Ein Engel an meiner Tafel – Janet Frame

Janet Frame wurde 1924 in Neuseeland geboren, wo sie im Jahr 2004 auch verstarb. Sie war das dritte von fünf Kindern und wurde in einfachen Verhältnissen geboren. Ihre Familie wurde von zahlreichen tragischen Ereignissen hart getroffen, genauso wie Janet Frame selbst, bei der fälschlicherweise Schizophrenie diagnostiziert wurde. Aufgrund dieser Diagnose musste Janet Frame mehrere Jahre in geschlossenen Kliniken verbringen. Diese Ereignisse und Erfahrungen hat sie in ihren Büchern verarbeitet. Auf meinem Blog habe ich in den vergangenen Monaten bereits “Dem neuen Sommer entgegen” und “Wenn Eulen schrein” vorgestellt.

“Die Zukunft legt sich wie ein Gewicht auf die Vergangenheit. Das Gewicht auf den frühesten Jahren ist leichter abzutragen, sodass diese Zeit zurückfedern kann wie Gras, das niedergedrückt war. Die Jahre, die auf die Kindheit folgen, werden angeschweißt an ihre Zukunft, schwer wie Stein, und oftmals kann die Zeit darunter nicht zurückfedern und weiterwachsen wie frisches Gras: sie liegt da in neuer Gestalt, ihr Grün ausgeblutet, mit diesen zarten, blutlosen Sprossen einer anderen, unvertrauten Zeit, die eine verwoben mit der anderen unter dem Stein.”

In ihrem autobiographischen Roman “Ein Engel an meiner Tafel” erzählt Janet Frame ihre ungewöhnliche Lebensgeschichte. Ihre Familie wurde von mehreren Schicksalsschlägen heimgesucht: Janet Frames Bruder Bruddie erkrankt an Epilepsie, ihre beiden Schwestern Isabelle und Myrtle sterben bei Badeunfällen. Bei Janet Frame wird fälschlicherweise Schizophrenie diagnostiziert. Sie wird für Jahre immer wieder weggesperrt. Erst ein Literaturpreis rettet sie vor der drohenden Lobotomie, einer damals leider üblichen Operation am Gehirn.

Das sind die Fakten, die weithin bekannt sind. Durch die Lektüre von “Ein Engel an meiner Tafel” habe ich aber auch andere Aspekte und tiefere Schichten von Janet Frames Persönlichkeit kennen lernen dürfen. Ihr Roman beginnt mit ihrem Wegzug aus ihrem Elternhaus, hinaus in die große Welt, die für Janet Frame zunächst die neuseeländische Stadt Dunedin ist. Sie wohnt bei Tante Isy und Onkel George, um die Pädagogische Hochschule und in der Freizeit die Universität zu besuchen.

“Als mir bewusst wurde, dass ich allein in meiner ersten Großstadt war, empfand ich ein Gefühl der Vorfreude und Erregung; dann wich diese Erregung allmählich der Angst. So war es also, Auge in Auge mit der Zukunft – ich war allein, hatte niemanden, mit dem ich reden konnte, fürchtete mich vor der Stadt und der Pädagogischen Hochschule und vor dem Unterrichten und musste so tun, als wäre ich nicht allein, als gäbe es viele Leute, mit denen ich reden konnte, als fühlte ich mich in Dunedin zu Hause und als hätte ich mich mein ganzes Leben nach dem Unterrichten gesehnt.”

Janet Frame ist krankhaft schüchtern. Alltägliche Situationen bereiten ihr große Schwierigkeiten. Sie “klammert” sich an die Werke der Literatur, flüchtet sich in eine Welt der Fantasie. Als ihre Fantasiewelt Gefahr läuft, mit der Realität zu kollidieren, unternimmt Janet Frame einen halbherzigen Selbstmordversuch. Sie wird in eine geschlossene Anstalt eingeliefert und es sollte insgesamt acht Jahre dauern, bis sie sich aus der psychiatrischen Gefangenschaft endgültig befreien kann.

Stellenweise ist das, was Janet Frame durchlebt, schwer zu fassen und schwer damit in Einklang zu bringen, dass sie später einmal zu einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen ihrer Zeit werden sollte. Janet Frame wurde in einfache Verhältnisse hineingeboren und ist schon früh dazu gezwungen, zu arbeiten. Aufgrund mangelnder Zahnpflege kann Janet Frame zu Beginn ihrer Zeit in Dunedin immer nur hinter vorgehaltener Hand lächeln: ihre Zähne sind verfault. Später lässt sie sie entfernen und ist mit Anfang zwanzig zahnlos. Sie muss einige Zeit arbeiten, bevor sie sich ein Gebiss leisten kann.

“Ich trauerte um alles, was verloren war – um meine Laufbahn als Lehrerin, meine Vergangenheit, mein Zuhause, wo ich, wie ich wusste, nie länger als ein paar Wochen bleiben konnte, um meine Schwestern, meine Freunde, meine Zähne, das heißt, um mich selbst als Person. Alles, was mir blieb, war mein sehnlicher Wunsch, Schriftstellerin zu werden, Gedanken und innere Bilder zu erforschen, die man als absonderlich missbilligte, und mein Ehrgeiz, der als verdächtig, als möglicher Wahn galt.”

Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckt Janet Frame zu Beginn ihrer Zeit in Dunedin, doch es sollte lange dauern, bis dieser Weg von Erfolg gekrönt sein sollte. Einmal erhält sie zehn Schilling, als sie mit ihrem Gedicht “Katze” den ersten Preis der Hochschulzeitschrift gewinnt:

“Taub gegen das hämmernde Fenster

und das Miauen des schwachsinnigen Jungen,

lasse ich die zerfetzten Mäuse sein,

fließe durch seine leeren Augen

und setze mich auf, gestützt von fetten Gedanken.

[…].”

Ich habe “Ein Engel an meiner Tafel” mit großem Interesse, aber auch immer wieder mit Ungläubigkeit und Staunen gelesen. Janet Frame ist in ihrem Verhalten anders als andere. Seltsam. Ungewöhnlich. Dabei ist ihr oberstes Ziel eigentlich nicht aufzufallen, nicht rauszufallen. Das Lesen ihrer Autobiographie war für mich wie das Betreten einer fremden Welt: eine Welt voller Angst, voller Unsicherheiten, Scham, Schüchternheit, Zusammenbrüche. Es ist eine hart Welt, eine unnachgiebige Welt, in der Janet Frame von niemandem etwas geschenkt bekommt. Sie muss hart arbeiten, um sich ihren Traum Schriftstellerin zu werden, erfüllen zu können.

“Das Schreiben einer Autobiographie, normalerweise als ein Zurückblicken gedacht, kann ebensogut ein Überblicken oder Durchblicken sein, wobei die fortschreitende Zeit einen Röntgenblick verleiht.”

“Ein Engel meiner Tafel” ist ein verstörendes Buch. Es ist eine traurige und bedrückende Lektüre, die dennoch auch glimmt und glüht, denn sie macht Hoffnung, sie macht Mut. Janet Frame hat viel aushalten müssen, doch sie hat es geschafft, sich ihren Traum Schriftstellerin zu werden zu erfüllen.

Janet Frames Autobiographie “Ein Engel an meiner Tafel” wurde 1990 wurde Jane Campion verfilmt – wer Interesse hat, kann sich den Trailer des Films anschauen:

16 Comments

  • Reply
    juneautumn
    October 22, 2012 at 11:34 am

    Das hört sich sehr interessant an! Ich habe auch ein Buch von ihr auf der Liste und werde es wahrscheinlich jetzt vorziehen…ich bin sehr gespannt!

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 22, 2012 at 11:43 am

      Ich freue mich sehr, dass ich dein Interesse wecken konnte und ich bin schon gespannt, wie dir Janet Frame gefallen wird. 🙂 Was genau wirst du denn jetzt von ihr lesen?

      • Reply
        juneautumn
        October 22, 2012 at 11:50 am

        “Gesichter im Wasser”, das anscheinend gar nicht so einfach zu beschaffen ist… nun, mal sehen, wann es soweit ist 🙂

      • Reply
        buzzaldrinsblog
        October 22, 2012 at 12:20 pm

        Ich habe gerade mal nachgeschaut und es ist scheinbar nur noch gebraucht erhältlich. Ich beneide dich darum, dass du es besitzt und hoffe einfach mal darauf, dass der c.h. Beck Verlag es möglicherweise auch noch rausbringen wird. Über “Gesichter im Wasser” schreibt sie auch in ihrer Autobiographie, es ist der erste Roman gewesen, in dem sie ihre persönlichen Erfahrungen verarbeitet hat. Ich wünsche dir ganz viel Spaß bei der Lektüre! 🙂

  • Reply
    Karin
    October 22, 2012 at 2:05 pm

    Das klingt nach einem sehr interesanten Buch. Besten dank für den Buchtipp

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 24, 2012 at 12:22 pm

      Gern geschehen! Ich freue mich, dass ich dein Interesse wecken konnte! 🙂

  • Reply
    Klappentexterin
    October 28, 2012 at 5:21 pm

    Liebe Mara,

    ich danke dir für diese schöne Rezension, die das bestätigt, was du mir schon geschrieben hast. Dies ist ein Buch für mich. Aber verrate mir doch noch, ob ich vorher einen Roman von Janet Frame gelesen haben muss oder ob ich auch umgekehrt anfangen kann?

    Viele Grüße,

    Klappentexterin

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 28, 2012 at 5:37 pm

      Liebe Klappentexterin,

      nein, bei den Büchern von Janet Frame gibt es – zumindest für mein Empfinden – keine Reihenfolge, die du beachten müsstest. Du kannst sehr gut mit “Ein Engel an meiner Tafel” beginnen, das Buch erfordert kein Vorwissen und es ist nicht nötig, die Romane zu kennen. Vielleicht liest du die Romane nach der Autobiographie dann auch aus einer ganz anderen Perspektive.
      Ich würde mich freuen, wenn du ein Buch von ihr in die Hand nehmen würdest – sie ist eine tolle und sehr bewundernswerte Schriftstellerin.

      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    leosanda.2007@web.de
    October 28, 2012 at 9:33 pm

    Ich liebe die Bücher von Janet Frame, habe sie zuerst in den 90iger Jahren gelesen.
    Dass die Autorin anläßlich der Buchmesse 2012 (mit dem Gastland Neuseeland) wieder aufgelegt wird, ist gut, weil es ihr hoffentlich viele neue Leser verschafft.
    Bei “Ein Engel an meiner Tafel” handelt es sich (Übersetzung Lilian Faschinger) um einer Neuauflage. Die Übersetzung erschien damals im Zusammenhang mit Jane Campions wunderbarem Film. Der Film zeigt, anders als die deutsche Ausgabe von “An angle at my table”, die gesamte Geschichte. Das ist bei dem, was jetzt als Buch (wieder) aufgelegt ist, nicht der Fall! Es sind lediglich zwei der drei Teile des autobiographischen Romans enthalten. Der dritte Teil “Der Gesandte aus der Spiegelstadt” schildert Frames Reisen in Europa in den fünfziger Jahren und ihre Rückkehr nach Neuseeland. Sehr schön, bewegend und empfehlenswert!

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      October 29, 2012 at 12:14 pm

      Hallo leosanda,

      herzlichen Dank für deinen Besuch auf meinem Blog und deinen interessanten Kommentar. Ich muss gestehen, dass ich Janet Frame erst in diesem Jahr – angeregt durch die Neuauflagen des c.h. Beck Verlags für mich entdeckt habe. Ich finde es toll und sehr wichtig, dass der Verlag Janet Frames Bücher wieder neuauflegt, sie haben diese Beachtung verdient.
      Schade, dass der dritte Teil, von dessen Existenz ich gar keine Ahnung hatte, nicht in der Neuauflage enthalten ist – ich würde gerne mehr von und Über Janet Frame lesen. Hast du eine Idee, wie man an diesen dritten Teil kommen könnte? Gibt es Auflagen, in denen er noch enthalten ist?

      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    leosanda
    October 30, 2012 at 5:42 pm

    Hallo Mara,
    jetzt habe ich deine Antwort gefunden! 😉

    Der 3. Teil erschien in der 90iger Jahren separat unter dem Titel “Der Gesandte aus der Spiegelstadt” und ist antiquarisch günstig zu bekommen. Außerdem gab es bei Piper auch eine “vollständige Ausgabe”.

    Ich habe mich gewundert, dass in den Rezensionen zur neuen Auflage der dritte Teil keinerlei Erwähnung findet. Damals – hört sich nach “lang ist’s her” an, sind aber gerade mal 20 Jahre! – wurden die ersten zwei Bände unter den Titel “Ein Engel an meiner Tafel” gebracht, was ursprünglich der Titel des zweiten Bandes war. Das war ja auch der Titel des großartigen Films von Jane Campion, der alle drei Teile der Geschichte umfasst. Immerhin ist der dritte und unmittelbar anschließende Teil ein Jahr später erschienen. Ich nehme an, dass ein Teil des Erfolges von Film und Büchern daher kam, dass es als “Frauengeschichte” vermarktet wurde. Einige Romane erschienen ja schon früher, aber so bekannt war sie nur kurz.
    Ich fand schon damals, dass ihr Werk im deutsprachigen Raum auf die Biographie verkürzt wurde, was leider bei Autorinnen nicht so selten ist. Es musste, so fiel mir beim Lesen auf, zumindest Gedichte geben. So ist es wohl auch. Außerdem ein Kinderbuch und 5 Bände Erzählungen. (Lässt in den Vorbemerkungen der Neuauflage nachlesen.)

    Was mich zudem an der Neuauflage irritiert, ist, dass die Bücher damals unter dem Titel “Autobiographischer Roman” erschienen und das scheint mir doch angemessen angesichts des ersten Satzes: “Vom ersten Ort …schreibe ich den folgenden Bericht mit seiner Mischung aus Tatsachen und Wahrheiten und Erinnerungen an Wahrheiten nieder, …”

    Ich fände es gut, wenn sich die Herausgabepraxis der deutschen Verlage an der Bedeutung orientieren würde, die Frame offenbar im engschsprachigen Raum zukommt.

    Seufz.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      November 1, 2012 at 1:48 pm

      Hallo Leosanda,
      danke für deinen ausführlichen und interessanten Kommentar. Du scheinst ein großer Fan oder zumindest eine große Kennerin von Janet Frame und ihrem Werk zu sein.

      Danke für den Hinweis mit dem 3. Teil, ich werde mich bemühen, ihn antiquarisch zu bekommen. Schade, dass der Verlag sich dazu entschieden hat, ihn nicht mit zu veröffentlichen in der Neuauflage.
      Ich habe Janet Frame durch ihren Roman “Wenn Eulen schrein” kennengelernt, anschließend “Dem neuen Sommer entgegen” gelesen und nun schließlich “Ein Engel an meiner Tafel”. Ich bin zu jung, um beurteilen zu können, wie ihre Bücher damals in Deutschland vermarktet worden sind – ich kann mir vorstellen, dass eine autobiographische Geschichte immer stärker das Interesse bestimmter Leser weckt. Wobei alle ihre Romane ja sehr stark autobiographisch gefärbt sind. Ich hoffe, dass der c.h. Beck Verlag auch weitere Bücher von ihr veröffentlichen wird oder auch mal einen Gedichtband. Einige ihrer Gedichte lassen sich ja in “Ein Engel an meiner Tafel” finden und ich habe sie sehr gerne gelesen.

      In einer Besprechung habe ich auch gelesen, dass es gar nicht so sicher ist, wie autobiographisch “Ein Engel an meiner Tafel” eigentlich ist. Das dradio schreibt:

      Ob es wirklich so war? Es gibt Vermutungen, dass ihre Romane autobiographischer seinen als ihre offizielle Autobiographie.

      In der Neuauflage heißt es ja “Autobiographie”, da wäre die Bezeichnung “Autobiographischer Roman” in der Tat vielleicht passender.

      Vielen Dank für deine Gedanken und Informationen zum Werk von Janet Frame, die meine Rezension sehr bereichtert haben. 🙂
      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    leosanda
    October 30, 2012 at 6:00 pm

    Nachtrag, der sich meiner Schnupfennase und meinem Brummschädel verdankt:

    Wie anders Frame anderswo gesehen wird, zeigt der englischsprachige Wikipedia-Eintrag über sie, wo es zwar auch um ihr Leben geht, vor allem aber um sie als Autorin:

    “She wrote eleven novels, four collections of short stories, a book of poetry, an edition of juvenile fiction, and three volumes of autobiography during her lifetime. Since her death, a twelfth novel, a second volume of poetry, and a handful of short stories have been released.”

    http://en.wikipedia.org/wiki/Janet_Frame

  • Reply
    tinaherrlich
    June 14, 2015 at 11:47 am

    Hallo Mara,

    ich habe gerade deinen wunderbaren Blog entdeckt und freue mich sehr darüber – denn du schreibst so gelungene und hervorragende Rezensionen, dass es eine wahre Lesefreude ist! 🙂

    “An Angel At My Table” habe ich mir “damals” (1994) als Video aus Neuseeland mitgebracht. Janet Frames Geschichte ist wirklich absolut eindrücklich, ein Stück weit schockierend (die Fehldiagnose) und berührend. Den Film habe ich als sehr intensiv empfunden. Und das Buch würde ich jetzt – nach so vielen Jahren 😉 – auch gerne einmal lesen.

    Vielen Dank also für diesen Lesetipp! 🙂

    Herzliche Grüße
    von Tina

    • Reply
      Mara
      June 18, 2015 at 12:01 pm

      Liebe Tina,

      herzlichen Dank für deinen Besuch und deinen Kommentar – ich freue mich sehr über deinen Lob und darüber, dass meine Besprechungen dir Lesefreude bereiten. Damit habe ich mein Ziel ja schon erreicht. 🙂

      Janet Frame begleitet mich schon länger und ich habe mittlerweile einiges von ihr gelesen. Ihre Geschichte hat mich stark berührt und ich kann dir das Buch nur wärmstens ans Herz legen.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Taschenbuch-Neuerscheinungen Frühjahr 2016
    May 15, 2016 at 4:56 pm

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