5 Fragen an Robert Scheer

© Peter-Andreas Hassiepen

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Der Schriftsteller Robert Scheer wurde 1973 in Carei, einer Stadt in Rumänien, geboren. Ungarisch ist seine Muttersprache. Zwölf Jahre später wanderte er mit seiner Familie nach Israel aus. Er versuchte sich später als Rockmusiker und spielte mit seiner Band “Nutcase” in kleineren Clubs in London. Sie besaßen jedoch keine Arbeitserlaubnis und wurden schließlich ausgewiesen. Dann studierte er Philosophie in Haifa und Tübingen und arbeitete als Buchhändler und Bauarbeiter. “Der Duft des Sussita” ist sein Debüt als Schriftsteller.

In einem Artikel des Deutschlandradios stellt Robert Scheer sich in wenigen Worten selbst sympathisch vor:

Er sei, sagt Robert Scheer, schon immer ein Außenseiter und ein Fremder gewesen. Ein Fremder, der sich danach sehnte, die Tage mit dem Betrachten von Bäumen und dem Hören von Musik zu verbringen oder Bücher von Thomas Bernhard und der ungarischen Schriftstellerin Agota Kristóf zu lesen. 

1.) Warum wollten Sie Schriftsteller werden?

ANTWORT:

Ich setzte immer alles auf eine einzige Karte. Eigentlich wollte ich Rockstar werden. Dies ging nicht, denn nach einigen Konzerten in London, wo ich mit meiner damaligen Band meine Karriere starten wollte, wurde ich wegen illegaler Arbeit ausgewiesen und mit  dem ersten Flugzeug nach Israel zurückgeschickt. Dort, in Israel, habe ich dann ein Studium begonnen: Philosophie an der Universität Haifa. Meine akademische Karriere – ich wollte Professor werden! – habe ich in Deutschland, genauer in Tübingen fortgesetzt. Hier hätte ich promovieren sollen. Von diesem Plan habe ich aber Abstand genommen. Und das war gut. Jedenfalls kam ich so zur Schriftstellerei. Vielleicht wollte ich einfach, egal wie, berühmt werden. Möglicherweise bin ich größenwahnsinnig wie jeder Schriftsteller. Es gibt ja keinen Schriftsteller, der nicht größenwahnsinnig wäre. Trotzdem würde ich die Frage folgendermaßen beantworten: Ich hatte keine andere Wahl. Ich musste das tun, was ich tue. Ich musste schreiben. In vielerlei Hinsicht war das Schreiben meine Rettung. Ich musste schreiben, um mich vor mir selbst zu retten.

2.) Gibt es einen Schriftsteller oder einen Künstler, der Sie auf Ihrem Weg besonders inspiriert hat?

ANTWORT:

Wenn ich einen Künstler nennen sollte, der mich als Schriftsteller inspiriert hat, würde ich Thomas Bernhard nennen. Seine fließende, musikalische Prosa ist interessant, alles andere als langweilig. Stefan Zweig, Sandor Marai, Yoel Hoffman und Agota Kristof sind für mich weitere einzigartige Stimmen der Literatur. Ob ich je so gut schreiben werde wie diese Meister? Abgesehen vom Größenwahn bin ich ein bescheidener Mensch.

3.) Wann und wo schreiben Sie am liebsten?

ANTWORT:

Ich schreibe ausschließlich, wenn ich schreiben muss. Und was ich so schreiben muss, schreibe ich meistens zu Hause.

4.) Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

ANTWORT:

Die Reise zum Mars von Eric Idle.

5.) Was würden Sie einem jungen Schriftsteller raten?

ANTWORT:

Abwarten bis er schreiben muss. Und noch wichtiger: Keine Literaturinstitute und Kreatives-Schreiben-Seminare besuchen. Sie machen dumm. Finger weg davon!

Herzlichen Dank an Robert Scheer für die Beantwortung meiner Fragen!

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