5 Fragen an René Freund!

© Heribert Corn

René Freund wurde 1967 geboren und lebt als Autor und Übersetzer in Grünau im Almtal. Er arbeitete zwei Jahre als Dramaturg am Theater in der Josefstadt und studierte Philosophie, Theaterwissenschaft und Völkerkunde. Von ihm erschienen bereits zahlreiche Bücher, unter anderem “Stadt, Land und danke für das Boot” sowie “Wechselwirkungen”. “Liebe unter Fischen”, das zu Beginn dieses Jahres erschien, ist seine neueste Veröffentlichung.

1.) Warum wollten Sie Schriftsteller werden?

Um jetzt ganz ehrlich zu sein: Ich wollte die Welt verändern.

2.) Gibt es einen Schriftsteller oder einen Künstler, der Sie auf Ihrem Weg besonders inspiriert hat?

Wenn es nur einer sein soll, dann möchte ich Kurt Tucholsky nennen. Ich habe eine unendliche Bewunderung für diesen kleinen, dicklichen Mann, der mit seiner Schreibmaschine den Wahnsinn des Dritten Reichs aufhalten wollte. Und der uns in besseren Zeiten mehr unbeschwerte Romane wie „Rheinsberg“ oder „Schloss Gripsholm“ hinterlassen hätte. Schlagt einen der zehn Bände auf, ihr werdet immer etwas finden. Sein Sprachwitz ist für mich unübertroffen. In diesen Tausenden Schriften zu Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kunst: Tucholsky irrte sich so gut wie nie. Bei ihm kann man alles nachlesen, auch über den Wahnsinn unserer Zeit.

3.) Wann und wo schreiben Sie am liebsten?

Zu Hause in Grünau im Almtal in Oberösterreich. An meinem Schreibtisch in meinem terracottafarbenen Arbeitszimmer. Meistens, wenn die Kinder in der Schule sind, zwischen 7.30 und 13.00 Uhr.

4.) Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

„Kauft Leute“ von Jan Kossdorff. Ein Buch, das von unserer Realität nur einen Fingerbreit weit entfernt liegt: In dem Roman können wir Menschen in einem Supermarkt kaufen. Quasi mit Bio-Zertifikat. Ist aber auch lustig geschrieben und nimmt uns mit den Figuren auf eine Reise mit.

5.) Was würden Sie einem jungen Schriftsteller raten?

Klingt wahnsinnig langweilig – in erster Linie: Disziplin. Die kann aber nur aus Liebe zum Schreiben entstehen. Einfach mal schreiben. Danach: Korrigieren, überarbeiten, wegwerfen. Schreiben und wegwerfen. Irgendwas bleibt irgendwann mal übrig. So mache ich das jedenfalls.

Vielen Dank an den Autor für die Beantwortung meiner Fragen!

7 Comments

  • Reply
    jancak
    May 3, 2013 at 11:31 am

    Ob das mit dem Weltverändern wohl gelungen ist und ob man das mit einem Krimi kann und es genügt, die Mißstände aufzuzeigen und noch eine schöne Frauenleiche dazuzulegen?
    Aber ganz ehrlich, das wollte ich einmal auch, schreiben und die Welt verbesser, denn eigentlich weiß man ja, wie es geht und man bräuchte sich nur an die zehn Gebote halten, keine Steuern hinterziehen, nicht schwarzfahren, vielleicht auch nicht zuviel illegal downloaden, etc.
    Aber lesen ist wahrscheinlich ein Vergügen, wo man nicht viel falsch machen kann und nichts passiert, außer, daß unrealistischerweise sehr viele Leichen herumkugeln und alles sehr sehr spannend sein muß.
    Der Name Rene Freund ist mir natürlich ein Begriff, gelesen habe ich noch nichts von ihm und das neue Buch von Jan Kossdorf, das in Ex Libris vorgestellt wurde, interessiert mich sehr. Vorläufig steht aber “Spam” auf meiner Leseliste und da freue ich mich schon sehr aufs Lesen.

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      May 6, 2013 at 9:43 am

      Liebe Eva,
      René Freund schreibt auch Krimis? Das wusste ich gar nicht, da dies das erste Buch von ihm ist, das ich entdeckt habe – sicherlich aber nicht das letzte, das ich gelesen haben werde, da es mir gut gefallen hat. Ich kann dir eine Lektüre nur empfehlen und bin gespannt, wie dir René Freund gefallen wird. Von Jan Kossdorf habe ich bisher noch nichts gehört, mir den Namen aber gleich mal innerlich notiert!

      Ich wünsche dir einen sonnigen Start in die nächste Woche! 🙂

      • Reply
        jancak
        May 6, 2013 at 11:51 am

        Zumindest würde ich “WienerTheaterblut” so zuordnen. Gelesen habe ich es aber nicht. Ebenfalls einen sonnigen Wochenstart, in Wien schauts nicht ganz so aus, es geht jetzt aber zu einer Muttertagsfeier

  • Reply
    Susanne Haun
    May 3, 2013 at 1:35 pm

    Ich finde es wichtig, dass niemand je aufgibt, die Welt zu verändern. Auch im Alter nicht, bis zum Schluß.
    Ich kann mich der Bewunderung von Tucholsky nur anschliessen.
    „Schloss Gripsholm“ ist ein wirklich einmaliges Buch und ich denke jedes mal daran, wenn ich ins denkeln komme…

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      May 6, 2013 at 9:41 am

      Liebe Susanne,
      ich finde es auch schön, wenn man sich diesen Glauben lange bewahren kann und nicht aufgibt, dies weiterzuverfolgen. Kurt Tucholsky habe ich selbst leider noch nicht gelesen, auch wenn ich zwei Bücher von ihm im Regal stehen habe. “Schloss Gripsholm” kommt aber gleich mal auf meine Wunschliste … 🙂

  • Reply
    Petra Gust-Kazakos
    May 3, 2013 at 3:14 pm

    Die erste Antwort gefällt mir besonders …

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      May 6, 2013 at 9:38 am

      Ja, die hat mir auch besonders gut gefallen, liebe Petra! 🙂

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