Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander – Johan Harstad

Johan Harstad wurde 1979 in Stavanger geboren und hat in Norwegen bereits mehrere Erzählbände veröffentlicht. 2005 erschien schließlich sein viel beachteter Roman “Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander”, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde. In der Zwischenzeit hat Johan Harstad einige weitere Romane geschrieben und sich auch an Theaterstücken versucht. Ins Deutsche wurde bisher nur der Jugendroman “Darlah” übersetzt.

Da ich ansonsten ja beinahe ausschließlich Neuerscheinungen vorstelle, werdet ihr euch sicherlich gefragt haben, was mich dazu bewogen hat, mit “Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander” ein mittlerweile sechs Jahre altes Buch zu lesen. Entstanden ist diese Idee bei meiner Zusammenarbeit mit Dina und Klausbernd, die mit dem Vorschlag begann, dass ich ein Porträt über Karl Ove Knausgard schreiben könnte.  Darüber hinaus habe ich aber auch die Möglichkeit erhalten, einen Einblick in meine Bibliothek zu gewähren. Wer mehr erfahren möchte, sollte hier und hier klicken.

“Es erfordert enorme Willenskraft, Glück und Tüchtigkeit, der erste zu sein. Aber es erfordert ein gigantisches Herz, die Nummer zwei zu sein.”

“Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander” ist in vier Abschnitte gegliedert, deren Titel sich an der Diskographie der norwegischen Gruppe The Cardigans orientieren: First Band on the Moon, Life, Gran Turismo, Long Gone Before Daylight. Bereits an diesem Detail wird deutlich, welche Rolle diese Gruppe, aber auch die Musik überhaupt in dem Roman spielen sollen.

Im Zentrum des Romans steht die Geschichte von Matthias. Matthias ist neunundzwanzig und Gärtner, doch die Gärtnerei, in der er gearbeitet hat, musste einsparen und er wurde von einem Tag auf den anderen – ohne Vorwarnung – entlassen. Dies bleibt nicht der einzige Schicksalsschlag, denn zur selben Zeit trennt sich auch seine Freundin Helle von ihm.

“Wir glaubten, es ginge uns gut, aber es stimmte nicht. Ich wußte nicht, was los war, aber irgend etwas war da, irgendwo zwischen uns, ein Klumpen, der nicht verschwand, wie sehr man ihn auch drückte, der einfach immer größer wurde. Ich dachte an Steve Martin, an meinen Lieblingsfilm, L.A. Story: Let us just say I was deeply unhappy, but didn’t know it, because I was so happy all the time. Genauso war es.”

Helle und Matthias haben dreizehn Jahre lang alles geteilt. Getrennt hat sich Helle von ihm auf einem elfhundert Meter hohen Berg. Sie hat Mathias keine Möglichkeit gegeben ans sichere Ufer zu schwimmen, er ist alleine zurückgeblieben – draußen in der Dunkelheit, auf dem tosendem Meer.

“Helle, die meine ganze Welt werden sollte, alles, was gut war, bis sie eines Tages das ganze Schiff versenkte und sich weder Mann noch Maus retten konnten.”

Zur Ablenkung entscheidet sich Matthias als Tontechniker gemeinsam mit seinem Freund Jörn und dessen Band auf die Färöerinseln zu fahren. Dort geht alles schief, was schief gehen kann: Matthias verliert völlig die Kontrolle und findet sich schließlich eines Nachts auf regennasser Fahrbahn wieder, mit fünfzehntausend Kronen in der Tasche. Aufgelesen wird er von Havstein, einem Psychiater, der ein Rehabilitationszentrum für psychisch Kranke in dem kleinen Örtchen Gjógv leitet. Matthias wird dort erst einmal untergebracht, um zur Ruhe zu kommen, um zu sich selbst zu finden. In Gjógv trifft Matthias auf die anderen Bewohner: Palli, Anna und Ennen. Auch wenn Matthias zu Beginn nicht damit rechnet, knüpft er mit Havstein und den drei anderen Bewohnern schnell eine engere Bindung, die lange halten soll und die noch sehr viel aushalten muss. Matthias erlebt in der Zeit, die er in Gjógv verbringt so viel, wie er in den Jahren zuvor kaum erlebt hat.

“Je mehr Freunde man hat, um so mehr Menschen vermißt man, wenn sie verschwinden. Wer allein ist, enttäuscht nur sich selbst. Dachte ich.” 

Damit ist die Rahmenhandlung des Romans erzählt. Das Faszinierende des Romans waren für mich neben der wunderbaren Landschaftbeschreibung der Färöerinseln, die Charakterisierung von Matthias. Matthias ist am 20. Juli 1969 geboren, am Tag der Mondlandung, die auf ihn schon immer eine ganz besondere Faszination ausgeübt hat. Bewundert hat er jedoch nicht Neil Armstrong, der als erster den Mond betrat, sondern Edwin Eugene “Buzz” Aldrin – die Nummer 2.

“Manche wollen nicht die ganze Welt, auch wenn sie sie haben könnten. Manche wollen kein eigenes Land. Manche wollen nicht einmal eine Schule in Stavanger. Manche wollen nur Teil des Ganzen sein. Nützlich, wenn auch im Hintergrund. Nicht alle brauchen die ganze Welt. Ich wollte nur meine Ruhe.”

Matthias identifiziert sich mit Buzz Aldrin und glaubt auch, dass es ihm selbst reicht, die Nummer zwei zu sein. Er möchte am liebsten weder gesehen, noch beachtet werden. Einfach unscheinbar – aber gut – seine Aufgaben verrichten: “Ich hatte einfach nicht das Bedürfnis, gesehen zu werden, zu hören, wie toll ich sei.”

“Ich war ein Rädchen in dieser Welt, ich störte nicht. Ich tat, was ich tun sollte. Ich war ein lieber Junge. Aber was wollte ich? Genau das wollte ich. Ein gutfunktionierendes Rädchen sein in der Welt. Das Richtige tun. War das feige?”

Ich habe zu dem Roman “Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander” eine ganz besondere Beziehung. Ich habe es vor sechs Jahren gelesen und erinnere mich noch sehr gut an meine damalige Begeisterung. Jetzt habe ich es erneut gelesen und bin erleichtert, dass von meiner damaligen Begeisterung nichts verloren gegangen ist. Der Roman war ausschlaggebend dafür, dass ich mir im Internet den Namen “Buzz Aldrin” gegeben habe. Buzz Aldrin, der ewige Zweite und all die Gefühle, die Matthias mit ihm verbindet, haben mich sehr gerührt und ich habe mich auch in ihnen stellenweise wiedererkannt. Auch ich stand lieber in der zweiten Reihe, ein Rädchen, das Dinge in Betrieb hält und seine Arbeit gut verrichtet, dabei aber nicht unbedingt in den Vordergrund rücken muss. Beim erneuten Lesen des Romans war ich sehr gespannt darauf, ob ich mich mit diesen Gefühlen immer noch identifizieren kann und muss erstaunlicherweise feststellen, dass ich mich mittlerweile nicht mehr wie Buzz Aldrin fühle. Ich bin sicherlich auch noch lange nicht Neil Armstrong und möchte das auch gar nicht sein, aber ich bin mit meinem Blog sicherlich aus meinem eigenen Schatten getreten: ich bin nicht mehr nur die, die immer zuschaut, sondern ich habe mich getraut nach vorne zu treten und etwas in Angriff zu nehmen. Es hat sich für mich irgendwie sehr schön angefühlt, das Buch mit dieser Erkenntnis schließen und zurück in mein Bücherregal stellen zu können.

“Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander” ist eine sehr persönliche Lektüre für mich, aber nicht nur das: Johan Harstad hat ein tolles Buch geschrieben, das mich berührt, bewegt und begeistert hat. “Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander” hat mich vor allem aufgrund seiner Sprache begeistert, aber auch aufgrund eines tollen Hauptcharakters. Die Sprache ist sehr poetisch und lyrisch, man begibt sich immer wieder in den Kopf von Matthias und gemeinsam mit ihm auf eine Gedankenreise. Eine Gedankenreise, die manchmal schmerzhaft ist, die immer wieder traurig ist, die aber auch wunderschöne und glückliche Momente hat. Auf dem Klappentext des Buches steht etwas, das ich nur mit ganzem Herzen unterschreiben kann: “Könnte John Irving norwegisch, er würde schreiben wie Johan Harstad.” Johan Harstad hat eine Geschichte geschrieben, in denen es von skurrilen Charakteren nur so wimmelt, eine Geschichte, die zu Herzen geht, eine Geschichte, in der man sich wohlig warm und zu Hause fühlen kann.

An einer Stelle beschreibt Matthias seine Gefühle beim Lesen von Buzz Aldrins Autobiographie und ich kann seine Worte eigentlich eins zu eins nur noch übernehmen und auf mein Leseerlebnis mit diesem Roman übertragen: Ich las mir die Augen groß und naß. 

30 Comments

  • Reply
    buchpost
    December 18, 2012 at 6:57 pm

    Du machst mich wirklich neugierig auf das Buch, vielen Dank dafür. Und ich wollte doch ganz stark sein und erst mal keine neuen Bücher kaufen. Seufz 🙂 Und danke, dass du auch einen Einblick in deine persönliche Beziehung zu dem Buch gestattest, was einfach veranschaulicht, was Bücher sein und ausdrücken können.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 18, 2012 at 7:12 pm

      Ich freue mich sehr, dass ich dich neugierig machen konnte. Das Buch ist mittlerweile leider nur noch gebraucht zu erhalten. Es ist damals nie als Taschenbuch erschienen und die Hardcoverausgabe ist schon lange aus dem Sortiment. Eigentlich – für mich – wirklich unverständlich. Ich würde dem Roman noch möglichst viele Leser wünschen. Als gebrauchtes Buch ist es natürlich auch nicht gaaaanz so teuer und zählt dann vielleicht auch nur halb als neues Buch. 😉
      Das Buch hat mich sehr geprägt, auch wenn es vielleicht lächerlich anmuten mag, so viel Persönliches mit dem Buch zu verbinden. Um so interessanter war für mich die Erfahrung, das Buch erneut zu lesen.
      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    literaturen
    December 18, 2012 at 7:13 pm

    Das klingt wirklich toll. Danke dafür!

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 18, 2012 at 8:00 pm

      Das freut mich sehr, Sophie! Ich glaube, dass das Buch dir sicherlich gefallen könnte! 🙂

      • Reply
        literaturen
        December 18, 2012 at 8:13 pm

        Wenn ich wieder mehr Ruhe habe, werde ich mich auch mal den ganzen Tipps und Perlen annehmen. Im Moment schaffe ich es nicht, eine Seite zu lesen, .. völlig in Beschlag genommen vom Stress des Weihnachtsgeschäfts.

        • Reply
          buzzaldrinsblog
          December 20, 2012 at 1:40 pm

          Liebe Sophie,

          ich erlebe das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr ja zum ersten Mal von der anderen Seite und dass auch nur an einigen Tagen und doch fühle ich mich mittlerweile wie erschlagen. Ausgehöhlt. Diese Nacht habe ich sogar davon geträumt, wie ich Geschenke einpacke. Ich freue mich, wenn ich Montag meinen letzten Tag habe. Dir wünsche ich, dass du möglich stressfrei durch diese Zeit kommst und zwischendurch ein paar erholsame Momente zum Lesen finden kannst.

          Viele Grüße
          Mara

  • Reply
    laura
    December 18, 2012 at 8:13 pm

    Vielen Dank für deinen Mut. Mut, weil du ein dir sehr wichtiges Buch nochmals liest, das ist etwas, was ich mich nicht immer trauen würde… Mut, weil du deinen Lesern hier einen persönlichen, selbstreflektiven Einblick darin gibst, was dir ein Buch bedeutet. Ich denke, das sind die Leseerlebnisse, die ganz entscheidend sind im Leben und es ist toll, wenn man sie bei anderen erfährt und mit ihnen teilen kann.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 20, 2012 at 1:42 pm

      Liebe Laura,
      vielen Dank für deine bestätigenden Worte, über die ich mich außerordentlich gefreut habe. Vor der Veröffentlichung der Rezension war ich sehr unsicher, ob es klug ist, eine so persönliche Besprechung zu veröffentlichen. Um so mehr freue ich mich nun über die Rückmeldungen, die ich erhalten habe. “Buzz Aldrin …” ist in der Tat eine ganz besondere Lektüre, von denen ich – in diesem Ausmaß – noch nicht viele habe und ich freue mich sehr, dass ich es euch vorstellen konnte.

      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    Private Büchersammlungen: Maras Bücher « kbvollmarblog
    December 18, 2012 at 8:14 pm

    […] Vorstellung von Karl Ove Knausgaard. Mara hat soeben auf ihrem Blog eine Vorstellung von Johan Harstad ”Buzz Aldrin wo warst du in all dem Ducheinander” veröffentlicht On Dina`s blog you will find Mara`s introduction into life and work of Karl […]

  • Reply
    Dina
    December 19, 2012 at 6:39 am

    Liebe Mara,
    danke für diese tolle Buchbesprechung und auch herzlichen Dank für die Präsentation auf The World according to Dina; „Mara und Bandit“ und „Karl Ove Knausgård.“

    Das finde ich gut:
    “Als gebrauchtes Buch ist es natürlich auch nicht gaaaanz so teuer und zählt dann vielleicht auch nur halb als neues Buch.” Deine persönliche Beziehung zu diesem Buch und wie du es anschaulich schihldert macht wirklich Lust auf Lesen. Diesen Artikel würde ich gerne später mal rebloggen.

    Die meisten Photos von der ersten Mondlandung zeigen Buzz Aldrin und nicht Neil Armstrong. Die Aufnahmen von Armstrong waren so schlecht, da hat man kurzerhand die von Buzz Aldrin neu beschriftet. Wie finde ich das denn, kichert gerade Selmafee.

    Harstad hat sich weiter mit dem Thema Raumfahrt beschäftigt. In Darlah und 172 Hours spielen 40 Jahre nach der Mondlandung die NASA wieder eine wichtige Rolle. Witzig gemacht!

    So, jetzt schaue ich was die Buchfeen zu deine Bücher geschrieben haben. Da ist man einen Tag fort und schon hinkt man hinterher…

    Liebe Grüße
    Dina

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 20, 2012 at 1:38 pm

      Liebe Dina,

      ich muss mich bedanken für die Möglichkeit, dass ich mich auf deinem und Klausbernds Blog vorstellen durfte und für den Impuls noch einmal zu Johan Harstads Buch zu greifen, das mir erneut sehr schöne und interessante Lesestunden beschert hat.

      Wenn du den Artikel rebloggen möchtest, würde ich mich sehr freuen. Ich habe sehr viel Herzblut in das Schreiben meiner Besprechung gesteckt, natürlich auch vermischt mit der Angst, zu viel zu verraten. Um so mehr freue ich mich nun über die vielen positiven Reaktionen und Rückmeldungen.

      Deine Detailinformationen bezüglich Buzz Aldrin und Neil Armstrong finde ich sehr interessant und war mir auch nicht bekannt gewesen bis jetzt. Das finde ich sehr interessant, dann war Buzz Aldrin scheinbar ja doch in einer Sache der “Erste” oder der Einzige, der Bessere. Harstad schreibt, dass er vor dem Flug auf den Mond auch psychologisch untersucht wurde, ob er es aushalten würde, den Mond erst als zweiter zu betreten und sich nicht im letzten Moment vordrängeln würde. Buzz Aldrin hat scheinbar nur von einem kurzen Zögern berichtet.

      Darlah möchte ich auch unbedingt noch lesen! 🙂

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    tonera
    December 19, 2012 at 9:32 am

    Takk skal du ha, du og Hanne! 🙂
    Hilsen Tone

    • Reply
      Dina
      December 20, 2012 at 9:36 pm

      Das hast du aber sehr schön beschrieben, Karin. Dieine Worte berühren mich.
      Alles Gute!
      Dina

  • Reply
    Literary Norway: Karl Ove Knausgård | The World according to Dina
    December 19, 2012 at 11:13 am

    […] und ihre Bibilothek wird heute auf kbvollmarblog vorgestellt. Mara stellt heute Johan Harstad auf Buzzaldrinsblog […]

  • Reply
    Karin C. Inderwisch
    December 19, 2012 at 2:33 pm

    Das macht Lesen zu etwas Unvergleichlichem. Wenn Worte in die Welt gesetzt werden und nicht nur irgendwo landen, sondern treffen, mitten ins Herz und in das Leben eines Menschen, der wie Du eine Literaturvermittlerin bist. Das ist kein Zufall, liebe Mara, dass das Buch Dich getroffen hat und Du es an uns weitergibst – es ist ein Vorfall, der es genau darauf abgesehen hat. Bücher sind lebenswundervoll.

    Liebe Grüße,
    Karin

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 20, 2012 at 1:32 pm

      Liebe Karin,

      danke für deine wunderschönen Worte, über die ich mich sehr gefreut habe und die ich mehrmals gelesen habe. Die Idee mich selbst ein bisschen stärker als Literaturvermittlerin zu sehen, habe ich dank dir bekommen – herzlichen Dank noch einmal für diesen Impuls. Ich mag auch den Begriff “lebenswundervoll” – das ist “Buzz Aldrin …” für mich auf jeden Fall. Ein ganz besonders und sehr persönliches Buch und ich freue mich sehr, dass ich es euch hier endlich vorgestellt habe. 🙂

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    caterina
    December 19, 2012 at 9:29 pm

    Wie schön, endlich mal den Buzz Aldrin “kennenzulernen”, der hinter deinem Blognamen steckt. Klingt, als wäre es ein ganz besonderes Buch, und irgendwie erkenne auch ich mich in dem Protagonisten, dem ewig Zweiten, wieder: Ich habe immer lieber hinter der Kamera gestanden als davor. Aber wie du gehe ich gerade in dieser Hinsicht gerade eine Entwicklung durch, komme aufgrund meiner Arbeit ein bisschen aus mir heraus und werde immer wieder mal gezwungen, in den Vordergrund zu treten (nach wie vor mit großem Unwillen, aber meistens ist’s dann doch nicht so schlimm). Wie dem auch sei: Der Held Buzz würde mir sicher gefallen, und wenn du dann auch noch von der wundervollen Sprache sprichst, gibt es für mich eigentlich keinen Grund mehr, das Buch nicht zu kaufen ;). Vielen Dank für diesen sehr persönlichen Leseeindruck und auch für die Einblicke in dein Leben und Lesen, die du auf Dinas und kbvollmars Blogs gewährst.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 20, 2012 at 1:29 pm

      Liebe Caterina,
      ich freue mich auch sehr, hier endlich das Buch vorgestellt zu haben, was mich sehr geprägt und lange beschäftigt hat. Nicht umsonst habe ich mir danach den Onlinenamen “Buzz Aldrin” gegeben habe. Ich finde es interessant, dass du schreibst, dass du diese Gefühle nachvollziehen kannst und sogar eine ähnliche Entwicklung erlebst wie ich im Moment. Das Bild mit der Kamera mag ich in diesem Zusammenhang ganz gern: ich stehe auch lieber hinter der Kamera, fühle mich aber mittlerweile auch davor ein bisschen sicherer, wenn auch noch lange nicht wohl.
      Ich würde mich sehr freuen, falls du irgendwann mal dazu kommen solltest, das Buch zu lesen und vor allem würde ich gerne erfahren, wie es dir gefällt. Beim Lesen habe ich auch gedacht, dass es ein Buch für die Klappentexterin sein könnte, weil es sprachlich unheimlich schön ist. Wirklich schade, dass es mittlerweile nicht mehr erhältlich ist.
      Viele Grüße und danke für das Lob für unser kleines Blogprojekt! 🙂
      Mara

  • Reply
    Petra Gust-Kazakos
    December 20, 2012 at 6:37 am

    Liebe Mara, ich freue mich, dass du uns dieses Buch vorstellst, das dich so tief berührt hat, dass es dich zu deinem Blognamen inspirierte. Auch deine Gefühle dazu, deine inzwischen beim Wiederlesen durch aktuelle Umstände etwas veränderte Selbstsicht gefallen mir, vielleicht, weil es mir ähnlich geht und ich glaube, das nachvollziehen zu können, was dich bewegt. Das Buch klingt gut und wandert auf die Liste.
    Liebe Grüße
    Petra

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 20, 2012 at 1:16 pm

      Liebe Petra,
      ich freue mich sehr über deine Worte, da ich im Vorfeld lange überlegt hatte, ob ich mit meinen Worten möglicherweise zu viel Privates preisgebe und dass das Interesse an einer so persönlichen Besprechung möglicherweise nicht ganz so groß sein könnte. Noch mehr freue ich mich, dass du meine Gedanken nachvollziehbar findest und möglicherweise sogar ähnliche Erfahrungen gemacht hast.
      Das Buch ist leider nur noch gebraucht zu erhalten, aber ich hoffe, dass du es dir irgendwann zu legen kannst. 🙂

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        Petra Gust-Kazakos
        December 20, 2012 at 3:46 pm

        Liebe Mara,
        ich kann natürlich nur für mich sprechen: Ich mag die persönliche Note sehr – bei dir und anderen Bloggerinnen und Bloggern. Schließlich führen wir doch keine “Informationsportale”, wenn ich mich für die pure Information interessieren würde, könnte ich ja auch einfach Wikipedia o. ä. lesen. Wenn ich einem Blog, das mir gefällt, eine zeitlang gefolgt bin, habe ich oft das Gefühl, die Person, die das Blog führt, ein bisschen zu “kennen”. Im Grunde folge ich den Personen, weil sie sich (in ihrem Blog) mit Themen befassen, die mich auch interessieren, und auf eine Art und Weise, die mich anspricht.
        Liebe Grüße
        Petra

        • Reply
          buzzaldrinsblog
          December 21, 2012 at 12:31 pm

          Liebe Petra,
          ich finde, dass du das sehr treffend zusammengefasst hast – mir geht es da ähnlich wie dir, auch mich sprechen die Rezensionen am stärksten an, die eine persönliche Note haben oder auch einen persönlichen Bezug. Ich wäre gar nicht in der Lage ein Buch ansprechend zu besprechen, ohne auch persönliche Emotionen dabei in die Besprechung einfließen zu lassen. Nach einigen Kommentaren in Bezug auf meine Bibliotheksvorstellung habe ich mich – glaube ich – einfach leicht verunsichert gefühlt. Aber schön zu wissen, dass wir in diesem Punkt scheinbar eine ähnliche Haltung haben. 🙂
          Viele Grüße
          Mara

    • Reply
      Petra Gust-Kazakos
      December 21, 2012 at 3:28 pm

      Das kann ich mir vorstellen, liebe Mara. Aber dazu gibt es einfach unterschiedliche Ansichten, von denen keine richtig oder falsch, schlechter oder besser wäre. Das soll jede und jeder für sich entscheiden. Ich entscheide mich für Persönlichkeit, für Menschen, nicht für die pure Info. Es heißt ja auch Social Media ; )

  • Reply
    Julia
    December 20, 2012 at 7:16 pm

    Ah, super, auf diese Rezension hatte ich gewartet – du hattest ja bei mir erwähnt, dass du das Buch grade nochmal liest.
    Sehr schöne und sympathische Besprechung, die mich ebenfalls neugierig auf diese Geschichte gemacht hat. Kommt auf die Wunschliste! 🙂

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      December 21, 2012 at 12:21 pm

      Liebe Julia,
      ich danke für deinen Besuch und freue mich sehr darüber, dass dir die Besprechung gefallen konnte. 🙂 Ich verbinde mit dem Buch eine sehr persönliche Geschichte und doch glaube ich, dass es auch darüber hinaus unheimlich lesenswert ist.
      Ich hoffe, dass es nicht zu lange auf der Wunschliste stehen muss. 🙂
      Viele Grüße
      Mara

  • Reply
    skyaboveoldblueplace
    May 30, 2013 at 3:00 pm

    Hallo Mara,
    habe eben endlich Deine Besprechung des Romans gelesen, der Deinem wunderbaren Blog den Namen gibt. Das klingt so interessant und Du schreibst so begeistert und begeisternd, dass ich das Buch sofort bei der Buchhandlung meines Vertrauens bestellen wollte. Dabei habe ich aber feststellen müssen, dass das arme Ding immer noch nicht wieder neu aufgelegt wurde, nicht mal als Taschenbuch. Schade, zumindest vom literarischen her würde sich das sicher lohnen – aber Verlage haben es ja heutzutage nicht nur schwer, wenn sie verbarlacht werden.

    Naja, ich habe mich also schweren Herzens dazu durchgerungen, das Buch beim bösen Onkel zu bestellen. Um ca. drei Sekunden später zu wissen, dass das ein grosser Fehler war, denn antiquarisch über ZVAB gibt es den Titel natürlich auch noch. Mist, hätte ich vorher schauen müssen. Da kann man mal sehen, wie schnell man sich hinreissen lässt, ‘bloss’ weil man unbedingt ein Buch lesen möchte… freue mich aber trotzdem schon auf das Buch und bedanke mich für den tollen Tipp.

    Ach, und zu Buzz Aldrin fällt mir ein: Im Juli 1969 verbrachte ein 8 Jahre alter Junge seine Sommerferien sehr unfreiwillig in einem abgelegenen Holzhaus auf der Schwäbischen Alb. Eines Nachts wurde er von seiner Mutter geweckt und schlaftrunken zum s/w-Fernseher geschleppt, der am Vortag irgendwoher aufgetaucht war. Schwer verstört, am Ende aber doch sehr aufgeregt ob dieses historischen Momentes – also man wurde in den 60ern normalerweise nicht mitten in der Nacht geweckt, und schon gar nicht um fern zu sehen – hat er dann den ersten Mann auf dem Mond gesehen. In ziemlich verrieselter Bild- und Tonqualität, man weiß bis heute nicht, ob das an der NASA oder an der Zimmerantenne lag. Also zugegeben, ich fand die Boxkämpfe von Muhammad Ali, der damals noch Cassius Clay hieß, für die ich später ganz heimlich und leise aber freiwillig des nächtens aufgestanden bin, viel spannender. Aber ich kann immerhin sagen: Ich bin dabei gewesen, iIrgendwie…

  • Reply
    silvia schneider
    September 4, 2013 at 5:31 pm

    Ich lese im Moment gerade Buzz Aldrin auf Norwegisch. Und hier wünschte ich Dir auch, dass Du das Buch irgendwann einmal in der Originalsprache lesen darfst, es fährt noch mehr ein. Und es begleitet einen wohl ein Leben lang. Weisst Du, wieviel “zweite” es auf unserer Welt gibt, die fantastische Menschen sind?
    Lieber Gruss
    Silvia

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      September 6, 2013 at 2:03 pm

      Liebe Silvia,

      über deinen Besuch bei mir habe ich mich sehr gefreut – herzlich Willkommen! 😀 – und ich danke dir auch für deinen Kommentar. Norwegisch beherrsche ich leider nicht, aber wenn ich es vielleicht doch irgendwann lernen sollte, werde ich auf jeden Fall dieses Buch lesen. Mich begleitet es auch schon sehr lange, wahrscheinlich auch aus dem Grund, weil ich häufig immer eine “zweite” gewesen bin.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Auf zu den Sternen mit Buzz Aldrins Blog | Elementares Lesen
    March 27, 2014 at 4:18 pm

    […] hat sich bei der Namensgebung inspirieren lassen von einem Buch, das sie sehr beeindruckt hat: Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander von Johan Harstad. Dessen Hauptfigur Matthias ist nämlich ein Bewunderer von Buzz Aldrin, dem […]

  • Reply
    Lebensbücher | Buzzaldrins Bücher
    May 29, 2016 at 10:22 am

    […] Eine – wie ich finde – tolle und spannende Mischung aus aktuelleren Büchern und Klassikern, einige davon sind direkt auf meine Wunschliste gewandert. Besonders neugierig geworden bin ich auf Albert muss nach Hause. Wenn ich darüber nachdenken würde, welches Buch mein Lebensbuch ist, dann könnte ich mich übrigens nur schwer entscheiden, auch wenn es natürlich einige Bücher gibt, die mich besonders geprägt haben – das sind weniger Neuerscheinungen, sondern eher Bücher, die ich bereits vor vielen Jahren gelesen habe. Ich denke dabei zum Beispiel an Der Fänger im Roggen, vielleicht lieber morgen oder Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander. […]

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