5 Fragen an Johanna Merhof!

© Jörg Steinmetz

Johanna Merhof wurde 1982 geboren und hat Neuere Deutsche Publizistik in Berlin studiert. Für  Welt Online hat sie die Kolumne “Heartcore” geschrieben. Heutzutage arbeitet sie als freie Autorin. Wie viele andere junge deutsche Autoren, betreibt auch Johanna Merhof eine sehenswerte eigene Seite bei Facebook.

1.) Warum wollten Sie Schriftstellerin werden?

Als Kind war das weit weg, Schriftsteller thronten in meinen Augen auf einem Sockel. Sie waren geniale Magier, etwas weltfern und versponnen, dafür aber weltenerschaffend. Was ich jedoch schon immer wollte: Geschichten erzählen, in andere Rollen schlüpfen – spielen. Das Schreiben ist mehr aus Zufall entstanden. Durch den Sprung ins kalte Wasser, mit viel Kampf und der schönen Autonomie des Autors nachts um halb zwei.

2.) Gibt es einen Schriftsteller oder einen Künstler, der Sie auf Ihrem Weg besonders inspiriert hat?

Connie Palmen, Leonard Cohen, Sibylle Bergs Texte für Allegra, Cristina Nehring, Moritz von Uslar, Jack Kerouac. Sowie: Musik, Musik, Musik, Sturm & Drang und das Gefühl beim Abspann eines tollen Kinofilms.

3.) Wann und wo schreiben Sie am liebsten?

Zu Hause: abends mit einem Drink, wenn die Welt langsam schlafen geht. Unterwegs: tags, beobachtend, inmitten von Kaffeetassengeklapper und fremdem Geplauder. Gerne: zwischen zwei Platten. Leider oft angefeuert von der Deadline. Hauptsache ohne Mitleser.

4.) Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Marie Pohls ‚Geisterreise‘. Gerade erworben: Jack Kerouacs Briefwechsel mit Allen Ginsberg  ‚Ruhm tötet alles‘ und ‚Die Mechanik des Herzens‘ von Mathias Malzieu.

5.) Was würden Sie einem jungen Schriftsteller raten?

Leben, leben, leben. Die eigene Stimme finden und sie mutig vertreten. Durchhalten. Den Text schreiben, den man selbst gern lesen würde. Über das schreiben, wofür man brennt. Und: Jemanden zu finden, wegen dem man besser werden will.

Herzlichen Dank an Johanna Merhof für die Beantwortung meiner Fragen!

7 Comments

  • Reply
    Susanne Haun
    December 18, 2012 at 8:32 am

    Durchhalten ist wirklich wichtig und fast das Schwierigste.

    Die Inspirationsliste gefällt mir.

    Was ist gut und was ist schlecht, jemanden finden, für den man besser werden will, halte ich für kritisch. Man setzt den anderen damit unter ungeheuren Druck!

    Ich persönlich finde es am schönsten, mich für mich selber zu verbessern, zu lernen und zu versuchen, die Zusammenhänge zu begreifen.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 20, 2012 at 1:59 pm

      Durchhalten ist wirklich nicht leicht, das merke ich auch immer wieder selbst. Ich bewundere jeden Schriftsteller und jede Schriftstellerin für das selbstdisziplinierte Arbeiten, das bestimmt viel Kraft und Motivation kostet. Ich ärgere mich immer über mich selbst, dass ich mich beim Arbeiten so schnell ablenken lasse (Facebook etc.).

      Ich finde die Inspirationsquellen von anderen immer unheimlich spannend, im Idealfall lasse ich mich gerne selbst davon inspirieren. 🙂

      Über die Antwort, über die du gestolpert bist, bin ich auch gestolpert und habe eine ganze Weile darüber nachdenken müssen. Ich weiß nicht, ob ich die Antwort richtig verstehe, doch glaube ich, dass es darum geht, etwas zu lesen, etwas zu sehen, was man glaubt besser machen zu können, nicht unbedingt, dass man jemanden finden soll, für den man besser werden möchte – das würde ich auch zumindest kritisch hinterfragen.

      • Reply
        Susanne Haun
        December 20, 2012 at 6:31 pm

        Ja, die Disziplin, es ist schon schwierig, ich habe bestimmte Zeitpläne, die ich mir selber erstellt habe und die ich versuche, einzuhalten. Als erstes erstelle ich morgens meinen Blogbeitrag. Wenn ich den fertig habe, ist der Tag schon fast gelaufen. Ich habe einen Pool mit angefangenen Blogbeiträgen, wie Ideensammlungen, wo ich mir Stichwörter merke, was ich mir einmal intensiver anschauen will. Außerdem arbeite ich gerne mit anderen Künstlern zusammen. So ist man auch gezwungen, disziplinert zu arbeiten. Und dann sind ja auch meine Ausstellungstermine. Das ist immer eine Deadline. Oder die Abgabetermine der Manusskripte. Bis dahin muss alles fertig sein.

        Es ist interessant, dass wir über dieselbe Antwort gestolpert sind…. Vielleicht mag uns Johanna dazu etwas sagen?

        • Reply
          buzzaldrinsblog
          December 21, 2012 at 12:28 pm

          Liebe Susanne,
          ich kann sie gerne noch einmal anschreiben und bezüglich ihrer Antwort nachhaken … vielleicht hat sie ja noch einmal Lust, Stellung dazu zu nehmen. 🙂

          • Susanne Haun
            December 21, 2012 at 3:18 pm

            Das fände ich spannend, Mara…

  • Reply
    Kathrin
    December 18, 2012 at 2:00 pm

    Ein tolles Interview – macht sofort Lust, mehr von Johanna Merhof zu lesen (mir war sie, zugegebenermaßen bisher unbekannt). Wenn ihre Bücher (und Artikel) so sind wie ihre Antworten, bin ich sehr neugierig 🙂
    Danke für das Interview – eine Autorin mehr, die ich im Auge behalten werde 😉

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 18, 2012 at 5:39 pm

      Liebe Kathrin,
      ich war – um ehrlich zu sein – auch nur zufällig über ihren Namen bei Facebook gestolpert und so dann in der Folge auch auf das Buch aufmerksam. Ich freue mich sehr, dass dir das Interview gefallen hat – mir auch. 🙂 Ich bin sehr gespannt, wie dir “Heartcore” gefallen sollte, falls du es lesen möchtest. Ansonsten hoffe ich sehr, bald neues von der Autorin lesen zu können!

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