5 Fragen an Elisabeth Rank!

© Carolin Weinkopf Fotografie

Elisabeth Rank wurde 1984 in Berlin geboren. Sie hat Publizistik, Kommunikationswissenschaften und Europäische Ethnologie studiert. Seit einigen Jahren arbeitet sie als freie Autorin für unterschiedliche Magazine, außerdem ist sie im Bereich Digitale Markenführung tätig. Ihr Debütroman “Und im Zweifel für dich selbst” erschien im Jahr 2010. Lesenswert sind bereits die Texte, die man auf ihrem Blog findet – doch Vorsicht, wenn man erst mal anfängt dort zu lesen, läuft man Gefahr, nicht mehr aufhören zu können.

1.) Warum wollten Sie Schriftstellerin werden?

Ich glaube, ich habe mir das nicht ausgesucht. Es kam, dass ich Sprache mochte, ich mochte es, wenn mir Geschichten erzählt und vorgelesen wurden – und ich glaube, ich habe mir angewöhnt, mich zu fragen, was hinter einer Beobachtung steckt. Wenn Sachen einfach so passieren, interessiert mich das Warum. Das war schon immer so.

2.) Gibt es einen Schriftsteller oder einen Künstler, der Sie auf Ihrem Weg besonders inspiriert hat?

Ich lese Tilman Rammstedt, Thomas Pletzinger und Katrin Seddig gerne, ebenso Miranda July und John Green, und auch noch viel mehr, die mir gerade so nicht einfallen. Es ist nicht so, dass ich drei Bücher am Tag verschlinge, aber ich lese abends im Bett. Jeden Tag. Ansonsten sind es auch Musiker, die mich inspiriert haben und immer wieder inspirieren – gerade und immer The National, The Postal Service,  Black Atlantic, William Fitzsimmons und und und.

3.) Wann und wo schreiben Sie am liebsten?

Im Kopf schreibe ich immer, das klingt pathetisch, ist es nicht. Ich sehe was und denke mir etwas dazu und manchmal komme ich dazu, es aufzuschreiben. Dieses schrifststellerische „So. Jetzt setze ich mich an einen Tisch, klappe den Laptop auf, gucke aus dem Fenster und schreibe eine Geschichte“ funktioniert bei mir leider nicht, ich bin meistens unterwegs oder in Situationen, in denen Schreiben aus irgendwelchen Gründen nicht funktioniert,  wenn ich einen Einfall habe. Deswegen wird die Notizfunktion meines Handys auch ordentlich strapaziert. Würde jemand das Handy finden, ich glaube, er hätte viel Spaß mit den kryptischen Beobachtungen. Ich weiß jedoch meistens auch nach Jahren noch, was ich mal damit gemeint hab.

4.) Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Derzeit lese ich „Ich weiß, ich war’s“ von Christoph Schlingensief, seine Frau Aino Laberenz hat es herausgegeben mit Schriftstücken und Aufzeichnungen von ihm. Mich berührt dieses Buch so sehr, dass ich schon auf den ersten Seiten im Flugzeug, ich kam gerade von einem Geschäftstermin, so sehr schlucken musste, dass ich erstmal einen Rotwein bestellt hab.

5.) Was würden Sie einem jungen Schriftsteller raten?

Vermutlich würde ich ihm zu nichts raten. Es gibt da keinen Weg, den man gehen muss. Man muss sich einen suchen und mit diesem Weg zufrieden sein, glaube ich. Für mich war es sehr hilfreich, zu bloggen – und damit direkt mit Feedback konfrontiert gewesen zu sein. Ich glaube, dass Schubladen eher selten sagen, wie sie so eine Geschichte wirklich finden, Abgleich mit außen ist nicht schlecht, wenn man eine eigene Sprache entwickeln möchte, denke ich.  Dabei geht es nicht darum, Bestätigung zu bekommen, sondern immer wieder gefragt zu werden, ob es wirklich das ist, was man sagen will.

Herzlichen Dank an die Autorin für die Beantwortung meiner Fragen!

7 Comments

  • Reply
    dieseitenspinnerinnen
    March 12, 2013 at 10:40 am

    “Im Kopf schreibe ich immer…” Was für ein schöner, treffender Satz. Viele Grüße von Mila

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      March 12, 2013 at 4:09 pm

      Liebe Mila,
      den Satz empfand ich auch sehr treffend, vor allem auch, weil es mir genauso ergeht. Ich schreibe zwar keine Prosa, sondern nur Rezensionen, aber im Kopf schreibe ich immer an meinen Besprechungen. Ich habe mir letztens schon ein Diktiergerät gekauft und trage das immer mit mir herum, um auch spontan die Möglichkeit zu haben, etwas aufzuzeichnen. Die Notizfunktion des Handys ist aber natürlich auch eine Alternative. 😉

  • Reply
    Bist du noch wach? – Elisabeth Rank | buzzaldrins Bücher
    March 12, 2013 at 2:20 pm

    […] zu lesen, läuft man Gefahr, nicht mehr aufhören zu können. Ich freue mich, dass ich der Autorin fünf Fragen stellen […]

  • Reply
    literaturen
    March 13, 2013 at 7:52 am

    Mit ergeht es auch häufig so, dass mir plötzlich irgendwelche prosaischen Sätze in den Kopf schießen. Gern auch mal, wenn ich an der Kasse stehe, da habe ich mir neulich schon einen Zettel gekrallt und es aufgeschrieben, bis der nächste Kunde kam. Oft schreibe ich es aber auch nicht auf, weil es einzelne unzusammenhängende Sätze sind, die ich vermutlich niemals zusammenbringen kann. In diesem Sinne – sehr schön, zu lesen, dass es anderen da ähnlich ergeht. (;

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      March 14, 2013 at 7:56 pm

      Liebe Sophie,
      ich finde es auch immer sehr schön zu lesen, dass es anderen genauso ergeht. Letztens habe ich auch an der Supermarktkasse eine junge Kassiererin gesehen, die sich gerade noch etwas auf dem Zettel notierte, bevor ich kam. So etwas finde ich immer ganz schön. Man bräuchte so etwas, wie ein Tonband im Kopf, von dem man dann am Abend all die unvollständigen Gedanken und Sätze abrufen und zusammensetzen kann. 🙂

  • Reply
    Tanja
    March 13, 2013 at 9:19 pm

    The National – die Band inspiriert mich auch! 🙂 Danke für das tolle Interview.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      March 14, 2013 at 6:13 pm

      Ich Musikbanause kenne diese Gruppe natürlich schon wieder nicht – werde ich gleich mal reinhören! 🙂

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