5 Fragen an Sibylle Berg!

© Katharina Lütscher

© Katharina Lütscher

Sibylle Berg, die heutzutage in der Schweiz lebt, ist Schriftstellerin und Dramatikerin. Sie schreibt Romane, aber auch Theaterstücke, Essays und Kolumnen, z.B. für Die Zeit oder bei Spiegel Online. Sibylle Berg ist in den sozialen Netzwerken sehr aktiv, man findet sie auf Facebook und Twitter. 2009 erschien von ihr im Hanser Verlag “Der Mann schläft” und in diesem Jahr “Vielen Dank für das Leben”, ein Roman, der mich sehr tief berührt und begeistert hat. Um so mehr freue ich mich, dass Sibylle Berg bereit dazu war, meine fünf Fragen zu beantworten.

1.) Warum wollten Sie Schriftstellerin werden?

Ich wollte nicht Schriftstellerin werden, ich wollte nur keinen anderen Beruf als alleine zu Hause zu sitzen, und möglichst gute Bücher zu
schreiben.

2.) Gibt es einen Schriftsteller oder einen Künstler, der Sie auf Ihrem Weg besonders inspiriert hat?

Zu jeder Phase einen anderen. Sophie Calle, Phillip Djian, Anselm Kiefer, Michael Haneke sind ein paar. Am meisten inspirieren mich Künstler aus anderen Bereichen, sprich–der bildenden und der Filmkunst

3.) Wann und wo schreiben Sie am liebsten?

Ich arbeite ausschliesslich im Bett, und das den ganzen Tag. Die Frage nach Liebsten stellt sich mIr eigentlich nicht. Ich arbeite eben, wie die meisten anderen Menschen auch.

4.) Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Belletristik lange nicht mehr. Caroline Emcke war das letzte Buch. Wie wir begehren. Grossartig und vom Thema recht nah an meinem letzten Buch

5.) Was würden Sie einem jungen Schriftsteller raten?

Such dir einen Job, mit dem du das schreiben finazieren kannst. Und habe mindestens zehn Jahre Geduld.

Herzlichen Dank an Sibylle Berg für die Beantwortung meiner Fragen!

28 Comments

  • Reply
    Markus Rybacki
    August 12, 2012 at 5:55 pm

    Sie arbeitet ausschließlich im Bett… interessant wäre die Frage nach dem Schlafplatz gewesen. 😉

    Diese 5-Fragen-Interviews finde ich übrigens toll!

  • Reply
    buzzaldrinsblog
    August 13, 2012 at 11:48 am

    Hallo Markus,

    danke für deinen lieben Kommentar und deine Begeisterung für die kurzen 5-Fragen-Interviews! Diese Interviews zu machen, war vor beinahe zwei Monaten ja eine mehr oder weniger spontante Idee, verknüpft mit der vagen Hoffnung, ein paar mehr Schriftsteller von der Teilnahme daran zu überzeugen. Ich freue mich sehr über die Bereitschaft von den Autoren, mich dabei zu unterstützen!

    Ausschließlich im Bett zu arbeiten hört sich nett an (würde ich ab und an auch gerne tun!) und die Frage nach dem Schlafplatz wäre sicherlich interessant gewesen. 😉

    Liebe Grüße
    Mara

  • Reply
    caterina
    August 13, 2012 at 12:20 pm

    Du weißt ja, wie sehr ich Frau Berg – ihren Zynismus, ihre geistreichen Texte – schätze, darum freue ich mich umso mehr, dass du sie für deine kleine Interview-Reihe hast gewinnen können. Schön!

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      August 14, 2012 at 10:16 am

      Liebe Caterina,
      ich freue mich sehr, dir mit dem kleinen Interview mit Frau Berg eine Freude gemacht zu haben! Ich kannte von ihr vorher nur “Der Mann schläft”, was ich sehr gerne gelesen habe. Sibylle Berg hat wirklich eine ganz besondere Art und Weise zu schreiben und die Welt zu betrachten. Ach und sie hat mich auf eine tolle Idee gebracht, bezüglich des Titels für meine “5 Fragen Kategorie”. Ihr Interview mit mir hat sie heute auf Facebook unter dem Titel “Astronautengespräch” geteilt … das gefällt. 🙂

  • Reply
    scarlett
    August 13, 2012 at 2:25 pm

    Im Bett zu arbeiten hört sich wirklich toll an. Manchmal versuche ich das auch, mit meist sehr ernüchternden Resultaten. 😉

    Interessantes Interview!

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      August 14, 2012 at 10:22 am

      Ja, liebe Scarlett, meine Resultate wäre wohl eher auch ernüchternd. Ich muss mich schon an den Schreibtisch setzen, um ins Arbeiten zu kommen … 😉

      Danke für deinen Kommentar und ich freue mich, dass das Interview dir gefallen hat!

  • Reply
    haushundhirschblog
    August 13, 2012 at 6:59 pm

    Ach, klasse! Schätze ihre Arbeit sehr und freue mich für Dich und für uns, dass sie Dir dieses Interview gab.

    mb

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      August 14, 2012 at 10:25 am

      Lieber haushundhirschblog,
      ich freue mich auch sehr und danke dir für deinen lieben Kommentar! 🙂

  • Reply
    Petra Gust-Kazakos
    August 14, 2012 at 1:58 pm

    Wirklich eine schöne Idee, die 5 Fragen, und sehr erfreulich, dass Frau Berg mitgemacht hat. Danke : )

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      August 14, 2012 at 3:15 pm

      Bitte, liebe Petra! Ich bin ganz begeistert und die Resonanz die Frau Berg auf meinem Blog ausgelöst hat! 🙂

  • Reply
    Markus Rybacki
    August 14, 2012 at 8:13 pm

    In den nächsten Tage stelle ich Dir (Mara) mal 5 Fragen, okay? 🙂

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      August 15, 2012 at 11:54 am

      Oh, okay! 😉 Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich so pfiffige und interessante Antworten geben kann, wie meine Interviewpartner.

  • Reply
    Markus Rybacki
    August 14, 2012 at 8:15 pm

    Ich kaufe noch ein “n”, das bitte nach “Tage” angefügt werden darf… 🙂

  • Reply
    Markus Rybacki
    August 15, 2012 at 2:57 pm

    Okay… 🙂
    Hier die 5 Fragen an Mara:

    1. Wann und wo liest Du am liebsten?
    2. Was empfiehlst Du Personen, die nur wenig Zeit zum Lesen haben?
    3. Wenn Du ein Buch wärst, welche Geschichte würdest Du erzählen?
    4. Magst Du E-Books?
    5. Was machst Du, wenn mal kein Buch in der Nähe ist?

    Danke! 🙂

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      August 16, 2012 at 4:29 pm

      Okay … hier nun meine Antworten. 🙂

      1. Wann: immer! Ich habe immer ein Buch dabei und sobald sich die Gelegenheit ergibt, ziehe ich es aus der Tasche und lese: im Wartezimmer, im Bus, in der Mittagspause. Am liebsten lese ich aber zu Hause in meiner kleinen Bibliothek. Dort habe ich mittendrin zwischen den Büchern einen schönen und bequemen Poäng stehen und kann meine Lektüre immer sehr genießen. Wobei es mir schon fast egal ist, wo ich lese, solange mein Hund Bandit irgendwo in meiner Nähe ist.
      2. Nehmt euch mehr Zeit! Ich kann immer nicht verstehen, wie man keine Zeit haben kann zum Lesen, wobei ich auch zugeben muss, dass ich noch mehr Zeit habe, seitdem ich keinen Fernseher mehr habe. Das reduziert einfach mögliche Ablenkung. Wer wenig Zeit hat, dem würde ich schmale Bücher empfehlen, die man auch nebenbei lesen kann. Spontan fallen mir “Ich nannte ihn Krawatte” ein oder auch “Nathalie küsst” und natürlich “Das Schicksal ist ein mieser Verräter”. Wenn man damit anfängt, muss man sich einfach Zeit zum Lesen nehmen.
      3. Über diese Frage muss ich nicht lange nachdenken. Wenn ich ein Buch wäre, würde ich die Geschichte meines Hundes Bandit erzählen, der vor beinahe genau zwei Jahren einen fürchterlichen Unfall hatte und sehr lange kaum noch laufen konnte. Er musste zwei mal operiert werden, unterschiedliche Bandagen und Verbände tragen, Physiotherapie auf dem Unterwasserlaufband machen und hat doch nie seine Lebenslust und Lebensfreunde verloren. Seine Geschichte würde den Titel “Das Leben gibt dir Zitronen, mach Limonade draus” tragen, weil dieser Spruch perfekt Bandits Charakter beschreibt.
      4. Ich habe zwar einen E-Book-Reader, habe aber bisher noch kein Buch darauf gelesen. Ich muss ein Buch einfach in der Hand halten, die Seiten fühlen, das Papier riechen und es anschließend zwischen meinen anderen Büchern im Regal stehen haben, um es wirklich genießen zu können.
      5. Wenn mal kein Buch in der Nähe ist, mache ich am liebsten etwas mit meinem Hund Bandit oder entdecke die Welt mit meiner Kamera. Da Bandit ein tolles Fotomotiv ist, kann man beides auch ganz toll miteinander verbinden!

  • Reply
    Markus Rybacki
    August 16, 2012 at 4:47 pm

    Herzlichen Dank an Mara für die Beantwortung meiner Fragen! 🙂

    Anmerkung der Redaktion: tolle Antworten!!!

    • Reply
      caterina
      August 20, 2012 at 11:03 am

      Ja, in der Tat: wirklich schöne Antworten. Und Kompliment auch an den Interviewer für diese Idee, die Interviewerin zu interviewen! 😉

      • Reply
        Markus Rybacki
        August 20, 2012 at 11:55 am

        Danke fürs Kompliment. Freut mich, dass die Idee gut ankommt. 🙂

        Vielleicht interviewe ich Dich (caterina) ja auch bald? Wer weiß… 😉

      • Reply
        caterina
        August 20, 2012 at 11:57 am

        Jawoll, ich wäre dabei 🙂

      • Reply
        Markus Rybacki
        August 20, 2012 at 12:25 pm

        Okay… Du hast es nicht anders gewollt! 😉

        Hier nun 9 Fragen an caterina:

        1. Wann und wo liest Du am liebsten?
        2. Was empfiehlst Du Personen, die nur wenig Zeit zum Lesen haben?
        3. Wenn Du ein Buch wärst, welche Geschichte würdest Du erzählen?
        4. Wenn Du ein Buch wärst, welche Farbe hättest Du?
        5. Welche Eissorte magst Du am liebsten?
        6. Magst Du E-Books?
        7. Was machst Du, wenn mal kein Buch in der Nähe ist?
        8. Was kostet der Liter Super aktuell an der Tankstelle Deines Vertrauens?
        9. Wann jagst Du Deine “Freundschaftsanfrage” bei facebook los? 😉

        Danke! 🙂

      • Reply
        caterina
        August 20, 2012 at 12:42 pm

        Haha, sehr amüsant! Für die Antworten nehme ich mir etwas mehr Zeit, ich bitte also um Geduld 🙂

    • Reply
      caterina
      August 20, 2012 at 6:20 pm

      Vorab: Es ist wahnsinnig heiß, und mein Gehirn ist nur bedingt einsatzfähig, darum werden meine Antworten nur mäßig geistreich ausfallen.

      1. Ich bin ein herkömmlicher und leidenschaftlicher Im-Bett-vorm-Schlafen-Leser, was daran liegt, dass ich zum einen über den Tag wenig Zeit zum (privaten) Lesen habe und dass ich zum anderen in einer WG lebe und mein Zimmer über keine andere bequeme Leseecke als das Bett verfügt. Auch sehr gerne: öffentliche Verkehrsmittel. Im Sommer auch mal draußen im Park oder am Flussufer, aber eher selten, da ich mich dort zu leicht ablenken lasse.
      2. Ich gehöre selbst zu den Personen, die zu wenig Zeit zum Lesen haben, kann also keine Empfehlen, sondern höchstens Mahnungen an mich selbst aussprechen. Zwar lese ich berufsbedingt viel, aber “privat” eben doch (fast) nur abends – das gilt auch fürs Wochenende. Irgendwie habe ich diesbezüglich ein schlechtes Zeitmanagement bzw. zu viele Ideen/Projekte/Interessen jenseits des Lesens, denen ich mich widme.
      3. Schwierige Frage. Ich bin kein sehr fantasievoller Mensch, könnte mir also keine Geschichte ausdenken, die nicht irgendwas mit meinem Leben oder dem Leben der Menschen, die mich umgeben, zu tun hat. Und mein Leben ist nicht spannend genug, darüber ein Buch zu schreiben. Am ehesten: meine Erfahrungen als Deutsche in Italien, à la Jan Weiler, Maria, ihm schmeckt’s nicht, aber das ist ja mittlerweile ein recht ausgelutschtes Thema.
      4. Grün oder Blau. Aber nichts Strahlendes, sondern mit Grau vermischt. Stahlblau zum Beispiel ist eine tolle Farbe.
      5. Alle Eissorten, die in die Richtung Schoko, Nuss oder Nougat gehen. Frucht nur, wenn es sehr warm ist und ich sehr durstig bin.
      6. “Mögen” tue ich E-Books nicht, aber in meinem Beruf habe ich damit zu tun, und ich verdamme sie nicht. Sie sind inzwischen ein fester Bestandteil des Marktes, man muss sich zwangsweise mit ihnen auseinandersetzen. Meine privaten Lektüren kaufe ich dennoch nach wie vor als gedrucktes Buch, auch wenn der Faktor Platzsparen nicht ganz von der Hand zu weisen ist.
      7. Wie gesagt, ich lese nicht so viel, wie man es von einer Literaturbloggerin erwarten würde. Ich verwende viel Zeit für mein Blog auf, aber das liegt einzig und allein daran, dass ich so schrecklich langsam schreibe und so hoffnungslos perfektionistisch bin. Aber abgesehen davon: Ich reise und spaziere gerne durch die Weltgeschichte und halte sie fotografisch auf Amateurniveau fest.
      8. Die Frage kann ich dir leider nicht beantworten, da ich keine Autofahrerin bin und somit nicht auf Benzinpreise achte.
      9. Jetzt.

      • Reply
        Markus Rybacki
        August 20, 2012 at 6:39 pm

        Herzlichen Dank an caterina für die Beantwortung meiner Fragen! 🙂

        Anmerkung der Redaktion: ebenfalls tolle Antworten!!!

      • Reply
        buzzaldrinsblog
        August 20, 2012 at 8:05 pm

        Das sind tolle Antworten, liebe Caterina und tolle Fragen, lieber Markus! Bei dieser Hitze – bei der sich mein Gehirn übrigens auch ganz matschig anfühlt – wäre ich, glaube ich, nicht in der Lage gewesen, mir so nette Antworten auszudenken. Ich habe sie mit großem Interesse gelesen! 🙂

        Ich fände es sehr interessant, wenn du auf diesem Weg noch einige andere Blogger interviewen würdest, lieber Markus! 🙂

  • Reply
    Konstantin Seefeldt (@koysino)
    August 17, 2012 at 6:51 am

    Ach ich möchte deine Interviewreihe lobend erwähnen. Noch lese ich zu wenig deutsche Autoren, als dass sich das bei uns anbieten würde, aber das kann sich ja – auch dank dir – auch ändern. Vor allem der neue Roman von Frau Berg, der hier bereits liegt, reizt mich sehr und ich freue mich darauf. Mir hat die erste Antwort am besten gefallen, sie passt so gut zu ihr… Liebe Grüße!

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      August 17, 2012 at 9:48 am

      Hallo Konstantin,
      danke für deinen Besuch bei mir und deinen Kommentar – ich habe mich sehr gefreut. Ich habe bisher auch immer nicht viel deutsche Literatur gelesen, dieses Jahr hat sich das dann aber schlagartig geändert. Es gibt einige sehr spannende junge deutsche literarische stimmen zu entdecken im Moment. Gerade gestern Abend habe ich Vea Kaisers Blasmusikpop ausgelesen, ein grandioser Roman. Ich bin schon sehr gespannt, wie dir das Buch von Frau Berg gefallen wird!

  • Reply
    LarasWelt
    August 23, 2015 at 8:20 am

    Sybille Berg kenne ich von Spiegel Online. Interessant, dass sie auch Romane schreibt. Schönes Interview!

    • Reply
      Mara
      August 23, 2015 at 11:25 am

      Liebe Lara,

      danke dir für deinen Besuch – Sibylle Berg hat tatsächlich einige schöne Bücher geschrieben. “Vielen Dank für das Leben” gibt es mittlerweile auch schon als Taschenbuch. Da kannst du auf jeden Fall einiges entdecken.

      Liebe Grüße
      Mara

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