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Alles Abseitige

Bloomsday

In der Literarischen Welt, die der letzten Ausgabe der Welt beilag, gab es unter dem Titel Joyce und ich einen wunderbaren Essay über den Schriftsteller James Joyce – geschrieben von Karl Ove Knausgard. In diesem Jahr ist es bereits 100 Jahre her, dass “Ein Porträt des Künstlers als junger Mann” erschien, für Knausgard ist das Buch aber auch heute noch eines, das eine wichtige Rolle in seinem Leben spielt. Für ihn ist es ein Bildungsroman über Identität und darüber, was uns zu dem formt, was wir sind – ihm zeigte es, was Individualität eigentlich bedeutet.

Joyce und ich

Auch Ulysses, das größte und sicherlich bekannteste Werk von James Joyce, hat Knausgard gelesen … oder, man müsste schon fast sagen, studiert:

Ich las das Buch wie ein Archäologe, der eine Erinnerung an die Vergangenheit ausgräbt, indem er Schicht für Schicht freilegt, Teilchen um Teilchen, und dann versucht, daraus ein sinnvolles Ganzes herzustellen; und die ganze Zeit stand mir meine eigene Unterlegenheit und Begrenzung diesem Werk gegenüber klar vor Augen. 

Karl Ove Knausgards Essay, der von Ulrich Sonnenberg übersetzt wurde und auch auf Englisch bereits in der New York Times erschien, ist eine schöne Erinnerung an einen Schriftsteller, dessen Name mir in meinem Leben zwar immer wieder begegnet ist, den ich bisher aber noch nicht gelesen habe.

Ein schöner Anlass dazu, wäre vielleicht der heutige Tag, also der 16. Juni, an diesem Tag wird nämlich der Bloomsday gefeiert. Der Bloomsday geht auf die literarische Figur Bloom aus Joyce’ Ulysses zurück und ist damit wohl einer der wenigen Feiertage, die sich tatsächlich auf eine literarische Person berufen – wie könnte man diesen Tag also besser zelebrieren, als mit der Lektüre von James Joyce?

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Alternativ könnt ihr an diesem Tag aber auch modemäßig an Joyce erinnern und dunkle Kleidung und einen „Qualitätshu“ tragen – so heißt die Kopfbedeckung im Ulysses, denn Bloom trägt einen „Hu“, weil das „t“ der Aufschrift im Lederband schon abgerieben ist.

Wie auch immer ihr den Bloomsday begehen wollt, für mich war Knausgards Essay eine schöne Erinnerung an einen spannenden Schriftsteller, den ich nun doch unbedingt noch entdecken möchte.

Lebensbücher

Wenn ich eines liebe, dann sind es diese Literaturbeilagen, die regelmäßig den großen Tages- und Wochenzeitungen beiliegen: zu Weihnachten, zu den Buchmessen und natürlich auch zur Sommerzeit. Der neue Literaturspiegel, der der aktuellen Ausgabe des SPIEGELS beiliegt, kommt dieses Mal als Sommerausgabe daher: es werden zehn Schriftsteller und Schriftstellerinnen nach den Büchern ihres Lebens gefragt, nach Büchern, die sie verwandelt, verändert und geprägt haben. Für mich ist so etwas immer eine Einladung, auf Entdeckungsreise zu gehen: ein Buch, das für andere ein Buch des Lebens gewesen ist, das könnte doch auch für mich interessant sein, oder? Es sind Navid Kermani, Elke Heidenreich, Joachim Meyerhoff, Feridun Zaimoglu, Orhan Pamuk, Katja Petrowskaja, Juli Zeh, Saša Stanišić, Eva Menasse und Zeruya Shalev die Auskunft über ihre Lektüre geben. Der schönste Satz, den ich mir in der Beilage angestrichen habe, stammt übrigens von Eva Menasse:

Und all das viele, was man gelesen hat, ist am Ende nur ein Papierschiffchen auf dem Meer des Genialen, Ungelesenen.

Es ist wunderbar durch die Leseempfehlungen der Schriftsteller und Schriftstellerinnen zu blättern, ihrer Begeisterung nachzuspüren und dabei bekannte und noch ganz und gar unbekannte Bücher zu entdecken.

Erwähnung finden unter anderem die folgenden Bücher:

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Navid Kermani empfiehlt Auf der Suche nach der verlorenen Zeit von Marcel Proust, Elke Heidenreich Homer Hickam mit Albert muss nach HauseJoachim Meyerhoff erwähnt Sylvia Plath und ihren Roman Die Glasglocke, Feridun Zaimoglu nennt Hiob von Joseph Roth, von Orhan Pamuk kommen die Tipps Bekenntnisse von Jean-Jacques Rousseau und Die Dämonen von Fjodor Dostojewski, Eva Menasse empfiehlt Zeiten des Aufruhrs von Richard Yates und Tipps für die Wildnis von Margaret Atwood, Katja Petrowskaja weist auf Alice im Wunderland von Lewis Carroll hin, während Juli Zeh gleich mehrere Lieblingsbücher hat (Freiheit von Jonathan Franzen und Unendlicher Spaß von David Foster Wallace). Ach, und von Zeruya Shalev wird Das öde Land von T.S. Eliot als Lebensbuch genannt.

Eine – wie ich finde – tolle und spannende Mischung aus aktuelleren Büchern und Klassikern, einige davon sind direkt auf meine Wunschliste gewandert. Besonders neugierig geworden bin ich auf Albert muss nach Hause. Wenn ich darüber nachdenken würde, welches Buch mein Lebensbuch ist, dann könnte ich mich übrigens nur schwer entscheiden, auch wenn es natürlich einige Bücher gibt, die mich besonders geprägt haben – das sind weniger Neuerscheinungen, sondern eher Bücher, die ich bereits vor vielen Jahren gelesen habe. Ich denke dabei zum Beispiel an Der Fänger im Roggen, vielleicht lieber morgen oder Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander.

Wie ergeht es euch denn: habt ihr Bücher, die ihr als Lebensbücher bezeichnen würdet? Bücher, die euch besonders geprägt haben? Ich bin gespannt! 🙂

Ein Tag bei Suhrkamp

Als ich die Einladung erhalten habe, einen Tag beim Suhrkamp Verlag zu verbringen, da konnte ich nicht nein sagen – zu groß war die Versuchung, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Vergangene Woche war es dann endlich so weit und ich war von Donnerstag bis Freitag in Berlin.

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Mit mir gemeinsam sind vierzehn weitere Blogger nach Berlin gereist, um sich den Verlag mal von innen anzuschauen. Waren die Frauen früher immer in der Mehrheit, war das Geschlechterverhältnis dieses Mal ausgeglichen – es ist schön zu sehen, dass es immer mehr männlichen Bloggernachwuchs gibt. Mit dabei war zum Beispiel Ilja Regier von Muromez, dessen Bericht ihr hier lesen könnt.

Unser Aufenthalt in Berlin startete mit einem Besuch des Deutschen Theaters, dort wurde nämlich der Roman Mittelreich von Josef Bierbichler aufgeführt, der 2011 im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Vorab erhielten wir die Möglichkeit, uns mit Christiane Schneider zu unterhalten, die den Theater Verlag von Suhrkamp leitet und uns ein wenig von ihrer Arbeit berichtete. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich nicht allzu häufig ins Theater gehe, umso schöner war es, durch diesen Besuch wieder einmal an das Erzählen auf der Bühne herangeführt zu werden. Die Umsetzung von Mittelreich – für die übrigens Anna-Sophie Mahler verantwortlich ist – hat auf jeden Fall dazu angeregt, auch mal einen Blick in das Buch zu werfen.

Suhrkamp Begrüßung

Der nächste Tag bot dann ein proppenvolles Programm und einen Schnelldurchlauf durch die Buchproduktion in einem Verlag. Wir haben die Presseabteilung besucht, die daran arbeitet, möglichst viele Titelbesprechungen in die Zeitungen, ins Radio oder ins Fernsehen zu bekommen. Anschließend haben wir einen Abstecher in die Abteilung für Rechte und Lizenzen gemacht – dort hat uns Nora Mercurio Einblicke in ihre Arbeit gewährt. Bei dem Versuch Titellizenzen ins Ausland zu verkaufen,  sind sogenannte sample translations übrigens zu einem der wichtigsten Instrumente geworden. Genauer heißt das, dass zu bestimmten Titeln Probeübersetzungen angefertigt werden, die an die ausländischen Verlage versendet werden – dies dient dazu, den Verlagen einen ersten Einblick in die angebotenen Titel zu gewähren. Anschließend haben wir uns mit der Herstellungsleiterin Alexandra Stender getroffen und es wurde bibliophil: sie hat uns einige ihrer besonders aufwendig gestalteten Bücher präsentiert und es ging um Fadenheftung, Lesebändchen, Vorsatzpapier und die Wahl des passenden Leinens. Die größten Trends in der Herstellung sind momentan übrigens der Farbschnitt, die Klappbroschur und der große Wunsch endlich ein Material zu finden, das nicht schnabelt. Kennt ihr eigentlich den Begriff schnabeln? Ich kannte ihn bis dahin auch nicht, gemeint ist damit, dass der Buchdeckel im Laufe der Zeit an Spannung gewinnt und hochklappt.

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Die Einblicke, die das Lektorat gab – Auskunft gegeben haben Frank Wegner, der für die internationale Literatur zuständig ist, sowie Doris Plöschberger, die für die nationale Literatur verantwortlich ist – waren ebenfalls interessant. Beide berichteten nicht nur über ihre Arbeit, sondern stellten auch die besonderen Highlights des kommendes Programms vor. Wir haben erfahren, dass es in Verlagen immer weniger Zeit für das Lektorat gibt und die Mitarbeiter häufig auch durch Sachzwänge zu Entscheidungen gezwungen werden. Wenn die Herstellung oder aber auch der Verkauf drängen, dann bleibt manchmal keine Zeit für einen weiteren Korrekturdurchgang. Doris Plöschberger hat auch ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert und erzählt, dass sie als Lektorin bei Marion Poschmann und Friederike Mayröcker immer besonders wenig zu tun hat – beide sind akribische Arbeiterinnen.

Auf diese Bücher aus dem Herbstprogramm könnt ihr euch übrigens schon mal besonders freuen:

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Elena Ferrante: Meine geniale Freundin – Callan Wink: Der letzte beste Ort – Nina Weijers: Die Konsequenzen – Anna Kim: Die große Heimkehr – Emma Braslavsky: Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen

Die Einblicke in die Arbeitswelt eines so großen Traditionsverlags waren unheimlich spannend, ich hätte übrigens fast an jeder Ecke ein Foto machen können, da es einfach überall Bücher, Bücher, Bücher gibt. Ich hoffe, mithilfe der Bilder kann ich euch zumindest ein ganz klein bisschen an meinen Eindrücken teilhaben lassen – sozusagen eine virtuelle Verlagsführung.

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20160521_142500Zum Ende des Tages zogen wir noch einmal in die Druckwerkstatt von Erik Spiekermann um. Dort las Emma Braslavsky aus ihrem neuen Roman und machte Lust auf mehr. Insgesamt acht Jahre lang hat sie dafür recherchiert. Der Titel – Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen – ist übrigens ein von ihr selbst übersetztes Zitat von Kurt Vonnegut. Zusätzlich zum Buch wird es auch noch ein Rechercheheft und eine Website geben – so etwas finde ich immer ganz besonders spannend! Als dieser aufregende Tag dann so langsam zu Ende geht, wird mir noch einmal deutlich, wie sehr sich das Standing, der Einfluss und die Wahrnehmung von Literaturblogs in den vergangenen fünf Jahren dann doch verändert hat. Es ist eine Veränderung, die ich mit Spannung verfolge und bei der ich mich hin und wieder frage, wohin sie noch führen wird. Obwohl es immer noch schwer ist, den Einfluss und die Relevanz von Literaturblogs zu messen, sind Verlage immer wieder offen dafür, mit Bloggern zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten. Das freut mich sehr!

Mitgebracht habe ich jedoch nicht nur ganz viele Fotos, sondern auch ein kleines Trostpflaster für all diejenigen, die nicht dabei gewesen sind: unter all denjenigen, die diesen Beitrag bis zum 31.5.2016 kommentieren verlose ich Letztes Lied einer vergangenen Welt von Anthony Marra, die gedruckten Vorschauen und einen Suhrkamp Jutebeutel. Viel Glück!

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Bücher über Bücher – eine Sammlung

Gestern feiern heute am 23. April nicht nur den Tag des Bieres, sondern vor allen Dingen den wunderbaren Welttag des Buches: an diesem Tag wird die Literatur gefeiert und es sollten ganz besonders viele Bücher gekauft und gelesen werden. Dieser Tag fiel übrigens nicht zufällig auf den 23. April, sondern geht zurück auf den Georgstag: laut katalanischer Tradition wurden am Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher verschenkt. Am heutigen Tage soll auch Shakespeare geboren und gestorben sein, auch der Todestag von Miguel de Cervantes und der Geburtstag von Halldor Láxness fallen auf diesen durch und durch literarischen Tag.

“Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermüdendem Lesen.”

Brauchen wir eigentlich wirklich einen Feiertag, der uns daran erinnert, was wir eigentlich sowieso schon am liebsten tun? Bücher kaufen, Bücher lesen, Bücher verschenken – bei mir ist eigentlich jeder Tag ein kleiner Welttag des Buches.

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Für mich ist das Lesen sowohl Rettung als auch Wunder, auch wenn es kitschig klingen mag: ein Leben ohne Bücher kann ich mir schon lange nicht mehr vorstellen. Erst letztens habe ich in der ma vie wieder über die heilsame Kraft des Lesens gelesen und habe mich selbst in dem Artikel wiedererkannt, denn auch auf mich übt das Lesen eine ganz besondere Kraft aus. Schon ein paar Buchseiten am Abend können aus einem schlechten Tag einen etwas besseren Tag machen.

Zur Feier des gestrigen Welttag des Buches habe ich gestern einfach mal durch mein Archiv und ganz viele andere Blogs gestöbert, um euch passend dazu, eine Auswahl an Büchern über Bücher zu empfehlen.

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Tania Schlie: Wo Frauen ihre Bücher schreiben | Stefan Bollmann: Frauen, die lesen, sind gefährlich | Stefan Bollmann: Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug | Stefan Bollmann: Frauen und Bücher | Ruth Klüger: Was Frauen schreiben

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David Wagner: Sich verlieben hilft | Sylvia Beach: Shakespeare and Company | Ella Berthoud & Susan Elderkin: Die Romantheraphie | Andrea Gerk: Lesen als Medizin | Helene Hanff: 84 Charing Cross Road

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Petra Hartlieb: Meine wundervolle Buchhandlung | Nina Sankovitch: Tolstoi und der lila Sessel | Markus Gasser: Das Buch der Bücher für die Insel | Penelope Fitzgerald: Die Buchhandlung | Carlos María Domínguez: Das PapierhausPicMonkey Collage11

Christopher Morley: Das Haus der vergessenen Bücher | Alberto Manguel: Tagebuch eines Leser | Sasha Abramsky: Das Haus der zwanzigtausend Bücher | Quint Buchholz: Im Land der Bücher | Robin Sloan: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra

Vielleicht entdeckt ihr darunter noch das eine oder andere Buch, das ihr noch nicht kennt. Ich muss gestehen, dass ich eine große Schwäche für Bücher über Bücher habe und wäre deshalb natürlich sehr gespannt auf Tipps & Empfehlungen von euch! Welche Bücher über Bücher habt ihr schon gelesen?

Ansonsten bleibt mir nur noch übrig euch auch weiterhin einen wunderbaren Sonntag zu wünschen – den Welttag des Buches habt ihr hoffentlich ausgiebig gefeiert!

Lesen statt putzen

Auf meinen sozialen Kanälen habe ich euch kürzlich davon erzählt, dass ich auf der Leipziger Buchmesse mein neues Lebensmotto gefunden habe: ich trug eine Tasche mit der Aufschrift “Lesen statt putzen” nach Hause. Als ich sie am Stand des Argument Verlags entdeckte, dachte ich, dass es doch keine passendere Tasche für mich geben könnte.

Da ihr alle genauso begeistert von der Tasche wart wie ich, habe ich beim Verlag angefragt, ob es möglich wäre, ein paar davon an meine Leser zu verlosen und schwupps hatte ich einen Stapel davon zu Hause!
Fotor_146019287765914 (1)Hinterlasst mir einfach bis zum 15.4.2016 einen Kommentar und verratet mir, ob “Lesen statt putzen” auch euer Lebensmotto ist – und schon habt ihr die Chance darauf, eine der sechs Taschen zu gewinnen. Ihr könnt mir alternativ natürlich auch eine E-Mail an mara.giese@buzzaldrins.de schreiben.

Ich wünsche euch viel Glück und noch ein wunderbares Wochenende! 🙂

John Irving: Literatur als Medizin

Auf den sozialen Netzwerken hat der Diogenes Verlag kürzlich dazu aufgerufen, unter dem Hashtag #warmlesen zu erzählen, welches das Lieblingsbuch von John Irving ist und Fotos davon auf Instagram, Twitter oder Facebook zu posten. Was für eine schöne Idee!

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Auch auf meinem Blog geht es heute noch einmal um John Irving. Ich habe in den vergangenen Wochen bereits mehrmals über meine Begeisterung für diesen Schriftsteller geschrieben. Zuletzt gab es hier eine Empfehlung für Das Hotel New Hampshire und Witwe für ein Jahr.  Meine Begeisterung für John Irving ist im vergangenen Jahr noch einmal so richtig entflammt. Kennengelernt habe ich ihn vor mehr als zehn Jahren mit seinem Roman Garp und wie er die Welt sah. Danach wollte ich, aus lauter Angst, dass kein anderes Buch von ihm an Garp heranreichen könnte, erst einmal lange keinen weiteren Irving lesen. Im vergangenen Jahr habe ich ihn und seine Bücher dann wieder entdeckt. Vor allen Dingen habe ich auch die Wirkung seiner Bücher wiederentdeckt: für mich wirkt ein Buch von  John Irving wie gute Medizin. Es kann Trost spenden, Kraft geben und mich für ein paar Tage in eine völlig fremde Welt entführen.  41rJ4ZbrbnL

In zwei Wochen erscheint mit Straße der Wunder nun endlich ein neuer Roman von John Irving – ich bin schon jetzt sehr gespannt darauf. Zusammen mit dem Diogenes Verlag habe ich mir aus diesem Grund etwas ganz Besonderes für euch ausgedacht: verratet mir in den Kommentaren einfach euer Lieblingsbuch von John Irving und das Buch von ihm, das ihr schon immer einmal lesen wolltet – schon seid ihr im Lostopf und habt die Chance, ein Exemplar seines neuen Romans sowie einen Wunsch-Irving zu gewinnen. Ein reizvolles Angebot, oder habt ihr etwa schon alles von John Irving gelesen?

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Hinterlasst mir einfach bis zum 19.3.2016 einen Kommentar und verratet mir euren Lieblingsirving und euren Wunschirving – und schon habt ihr die Chance darauf, zu gewinnen. Ihr könnt mir alternativ natürlich auch eine E-Mail an mara.giese@buzzaldrins.de schreiben.

Gelesene Urlaubsbücher

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Im vergangenen Jahr habe ich einen Artikel über all meine Ungelesenen Urlaubsbücher geschrieben. Über all die Bücher, die ich im Koffer auf die Insel schleppte, nur um sie eine Woche später ungelesen wieder zurückzutragen. Zu viel gab es damals gemeinsam mit Bandit zu erleben, zu wenig Zeit blieb dafür, die Urlaubslektüre zu lesen.

In diesem Jahr ist alles anders gewesen. Der Inselurlaub war schon lange gebucht und ich habe damals keinen Gedanken daran verschwendet, diese Reise möglicherweise ohne Bandit antreten zu müssen. Doch dann ist es genauso gekommen: mit ganz viel Büchern und einem riesigen Trauerkloß im Gepäck habe ich den Jahreswechsel auf Amrum verbracht.

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Ein Teil der Urlaubsbücher, die mit auf die Insel gekommen sind …

Natürlich habe ich auch in diesem Jahr nicht alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe – ich habe wiedermal maßlos viel eingepackt. Wenn es um meinen Lesevorrat geht, überfällt mich immer wieder eine unbändige Gier und die irrationale Angst, der Lesestoff könnte mir ausgehen. Ihr kennt das wahrscheinlich auch, oder? Ich hoffe wirklich inständig darauf, nicht alleine damit zu sein. Gelesen habe ich dann aber doch so einiges und ich hoffe darauf, euch einige der Bücher in den nächsten Wochen ausführlich vorstellen zu können. Aber nun schon mal zu meiner Lesebeute in aller Kürze:

Träumen – Karl Ove Kn042_87414_158684_xxlausgard

Träumen ist der fünfte Band von Knausgards biographischem Projekt und ich habe das Gefühl, dass der norwegische Autor noch nie so umstritten gewesen ist, wie im vergangenen Winter. Knausgard schreibt mit großer Gelassenheit über all die Ängste und Selbstzweifel, die ihn sein ganzes Leben lang verfolgt haben. Beim Lesen stelle ich mir gar nicht die Frage, ob das nun große Literatur sei, sondern verschlinge das Buch einfach – es rührt und berührt mich einfach und sollte das nicht die Hauptsache sein?


978-3-498-06440-2Dankbarkeit – Oliver Sacks

Von Oliver Sacks habe ich vergangenen Jahr bereits seine sehr anregende und berührende Autobiographie On the move gelesen. In Dankbarkeit sind die letzten Essays versammelt, die der schwerkranke Oliver Sacks vor seinem Tod geschrieben hat. Das Buch ist sehr schmal, doch dem Autor gelingt es auch auf wenigen Seiten Einblicke in seine Gedankenwelt zu geben: Lebensfreude und Dankbarkeit stehen dabei im Vordergrund, genauso wie seine Arbeit, die er ein Leben lang geliebt hat. Ich glaube, ich werde für eine ganze Weile nicht anderes mehr verschenken, als dieses schmale Büchlein.


51DWSJubRCL._SX317_BO1,204,203,200_Euphoria – Lily King

In Euphoria verwebt Lily King ganz wunderbar Wirklichkeit und Fiktion: sie schreibt über eine Forschungsreise im Jahr 1932 und über das brisante Dreiecksverhältnis von Schuyler Fenwick, Elinor Stone und Andrew Bankston. Mit großer Begeisterung habe ich dieses Buch gelesen, das für mich weit mehr als ein Liebesroman gewesen ist – nebenbei werden auch interessante Einblicke in die Arbeit von Anthropologen gegeben. Inspiration hat Lily King dabei  übrigens die Lebensgeschichte von Margaret Mead gegeben.


Macdonald-HabichtH wie Habicht – Helen Macdonald

Helen Macdonald erzählt in H wie Habicht gleich mehrere Geschichten in einer: es ist zum einen eine Art Sachbuch über die Aufzucht eines Habichts, zum anderen ist es aber auch eine Geschichte von Verlust und Trauer. Erst als Helen ihren Vater verliert, entscheidet sie sich dazu, den Habicht Mabel abzurichten – die Arbeit mit Mabel hilft ihr dabei, einen Zugang zu ihrer eigenen Trauer zu finden. Für mich ist H wie Habicht ein wunderbar poetisches, großartig erzähltes Buch, aus dem ich ganz viel gelernt habe.


277a613aeff3e97cThe Art of Asking – Amanda Palmer

Seit ich den TED Talk von Amanda Palmer gesehen habe, wusste ich, dass ich auch dieses Buch von ihr lesen muss. Das Buch ist eine großartige Anleitung für alle Künstler und Freischaffende, die sich mit der Frage beschäftigen, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Ich habe gelernt, dass es darum geht, in den richtigen Momenten um Hilfe zu bitten und vertrauen in die eigenen Ideen zu haben.


41eRPkJOHsL._SX312_BO1,204,203,200_Das Hotel New Hampshire – John Irving

“Kummer schwimmt immer oben” und “Bleib weg von offenen Fenstern” sind wohl zwei Sätze, die ich nie wieder vergessen werde. John Irving erzählt in diesem Roman eine wunderbar lebenspralle Geschichte, die alles hat, was eine gute Geschichte braucht: es ist ein Roman voll von Bären und schöner Sätze und es ist ganz sicherlich nicht das letzte Buch, das ich von John Irving gelesen habe.


Ich hatte trotz allem also einen ganz wunderbaren Leseurlaub und hoffe darauf, euch bald auch noch etwas ausführlicher von meinen aufgespürten Leseperlen erzählen zu können.

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