Zwanzig unter vierzig

“Ihre Romane, Erzählungen, Liedtexte und Gedichte vermessen die Welt für uns.”

In einem Literatur Spezial hat die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung heute eine Liste der besten jungen deutschsprachigen Schriftsteller von heute veröffentlicht: zwanzig unter vierzig. Entstanden ist die Liste in Anlehnung an die vom New Yorker zuletzt im Jahr 2010 aufgestellte Liste “20 under 40”. Diese Liste hatte ich bereits vor einigen Monaten hier vorgestellt.

Die Jury, die sich für die besten zwanzig Schriftsteller unter vierzig Jahren entschieden hat, setzt sich aus den Kritikern des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zusammen und die Kriterien waren denkbar einfach:

“Von welchen jungen Autoren wollen wir in Zukunft so viel wie möglich hören und lesen? Und welche Bücher der jüngeren Vergangenheit haben uns so erschüttert, beeindruckt und getroffen, dass sie nicht verschwinden werden? Nicht aus unseren Köpfen und nicht aus den Regalen der Buchhandlungen. Welche Bücher der Gegenwart erzählen von unserer Zeit auf leuchtende, besondere, auf einmalige Weise, welche weisen, übe unsere Gegenwart hinaus?”

Hier sind die Schriftsteller, die es unter die Top 20 geschafft haben:

  • Daniel Kehlmann
  • Alina Bronsky
  • Antje Wagner
  • Clemens J. Setz
  • Benjamin Maack
  • Helene Hegemann
  • Lisa-Marie Dickreiter
  • Andreas Stichmann
  • Thomas Pletzinger
  • Thomas Glavinic
  • Nora Bossong
  • Thomas Melle
  • Annika Scheffel
  • Uljana Wolf
  • Benjamin von Stuckrad-Barre
  • Reinhard Kaiser-Mühlenecker
  • Judith Schalansky
  • Clemens Meyer
  • Maxim Drüner
  • Kevin Kuhn

Die Liste ist eine bunte Mischung aus bereits etablierten Schriftstellern wie Daniel Kehlmann und Clemens Setz und aus unbekannteren Namen, deren größter Erfolg möglicherweise noch bevorsteht. Unter den zwanzig Namen befindet sich auch einer, der gar kein Schriftsteller ist, sondern Rapper: der 28-jährige Maxim Drüner ist Mitglied der Hip-Hop-Gruppe K.I.Z.

“Es geht um die besten jungen Schriftsteller, die wir haben. Um eine Linie, die vielleicht ganz anders verläuft, als wir bislang dachten. Eine Linie, die es vielleicht gar nicht gibt.” 

Ich bin erstaunt, dass ich – obwohl ich geglaubt hatte mich in der deutschsprachigen Literatur ganz gut aus zu kennen – viele Namen und Autoren noch gar nicht kenne: von Uljana Wolf, Antje Wagner oder Annika Scheffel hatte ich zuvor noch nicht gehört. Gelesen habe ich den Roman von Kevin Kuhn, “Axoltl Roadkill” von Helene Hegemann (großartig!), “Scherbenpark” von Alina Bronsky und “Vom Atmen unter Wasser” von Lisa-Marie Dickreiter. Auf der Liste fehlt mir natürlich die großartige Vea Kaiser – die ich schmerzlich unter den Top 20 vermisse!

Wie gefällt euch die Liste? Was denkt ihr über die Schriftsteller, die es unter die Top 20 geschafft haben? Welche von ihnen habt ihr bereits gelesen? Geht es euch genauso wie mir und fehlen euch bestimmte Namen auf der Liste?

27 Comments

  • Reply
    Klappentexterin
    October 7, 2012 at 7:58 pm

    Liebe Mara,

    weißt du, wen ich schmerzlich vermisse? Benedict Wells, Astrid Rosenfeld, Pia Ziefle, Marica Bodrožić und Milena Michiko Flašar!! Oder habe ich sie auf die Schnelle einfach überlesen? Mit Helene Hegemann konnte ich gar nichts anfangen, begeistert haben mich hingegen Clemens Meyer (Immer wieder!) und Alina Bronsky mochte ich auch, aber den Großteil kenne ich nicht, bzw. habe nichts von ihnen gelesen. Schade, dass obige fehlen, wirklich sehr schade, dass ich mich für diese Liste nicht groß begeistern kann. Glückwunsch an die, die es auf die Liste geschafft haben.

    Herzlichst,

    Klappentexterin

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 7, 2012 at 8:19 pm

      Liebe Klappentexterin,

      ich kann deine “Frustration” sehr gut nachvollziehen. Überlesen hast du die jeweiligen Namen nicht, auch mir haben die, die du nennst, sehr gefehlt. Vor allem Pia auch Ziefle, schön, dass du sie erwähnst.
      Ich muss gestehen, dass mich die Liste auch nicht großartig begeistern konnte. Für diejenigen die drauf stehen, freut es mich natürlich – vor allem für Kevin Kuhn, aber vor allem auch für Lisa-Marie Dickreiter (wenn du ihren großartigen Roman, der mit Andrea Sawatzki verfilmt wurde noch nicht kennst, kann ich ihn dir nur empfehlen). Aber es gibt zu viele Namen, die mir wichtig wären und die einfach fehlen.

      Von Benjamin von Stuckrad-Barre habe ich nur ein Buch gelesen, bei dem ich mich anschließend über jeden Euro geärgert habe, den ich dafür ausgegeben hatte. Er hat auch schon lange nichts mehr veröffentlicht. Noch mehr geärgert habe ich mich aber über die Nennung von Maxim Drüner, einem Rapper. Es gibt großartige Songwriter und diese in eine solche Liste mit ein zu beziehen, ist eine schöne Idee – ich hätte mich nur für jemanden anderen entschieden.

      Bei Listen gibt es wahrscheinlich immer das Problem, dass eine Jury eine Auswahl treffen muss, die nie alle zufrieden stellen kann – mit diesem Kanon kann ich persönlich aber einfach nicht viel anfangen.

      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    flattersatz
    October 8, 2012 at 3:51 am

    solche listen sind immer ein ausbund an willkürlicher entscheidung.. natürlich hat klappentexterin recht, es gäbe sicher die möglichkeit, unter demselben titel eine liste mit anderen autoren zu machen…

    von den top 20 kenn ich antje wagner (habe von ihr ja auch schon mehrere bücher besprochen), hegemann (lesen und vergessen war eins…) und dickreiter, die mich durchaus beeindruckt hat. kehlmann.. ok, den kenn auch, hätt´ ich fast übersehen. gemieden habe ich bis jetzt (und werde das weiter so halten) stuckrad-barre, die anderen autoren sind mir unbekannt.

    um die liste wirklich beurteilen zu können, müsste ich den artikel dazu lesen, vllt steht da ja was über ziel und sinn drin, über die fragestellung, das allgemein-politische… 😉

    ist immer wieder ein nettes spiel, solche listen, obwohl die wirkung nicht zu unterschätzen ist und es daher auch gut von der redaktion überlegt sein sollte, wen man drauf setzt und warum auch nicht….

    lg
    fs

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 8, 2012 at 6:58 pm

      Natürlich sind solche Listen immer das Resultat willkürlicher Entscheidungen von – wahrscheinlich – einer recht überschaubaren Personenzahl. Wahrscheinlich würde jeder von uns Bloggern bereits eine etwas andere Liste erstellen. Im Grunde profilieren sich die Listenersteller mit den Listen selbst, da sie entscheiden wer wichtig ist, wer eindrucksvoll ist. Uns bleibt natürlich trotzdem noch die Entscheidung, da nicht mitzumachen. 😉

      Antje Wagner kenne ich noch gar nicht (Schande!). Kannst du mir etwas zum Einstieg besonders empfehlen? Ich freue mich übrigens, dass dich Dickreiter beeindruckt hat. Kennst du auch den Film zum Buch? (Sehr sehenswert!) Stuckrad-Barre hat in meinen Augen seinen Zenit überschritten, aber vielleicht überrascht er mich ja noch mal.

      Den Artikel zur Liste habe ich versucht so weit es geht zusammenzufassen, im Grund geht es ja scheinbar nicht allein um die besten Schriftsteller, sondern um Bücher, die die Jury so erschüttert, beeindruckt und getroffen haben … das ist natürlich höchst subjektiv was einen trifft, beeindruckt und erschüttert.

      Listen und die ganze Aufregung drum rum, faszinieren mich einfach und ich freue mich über die vielen Kommentare und Rückmeldungen dazu! So oft wie mein Blog heute angeklickt wurde zu diesem Thema, scheint dies bei vielen Menschen und Lesern doch Interesse zu wecken … 🙂

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        flattersatz
        October 9, 2012 at 8:50 am

        natürlich, liebe mara, listen geben immer diskussionsstoff und so werden auch die noch in´s rennen befördert, die garnicht drauf stehen… gut so!

        von wagner.. man muss wissen, sie wird vom verlag als jugendbuchautorin aufgebaut, schreibt also für dieses publikum bzw. für junge erwachsene: eine relativ einfach strukturierte sprache, klar und verständlich. trotzdem versteht sie es, spannung aufzubauen und hat keine scheu, fragen oder nicht erklärtes auch mal offen zu lassen, sprich: manchmal geht der inhalt ins mystische, interpretier- und deutbare über… schattengesicht würde ich dir empfehlen, dieser roman zählt wohl eher zu den “all-age”-titeln, aber auch “unland” oder der neueste titel: “vakuum” sind spannend.

        ja, dickreiter hat mich damals beeindruckt, ihre leise, eindringliche sprache….

        lg
        fs

        • Reply
          buzzaldrinsblog
          October 9, 2012 at 5:14 pm

          Lieber Flattersatz,

          das Etikett Jugendbuch schreckt mich nicht ab. Ich habe bereits einige tolle Jugendbücher gelesen, auch noch als Erwachsene, wobei ich zugeben muss, nicht viele deutsche Jugendbuchliteratur zu kennen. Ich habe mir die Kurzbeschreibungen von Antje Wagners Titeln angeschaut, genauso wie deine Rezension und mich spricht wohl am ehesten “Schattengesicht” an, die anderen Titel gehen für mein Empfinden doch etwas stark in eine mystische Richtung, ich befürchte, dass mir das nicht ganz so gut gefallen könnte.

          Danke auch für den Link zu deiner Besprechung von Lisa-Marie Dickreiter. Auch mich hat ihr Roman damals sehr beeindruckt und ich freue mich darüber, dass sie bereits an ihren zweiten Roman sitzt im Moment!

          Viele Grüße 🙂
          Mara

  • Reply
    Petra Gust-Kazakos
    October 8, 2012 at 6:59 am

    Liebe Mara,

    die meisten kenne ich zumindest dem Namen nach, von einigen las ich auch etwas, das Frühwerk von Stuckrad-Barre fand ich damals nicht schlecht, habe mich aber nicht weiter mit ihm befasst. Kehlmann mag ich sehr gern (um mal zwei herauszugreifen). Ansonsten ist es, wie Flattersatz schon sagte, willkürlich und ein Spiel. Listen, Literaturkanons – da wird einem immer jemand fehlen, weil natürlich jede Person ihre eigenen Kriterien hat, ihre eigenen Maßstäbe anlegt. Vielleicht spielen zuweilen auch persönliche Bekanntschaften eine Rolle, die Tatsache, dass Verlage ja auch Anzeigenschalter in Zeitungen sind und daher von jedem großen Anzeigenkunden auch jemand aus dem Programm dabei sein sollte und derley mehr.

    Gräm dich darum nicht, liebe Mara, wir sind mündige Leserinnen und können unsere eigenen Lieblingslisten erstellen : )

    Herzliche Grüße
    Petra

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 8, 2012 at 6:49 pm

      Liebe Petra,

      das Frühwerk von Stuckrad-Barre kenne ich nicht, ich war damals zwar schon literarisch interessiert, doch zu jung, um alles verstehen zu können. Vor einiger Zeit habe ich von ihm “Auch Deutsche unter den Opfern” gelesen und mich wirklich maßlos darüber geärgert. Deshalb ist es für mich auch unverständlich, warum er auf die Liste gesetzt wurde.

      Deinen Vermutungen was zu der Auswahl geführt haben könnte und welche Kriterien dabei angelegt wurden sein könnten, kann ich mich nur anschließen. Finde dies aber gleichzeitig schade, da ich die Idee die grundsätzlich hinter den “Top 20 under 40” steht interessant finde: Jungen Autoren eine Plattform geben und eine Art Kanon zusammenstellen. Schade, dass man sich dann für einen Rapper und jemanden wie Stuckrad-Barre entscheiden musste. 😉

      Ich gräme nicht wirklich, ich finde diese Listen bieten einfach nur immer interessantes Diskussionspotential aufgrund ihres Zündstoffs.

      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    buechermaniac
    October 8, 2012 at 8:01 am

    Von den Namen her kenne ich einige der Autoren und Autorinnen, aber allen ist eins gemein: ich habe noch kein einziges Buch von ihnen gelesen. Vor allem Milena Michiko Flašar gehört auf die Liste, wenn denn… Allerdings muss ich sagen, dass mich solche Listen noch nie wirklich interessiert haben und das wird es wahrscheinlich auch weiterhin nicht.

    LG buechermaniac

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 8, 2012 at 6:42 pm

      Genau, liebe buechermaniac, wenn denn eine Liste, dann gehört Milena Michiko Flasar darauf. Genauso wie Pia Ziefle oder auch Juli Zeh, Vea Kaiser … und und und. Stephan Thome ist leider wenige Tage zu alt für die Liste, wenn man es ganz genau nimmt.
      Deine Abneigung solchen Listen gegenüber kann ich nur zu gut nachvollziehen und ich glaube auch, dass hinter der Zusammenstellung viel mehr Klüngelei und Politik steckt, als ernsthaftes Interesse an guter und interessanter Literatur. Schade eigentlich!

      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    literaturen
    October 8, 2012 at 4:17 pm

    Benedict Wells & Astrid Rosenfeld fehlen in der Tat! Dass Hegemann da drauf steht, kann ich nicht ganz nachvollziehen, denn weder will ich mehr von ihr lesen noch glaube ich, dass da noch sehr viel von Gehalt kommen wird. Über Stuckrad-Barre bin ich etwas irritiert, denn er ist ja in der Literaturszene weiß Gott kein Neuling oder jemand, den man plötzlich neu entdeckt hätte. Über Judith Schalansky bin ich allerdings ganz glücklich.
    Ein bisschen gehts mir da aber auch wie buechermaniac – man sieht solche Listen und vergisst sie auch irgendwie wieder. Ich wähle meine Lektüre nach Interesse, nicht danach, ob sie von irgendwelchen Feuilletonisten für besonders literarisch wertvoll gehalten werden.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 8, 2012 at 6:38 pm

      Es fehlen so viele, liebe Sophie. Wo ist zum Beispiel Juli Zeh? Juli Zeh hat sicherlich mehr gehaltvolleres und Texte mit mehr Wirkung geschrieben, als Helene Hegemann, deren Ernennung ich schon allein aufgrund der Plagiatsaffäre rund um ihr Buch als schwierig empfinde. Von Stuckrad-Barre habe ich nicht vor noch mal ein Buch zu lesen, falls da noch mal etwas kommen wird, verstehe es deshalb auch nicht ganz, warum er auf die Liste gekommen ist.
      Deinem letzten Absatz kann ich nur zustimmen! Solche Listen sind interessante Spielchen, über die man sich in den meisten Fällen schön ärgern und aufregen kann – mehr aber auch nicht. Ich würde meine Lektüre nun auch nicht unbedingt nach den zwanzig genannten Schriftstellern anfangen auswählen, geschweige denn dass ich anfangen werde von nun an K.I.Z zu hören … 😉

  • Reply
    Eva Jancak
    October 9, 2012 at 8:47 am

    Dazu kann ich mich nur wiederholen und quer und bunt die Namen eingeben, die mir spontan einfallen und die wahrscheinlich ohnehin schon weiter oben stehen, wo bleiben da Cornelia Travnicek, Emily Walton, Susanne Gregor, Milena Michiko Flasar, Anna Kimm und und? Das Erfreuliche an dieser Zählerei, die natürlich auch für den deutschen Buchpreis gilt, denn auch da würden uns sofort Namen von Autoren einfallen, die es unserer Meinung nach viel mehr auf das Post verdient haben, ist, daß vielleicht herauskommt, es gibt viel viel mehr Bücher und Autoren, als die, die dann letztlich auf der Liste stehen und jeder von uns hat seine Favoriten, also soll er sie lesen und das Buch der Ursula Krechel auch auf seinem Podest lassen, weil es das sicher verdient hat, aber es ist natürlich nicht das Beste, weil man Literatur nicht mit einem Maßband oder einer Stoppuhr messen kann!!! Wenn wir das durch diese Preise begreifen, haben wir, denke ich, schon viel gewonnen. Ich schreibe seit 39 Jahren, werde sowas wie übersehen, mache mir meine Bücher selber ohne ISBN Nummer, setze mich dadurch noch viel mehr dem Spott und der Häme aus und es passiert mir immer öfter, wenn ich eines der gepriesenen Bücher lese, denke, na so schlecht bin ich im Vergleich dazu nicht, obwohl ich es ja bei diesen Preisverleihungen höchstens auf die Zuschauerbank schaffe. Was ich mir dann jedesmal wünsche, ist mehr Aufmerksamkeit für die, die abseits schreiben und sich ebenfalls sehr bemühen und da bin ich ja sicher nicht alleine und gehe trotzdem zu den Rund um die Uhr Buchpräsentationen oder versuche mir ab Morgen Frankfurt auf meinem Laptop zu geben, wo ich dann über die wahrscheinlich per Ghoswriter geschriebenen Bücher der Topmodels, Topschauspieler, Topköche oder Topschneider und die Aufmerksamkeit, die sei beim Publikum haben werden, weil man ihre Namen kennt, staunen werde und daher wieder einmal aufrufe über den Tellerrand zu blicken, Literatur ist nicht nur das eine Buchpreisbuch und wir brauchen uns auch nicht darüber streiten, daß es die falsche Wahl gewesen ist, es war schon die Richtige, nur es gibt dann halt noch soviel anderes und das ist auch sehr interessant!

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 9, 2012 at 5:10 pm

      Liebe Eva,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar, aus dem ich sehr viel Frustration herauslese, wenn ich das so sagen darf. Ich finde das Spekulieren über Preisträger genauso wie das Diskutieren über Listen und einen möglichen Kanon, spannend, da durch diese Diskussion häufig erst deutlich wird, wie viel gute Literatur wir eigentlich haben. Die nächste Diskussion steht uns übrigens schon Donnerstag bevor, an diesem Tag wird nämlich der Literaturnobelpreis verliehen.
      Ich glaube, dass Literatur einfach so geschmacksabhängig und subjektiv ist, dass es einfach schwierig ist Preise zu verleihen und Listen zu erstellen, denn – wie du so schön schreibst – an welchen Kriterien will man denn festlegen, wer der beste ist oder wer auf diese Liste gehört und wer nicht.
      Wenn man so lange schreibt und schreibt und schreibt wie du, kann ich mir vorstellen, dass es unheimlich ‘frustrierend’ sein muss, wenn dann so ein junger Hüpfer wie Vea Kaiser um die Ecke kommt und dann mal eben so einen Erfolg hat mit ihrem Debütroman. Erfolg heutzutage hängt von so vielen unterschiedlichen Faktoren ab, die man selbst wahrscheinlich kaum beeinflussen kann – in den meisten Fällen läuft es sicherlich darauf hinaus, dass man Glück hatte oder zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Ich drücke dir die Daumen, dass du vielleicht doch auch irgendwann noch einmal Erfolg haben wirst mit dem was du schreibst.
      Ursula Krechel war sicherlich keine falsche Wahl, das habe ich auch so nie gesagt. Sie wäre aber nicht unbedingt meine Wahl gewesen, aber wer weiß, vielleicht fühle ich mich nun doch animiert irgendwann ihren Roman entdecken zu wollen und ändere meine Meinung. Oder ich lese doch einfach das weiter, was mir gefällt.

      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    Sonja | Zeilenkino
    October 9, 2012 at 4:06 pm

    Immerhin hat die Liste bereits ein Ziel erreicht: Über die Autoren und Gegenwartsautoren wird gesprochen. Und dazu sind diese Listen meines Erachtens vor allem da. Mir persönlich fehlt beispielsweise auch Silke Scheuermann auf der Liste, zu Stuckrad-Barre und Helene Hegemann habt ihr ja bereits so gut wie alles gesagt. 🙂

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 9, 2012 at 4:54 pm

      Das stimmt, liebe Sonja! Ich hatte gestern fast Besucher im vierstelligen Bereich und die meisten sind auf meine Seite aufgrund dieser Liste gekommen. Vielleicht sollte man schon diesen Erfolg sehen: das es eine Menge Leser gibt, die sich mit Literatur und Autoren beschäftigen möchten.

      Silke Scheuermann fehlt in der Tat, ich hatte sie ganz vergessen. Schon interessant auf wie viele Namen man noch kommt, wenn man erst einmal anfängt über diese Listen nachzudenken! 🙂

  • Reply
    Ada Mitsou
    October 9, 2012 at 7:06 pm

    Hmm, ich habe nur drei gelesen: Bronsky (Scherbenpark und Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche), Kuhn (Hikikomori) und Schalansky (Atlas der abgelegenen Inseln), weswegen ich zu der Liste nicht viel sagen kann. Die drei fand ich jeden auf seine Weise gut.
    Wenn es nach mir ginge, könnte man allerdings zwei Namen getrost streichen – Hegemann und Stuckrad-Barre, denn von denen muss zumindest ich in Zukunft nichts mehr “hören”.

  • Reply
    Eva Jancak
    October 10, 2012 at 6:23 am

    Ja ein bißchen hat mich der Vea Kaisersche Senkrechtstart schon irritiert, aber es gibt ja einige österreichische Autoren, die jünger als meine Töchter sind und auf der ORF Bestenliste stehen, eine davon ist Anna Weidenholzer und deren Roman “Der Winter tut den Fischen gut” kann ich sehr empfehlen. So stört mich auch ein bißchen, daß nur die Top Österreicher wie Kehlmann, Setz und Glavinic auf der Liste stehen und viele fehlen, die die FAZ Redaktuere wahrscheinlich gar nicht kennen, obwohl ich einige von den Deutschen gelesen habe, Alina Bronskys “Scherbenpark”, wird bei mir Top angeschaut, die “Gerichte der tatarischen Küche”, habe ich vor kurzem auf einen Flohmarkt als ungelesenes Leseexemplar billig kaufen können, da war auch das Dickreiter Buch dabei. Von Stuckrad Barre habe ich “Soloalbum” gelesen und auch “Die Nacht, die Lichter” von Clemens Meyer, und Judith Schalanskys “Hals der Giraffe”, dann kommt noch was vom Kehlmann, von Glavinic, vom Setz und vom Rainer Kaiser Mühlecker auf der Österreicherseite hinzu. Im österreichischen Nachrichtenmagazin “Profil” gab es im Vorjahr so eine Liste der unter dreißigjährigen Österreicher, da haben auch sehr sehr viele gefehlt. Vea Kaiser war damals wahrscheinlich noch wirklich unbekannt, aber auch sehr sehr viele andere, der Rainer Kaiser Mühlecker war, glaube ich, auch nicht dabei. Ich würde also auch zum selber aussuchen was das Lesen betrifft raten. es gibt ja wirklich sehr viel und es macht ja nichts, wenn die Blogger diese Listen locker auf zweihundert oder noch viel mehr ergänzen können. Es schreiben ja auch die Verleger, so habe ich Jochen Jung am Freitag bei dem “Rund um die Burg” Festival gehört und auch sein Buch “Wolkenherz” gelesen.

  • Reply
    Buchmessen-Report « Literaturgefluester
    October 14, 2012 at 7:33 am

    […] bringen, daß Ursula Krechel, die einzige Frau auf der Liste, die Preisträgerin wurde und mit Buzzaldrin darüber bloggen. Am Dienstag begab ich mich, während in Frankfurt eröffnet wurde zu Ilija […]

  • Reply
    dron
    November 9, 2012 at 9:09 pm

    Naja, wenn man sich mit den Texten von Maxim befasst, dann wird man schnell merken: Er gehört definitiv in diesen Kreis!!!

    Lieben Gruß.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      November 10, 2012 at 7:39 pm

      Hallo Dron,

      ja ja, ich muss natürlich gestehen, dass ich nichts von ihm kenne, da KIZ nicht ganz meinem Musikgeschmack entspricht. Habe ihn aber gegoogelt und war im Zuge dieser Recherche nicht unbedingt über sehr anspruchsvolle oder auch anderweitig bahnbrechende Texte gestolpert. Ich lasse mich aber auch gerne etwas besserem belehren: kannst du mir etwas von ihm besonders empfehlen? 🙂

      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    B.ee
    March 11, 2013 at 10:02 pm

    Das schreckliche an dieser Liste ist, dass ich bis auf Kehlmann und von Stuckrad-Barre niemanden kenne. Und letztere ist neben Alexa Henning von Lange mit ein Grund, warum ich deutsche Gegenwartsschrifsteller nicht mehr lese. Die beiden fand ich in meiner Studienzeit so schrecklich, dass ich seitdem einen großen Bogen um ebensolche mache…seufz…

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      March 12, 2013 at 4:17 pm

      Stuckrad-Barre und Alexa Henning von Lange finde ich auch nicht gerade reizvoll, da kann ich deine Ablehnung verstehen. Es gibt aber auch viele weitere interessante deutschsprachige Autoren: Vea Kaiser, Kevin Kuhn, Elisabeth Rank, Milena Michiko Flasar und viele weitere. Ich habe auch lange immer lieber woanders hingeschaut und kaum deutsche Autoren gelesen, im vergangenen Jahr aber einige tolle entdecken dürfen. Lass dir aufgrund deiner Erfahrungen im Studium bloß nicht so tolle Schriftstellerinnen wie Vea Kaiser entgehen. 😉

      • Reply
        B.ee
        March 13, 2013 at 10:06 am

        Ich werde es mir merken. *lächel* Und werde direkt mal nach Vea Kaiser schauen müssen.

        • Reply
          buzzaldrinsblog
          March 14, 2013 at 6:18 pm

          Unbedingt! 🙂 Vielleicht schon heute Abend bei Markus Lanz, dort ist sie nämlich eingeladen.

          • B.ee
            March 14, 2013 at 8:35 pm

            Hoho! Gut, das ich Deine Rückmeldung gerade noch entdeckt habe. Dann werde ich heute Abend wohl Herrn “Ich bin ein neunjähriger Junge, der keine Kommunikationsregeln kennt und den Leuten, die Interessantes zu sagen haben, immer ins Wort falle” schauen…

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