5 Fragen an Anna Weidenholzer!

© Lukas Beck

Die junge Schriftstellerin Anna Weidenholzer wurde 1984 in Linz geboren und lebt heutzutage in Wien. Sie hat Vergleichende Literaturwissenschaft in Österreich und Polen studiert und hat bereits einige Texte in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Trotz ihres jungen Alters hat sie schon jetzt sowohl Preise und Auszeichnungen als auch Stipendien erhalten. 2010 erschien ihr Debütroman “Der Platz des Hundes”. Die Autorin hat eine eigene Homepage.

1.) Warum wollten Sie Schriftstellerin werden?

Es hat nie den Tag gegeben, an dem ich mir gedacht habe, so, jetzt werde ich Schriftstellerin. Es ist ja kein klares Berufsbild – was macht einen dazu, ist es ein Buch, ein veröffentlichter Text. Ich hätte es aber immer wunderbar gefunden, Schriftstellerin zu sein. Das Schreiben war immer irgendwo da und hat mich nie losgelassen.

 

2.) Gibt es einen Schriftsteller oder einen Künstler, der Sie auf Ihrem Weg besonders inspiriert hat?

Beim Schreiben inspiriert mich in erster Linie Musik, ich könnte zu jedem Text ein Mixtape erstellen. Bei “Der Winter tut den Fischen gut” wären das z.B. Joy Division, Bon Iver, Amanda Palmer. Schreiben ohne Musik ist unvorstellbar, deshalb bekomme ich auch manchmal Ohrenschmerzen, wenn ich zu lange an einem Text sitze.

Autorinnen und Autoren, die mich auf irgendeine Weise geprägt haben, gibt es einige, allen voran wohl Jura Soyfer, ein politisch engagierter Autor der Zwischenkriegszeit, er war der erste, mit dessen Leben und Werk ich mich in der Schulzeit intensiv auseinandergesetzt habe. Sein Romanfragment “So starb eine Partei” schildert sehr präzise die soziale Realität im Wien der 1930-er Jahre.

3.) Wann und wo schreiben Sie am liebsten?

Gleich nach dem Frühstück oder spät in der Nacht, bei Kaffee, Ingwertee, Bier oder Wein, gern auch im Liegen, unbedingt mit meinen Kopfhörern, am liebsten am Land.

4.) Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Zuletzt einen Lyrikband, “nicht ist wichtiger ding kleines du” von Judith Pfeifer, gerade “Donau. Biographie eines Flusses” von Claudio Magris und “The Collected Stories” von Lydia Davis.

5.) Was würden Sie einem jungen Schriftsteller raten?

Sich auf das Leben einlassen.

Herzlichen Dank an Anna Weidenholzer für die Beantwortung meiner Fragen!

4 Comments

  • Reply
    Karin C. Inderwisch
    November 25, 2012 at 2:29 pm

    Die Antwort auf Deine fünfte Frage, liebe Mara, ist schlicht, schnörkellos und dabei so trefflich, dicht, konzentriert, auch für Nicht-Autorinnen wie mich, dass ich sie mir in mein Notizbuch schreibe…

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      November 25, 2012 at 8:24 pm

      Liebe Karin,
      danke für deinen schönen Kommentar und dafür, dass es dir gelungen ist, meine Gedanken, die mir beim Lesen der Antwort durch Kopf schossen, zusammenzufassen. Auch mich hat diese begeistert.
      Genauso wie der Hinweis auf die Bedeutung der Musik beim Schreiben. Ich fände es sehr spannend, Mixtapes zu unterschiedlichen Büchern zusammenzustellen und beim Lesen zu hören. Es gibt ein Buch von Willy Vlautin, das mit beiliegender CD vertrieben wurde, das war ein wahres Erlebnis für alle Sinne.

      • Reply
        Karin C. Inderwisch
        November 26, 2012 at 6:55 am

        Liebe Mara,
        da teilen wir unsere Gedanken beim Lesen! Die Bedeutung der Musik beim Schreiben war für mich auch ein ganz neuer Aspekt, den ich bisher von kaum einem Schriftsteller gehört habe. Mixtapes zu unterschiedlichen Büchern zusammenzustellen, wäre ein spannender Versuch, Bücher ganz neu zu lesen. Hin und wieder höre ich gern “Anthologien” mit gesprochenen Gedichten, die von Musik begleitet werden – nicht die bekannten Rilke- und Hesse-Projekte auf CD. Manchmal stört mich die Musik; die Unmittelbarkeit des Hörens lenkt mich ab vom gesprochenen Wort. Manchmal wirkt die Musik auch wie ein Sog, der mich in den lyrischen Rhythmus hineinzieht. Wie mag es erst beim Schreiben und Lesen sein – ein spannender Gedanke, dem ich nachgehen werde.

        Liebe Grüße von Karin

        • Reply
          buzzaldrinsblog
          November 27, 2012 at 1:32 pm

          Liebe Karin,

          ich möchte mich ganz herzlich dafür bedanken, dass du diese spannenden Gedanken von dir mit uns geteilt hast. Auch ich hatte bisher noch nicht viel von Schriftstellern über die Bedeutung der Musik gehört. Auch wenn ich mich undeutlich an einen Autor erinnere, der beispielsweise die Playlist auf seine Webseite gestellt hat, die er beim Schreiben des Buches gehört hat. So etwas finde ich toll und spannend und würde ich mir noch viel öfter wünschen. Lustig ist, dass ich im Moment andauernd über diese Thematik zu stoplern scheine: die Erwähnung von Anna Weidenholzer in diesem Interview, das Buch “Heartcore” von Johanna Merhof, das Musik in den Mittelpunkt stellt und auch der Roman von Arezu Weitholz, den ich vor einigen Tagen ausgelesen habe und der schon beinahe mehr wie ein Mixtape wirkt, als wie ein Roman. Faszinierend, wie einen Themen manchmal beinahe verfolgen können. 😉

          Viele Grüße
          Mara

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