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Alles Abseitige

Die Überlebensbibliothek

Am heutigen Sonntag feiern wir den Welttag des Buches. Es ist ein Tag, an dem nicht nur fleißig gelesen werden muss, sondern auch ein Tag, an dem Bücher gekauft und verschenkt werden sollten. Zugegeben, das ist an einem Sonntag natürlich nicht ganz so leicht, kann aber morgen problemlos noch nachgeholt werden! Der Welttag des Buches fällt nicht zufällig auf den 23. April, sondern geht zurück auf den Georgstag: laut katalanischer Tradition wurden früher am Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher verschenkt. Wie schön, dass dieses Ritual auch weiterhin fortgeführt wird. Übrigens soll am heutigen Tage auch Shakespeare geboren und gestorben sein – auch die Geburtstage von Miguel de Cervantes und Halldor Láxness fallen auf diesen durch und durch literarischen Tag.

Brauchen wir wirklich einen Feiertag, der uns daran erinnert, was wir eigentlich sowieso schon am liebsten tun? Wir wahrscheinlich nicht, dennoch finde ich diesen Tag wunderbar – nicht nur, um andere mit der eigenen Leidenschaft für Bücher anzustecken, sondern auch, um mich selbst daran zu erinnern, warum ich eigentlich so gerne lese.

Vergangenes Jahr habe ich den Welttag des Buches zum Anlass genommen, euch zahlreiche Bücher über Bücher vorzustellen. Ich muss gestehen, dass ich Bücher liebe, in denen sich Menschen mit ihrer eigenen Leidenschaft für das Lesen beschäftigen. Einen festen Platz auf meinem Nachttisch hat aus dieser Sammlung auch heute noch Die Überlebensbibliothek von Rainer Moritz. Darin schreibt Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses in Hamburg, dass Bücher erste Hilfe leisten können – sie können trösten, anregen, aufrütteln und eben Hilfestellung in besonderen Lebenslagen leisten.

Das ist etwas, an das ich auch ganz fest glaube – deshalb mag ich auch besonders gerne den Titel dieses kleinen Büchleins: Überlebensbibliothek. In seiner Überlebensbibliothek sammelt Rainer Moritz Bücher für Menschen mit Schwächen und Lastern; Bücher, um das Leben zu bestehen; Bücher, um sich an fremde Orte zu begeben oder auch Bücher, um mit existenziellen Erfahrungen zurechtzukommen.

Ich habe mich am heutigen Welttag des Buches vor mein Regal gesetzt und ein wenig darüber nachgedacht, welche Bücher wohl in meiner Überlebensbibliothek stehen würden. Aufgefallen ist mir dabei, dass es vor allem ältere Bücher sind, die einen besonderen Platz in meinem Herzen haben und mir glückliche Lesemomente beschert haben – das spiegelt sich auch darin wider, dass ich nur drei der Bücher meiner Überlebensbibliothek (Blaue Stunden, 4321 und Der Duft des Regens) auf meinem Blog besprochen habe, alle anderen Bücher begleiten mich zwar heute immer noch, die Lektüre fällt aber in die Zeit, bevor es Buzzaldrins Bücher gegeben hat. Das erinnert mich wieder daran, dass ich schon lange vorhabe, mir die Zeit dafür zu nehmen, besondere Bücher ein zweites Mal zu lesen, um sie euch hier noch einmal vorstellen zu können.

Ansonsten finden sich auf meinem Stapel viele bekannte Autoren: von Jeffrey Eugenides, über Kazuo Ishiguro bis hin zu Siri Hustvedt, Michael Cunningham, Margaret Atwood und John Irving. Einen besonderen Platz in meiner Bibliothek hat aber auch Franz Kafka, der mich mit seinen Büchern und Erzählungen schon lange begleitet. Genauso wie Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel, das ich zum ersten Mal vor mehr als fünfzehn Jahren gelesen habe. Ein Buch aus meiner Überlebensbibliothek, in dem ich mich sofort wieder festgelesen habe, ist Vom Atmen unter Wasser von Lisa-Marie Dickreiter. Große Bedeutung hat für mich auch So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein von Christoph Schlingensief, denn durch dieses Buch habe ich ganz viel über das Leben, den Tod und schwere Erkrankungen gelernt.

Bücher sind natürlich kein Allheilmittel und doch kann ich mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen – ich bin eine gierige Leserin und Bücherkäuferin und freue mich darüber, dass ich euch auf all meinen Kanälen tagtäglich Bücher empfehlen kann und dabei hoffentlich mit meiner Begeisterung anstecke.

Ich würde mich darüber freuen, wenn ihr den Welttag des Buches dafür nutzt, ganz viel zu lesen, zu kaufen, zu verschenken und zu empfehlen – und wenn ihr mir vielleicht auch noch verraten würdet, welche Bücher wohl in eurer Überlebensbibliothek stehen würden, würde mich das sehr freuen!

Das Leben und das Schreiben: 5 Ratschläge von Kurt Vonnegut

Heute vor zehn Jahren ist der Autor Kurt Vonnegut gestorben – für mich entdeckt habe ich diesen Autor vor langer Zeit durch seinen beeindruckenden Roman Schlachthof 5, der erst kürzlich in einer Neuauflage bei dem Verlag Hoffmann & Campe erschienen ist. Diese Neuauflage gab es vollkommen zu Recht! Die Art und Weise wie Kurt Vonnegut in diesem Roman seine deutsche Kriegsgefangenschaft und die Luftangriffe auf Dresden verarbeitet und beschreibt, ist ein zeitloses und bewegendes literarisches Dokument.

Ich habe mich damals nach dieser Entdeckung, die bestimmt schon über zehn Jahre zurückliegt, einmal quer durch das literarische Werk von Kurt Vonnegut gelesen. Besonders beeindruckt hat mich dabei ein kleines Büchlein mit dem Titel Mann ohne Land, in dem Vonnegut autobiographisch vom Leben, dem Schreiben und der Politik von George Bush erzählt. Anlässlich des heutigen Todestages habe ich mich erneut durch das Buch gelesen und dabei ist mir aufgefallen, wie viele kleine Ratschläge und Lebensanweisungen sich darin eigentlich verstecken – die fünf schönsten, klügsten und witzigsten davon habe ich für euch zusammengestellt.

Verwendung von Satzzeichen:

Hier kommt eine Lektion in Kreativem Schreiben. Erste Regel: Benutzt keine Semikola. Sie sind hermaphroditische Transvestiten, die absolut nichts bedeuten. Sie bedeuten höchstens, dass ihr auf dem College wart.

Die Bedeutung des Schreibens:

Wenn ihr eure Eltern wirklich quälen wollt und nicht den Nerv habt, schwul zu werden, könnt ihr es zumindest mit den Schönen Künsten versuchen. Hab keinen Spaß gemacht. Mit der Kunst kann man sich keinen Lebensunterhalt verdienen. Sie ist eine sehr menschliche Methode, das Leben erträglicher zu machen. Eine Kunst auszuüben, egal, wie gut oder schlecht, ist eine Methode, die Seele wachsen zu lassen, verdammtnochmal. Singt unter der Dusche. Tanzt zur Musik im Radio. Erzählt Geschichten. Schreibt jemand Liebem ein Gedicht, gern auch ein lausiges. Macht es so gut, wie ihr nur irgend könnt. Ihr werdet eine Riesenbelohnung dafür kriegen. Ihr werdet etwas geschaffen haben.

Beschäftigung mit Literatur

Ich denke, dass es enorm erfrischend sein kann, wenn ein Literaturschaffender etwas anderes im Kopf hat als die Geschichte der Literatur bis zum heutigen Tag. Literatur sollte nicht in ihrem eigenen Arschloch verschwinden, sozusagen. (aus: Paris Review Volume 1)

Die Mechanik des Erzählens

So viel von dem, was beim Geschichtenerzählen passiert, ist Mechanik, hat mit den technischen Problemen zu tun, wie man erreicht, dass eine Geschichte funktioniert. Cowboygeschichten und Polizistengeschichten enden zum Beispiel mit Schießereien, weil Schießereien die verlässlichsten Mechanismen sind, um solche Geschichten zu Ende zu bringen. Nichts ist besser als der Tod, um zu sagen, was zu sagen schrecklich künstlich ist: das Ende. Ich versuche tiefschürfende Liebe aus meinen Geschichten herauszuhalten, weil es schier unmöglich ist, über etwas anderes zu reden, wenn das Thema erst auftaucht. Leser wollen von nichts anderem hören. Sie drehen bei Liebe förmlich durch. Wenn der Liebhaber in einer Geschichte seine wahre Liebe für sich gewinnt, ist  das das Ende der Erzählung, selbst wenn der Dritte Weltkrieg losbräche und der Himmel sich mit fliegenden Untertassen schwarz färbte. (aus: Paris Review Volume 1)

Und zuletzt: ein Ratschlag für das Leben


Wer jetzt vielleicht Lust darauf bekommen hat, die Bücher von Kurt Vonnegut zu entdecken, der kann sich gerne durch die folgende Auswahl stöbern.

Schlachthof 5Denis Scheck: Kurt VonnegutHundert-Dollar-KüsseDer taubenblaue Drache

Leseurlaub und Buchvorsätze

Den Jahreswechsel habe ich wie in den vergangenen beiden Jahren auch auf der wunderschönen Insel Amrum verbracht. Für diesen ungewöhnlichen Winterurlaub haben wir uns vor zwei Jahren zum ersten Mal entschieden, da die Insel einer der wenigen Orte in Deutschland ist, der an Silvester überwiegend knallfrei ist und Bandit – mein damaliger Hund – große Angst vor Böllern hatte.

Im vergangenen Jahr haben wir uns dazu entschieden, trotz seines Todes wieder auf die Insel zu fahren und dort Abschied von ihm zu nehmen – in diesem Jahr sind wir schließlich zum ersten Mal mit unserem neuen Hund Torito und ganz vielen Büchern im Gepäck gefahren. 

Dieser Urlaub steht für mich also in einer ganz besonderen – natürlich auch traurigen – Tradition. Die Zeit auf Amrum ist für mich nicht nur ein Leseurlaub, sondern auch immer wieder die Zeit des Jahres, zu der ich auf das, was gewesen ist, zurückblicke und Pläne für das schmiede, was 2017 anstehen könnte.

Ich habe den Urlaub dazu genutzt Bis ich dich finde von John Irving zu verschlingen und kann euch verraten, dass es in einem kleinen Ferienhäuschen – von Sturm und Regen umtost – kaum etwas Besseres gibt, als einen dicken Roman von John Irving zu lesen! Voller Lebensweisheiten und Sätzen, die ich mir in mein Lesejournal geschrieben habe! Überhaupt: nach Bandits Tod habe ich gemerkt, wie wichtig mir das Lesen ist, wie wichtig die Bücher und wie tröstlich die Gedanken darin sein können. Es muss ja nicht immer Amrum sein, aber ich kann euch nur empfehlen, mal ab und an die Büchertasche zu packen und sich an einen einsamen Ort zurückzuziehen. In diesem Jahr habe ich – wie in den Jahren zuvor – übrigens wieder viel weniger geschafft, als ich mir an Büchern mitgenommen habe. Aber das soll wohl einfach so sein: der Urlaub war eben nicht nur angefüllt mit Büchern, sondern stattdessen auch mit langen Spaziergängen, einem Besuch in der Buchhandlung Quedens und viel Familienzeit.


Was den Blog betrifft, habe ich einige Pläne und Ideen geschmiedet – ganz oben auf der Liste steht der große Wunsch, endlich wieder regelmäßiger zu bloggen. Ich bin gespannt, ob ich das schaffen werde! Einige Beiträge, die darauf warten, veröffentlicht zu werden, habe ich auf jeden Fall schon in der Schublade. Auch über den Blog hinaus habe ich ein paar literarische Ziele in diesem Jahr: ich möchte unbedingt nach Belgien und das Book Village in Redu besuchen. Und in Berlin möchte ich die schönsten Buchläden entdecken – falls ihr noch Tipps haben solltet, dann immer her damit!

Wenn ich es mir genau überlege, dann ist meine sogenannte Bucket List mit Buchvorsätzen bereits jetzt ganz schön lang!

Meine Büchertaschen für den Urlaub realistischer packen
Auch wenn ich ganz gerne damit kokettiere, dann strengt es mich selbst doch ein wenig an, dass ich immer viel mehr Bücher mitnehme, als ich jemals lesen könnte. Ich habe mir fest vorgenommen, die Menge an mitzunehmenden Büchern für die kommenden Reisen auf jeden Fall realistischer einzuschätzen. Und zur Not gibt es vor Ort ja auch immer noch eine Buchhandlung!

Buchhandlungsreisen
Ich entdecke so gerne Buchhandlungen und möchte dieser Leidenschaft in diesem Jahr noch viel stärker nachgehen: ganz oben auf meiner Liste stehen Berlin und München, wenn ihr noch weitere Tipps für besonders lohnenswerte Buchhandlungsstädte habt, würde ich mich aber sehr freuen.

Analoges Lesejournal
Bei den ganzen digitalen Möglichkeiten vergesse ich manchmal, wie schön es sein kann, Dinge mit der Hand auf zu schreiben. Im Urlaub habe ich damit begonnen, ein analoges Lesejournal zu führen und mir fest vorgenommen, das ein Jahr lang durchzuhalten. Erinnert mich also unbedingt nächstes Jahr daran und fragt mich nach meinem Lesejournal!

Ausgetretene Lesepfade verlassen
In den vergangenen zwei Jahren habe ich meine Vorliebe für Jugendbücher und Autobiographien entdeckt – diesen beiden Leidenschaften möchte ich auf jeden Fall weiter nachspüren und auch mal zu Büchern greifen, die abseits meiner Lesepfade liegen.

Mir mehr Zeit für meinen Blog nehmen
Ich habe noch nie so wenig gebloggt, wie im vergangenen Jahr – was nicht nur daran liegt, dass ich weniger Zeit hatte, sondern auch daran, dass ich schlecht organisiert gewesen bin! Da ich meine Gedanken zu Gelesenem so gerne mit euch teile, macht es mich natürlich traurig, wenn ich dazu nicht allzu häufig komme. Für dieses Jahr steht also Organisation und Planung ganz oben auf der Liste, direkt neben dem Punkt Prioritäten setzen – der eine oder andere Blogbeitrag lässt sich nämlich wahrscheinlich prima in der Zeit schreiben, die man sonst dafür benötigt, eine sinnlose Diskussion auf Facebook zu führen! Ich habe damit am Wochenende übrigens gleich angefangen und ein wenig an meinem Blog gebastelt – leider ist dabei etwas schief gegangen, wodurch einige von euch mit einer Flut an E-Mails belästigt wurden. Das tut mir sehr leid! Falls ihr jetzt keine Benachrichtigung bekommen solltet, dann schaut einfach nochmal in eurem Spamordner nach – ich hoffe sehr, dass nun alles wieder funktioniert!


Wie auch immer es kommen mag: ich freue mich auf das neue gemeinsame Blogjahr, auf neue Bücher und hoffentlich viele neue Erlebnisse. Wenn ihr mich dabei begleiten wollt, würde ich mich sehr freuen! Und natürlich würde es mich interessieren, wie es mit euren Buchvorsätzen aussieht? Was habt ihr euch für das kommende Jahr vorgenommen?

Ein Jahr in Büchern

Ich kann es kaum glauben, weil es so schnell vergangen ist, aber auch das Lesejahr 2016 neigt sich mittlerweile dem Ende zu. Das neue Jahr, voller neuer Bücher und Lesestunden, ist nicht einmal mehr zwei Wochen entfernt. Auch wenn sich das Wetter noch gar nicht so wirklich von seiner winterlichen Seite zeigen mag, verbringe ich die Tage momentan dann doch ganz gerne mit einer warmen Decke, einem guten Buch und einer Tasse Tee. Ob in den letzten Tagen dieses Jahres nicht doch noch ein anderes Lesehighlight um die Ecke kommen wird, kann ich also jetzt eigentlich noch gar nicht mit endgültiger Sicherheit sagen.

Dennoch habe ich das vergangene Wochenende dazu genutzt, mich durch mein Blogarchiv zu klicken – auf  der Suche nach den Höhepunkten meines Lesejahres. Dabei habe ich festgestellt, dass ich in diesem Jahr zwar einiges gelesen habe, aber nicht ganz so viel davon auf meinem Blog besprochen wurde. Ihr könnt euch im neuen Jahr also auf jeden Fall noch auf die eine oder andere Besprechung eines gelesenen Buches des vergangenen Jahres freuen, hier liegt noch ein ganzer Stapel, der darauf wartet, euch endlich vorgestellt zu werden. Darunter auch Hier bin ich von Jonathan Safran Foer, das mir so gut gefallen hat, dass es trotzdem unbedingt auf meine Liste der Jahreshighlights kommen musste! Unter den Büchern, die ich gelesen habe, waren ganz viele tolle Geschichten, wunderbare Figuren und verzaubernde Worte und – anders als in den Jahren zu vor – auch viel Autobiographisches. Ich konnte mich kaum entscheiden, welche zu meinen Lieblingsbüchern gehören – deshalb gibt es bei mir auch keine Top 5 oder  Top 10, sondern gleich eine Top 15.

Diese fünfzehn Bücher haben mich in diesem Jahr besonders begeistert:

Sarah Kuttner – 180° Meer

Patti Smith – M Train

Amanda Palmer – The Art of Asking

Garth Risk Hallberg – City on Fire

Elena Ferrante – Meine geniale Freundin

Haruki Murakami – Von Beruf Schriftsteller

Katharina Winkler – Blauschmuck

Karl Ove Knausgard – Träumen

Benjamin von Stuckrad-Barre – Panikherz

Helen MacDonald – H wie Habicht

Jonathan Safran Foer – Hier bin ich

Lars Mytting – Die Birken wissen’s noch

Deborah Feldman – Unorthodox

Nis-Momme Stockmann – Der Fuchs

John Irving – Das Hotel New Hampshire

Als ich mich so durch mein Archiv klickte, ist mir aufgefallen, dass ich in diesem Jahr ein paar neue Lesepfade eingeschlagen habe: ich habe bereits im vergangenen Jahr Autobiographien und Erinnerungsbücher für mich entdeckt, wodurch sich eine ganz neue literarische Welt für mich eröffnet hat. Auch in diesem Jahr habe ich einige tolle Bücher über das Leben, das Lesen und das Schreiben entdeckt. Neben den Neuerscheinungen, an denen auch ich natürlich nicht vorbeikomme, habe ich in diesem Jahr auch endlich mal ein paar eingestaubte Bücher aus meinem Regal geholt, die dort schon viel zu lange standen – so hatte ich es mir ja auch vorgenommen, als ich vor einiger Zeit mal über das literarische Haltbarkeitsdatum schrieb.

All die Bücher auf der Liste meiner fünfzehn Jahreshighlights haben mich auf ganz unterschiedliche Art und Weise berühren und begeistern können, viele der Geschichten und Figuren trage ich immer noch in meinem Herzen. Die Titel machen sich übrigens nicht nur gut auf einer Liste voller Jahreshighlights, sondern  natürlich auch unter dem Weihnachtsbaum. Für mich sind diese fünfzehn Bücher tatsächlich fünfzehn Lebensbücher, die mich noch eine ganze Weile weiter begleiten werden.

Wie war denn euer Lesejahr 2016? Habt ihr ein Lesehighlight, das euch besonders im Gedächtnis geblieben ist? Ich schwelge noch in den Erinnerungen und Geschichten dieses Jahres und bin gleichzeitig schon ganz gespannt auf das kommende Lesejahr und auf die Entdeckungen, die ich machen werde. Auch wenn das Jahresende immer dazu einlädt, Beschlüsse und Vorhaben zu fassen, habe ich keine Leseziele für das kommende Jahr – ich nehme mir auch nicht vor, keine Bücher zu kaufen, ich möchte mich stattdessen einfach durch das kommende Jahr treiben lassen, einkaufen und lesen und hoffentlich die eine oder andere Entdeckung machen, die ich mit euch teilen kann. Erhalten möchte ich mir auch meine Begeisterung, meine Neugier und meine Freude an guter Literatur – und natürlich auch am Bloggen.

Derweil verabschiede ich mich schonmal in den Bücherwinterschlaf, denn für mich geht es morgen mit einem Koffer voller Bücher auf die Insel Amrum – wir lesen uns dann im kommenden Jahr wieder, ich freue mich schon darauf!

Meine Bücher sind umgezogen

Meine Bücher sind in den letzten Jahren ganz schön herum gekommen. Im vergangenen Jahr hat sogar ein Großteil von ihnen ein betrübliches Dasein in Kisten gefristet: ich hatte viel zu wenig Platz, um alle auspacken und einräumen zu können. Vor drei Wochen bin ich erneut umgezogen und nun ist alles anders: ich habe endlich einen Raum, der groß genug für meine Bücher ist und mittlerweile habe ich sie auch alle aus den Kisten befreit und allesamt in die Regale eingeräumt.

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“Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.” – Jorge Luis Borges

Meine letzten Wochen habe ich also zumeist zwischen meinen Büchern verbracht: ich stand an meinen Regalen und habe gepackt, gepackt und gepackt. Manchmal konnte sich diese Arbeit stundenlang hinziehen, denn ich habe mich immer wieder fest gelesen, in alten Lieblingsbüchern, aber auch in Büchern, die ich noch nie in die Hand genommen habe. Bücher, die ich gekauft, ins Regal gestellt und vergessen habe.

Dabei kam mir der Gedanke, dass ein Umzug nicht nur eine Möglichkeit ist, sich endlich mal von Büchern zu trennen, sondern auch eine wunderbare Gelegenheit, alte Bücherschätze wieder zu entdecken und sie sich zurück in das Gedächtnis zu rufen – ich habe beim Ein- und Auspacken eine kleine Liste an Büchern erstellt, die schon viel zu lange Staub in meinen Regalen angesetzt haben und die ich durch den Umzug nun wieder entdecken durfte und endlich lesen möchte.

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Wie bereits erwähnt: Im Moment ist es ja sehr beliebt überall, ans Bücherregal zu treten, um Bücher auszusortieren – ich kann euch aber ebenfalls sehr empfehlen, euch einfach mal vor eure Regale zu stellen, um Bücher wieder zu entdecken. Längst vergessene und schon lang verstaubte Bücher! Es ist ein wunderbares Gefühl, fast so, als würde man sich die Bücher noch einmal kaufen!

Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf meinen Bücherstapel, der schon hier neben mir liegt und darauf wartet, nun endlich gelesen zu werden.

Literaturbloggerbuch – endlich ist es da!

Vor ein paar Wochen hatte ich euch bereits davon erzählt, dass für mich ein Traum in Erfüllung gegangen ist: ich habe mein eigenes Buch nicht nur geschrieben, sondern auch veröffentlichen dürfen. Nun ist es endlich erschienen: das Literaturbloggerbuch ist seit heute in fast allen Onlineshops als eBook erhältlich! Ja, richtig – als eBook! Im Moment gibt es leider noch keine Pläne, das Buch auch gedruckt erscheinen zu lassen. Aus diesem Grund ist es momentan nur möglich, das Literaturbloggerbuch digital zu lesen oder es sich auszudrucken!

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Was vor einigen Wochen noch wie in weiter Ferne wirkte, ist nun Realität und ich muss gestehen, dass ich total aufgeregt bin und gespannt auf eure Reaktionen warte! Meldet euch also bitte unbedingt mit Kritik, Anmerkungen und Wünschen – es ist geplant, das Buch in regelmäßigen Abständen zu updaten, wenn ihr euch also Informationen zu einem bestimmten Thema wünscht, dann lasst es mich wissen.

An dieser Stelle möchte ich mich aber auch noch einmal nachdrücklich bei all den Menschen bedanken, die mich bei diesem Projekt unterstützt haben – zuallererst genannt sei natürlich mein Verlag, Edel Elements, ebenso wertvoll war aber auch die Zusammenarbeit mit meiner Lektorin Martha Wilhelm. Und auch wenn auf dem Literaturbloggerbuch nur mein Name steht, möchte ich doch erwähnen, dass es das Gemeinschaftsprojekt vieler Blogger ist, die mit ihrem Wissen zum Entstehen beigetragen haben. Unterstützt wurde ich von:

Das Literaturbloggerbuch ist also nicht nur ein Einzelprojekt, sondern eine gemeinsame Arbeit, die von dem Wissen aller beteiligten Blogger profitiert hat!

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Infos zum Buch:
Titel: Literaturbloggerbuch
ISBN: 9783955308773
Preis: 4,99€
Seitenzahl: 150 Seiten
Erscheinungsdatum: 13.10.2016

Bestelllink: Amazon, ebook.de, Hugendubel

Also: ich feiere dann heute nochmal ein wenig die Veröffentlichung, genieße es, dass sich mein Traum erfüllt hat und freue mich auf all eure Rückmeldungen, Gedanken und Hinweise!

Bob Dylan erhält den Literaturnobelpreis 2016

Das Schönste am Literaturnobelpreis ist eigentlich das Geraune und Gerede in den Tagen davor – es ist schon fast standesgemäß, dass in den Tagen und Wochen vor der Preisverleihung von den üblichen Verdächtigen gesprochen wird: von Haruki Murakami bis hin zu Philip Roth und ebenso typisch ist es, wenn es dann keiner der Genannten wird. So auch dieses Jahr! Stattdessen wurde Musiker und Songwriter Bob Dylan mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet!

Bob Dylan – also! Als ich mir im Livestream die Verkündung anschaute, war das Geraune und Gelächter im Saal groß. Es ist gerade Mal zwei Jahre her, dass Andreas Platthaus in der FAZ zu dem Fazit kam, dass Bob Dylan den Literaturnobelpreis zwar verdienen, aber nie erhalten würde! Jetzt hat er ihn schließlich doch noch bekommen. Die Begründung der Jury liest sich wie folgt: Bob Dylan erhält den Literaturnobelpreis, da er “neue poetische Ausdrucksformen innerhalb der großen amerikanischen Song-Tradition” erschaffen habe. Damit ist der 75-Jährige der erste Songtexter, der jemals den Literaturnobelpreis erhalten hat.

Ich kann zu der Verleihung erstaunlich wenig sagen, da ich tatsächlich keinen einzigen Song von Bob Dylan kenne. Bombardiert mich also gerne mit Empfehlungen und Tipps in den Kommentaren – ich bin für alles offen!

Ein Musiker als Literaturnobelpreisträger muss für viele Buchhändler zunächst einmal eine Enttäuschung sein, es gibt aber erstaunlich viel von und über Bob Dylan zu lesen:

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Heinrich Detering: Bob Dylan – Robert Shelton: Bob Dylan – Bob Dylan: Alle Songs – Bob Dylan: Chronicles Volume 1 – Sean Wilentz: Bob Dylan und Amerika – Bob Dylan: Lyrics – Heinrich Detering – Bob Dylan

Ganz besonders gespannt bin ich auf die erste Ausgabe der Chronicles – den Tagebüchern von Bob Dylan – in die ich auf jeden Fall einen Blick rein werfen werde.

So ist die diesjährige Entscheidung beim Literaturnobelpreis zwar eine Überraschung für mich und sicherlich auch für viele andere, aber gleichzeitig auch die Möglichkeit, einen Autor und Musiker ganz neu zu entdecken! Was Schöneres könnte es doch eigentlich nicht geben. Und wie gesagt: wenn ihr noch Tipps haben solltet, dann immer her damit!

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