5 Fragen an Thommie Bayer!

8518251883_73e590eae5Thommie Bayer wurde 1953 in Esslingen geboren. Er war Maler und Liedermacher und begann 1984 damit zu schreiben. Bisher erschienen von ihm “Das Aquarium”, “Die gefährliche Frau”, “Eine kurze Geschichte vom Glück” und “Fallers große Liebe”. Im vergangenen Jahr erschien sein neuester Roman “Vier Arten, die Liebe zu vergessen”.

1.) Warum wollten Sie Schriftsteller werden?

Das weiß ich nicht. Und auch den Zeitpunkt, an dem ich bemerkte, DASS ich es werden wollte, kann ich nicht mehr so genau festmachen. Vielleicht mit Mitte zwanzig begann ich vom erzählenden Schreiben zu träumen, dachte aber damals, ich müsste noch sehr viel älter werden und sehr viel mehr erlebt haben dafür. Das stimmte aber nicht, denn mit Anfang dreißig schrieb ich mein erstes Buch, und dann kam das Lawinchen ins Rollen.

2.) Gibt es einen Schriftsteller oder einen Künstler, der Sie auf Ihrem Weg besonders inspiriert hat?

Es waren sicher viele, aber aus denen ragen ein paar hervor: Kurt Vonnegut, Tom Robbins, John Steinbeck, Urs Widmer, Michael Schulte, Max Frisch, Patricia Highsmith und Ian McEwan.

3.) Wann und wo schreiben Sie am liebsten?

Wenn nichts anderes ansteht so ziemlich jeden Tag von etwa elf bis etwa sechs. An meinem Schreibtisch und nirgendwo sonst. Ich kann auf Reisen, im Zug, im Urlaub allenfalls überarbeiten oder korrigieren. Erfinden kann ich nur zuhause.

4.) Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Jetzt gerade lese ich „Kapital“ von John Lanchester mit Begeisterung, davor „Dichterliebe“ von Petra Morsbach, „Rote Zukunft“ von Francis Spufford, „Bis ans Ende der Welt“ von Norbert Zähringer, alle mit Begeisterung.

4.) Was würden Sie einem jungen Schriftsteller raten?
a. Sei ein Stehaufmännchen.
b. Lies deine Zeitgenossen.
c. Nimm Sprache ernst – es gibt kein „nur so dahingesagt“.

Vielen Dank an den Autor für die Beantwortung meiner Fragen!

5 Comments

  • Reply
    Susanne Haun
    March 2, 2013 at 7:05 am

    Guten Morgen,
    ich mag das knappe und inhaltschwere Interview.
    Ich habe relativ spät die Schönheit der Sprache entdeckt, weil ich natürlich immer Bilder und nie Worte im Kopf habe. Aber inzwischen mag ich schön formulierte Sätze….
    LG Susanne

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      March 4, 2013 at 2:23 pm

      Liebe Susanne,
      auch mir hat das Interview gut gefallen. Knapp und inhaltsschwer ist auch eine gute Beschreibung seines feinfühligen und ruhigen Romans. Die letzte Antwort von Thommie Bayer hat mir am besten gefallen, weil sie so einfach klingt und in der Praxis doch so schwer umzusetzen ist.

      Herzliche Grüße dir
      Mara

      • Reply
        Susanne Haun
        March 5, 2013 at 6:56 am

        Liebe Mara,
        da hast du Recht, es ist sehr schwer!
        Ich freue mich darüber, dass ich langsam aber stetig immer mehr Feinheiten der Sprache erkenne, wenn ich es auch selber in meinen Texten nicht umsetzen kann. Aber ich bin ja auch Zeichnerin und nicht Literatin. Alles hat seinen Grund!
        LG Susanne

  • Reply
    mickzwo
    March 3, 2013 at 6:46 pm

    ‘Nimm Sprache ernst – es gibt kein „nur so dahingesagt“.’ Klingt erstmal einfach, ist aber wohl das Schwerste von allem. Und das Wichtigste, wie ich glaube.
    Klare Fragen, gute Antworten. Danke für das Interview.

    Beste Grüße
    mick

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      March 4, 2013 at 2:19 pm

      Lieber mick,

      danke für den Kommentar! 🙂 Die von dir zitierte Antwort gefällt mir auch am besten, gerade weil sie so einfach klingt und doch so schwer umzusetzen ist, gerade heutzutage im Zeitalter des Internets, gibt es vieles, was schnell mal dahingesagt wird.

      Liebe Grüße
      Mara

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