#welttagdesbuches: Eine Feier der Literatur

Am heutigen Donnerstag feiert man den Tag des deutschen Bieres. Doch das ist nicht der einzige Feiertag, denn neben dem Bier wird heute auch noch das Buch gefeiert. Der 23. April ist Welttag des Buches. Es ist ein Tag, an dem nicht nur fleißig gelesen werden muss, sondern auch ein Tag, an dem Bücher gekauft und verschenkt werden sollten. Dieser Tag fällt nicht zufällig auf den 23. April, sondern geht zurück auf den Georgstag: laut katalanischer Tradition wurden am Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher verschenkt. Am heutigen Tage soll auch Shakespeare geboren und gestorben sein, auch die Geburtstage von Miguel de Cervantes und Halldor Láxness fallen auf diesen durch und durch literarischen Tag.

Wenn es Gott gäbe, wäre er eine Bibliothek. – Umberto Eco

Brauchen wir wirklich einen Feiertag, der uns daran erinnert, was wir eigentlich sowieso schon am liebsten tun? Bücher kaufen, Bücher lesen, Bücher verschenken – bei mir ist eigentlich jeder Tag ein kleiner Welttag des Buches. Doch wie auch immer: am heutigen Donnerstag feiern wir also alle unser liebstes Hobby einmal so ganz offiziell – mit großen Aktionen und Verlosungen.

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Doch warum lesen wir eigentlich und was passiert in unseren Köpfen, wenn wir lesen? Warum ist das Lesen wichtig? Und warum ist es wichtig weiterhin zu lesen, auch wenn man mittlerweile so vieles digital erleben kann? Auf all diese Fragen finden ganz unterschiedliche Bücher faszinierende Antworten.

In diesem Moment vollbringt Ihr Gehirn, ohne dass es Ihnen bewusst würde, eine bemerkenswerte Leistung – es liest. Die Augen eilen mit kleinen, präzisen Bewegegungen über die Zeilen. Vier oder fünf Mal pro Sekunde verharrt Ihr Blick dabei auf einem Wort, gerade lange genug, dass Sie es erkennen können. Nur der Klang und die Wortbedeutung erreichen dabei unser Bewusstsein. Aber wie können diese wenigen schwarzen Zeichen auf weißem Papier, die auf die Retina projiziert werden, ein ganzes Universum heraufbeschwören […]? (aus: Lesen von Stanislas Dehaene)

Es wäre sicherlich nicht übertrieben, wenn man von der Macht des Gedruckten sprechen würde, die uns alle fest im Griff hat. Stanislas Deheane hat das Lesen umfangreich erforscht, sein Buch trägt den Untertitel Die größte Erfindung der Menschheit und was dabei in unseren Köpfen passiert. Auch Maryanne Wolf hat eine spannende Arbeit zu den Vorgängen im Gehirn beim Lesen geschrieben, es gibt aber auch noch viele andere Studien zum Lesen (zwei Beispiele gibt es hier und hier). Die meisten Studien sind sich darüber einig, wie wichtig das Lesen ist und dass es nicht gerade unwichtig ist, dass auch immer noch auf Papier gelesen wird.

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Andernorts werden Bücher bereits zum Heilmittel gemacht: erst kürzlich berichtete die FAZ von der Bibliotheraphie. Ist Lesen also auch Medizin? Der Schriftsteller Hennig Mankell sprach immerhin in einem Interview mit der ZEIT darüber, wie tröstlich Bücher sein können:

Ich gehe zu meinem Manuskript. Oder nehme mir ein Buch. Wenn die Agonie kommt, lese ich und verschwinde einfach in einem Buch. Egal, in welchem. Es kann ein Buch sein, das ich schon zehnmal gelesen habe. Lesen beruhigt mich besser als eine Pille. Bücher sind meine Kathedralen.

Für mich ist Lesen ein kaum wegzudenkender Bestandteil meines Lebens, meine Leidenschaft, meine Freizeitbeschäftigung. Schon in meiner Kindheit habe ich meine Tage am liebsten Seite an Seite mit Ronja Räubertochter verbracht, oder zusammen mit all den Kindern in Bullerbü. Später lief ich mit Holden Caulfield durch New York und schrieb zusammen mit Charlie aus vielleicht lieber morgen traurige Briefe. Der Schriftsteller George R.R. Martin lässt eine seiner Figuren den folgenden Satz sagen: Ein Leser lebt tausend Leben, bevor er stirbt. Diejenigen, die nicht lesen, leben nur eines.

Was auch immer das Lesen sein mag, ob Hobby oder göttliches Vergnügen, und was auch immer das Lesen mit unserem Kopf macht, Tage wie der heutige sollten uns daran erinnern, dass wir uns diese Freude erhalten müssen. Lest, kauft und verschenkt Bücher – nicht nur heute, sondern so oft wie möglich.

VerlosungFür mich ist übrigens die größte Freude die, die man mit anderen teilen kann, deshalb verlose ich an diesem literarischen Festtag ein kleines lieber lesen-Paket, bestehend aus einem Lesetagebuch, zwei Lesezeichen und einer wunderbaren Büchertasche. Hinterlasst mir einfach bis zum 01.05.2015 einen Kommentar und schon seid ihr im Lostopf.

Stanislas Dehaene: Lesen. Die größte Erfindung der Menschheit und was dabei in unseren Köpfen passiert. Aus dem Französischen von Helmut Reuter. btb Verlag, München 2012. 469 Seiten, €12,99. 

Andrea Gerk: Lesen als Medizin. Rogner & Bernhard Verlag, 2015. 342 Seiten, €22,95.

Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn. Wie der Mensch zum Lesen kam – und was es in unseren Köpfen bewirkt. Aus dem Englischen von Martina Wiese. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009. 347 Seiten, €14,99.

Das Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen

Es gibt sechsunddreißigtausend Gründe, einen Roman vor dem Ende wegzulegen: das Gefühl von “Deja-lu”, eine Geschichte, die uns nicht fesselt, unsere totale Ablehnung der Thesen des Autors, ein Stil, von dem wir eine Gänsehaut bekommen, oder, im Gegenteil eine Art zu schreiben, bei der es keinen Grund weiterzulesen gibt. Es ist unnötig, die anderen 35 995 anderen Gründe aufzuzählen, zu denen auch Zahnschmerzen und die Schikanen unseres Chefs gehören oder ein Herzbeben, das unseren Kopf versteinert.

Laut dem Autor Daniel Pennac hat jeder Leser (und höchstwahrscheinlich auch jede Leserin) zehn Rechte, die unantastbar sind. Mit den oben zitierten Worten begründet er das dritte Recht – es handelt sich um das Recht darauf, ein Buch nicht zu Ende zu lesen. Das klingt erst einmal gut und sinnvoll, warum sollte ich etwas zu Ende lesen, das mir nicht gefällt? Doch ich muss gestehen, dass es mir in meinem bisherigen Leseleben nicht leicht gefallen ist, dieses Recht für mich in Anspruch zu nehmen. Um ehrlich zu sein, ist es mir sogar sehr schwer gefallen: ich kann mich nicht daran erinnern, jemals ein Buch abgebrochen zu haben. Natürlich gibt es immer mal wieder Bücher, die mich nicht sofort packen können – die lege ich dann ab und an zur Seite, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Hand zu nehmen. Aber ein Buch nicht zu Ende zu lesen? Das habe ich bisher noch nie über’s Herz gebracht.

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Bisher – bis ich vor etwas mehr als einem Monat mit der Lektüre von Zeiden, im Januar begann. Ich muss gestehen, dass ich große Erwartungen hatte. Ursula Ackrill stand mit diesem Roman auf der Liste der Nominierten für den Leipziger Buchpreis. Eine solche Auszeichnung kann natürlich nichts über die Qualität eines Textes aussagen, doch auch thematisch hat mich der Roman außerordentlich gereizt. Siebenbürgen zur Zeit des Nationalsozialismus ist ein Thema, das bisher literarisch noch kaum bearbeitet worden ist.

Doch dann haben mich bereits die ersten Seiten ernüchtert: ich habe einen sprachlich so verschachtelten Roman gelesen, dass ich selbst nach zwanzig Seiten noch nicht ganz sicher war, worum es eigentlich geht. Mein Lesezeichen steckt mittlerweile auf Seite neunzig und ich bin kein bisschen klüger, ganz im Gegenteil: die Verwirrung ist groß. Es gibt viel zu viele Sprünge in Zeit und Handlung, die es beinahe unmöglich machen, sich in diesem Text zurecht zu finden. Ursula Ackrill, die als Bibliothekarin in Nottingham arbeitet, hat scheinbar viel recherchiert für diesen Text, doch hat sie ihn mit all diesem Recherchematerial so schwer gemacht, dass er für mich kaum noch zu lesen oder zu verstehen gewesen ist. Die Personen bleiben mir fremd, die Handlung bleibt mir unklar, die Sätze klingen immer wieder schief – oder ich verstehe sie einfach nicht.

Die Ungarn wollen Siebenbürgen zurück, die Sachsen wollen nie wieder zum Freiwild erklärt werden, ihre Rechte auf alles, was sie aufgebaut haben, hinterfragt und bezweifelt.

Bis Seite neunzig habe ich mich gequält, bevor ich beschlossen habe, dieses Buch nicht zu Ende zu lesen. Das Gefühl, das ich hatte, als ich Zeiden, im Januar zur Seite legte, ist schwer zu beschreiben: es war ein Gefühl des Scheiterns (ich habe an dem Text versagt), aber gleichzeitig gab es auch ein Gefühl des Ärgers und der Wut: wie können Bücher wie dieses erscheinen? Oder habe ich es schlichtweg nicht verstanden? Wiedergefunden habe ich mich erneut in den Worten von Daniel Pennac, der schreibt:

Ich habe mit dem Text gekämpft, nichts zu machen, auch wenn ich das Gefühl habe, daß das Geschriebene es verdient, gelesen zu werden, ich kapiere nichts oder soviel wie nichts, ich spüre eine “Fremdheit”, die mir keinen Zugang bietet. Ich lasse das Buch fallen. Oder vielmehr, ich lasse es liegen. Ich stelle es mit dem vagen Vorhaben, eines Tages darauf zurückzukommen, in meinen Bücherschrank.

Genau dort, in meinem Bücherschrank, steht nun auch Zeiden, im Januar. Ich empfehle mit großer Begeisterung Bücher und die größte Freude ist es für mich, andere mit meiner Begeisterung anzustecken. Es gibt Bücher, die ich zwar lese, über die ich aber nicht schreibe. Warum sollte ich meine Zeit damit verbringen, über Bücher zu schreiben, die mir nicht gefallen haben? Heute erzähle ich euch trotzdem von diesem Leseerlebnis, weil ich glaube,  dass es auch wichtig ist, darüber zu sprechen, dass es Texte gibt, an denen man scheitert – aus den unterschiedlichsten Gründen. Dass es Bücher gibt, die man zur Seite legt, weil man sie einfach nicht zu Ende lesen kann und möchte. Dass es Bücher gibt, die einem manchmal einfach nicht gefallen. So erging es mir zuletzt mit Zeiden, im Januar.

Was macht ihr eigentlich mit Büchern, die euch nicht gefallen? Nehmt ihr ab und an für euch das dritte Recht in Anspruch? Und wie ergeht es euch damit, Bücher abzubrechen? Fühlt ihr euch dabei ähnlich schlecht, wie ich mich fühle oder kann man das lernen, das Bücherabbrechen?

Ursula Ackrill: Zeiden, im Januar. Roman. Wagenbach, Berlin 2015. 253 Seiten, €19,90. Eine weitere Rezension findet sich auf dem Blog buecherrezension.com.

Daniel Pennac: Wie ein Roman. Roman. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2004. 208 Seiten, €7,99. Aus dem Französischen von Uli Aumüller. Eine Rezension dazu findet sich auf dem Blog Phileablog.

#Indiebookday 2015!

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Am heutigen Samstag fand nun bereits zum dritten Mal der Indiebookday statt. Die beiden ersten Indiebooktage, die immer ganz im Zeichen der unabhängigen Verlage stehen, waren bereits große Erfolge. Es gab also keinen Grund, der gegen eine erneute Wiederholung sprach. Die Idee, die hinter dem Indiebookday steckt, ist der Versuch, kleine und unabhängige Verlage nicht nur zu unterstützen, sondern vor allen Dingen in der Flut an Neuerscheinungen auch sichtbarer zu machen. Initiator dieses Tages ist Daniel Beskos vom mairisch Verlag, der  vor drei Jahren zum allerersten Mal dazu aufgerufen hat.

Was ist der Indiebookday?

Am 21. März 2015 ist Indiebookday!

Ihr liebt schöne Bücher.
Am 21.03.2015 könnt Ihr das allen zeigen. Es geht ganz einfach:

Wie funktioniert’s?
Geht am 21.03.2015 in einen Buchladen Eurer Wahl und kauft Euch ein Buch. Irgendeines, das Ihr sowieso gerade haben möchtet.
Hauptsache ist: Es stammt aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag.
Danach postet Ihr ein Foto des Covers, des Buches, oder Euch mit dem Buch (oder wie Ihr möchtet) in einem sozialen Netzwerk (Facebook, Twitter, Google+) oder einem Blog Eurer Wahl unter dem Stichwort/Hashtag “Indiebookday”. Wenn Ihr die Aktion gut findet, erzählt davon.

Zum Hintergrund
Es gibt viele kleine tolle Verlage, die mit viel Herzblut und Leidenschaft schöne Bücher machen. Aber nicht immer finden die Bücher ihren Weg zu den Lesern. Der Indiebookday kann da für ein bisschen Aufmerksamkeit sorgen.

Der Indiebookday hat sich seit seinem Start 2013 auch international zu einem ganz besonderen Aktionstag rund um die unabhängigen Verlage und Buchhandlungen entwickelt. Schauen wir zusammen, was 2015 passiert.

Alle Infos: http://www.indiebookday.de/

Facebook-Event zum Indiebookday:

https://www.facebook.com/events/1394056747570026/1408322586143442/

Auch ich habe heute eine Buchhandlung gestürmt. Ich habe lange gestöbert und es fiel mir nicht leicht eine Auswahl zu treffen. Entschieden habe ich mich für Die endlose Stadt von Ulla Lenze, erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt und für Untertauchen von Lydia Tschukowskaja, erschienen im Dörlemann Verlag. Beide Bücher standen schon lange auf meiner Wunschliste und ich freue mich schon sehr auf die Lektüre.

Indiebookday

Für mich ist nicht nur diesen Samstag Indiebookday: jedes Mal wenn ich eine Buchhandlung betrete, springen mir automatisch auch all die schönen Bücher aus unabhängigen Verlagen ins Auge. Ich finde es toll, dass es diesen Tag gibt, aber ich hoffe, dass ihr auch an allen anderen Tagen offen für die wunderbaren (oder auch mal nicht so wunderbaren) Bücher kleiner Verlage seid. Ich feiere mehrmals im Monat meinen ganz privaten Indiebookday, ihr könnt euch also in den kommenden Wochen nicht nur auf eine Besprechung von Die endlose Stadt und Untertauchen freuen, sondern auch auf viele weitere Besprechungen von Büchern aus unabhängigen Verlagen.

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Falls ihr heute auch Bucheinkäufe getätigt habt, dann vergesst nicht, darüber zu berichten – auf Twitter oder Facebook, aber natürlich auch gerne hier. Wer von euch war denn heute im Buchladen und was habt ihr euch gekauft?

Ach übrigens: falls euch der Indiebookday erst wieder siedend heiß beim Lesen dieses Artikels eingefallen ist, dann könnt ihr auch immer noch ein Buch online bestellen! :-)

Mein Messehighlight

Die diesjährige Leipziger Buchmesse hat unter dem Motto buchmesse:blogger zum allerersten Mal auch Literaturblogs in den Fokus gerückt – für die Blogger und Bloggerinnen gab es nicht nur eine eigene Bloggerlounge, sondern es gab auch die Aktion der Bloggerpaten. Fünfzehn Blogger und Bloggerinnen haben die fünfzehn nominierten Titel aus den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung gelesen und rezensiert. Für mich war die Bloggerpatenschaft gleichsam Ehre wie Vergnügen, auch wenn ich im ersten Moment etwas entsetzt über mein Patenkind gewesen bin, das mit 1500 Seiten nicht gerade schmal ist. Ich hatte drei Beweggründe dafür, mich für eine Bloggerpatenschaft zu bewerben: ich habe erstens darauf gehofft, ein Buch zu entdecken, das ich ansonsten wohl nicht entdeckt hätte. Ich habe mich aber zweitens auch bewusst für die Kategorie Übersetzung beworben, weil ich glaube, dass die Arbeit von Übersetzern und Übersetzerinnen eine überaus wertvolle Arbeit ist und dafür viel zu wenig Beachtung findet. Da ich bereits drei Interviews mit Übersetzern geführt habe, war mein dritter Beweggrund die Hoffnung, dass ich den Übersetzer meines Patenkindes möglicherweise so gut kennenlerne, dass ich mit ihm in ein Gespräch finden kann.

All das, was ich mir erhofft hatte, hat sich mehr als erfüllt: ich hatte mit Horcynus Orca eine schwierige Lektüre, die mich herausgefordert hat, die mir aber auch viel gegeben hat. Abend für Abend saß ich hier und las mir einzelne Textpassagen laut vor, um ein Gefühl für die Sprache und den Rhythmus zu finden. Es ist lange her, dass ich ein Buch so intensiv erforscht und nicht nur gelesen habe. In den kommenden Wochen hoffe ich darauf, Zeit dafür zu finden, um weiterzulesen. Darüber hinaus ist mir mit Horcynus Orca noch einmal klar geworden, was für eine Arbeit in einer Übersetzung stecken kann, wie wenig diese Arbeit gewürdigt wird und wie wichtig es wäre, dass diese Arbeit angemessen entlohnt wird.

Meine dritte Hoffnung hat sich insofern erfüllt, dass ich Moshe Kahn, dem Übersetzer meines Patenkindes, tatsächlich begegnet bin. An dieser Stelle muss ich gestehen, dass das Schreiben meiner Rezension mir nicht wirklich leicht gefallen ist. Anschließend war ich nicht nur freudig überrascht von euren zahlreichen und hochinteressanten Wortmeldungen, sondern auch davon, dass sich der Übersetzer selbst zu Wort gemeldet hat. Die Motivation hinter seinem Kommentar war es, uns allen die Angst vor seinem Mammutwerk zu nehmen.

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Ich glaube, dass genau das eine ganz große Chance und Möglichkeit von Literaturblogs sein kann – nirgendwo sonst kann der Austausch zwischen Lesern und Autoren so direkt, schnell und unkompliziert erfolgen. Natürlich können Autoren sich auch auf Rezensionen in Zeitungen hin melden, doch wer schreibt heutzutage schon noch Leserbriefe? Und wie viele davon werden veröffentlicht? Einige der nominierten Autoren und Autorinnen haben im Vorfeld leider nicht von ihren bloggenden Paten gewusst, doch dafür wissen sie jetzt von uns. Beispiele gelungener Patenschaften finden sich auch bei Tobias Nazemi, der auf seinem Blog Buchrevier ein Interview mit Jan Wagner geführt hat oder bei Tilman Winterling, der nachträglich einen schönen und sehr lesenswerten E-Mailaustausch mit Klaus Binder hatte. So sollte es doch sein.

Moshe Kahn

Während der Messe hatte ich schließlich noch das Vergnügen, tatsächlich ein paar Wort mit Moshe Kahn zu wechseln. Einige der nominierten Autoren und Autorinnen kamen am vergangenen Freitag in  die Bloggerlounge, um sich unseren Fragen zu stellen. Ich kann nicht verschweigen, dass ich sehr stolz darauf gewesen bin, dass Moshe Kahn sagte, dass meine Rezension für ihn Sinn und Verstand gehabt hat. Im Anschluss an die Diskussion konnte ich ihm noch kurz mitteilen, dass das  Buch für mich eine spannende, wenn auch immer mal wieder frustrierende Leseerfahrung gewesen ist. Er wiederum wünschte mir noch schöne Lesestunden nach dem Messetrubel. Er war übrigens erstaunt darüber, tatsächlich auf echte Menschen zu treffen – bei der Ankündigung einer Diskussionsrunde mit Bloggern befürchtete er bereits, vor einem Computer sitzen zu müssen. Ich glaube, wir haben in der letzten Woche bewiesen, dass es uns alle leibhaftig gibt.

Für mich war diese Begegnung einer der schönsten Messemomente und da ihr so sehr mit mir mitgefiebert habt, freue ich mich, euch daran teilhaben zu lassen.