Mal vor vielen Jahren in vielleicht lieber morgen von Stephen Chbosky und wurde sofort neugierig auf das Buch. Als ich es dann las, war ich schnell fasziniert: nicht unbedingt nur von diesem einfachem Leben des Autors in einer einsamen Hütte im Wald, sondern vor allem von dem Gedanken, dass wir unser Leben immer wieder umkrempeln und neu beginnen können. Es geht in dem Buch gar nicht so sehr darum, ein einfaches oder spartanisches Leben zu führen, sondern darum ein reines Leben zu leben und zu uns selbst zu finden. Thoreau zieht in den Wald, um – in einfachsten Verhältnissen – mehr über sich und sein Leben herauszufinden. Klingt das nicht – obwohl das Buch bereits vor 150 Jahren erschienen ist – so wie das, was sich so viele Menschen heutzutage wünschen? In Walden geht es um Do it yourself, Minimalismus und den Wunsch danach, herauszufinden, warum man eigentlich lebt – Henry David Thoreau also als Vorreiter und Trendsetter.

Henry David Thoreau wurde 1817 als David Henry Thoreau geboren. Er war das dritte von vier Kindern – seinem Vater gehörte eine Fabrik zur Herstellung von Bleistiften. 1833 ging Thoreau zum Studium nach Havard, nach seinem Abschluss arbeitete er eine Zeit lang als Lehrer, bevor er sich dazu entschloss, für den Rest seines Lebens in der Fabrik seines Vaters zu arbeiten. 1845 zog er in die einsame Hütte am Walden Pond, die seinem Freund Ralph Waldo Emerson gehörte. Zwei Jahre, zwei Monate und zwei Tage lang lebte er dort – nicht in völliger Einsamkeit, aber doch abgeschieden von der restlichen Zivilisation. Zehn Jahre lang brauchte er anschließend dafür, ein Buch über diese Zeit am Walden Pont zu schreiben.

Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben und nur den wesentlichsten Dingen des Lebens gegenüberstehen. Ich wollte versuchen, ob ich nicht seine Weisheiten empfangen könnte, damit ich nicht in der Todesstunde innewürde, dass ich gar nicht gelebt hatte. Nichts anderes als das Leben wollte ich leben. Das Leben ist so kostbar. Wenn es irgend möglich war, wollte ich nicht verzichten. Intensiv leben wollte ich, das Mark des Lebens in mich aufsaugen. Hart und spartanisch wollte ich leben, um alles auszurotten, was nicht Leben war, einen breiten Schwaden zu schlagen dicht über dem Boden. In die Enge wollte ich das Leben treiben und es auf die einfachste Formel bringen. Erwies es sich als wertlos, gut, dann wollte ich seine ganze unverminderte Nichtigkeit erfahren und der Welt kundtun. War es aber herrlich, so wollte ich das aus eigener Anschauung kennenlernen und bei meinem nächsten Ausflug einen wahrheitsgetreuen Bericht geben.

Ich liebe Geburtstage von Autoren, die vielleicht ein bisschen Gefahr laufen, so langsam aus unseren Bücherregalen zu verschwinden – denn ich glaube, dass wir auch heutzutage immer noch Henry David Thoreau lesen und etwas daraus lernen können. Wer Lust darauf hat, diesen 200. Geburtstag des Autors zum Anlass zu nehmen, etwas von oder auch über Thoreau zu lesen, der kann aus einem breiten Angebot wählen. 

Walden | Vom Spazieren | Denken mit Henry David Thoreau | Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat | Waldgänger und Rebell | Tagebuch 1 | Tagebuch 2 | American Bloomsbury

„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“

Hermann Hesse wurde am 2. Juli 1877 geboren und wäre somit am heutigen Tag 140 Jahre alt geworden. Zum ersten Mal begegnete mir dieser Schriftsteller während der Schulzeit – im Unterricht lasen wir eines seiner Gedichte und ich war sofort elektrisiert. Später habe ich dann auch seine anderen Bücher entdeckt, ich habe mit großer Begeisterung DemianDer Steppenwolf und später auch Narziss und Goldmund verschlungen. Ich bin mir nicht sicher, ob mich die Bücher heutzutage immer noch genauso bewegen würden wie damals – als Jugendliche hat mich Hermann Hesse aber mit seiner Sprache und vor allem auch mit seinen Themen für sich eingenommen. Viele seiner Figuren haben darum gekämpft, einen Platz in dieser Welt zu finden und durch das Lesen ihrer Geschichten habe ich gelernt, dass man es schaffen kann, diesen Platz zu finden, wenn man durchhält und auf sich selbst vertraut. Hermann Hesses Bücher haben mir in vielen Phasen meines jungen Lebens nicht nur Trost gespendet, sondern auch Mut gemacht, an mich selbst zu glauben.

Hermann Hesse hat jedoch nicht nur ein beeindruckendes Werk vorzuweisen, das auch heute noch lohnt, entdeckt zu werden, sondern es finden sich darin auch viele kluge Gedanken zum Lesen:

“Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.”

“Es gibt keine tausend oder hundert «beste Bücher», es gibt für jeden einzelnen Menschen eine besondere Auswahl dessen, was ihm verwandt und verständlich, lieb und wertvoll ist.”

“Es gibt keine Liste von Büchern, die man unbedingt gelesen haben müßte und ohne welche kein Heil und keine Bildung ist! Aber es gibt für jeden einzelnen Menschen eine beträchtliche Zahl von Büchern, in welchen gerade er, dieser Eine, Befriedigung und Genuß erleben kann.”

“Von den vielen Welten, die der Mensch nicht von Natur geschenkt bekam, sondern sich aus eigenem Geiste erschaffen hat, ist die Welt der Bücher die größte.”

Also, lasst uns anstoßen auf einen großartigen Autor und diesen feierlichen Anlass nutzen, heute vielleicht mal wieder eines seiner Bücher aufzuschlagen!

DemianDer SteppenwolfNarziß und GoldmundDas Glasperlenspiel – Gunnar Decker: Hesse. Der Wanderer und sein SchattenDie Briefe 1924 – 1932 – Herbert Schnierle-Lutz: Auf den Spuren von Hermann Hesse – Bärbel Reetz: Hesses Frauen

Die Überlebensbibliothek

Am heutigen Sonntag feiern wir den Welttag des Buches. Es ist ein Tag, an dem nicht nur fleißig gelesen werden muss, sondern auch ein Tag, an dem Bücher gekauft und verschenkt werden sollten. Zugegeben, das ist an einem Sonntag natürlich nicht ganz so leicht, kann aber morgen problemlos noch nachgeholt werden! Der Welttag des Buches fällt nicht zufällig auf den 23. April, sondern geht zurück auf den Georgstag: laut katalanischer Tradition wurden früher am Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher verschenkt. Wie schön, dass dieses Ritual auch weiterhin fortgeführt wird. Übrigens soll am heutigen Tage auch Shakespeare geboren und gestorben sein – auch die Geburtstage von Miguel de Cervantes und Halldor Láxness fallen auf diesen durch und durch literarischen Tag.

Brauchen wir wirklich einen Feiertag, der uns daran erinnert, was wir eigentlich sowieso schon am liebsten tun? Wir wahrscheinlich nicht, dennoch finde ich diesen Tag wunderbar – nicht nur, um andere mit der eigenen Leidenschaft für Bücher anzustecken, sondern auch, um mich selbst daran zu erinnern, warum ich eigentlich so gerne lese.

Vergangenes Jahr habe ich den Welttag des Buches zum Anlass genommen, euch zahlreiche Bücher über Bücher vorzustellen. Ich muss gestehen, dass ich Bücher liebe, in denen sich Menschen mit ihrer eigenen Leidenschaft für das Lesen beschäftigen. Einen festen Platz auf meinem Nachttisch hat aus dieser Sammlung auch heute noch Die Überlebensbibliothek von Rainer Moritz. Darin schreibt Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses in Hamburg, dass Bücher erste Hilfe leisten können – sie können trösten, anregen, aufrütteln und eben Hilfestellung in besonderen Lebenslagen leisten.

Das ist etwas, an das ich auch ganz fest glaube – deshalb mag ich auch besonders gerne den Titel dieses kleinen Büchleins: Überlebensbibliothek. In seiner Überlebensbibliothek sammelt Rainer Moritz Bücher für Menschen mit Schwächen und Lastern; Bücher, um das Leben zu bestehen; Bücher, um sich an fremde Orte zu begeben oder auch Bücher, um mit existenziellen Erfahrungen zurechtzukommen.

Ich habe mich am heutigen Welttag des Buches vor mein Regal gesetzt und ein wenig darüber nachgedacht, welche Bücher wohl in meiner Überlebensbibliothek stehen würden. Aufgefallen ist mir dabei, dass es vor allem ältere Bücher sind, die einen besonderen Platz in meinem Herzen haben und mir glückliche Lesemomente beschert haben – das spiegelt sich auch darin wider, dass ich nur drei der Bücher meiner Überlebensbibliothek (Blaue Stunden, 4321 und Der Duft des Regens) auf meinem Blog besprochen habe, alle anderen Bücher begleiten mich zwar heute immer noch, die Lektüre fällt aber in die Zeit, bevor es Buzzaldrins Bücher gegeben hat. Das erinnert mich wieder daran, dass ich schon lange vorhabe, mir die Zeit dafür zu nehmen, besondere Bücher ein zweites Mal zu lesen, um sie euch hier noch einmal vorstellen zu können.

Ansonsten finden sich auf meinem Stapel viele bekannte Autoren: von Jeffrey Eugenides, über Kazuo Ishiguro bis hin zu Siri Hustvedt, Michael Cunningham, Margaret Atwood und John Irving. Einen besonderen Platz in meiner Bibliothek hat aber auch Franz Kafka, der mich mit seinen Büchern und Erzählungen schon lange begleitet. Genauso wie Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel, das ich zum ersten Mal vor mehr als fünfzehn Jahren gelesen habe. Ein Buch aus meiner Überlebensbibliothek, in dem ich mich sofort wieder festgelesen habe, ist Vom Atmen unter Wasser von Lisa-Marie Dickreiter. Große Bedeutung hat für mich auch So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein von Christoph Schlingensief, denn durch dieses Buch habe ich ganz viel über das Leben, den Tod und schwere Erkrankungen gelernt.

Bücher sind natürlich kein Allheilmittel und doch kann ich mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen – ich bin eine gierige Leserin und Bücherkäuferin und freue mich darüber, dass ich euch auf all meinen Kanälen tagtäglich Bücher empfehlen kann und dabei hoffentlich mit meiner Begeisterung anstecke.

Ich würde mich darüber freuen, wenn ihr den Welttag des Buches dafür nutzt, ganz viel zu lesen, zu kaufen, zu verschenken und zu empfehlen – und wenn ihr mir vielleicht auch noch verraten würdet, welche Bücher wohl in eurer Überlebensbibliothek stehen würden, würde mich das sehr freuen!

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