Verdammt Recht!

Gestern hat die junge Schriftstellerin Vea Kaiser einen offenen Brief auf ihrer Facebookseite veröffentlicht, der in der Folge von vielen kommentiert, geliked und geteilt wurde. Vea Kaiser spricht in diesem Brief, der eine Reaktion auf eine Seite ist, auf der ihr Roman “Blasmusikpop” als kostenloses Ebook angeboten wird, wichtige Themen an: das Urheberrecht und wie dieses im Netz missachtet und mit Füßen getreten wird. Vea Kaiser ist wütend und das zu Recht!

“Liebe Ebook-Piraten, 
Ich fürchte zwar, Ihr werdet meine Nachricht nicht veröffentlichen, aber: 
ich bin Autorin eines der Ebooks, die Ihr gratis zum Download anbietet und ich fühle mich von Euch bestohlen und ausgebeutet – bin entsetzt, was Ihr hier tut. Ich habe jahrelang an diesem Roman geschrieben und finanziere mir mühsam durch den Verkauf mein Studium und mein Leben – das ist nicht besonders luxuriös, aber dafür kann ich an meinem nächsten Roman arbeiten. Ich bin auf diese Buchverkäufe angewiesen, und indem Ihr mein Buch für jedermann zur unbeschränkten kostenlosen Weiterverbreitung anbietet, nutzt Ihr mich aus. Ihr denkt Euch jetzt vielleicht, es is ja nicht anders als borgen. Nunja: Es ist ein Unterschied ob ich einem Freund ein Buch borge, oder Kopien für die ganze Stadt anfertige und sie am Marktplatz zur freien Entnahme aufstelle. Oder glaubt Ihr, wir Autoren würden ohnehin alle so gut verdienen, dass es egal ist, ob Ihr für unsere Arbeit bezahlt oder nicht? Ken Follett wird es vielleicht nicht kratzen, aber junge Autoren, innovative Stimmen sind von jedem verdammten Buch abhängig.
Was Ihr hier macht, ist nichts anderes als Diebstahl. Und was ich so schlimm finde, Ihr schämt Euch nicht einmal, sondern animiert Euch gegenseitig weiterzustehlen. Ihr nennt das ” Bücher befreien” – ist Euch bewusst, dass Ihr damit die Autoren versklavt? Ihr zwingt Autoren, gratis für Euch zu arbeiten, Ihr anerkennt unsere LEistung nicht, laut Euch steht uns NICHTS zu. Jahrelange Arbeit nur damit Ihr kostenloses Lesevergnügen habt? Das ist Sklaverei. Wären alle Leser so wie Ihr, dann gäbe es keine Bücher mehr, denn wir Autoren hätten nicht die Möglichkeit zu schreiben. Warum ich Euch das sage? Weil ich im Herzen daran glaube, dass Leser gute Menschen sind und Bücher, sowie deren Autoren, schätzen. Zumindest schreibe ich für Leser, die die Arbeit eines Autors auch zu schätzen wissen, und bereit sind, dafür zu zahlen. Denn sind wir uns ehrlich: 10-20 Euro für ein Buch ist verdammt wenig. Zwei Kinokarten, 4 Packerl Zigaretten, 1/4 Tankfüllung. Das rechnet nie die jahrelange Arbeit, und wir Autoren tun’s trotzdem. Wenn Ihr aber so weitermacht, zerstört Ihr die Vielfalt. Klar, Bücher wird es immer geben. Aber überlegt mal, ob Ihr noch lesen wollt, wenn es nur noch Megaseller wie Shades-of-grey gibt, weil sich anderes nicht mehr rentiert, weil junge Autoren keine Chance haben, weil innovative Ideen nicht mehr möglich sind. Ach, und dann habt Ihr ja Euer Argument, Ihr wollt doch nur die “Content-Mafia” umgehen, legitimiert Ihr Euer Treiben damit, dass Ihr meint, es bräuchte keine Verlage? Nur dass Ihr wisst: Verlage entdecken neue Autoren, verwirklichen mutige Bücher und helfen dem, was Ihr nachher gut findet, aus dem Ei. Das sind keine üblen Verwertungsmaschinen, die einen Autor ausquetschen, sondern Menschen mit Herz, die einem Projekt ins Leben helfen. Ohne deren Mut, Expertise und stützende Strukturen gäbe es einen ziemlichen Einheitsbrei, denn das Durchsetzen von Neuem in diesem gewaltigen Markt überfordert die Möglichkeiten eines einzelnen Menschen. Wenn Ihr das wollt: dann macht weiter so. Wenn nicht, überlegt doch mal, ob Ihr dem Buchhändler um die Ecke nicht einen Besuch abstatten wollt. Dort gibt es übrigens auch persönliche Beratung, Hilfe, Lektüre zu finden, die Ihr sonst nicht gefunden hättet, oder Lesungen, die Möglichkeit, Autoren mal kennenzulernen. Geht doch mal zu einer Lesung und schaut Euch den Menschen an, der das Buch geschrieben hat und erklärt mir dann bitte, wieso dieser Mensch Euer Sklave sein soll – das würde mich nämlich wirklich interessieren, wieso Ihr der Meinung seid, dass Ihr mit Eurem Diebstahl uns Autoren und Verlage ausbeuten dürft.”

Vea Kaiser tritt mit diesem offenen Brief in die Fußstapfen von Sven Regener, der im letzten Jahr eine ähnliche Wutrede zum Urheberrecht hielt. Sven Regener kommt zu dem Schluss:

“Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert”

Ich kann beide Künstler in ihrem Anliegen und in ihrer Wut nur unterstützen. Wer sich die Arbeit macht, etwas zu schreiben, etwas zu malen oder etwas zu komponieren, sollte für diese Arbeit bezahlt werden. Menschen, die Bücher oder Musik als etwas wahrnehmen, was sie sich umsonst irgendwo runterladen können, kann ich nicht verstehen.

Vea Kaisers offener Brief wurde bis jetzt bereits über 200 Mal geteilt und ich kann ihr als Leserin und Bücherliebhaberin nur uneingeschränkt zustimmen. Mittlerweile wurde ihr Artikel auch online im Tagesspiegel veröffentlicht.

27 Comments

  • Reply
    buechermaniac
    January 18, 2013 at 2:00 pm

    Liebe Mara

    Ich habe dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

  • Reply
    il_libraio
    January 18, 2013 at 2:08 pm

    Dito.

  • Reply
    Eva Jancak
    January 18, 2013 at 2:16 pm

    Ein sehr spannendes Thema, zu dem ich, da ich mir eigentlich kaum Bücher zum Normalpreis kaufe und von den Büchern, die ich schreibe, auch nicht lebe, eine vielleicht eigene, ambivalente Meinung habe und eines, das derzeit in der wilden Buchlandschaftsveränderung auch wild herumgeht und zu dem man sehr viel sagen kann. Soweit ich das überlicke, sind auch die Autoren hier gespalten, da gibt es die, wie in dem oben zitierten Brief, die auf ihr Recht zu verdienen, bestehen und sich gegen die E-Book Piraten wehren und dann die anderen, die schreien, es gibt kein Urheberrecht und es gehört uns alles!
    Eine eigentlich recht künstliche Differenz, wie ich finde, wenn ich an den Bücherschränken vorübergehe, wo ich ganz neue Sache finde, mir nehmen kann, was ich will und auch um einen Euro oft ganz tolle Bücher kaufe und die Bücherblogger kaufen ja auch nicht alle ihre Bücher selber und ein Hardcover um zwanzig bis fünfundzwanzig Euro ist auch ganz schön teuer, wenn man sich dann noch ansieht, daß die Selfpublisher ihre Bücher viel billiger abgeben.
    Ich habe mich immer gewundert, warum manche Autoren so auf das Verkaufen bestehen, auch Vea Kaiser wird wahrscheinlich eher von Preisen, Lesungen und Stipendien leben und nicht von den 8%, die sie für ihr Hardcover bekommt, zumindest höre ich das immer, daß man vom Buchverkauf nicht leben kann und natürlich gibt es einen Urheberschutz und natürlich darf ich mir nicht jedes Buch im Netz hochladen, ich brauche das auch gar nicht, weil ich das Buch meist auch “legal” bekomme, ohne es zu kaufen.
    Interessant war da, finde ich die Diskussion um Julia Schramms “Klick mich”, die Piratin, die dann ihr Buch vom Netz nehmen ließ, damit man es nicht kostenlos bekommt, obwohl sie vorher etwas anderes wollte und dann von den Piraten austritt.
    Ein interessantes Thema also, dem, wie ich finde sehr viel dazuzufügen ist, auf der einen und auf der anderen Seite, aber das Wichtigste ist ja das Lesen und das Schreiben finde ich, Bibliotheken hat es immer gegeben und in Österreich auch die Bibliotheksabgabe. Ich bin gespannt, wie sich das Thema noch verändert und das wird es tun und tut es auch schon ganz rasant. Also weiterlesen, nicht von denen, die es nicht wollen, im Netz herunterladen, aber vielleicht Tauschbörsen gründen oder Rezensionsexemplare anfordern, etc!

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      January 18, 2013 at 7:51 pm

      Liebe Eva,

      danke für deinen interessanten und ausführlichen Beitrag. 🙂

      Ich glaube schon, dass es noch einen Unterschied zwischen illegalem Download und dem günstigeren Erwerb von Büchern gibt. Ich habe früher auch immer gerne an den Mängelexemplartischen gekauft und dadurch Autoren entdeckt, für die ich später in die Buchhandlung gegangen bin, um mir ihr neuestes Hardcover zu kaufen. Ich weiß nicht, ob es diesen Effekt auch bei Menschen gibt, die einfach kostenlos etwas aus dem Internet runterladen wollen. Sich illegal kostenlos etwas zu besorgen spricht ja schon für eine bestimmte Einstellung, die man gegenüber der Arbeit von anderen Menschen hat.

      Meinst du, dass es in der Tat auch Autoren gibt, die nicht auf ihr Urheberrecht beharren und ihre Texte einfach kostenlos zur Verfügung stellen wollen? Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, kenne mich im Literaturbetrieb aber auch nicht so gut aus, wie du.
      Ich denke für Vea Kaiser ist das Verkaufen ein Teil ihres Verdienstes. In ihren Kommentaren auf ihrer Facebookseite stellt sie aber auch heraus, dass es für sie und jeden anderen Autor heutzutage selbstverständlich ist auch Lesereisen zu machen, journalistische Arbeiten zu übernehmen oder Schreibkurse zu geben. Wenn man dann noch nebenbei studiert und vielleicht ein bisschen Freizeit haben möchte, können Buchverkäufe wahrscheinlich sehr wichtig sein.

      Richtig klargeworden ist mir jetzt nicht, was deine Haltung eigentlich ist? Möchtest du z.B. für deine Texte bezahlt werden oder bietest du sie anderen konstenlos zum Download an? Ein bisschen spielt diese Frage ja auch bei uns Bloggern eine Rolle, die sich Arbeit und Mühe mit ihren Rezensionen machen, ohne dafür bezahlt zu werden. Ich habe das Gefühl, dass man schon fast uncool ist, wenn man sich darüber Gedanken macht, ob Leser nicht auch für die Inhalte zahlen sollten. (Beispiel Flattr)

      Das Thema wird sich sicherlich rasant und auf mehreren Ebenen verändern und ich bin gespannt auf weitere interessante Diskussionen.
      Viele Grüße
      Mara

      • Reply
        Eva Jancak
        January 18, 2013 at 9:23 pm

        Soweit ich die Situation durchschaue gibt es zwei Gruppen und zwei Meinungen, die älteren Autoren haben wahrscheinlich eine ehere konservative Meinung und kennen sich wahrscheinlich bezüglich Internet auch nicht so aus und schreien, dann auch leicht Sachen wie “Ich lasse mir meine Bücher nicht stehlen!”, bei den anderen hat gerade Steglitz Mind einem Autor interviewt, der eine andere Meinung dazu hat, “Immcomminicado” ist ein Buch, das frei im Internet erhältlich ist und der Autor Michel Reimann erzählt die entsprechende Geschichte dazu und Wolgang Tischer vom literaturcafe. de das ich gerne lese, hat auch eine eher gegensätzliche Meinung.
        Frau Kaiser ist, glaube ich noch sehr jung und vertritt dementsprehend einen kämpferischen Standpunkt, das was sie von Sklaven etc schreibt, würde ich für eher überzogen halten und was mich selber betrifft. Ich habe keinen Erfolg im Literaturbetrieb und bin so nach und nach im Laufe der letzten dreißig vierzig Jahre dazugekommen, meine Sachen einfach selber zu machen und das Internet und die Möglichkeit des Digitaldrucks hilt mir sehr dabei, kostenlos sind meine Sache im Internet nicht erhältlich, ich stelle sie auch nicht bei Amazon ein , weil ich glaube, daß ich da ohnehin keine Käufer haben möwürde und habe zum Glück auch einen Brotberuf, der mich das möglich machen läßt und ansonsten glaube ich, daß sich der Buchmarkt sehr verändert, ob wir das wollen oder nicht und bin gespannt wie sich das weiterentwickln wird und beobachte das auch sehr interessiert

  • Reply
    ramblingbrother
    January 18, 2013 at 3:11 pm

    Reblogged this on All Souls College Oxford.

  • Reply
    Frau Blau
    January 18, 2013 at 5:25 pm

    zunächst einmal stimme ich Vea Kaiser zu- ich unterstütze das Urherberrecht, egal ob es nun Bücher oder Bilder oder Fotografien und … betrifft. Immerhin steckt meistens viel Herzblut hinter den Werken, unglaublich viel Zeit, Verzicht auf anderes etc.
    Allerdings habe ich als Autorin gerade eine sehr unangenehme Erfahrung mit “meinem” Verlag gemacht und ganz ehrlich, das was Frau Kaiser hier lobend erwähnt, habe ich leider nicht erfahren. Auch empfinde ich immer noch die Diskrepanz zwischen dem, was wir Schreibende pro verkauftem Buch erhalten und wieviel in die Verlage selbst fließt, finde ich unangemessen. Hier braucht es wahrlich eine Diskussion!

    Aber, dass dieses kostenlose Bedienen im Netz Diebstahl ist, sehe ich genauso.

    Mögen sich die einen und anderen besinnen!!!

    herzlichst
    Ulli

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      January 18, 2013 at 7:27 pm

      Liebe Ulli,
      ich bedanke mich ganz herzlich für deinen Kommentar, mit dem du die Perspektive sicherlich noch einmal erweiterst. Es tut mir zunächst einmal leid zu hören, dass du eine negative Erfahrung mit deinem Verlag machen musstest. Da gibt es sicherlich Unterschiede zwischen den Verlagen und auch in der Betreuung unterschiedlicher Autoren und Autorinnen. Da ich selbst nicht schreibe, habe ich leider keine Ahnung davon, wie viel Geld der Autor erhält und wie viel der Verlag bekommt. Sicherlich ist das aber auch noch einmal ein separates Thema, über das im Idealfall eine Diskussion angestoßen werden sollte. Ich hoffe, dass diese Diskussion durch Aktionen wie die von Vea Kaiser vielleicht für die Zukunft angeregt werden kann.

      Das kostenlose Bedienen im Netz finde ich auch eine erschreckende Entwicklung! Nur weil man im Internet relativ anonym agieren kann, finde ich nicht, dass man allen menschlichen Respekt ablegen sollte. Ich habe im letzten Monat einen relativ unbekannten Autor interviewt, der einen anstrengenden Brotberuf hat, um sein Schreiben zu finanzieren und für den Buchverkäufe sehr wichtig sind. Vielleicht sollten Menschen, die irgendetwas umsonst downloaden auch mal daran denken.

      Liebe Grüße dir und einen schönen Abend
      Mara

  • Reply
    Susanne Haun
    January 18, 2013 at 6:15 pm

    Ein sehr guter Bericht. Ich habe Vea Kaiser gleich bei Facebook gesucht, um den Beitrag auch zu teilen!
    Einen schönen Freitag wünscht Susanne

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      January 18, 2013 at 7:11 pm

      Liebe Susanne,
      ich fand ihre Gedanken in ihrem Brief auch sehr gut auf den Punkt gebracht und kann ihre Wut nachvollziehen. Das, was sie beklagt, wird bei dir in der Kunst wahrscheinlich nicht anders sein, oder?
      Ich habe gerade eben bereits gesehen, dass ihr nun auf Facebook befreundet seit. Kanntest du sie zuvor als Autorin? Ihr Roman ist wirklich sehr lesenswert (nur so am Rande).

      • Reply
        Susanne Haun
        January 19, 2013 at 7:39 am

        Liebe Mara,
        ja, es ist in der Kunst auch so.
        Ich kannte Vea Kaiser vorher nicht und werde mir ihr Buch sicher kaufen. Ich habe gerade versucht, auf Facebook den Text zu teilen, aber es hat nicht funktioniert. So habe ich deinen Blogbeitrag an meine Pinnwand gesetzt.
        Ich wünche dir einen schönen Samstag, Susanne

        • Reply
          buzzaldrinsblog
          January 19, 2013 at 8:48 pm

          Liebe Susanne,
          ich freue mich sehr, dass du auf diesem Weg – trotz des unschönen Anlass – dennoch diese großartige Autorin kennenlernen durftest. Ich bin sehr gespannt, wie dir ihr Buch gefallen wird. Ich weiß nicht, ob es das Buch auch als Hörbuch gibt, stelle mir das Hören aber unheimlich spaßig vor, da viele Passagen in einem sehr lustigen Dialekt gehalten sind.

          Ich wünsche dir noch ein schönes Rest-Wochenende. 🙂

  • Reply
    ramblingbrother
    January 18, 2013 at 8:05 pm

    Liebe Mara,

    ich habe mir erlaubt, deinen Beitrag zu rebloggen. Ohne dich gefragt zu haben. Aber Vea Kaiser’s offener Brief verdient einfach seine Verbreitung. Und ich hoffe, du erteilst mir nachträglich Absolution 🙂

    Liebe Grüße aus Freiburg

    Achim

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      January 19, 2013 at 8:32 pm

      Hallo Achim,

      ich erteile dir sehr gerne Absolution fürs Rebloggen und ich glaube, dass auch Vea Kaiser sich freut, wenn ihr offener Brief so viel Verbreitung findet, wie nur möglich. 🙂

      Liebe Grüße aus dem kalten Bremen.

  • Reply
    Karin Braun
    January 18, 2013 at 9:50 pm

    Recht haben sie. Alle Beide. So geht es wirklich nicht. Mir steht dieses “nimm was Du kriegen kannst, Hauptsache ist umsonst” und wer schreibt, tut es ja aus Liebe zur Sache. Ja, klar lieben Autor_innen das Schreiben und die Arbeit am Buch, aber Sie müssen auch leben und die meisten von uns, tun es wahrlich nicht im rauschenden Luxus, sondern eher sehr sehr bescheiden. Alles Liebe Karin

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      January 19, 2013 at 8:46 pm

      Liebe Karin,
      ich konnte die Standpunkte der beiden auch sehr gut nachvollziehen. Das, was mich daran stört ist sicherlich auch die beschriebene “Umsonst-Mentalität”, mit der man sich alles holen möchte, Hauptsache es ist kostenlos. Vea Kaiser schreibt, dass sie lange gekellnert, studiert und geschrieben hat, um sich Leben und Studium finanzieren zu können – da kann man schon erwarten, dass andere die eigene Arbeit stärker respektieren.

  • Reply
    Wertschätzung für unsere Arbeit. Notfalls Kuchen. | DENKDING
    January 19, 2013 at 1:52 pm

    […] Link zum Artikel bei buzzaldrins Bücher: Verdammt Recht! […]

  • Reply
    Zwischendurch « Literaturgefluester
    January 20, 2013 at 11:09 pm

    […] seit die E-Books hochgeladen werden, werden sie von den Leuten angeblich auch vermehrt gelesen. Und Buzzaldrin hat über einen Facebook-Eintrag Vea Kaisers, dem jungen Superstar von “Blasmusikpop” […]

  • Reply
    arwyn_yale
    January 20, 2013 at 11:47 pm

    Mich erschreckt die Selbstverständlichkeit, mit der in Foren nach solchen Portalen gefragt wird, wo es Bücher- es werden oft die Bücher gesucht, um die gerade ein Hype gemacht wird, gratis zum illegalen Download gibt. Ich glaube ein Teil weiß nicht mal, dass es illegal ist, einem anderen Teil ist es egal, wo die Bücher her kommen und wer dahinter steckt. Und das erschreckt mich. Ich will das und das Buch gratis, scheiß auf den Autor. Mich macht es traurig, dass sich viele Leute nicht mehr richtig mit Literatur auseinander setzen. Viele kaufen nur gehypte Bücher wie Shades of Grey etc, weil es jeder tut, weil es überall Gespräch ist etc und haben an Literatur an sich aber gar nicht so das Interesse. Und dann fehlt natürlich das Interesse an den Personen, die hinter den Büchern stecken. Dass es keine Bücher geben würde, wenn keiner mehr dafür bezahlt, daran wird nicht gedacht.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      January 21, 2013 at 3:03 pm

      Hallo Arwyn,

      danke für deinen Besuch und deinen Kommentar bei mir, über beides habe ich mich sehr gefreut. 🙂 Da ich in Bücherforen nicht aktiv bin, bin ich zunächst einmal erstaunt und schockiert über das, was du berichtest. Ich würde nie auf die Idee kommen, in einem Forum zu fragen, wo ich ein Buch kostenlos herbekommen könnte. Ich kann verstehen, dass du das erschreckend findest. Ich finde die Mentalität, die dahinter steckt, fürchterlich.
      Ich finde es übrigens auch schade, dass in den großen Bücherkaufhäusern zunehmend dasselbe Sortiment angeboten wird und ich habe keine Ahnung, woran das liegen könnte. Liegt dort das, was die Masse nachfragt, oder trauen sich die Buchhändler nicht, auch andere Titel auszulegen? Viele brauchen vielleicht ein bisschen Hilfe, um auf literarische Perlen aufmerksam zu werden.

      • Reply
        arwyn_yale
        January 21, 2013 at 5:34 pm

        Ja, da das hast du Recht, dass man in den großen Ketten fast dasselbe Sortiment vorfindet. Deswegen mag ich so große Buchhandelsketten gar nicht so gerne. Bei uns ist eine kleine Buchhhandlung und dort stoße ich oft auf Titel, die nicht so bekannt sind, aber sehr gut geschrieben dafür. Die Beststeller sind da natürlich auch gleich an der Tür aufgebaut, aber zwischendrin findet man immer wieder Bücher, die ein Lesezeichen enthalten, das rausragt, wo draufsteht welche Buchhändlerin das Buch empfiehlt. Das finde ich eine gute Idee. Das Problem an den Ketten ist glaube ich, dass die alle von “oben” der Geschäftsleitung nicht viel Spielraum bekommen, sondern einfach die erfolgreichsten Bücher auslegen müssen. Bei den kleineren Buchhändlern haben die Mitarbeiter sicher etwas mehr Spielraum und können auch mal Bücher auslegen, die eher aus kleineren Verlagen kommen, oder von Autoren, die noch nicht so bekannt sind. Etwas mehr Eigeninitiave und etwas weniger Mainstream wäre da schon wünschenswert. Und Mut um gegen den Strom zu schwimmen.

        • Reply
          buzzaldrinsblog
          January 22, 2013 at 8:10 pm

          Mir geht es genauso wie dir. Wir haben hier zum Glück neben den großen Buchhandelsketten auch einen kleineren Buchladen, der ein schönes Sortiment hat. Viele Bücher, auf die ich dort stoße, liegen bei Thalia häufig leider gar nicht aus. Dort gehe ich immer gerne auf Entdeckungstour und genieße das Fehlen von ’50 shades of grey’ oder dem neuesten Buch von Ken Follett. Das sieht man einfach über all. Während meiner Zeit als Weihnachtsaushilfe musste ich auch feststellen, dass schrecklicherweise überwiegend dieselben Bücher gekauft werden: ‘Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg’, ’50 shades of grey’, irgendwas von Jussi Adler Olsen. Abwechslung ist da wirklich ganz ganz selten.
          Deine letzten Sätze kann ich nur unterschreiben: ich würde mir auch von den Buchhandlungen mehr Mut und Eigeninitiative wünschen. 🙂

  • Reply
    Klausbernd
    February 6, 2013 at 4:42 pm

    Liebe Leute,
    vorab, ich bin ja auch für die Einhaltung des Urheberrechts, da ich teilweise davon lebe. Auf der anderen Seite spiele ich hier mal advocatus diaboli: Von mir wurden mehrere meiner in den USA erschienen Bücher geraubt ins Netz gesetzt. Was ich zugleich zu meinem Erstaunen bemerkte, dass dies die Verkaufszahlen erhöhte. Es ist doch immer noch so, dass wenn einem ein Buch gefällt, man es weniger gern online liest oder es sich als Loseblattsammlung ausdruckt, was heißt, man kauft es. Ich halte es im Grunde für eine gute Werbung für ein Buch, wenn es ins Netz gestellt wird. Allerdings gebe ich zu, dass ich mich an der gewonnen Sammelklage gegen Google beteiligt habe, allerdings nicht Google untersagte, meine Bücher (engl. Ausgaben) weiterhin online zu halten. Als Autoren müssen wir wie die Verleger umdenken. Ich verkaufe natürlich wie fast alle Autoren die meisten meiner Bücher in Europa über die großen Kettenbuchhandlungen wie Thalia. Was in kleinen Buchhandlungen verkauft wird, davon könnte ich mir nicht mal ein Pint Bier im Pub leisten. Diesem Umsatz in den Kettenbuchhandlungen tut meiner Erfahrung eine Raubkopie im Netz keinen Abbruch. Wie gesagt, es macht Leserschichten auf das Buch aufmerksam, die man anders nicht erreichen würde. Das liegt natürlich u.a. daran, dass die Verlage nur noch für einen A-Titel größere Werbebudgets zur Verfügung stellen. Die Masse der Leser kennt doch eine Autorin Vea Kaiser gar nicht und sie hat überhaupt keine Chance über 50.000 Ex. jährlich zu verkaufen, was die Forderung an einem Autor heute ist, um von den Verlagen und Vertrieben überhaupt wahrgenommen zu werden.
    Kurzum, ich denke mir, dieser offene Brief von Frau Kaiser sollte eher dazu anregen, sich als Autor zu überlegen, wie man sich im digitalen Zeitalter so vermarkten kann, dass man bequem von seinem Schreiben leben kann. Und dabei geht`s brutal einzig um Umsatzzahlen und in Bezug auf diese spielt eine geraubte Veröffentlichung im Netz – zumindest bislang – noch keine Rolle. Lassen wir doch die Kirche im Dorf, übers Netz werden nicht mehr als 500 Leser sich den Roman realistisch anschauen und solche Zahlen spielen beim Umsatz keine Rolle. Außerdem würden höchstwahrscheinlich diese Leser das Buch eh nicht bei Thalia kaufen und wenn auch, davon könnte sich die Autorin gerade mal ein Dinner (wenn überhaupt) mit ihrem Freund leisten. Das ist die Realität.
    Aber um es nochmals klar zu sagen, PRINZIPIELL bin ich auch gegen jede copyright-Verletzung. Die werden übrigens im viel größeren Stil in China betrieben. Als vor einigen Jahren China zur Einhaltung des copyrights und zu Nachzahlungen verpflichtet wurde, davon konnte ich mir eine Arktisexpedition leisten. Aber als eines meiner literarischen Tagebücher geraubt ins Netz gestellt wurde, das hat mich wirtschaftlich nicht getroffen. Um ein “guter” Autor sein zu können, muss man 51% Geschäftsmann sein und die Umsatzstatistiken im Auge haben, das gibt die Freiheit gut zu schreiben.
    Liebe Grüße aus Nord Norfolk
    Klausbernd

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      February 7, 2013 at 7:03 pm

      Lieber Klausbernd,
      herzlichen Dank für deinen ausführlichen und informativen Kommentar, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Leider hat mich die Technik diese Woche im Stich gelassen, zunächst wollte der Surfstick nicht mehr, dann der Rechner, so dass ich leider keine Zeit habe, dir in Ruhe zu antworten.
      Ich habe mit Vea Kaiser letzte Woche ein Interview geführt und sie auch noch einmal auf diese Debatte angesprochen, mehr erhellendes zu ihrer Position gibt es also höchstwahrscheinlich hier auf meinem Blog im Laufe der kommenden Woche. Ich glaube, dass sie neuen Medien und Vermarktungstechniken offen gegenüber steht. Ihr Punkt ist nur, dass man als Autor die Entscheidung haben muss, ob man sein Zeug herschenken möchte oder eben nicht. Soweit kann ich ihre Position auch gut nachvollziehen. Wenn sie das nicht möchte, aber Leute ihr E-Book dennoch downloaden, dann empfindet sie das als Diebstahl. Auch das kann ich nachvollziehen, denn es gibt ja genug E-Books die ganz legal und kostenlos erhältlich sind. Ich finde alles, was du schreibst gut und richtig, ich finde nur – ähnlich wie Vea Kaiser – das man als Autor die Wahl haben muss, ob man sich daran beteiligt oder nicht und dass die Sachen nicht einfach kostenlos angeboten werden dürfen.
      Ich mache mir noch mehr Gedanken in den kommenden Tagen und wenn die Technik wieder funktioniert, melde ich mich noch mal.
      Soweit beste Grüße
      Mara

  • Reply
    Vea Kaiser im Gespräch! « buzzaldrins Bücher
    February 12, 2013 at 10:17 am

    […] zwei Wochen hast du dich auf deiner Facebookseite öffentlich zum Urheberrecht geäußert. Wie waren die […]

  • Reply
    Wertschätzung für unsere Arbeit, notfalls Kuchen | 19.01.2013
    June 7, 2013 at 4:21 pm

    […] Link zum Artikel bei buzzaldrins Bücher: Verdammt Recht! […]

  • Reply
    Wertschätzung für unsere Arbeit – notfalls Kuchen | Pia Ziefle | Autorin
    October 17, 2013 at 1:48 pm

    […] Link zum Artikel bei buzzaldrins Bücher: Verdammt Recht! […]

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