[5 lesen 20] Carambole – Jens Steiner

Jens Steiner wurde 1975 geboren, hat Germanistik, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Zürich und Genf studiert und arbeitete nach dem Studium als Lehrer und Lektor. Er fand sich bereits 2011 mit seinem Romandebüt “Hasenleben” auf der Longlist des Deutschen Buchpreis wieder und ist in diesem Jahr erneut mit seinem Roman “Carambole” vertreten. Für das Romanmanuskript wurde er bereits im vergangenen Jahr mit dem Preis “Das zweite Buch” der Marianne und Curt Dienemann-Stiftung ausgezeichnet. Der Autor betreibt eine aufwendige und schön gestaltete Homepage – ein Besuch lohnt sich.

“Trost hat er in der Philosophie gefunden, Platon, Cicero und Epiktet sind heute seine Patchworkfamilie.”

“Carambole”, der Titel des Romans, ist ein Brett- und Geschicklichkeitsspiel, das sich vor allen Dingen in Indien und Pakistan großer Beliebtheit erfreut und dort so etwas wie eine Volkssportart ist. Hierzulande ist das Spiel auch unter den Namen Carrom oder Fingerbillard bekannt.  Mit “Carambole” legt Jens Steiner einen Roman in zwölf Runden vor, vom “Anspiel” bis zum “Aus. Dass der Autor sich genau für diesen Titel entschieden hat, ist sicherlich kein Zufall und liegt nicht nur daran, dass in diesem Buch auch drei Herren eine Rolle spielen sollen, die genau dieses Spiel spielen.

Jens Steiner beschreibt das Leben in einem namenlosen Dorf in der Schweiz. Es ist Sommer; noch zwei Wochen bis zu den Schulferien. Über dem Dorf scheint eine bleierne Schwere zu liegen, die alles einhüllt und erstarren lässt. Da sind die drei Freunde Fred, Manu und Igor, die ihre Zeit gemeinsam verbringen und Pläne schmieden, aus denen sowieso nichts wird. Jeder von ihnen ist mit eigenen Problemen beschäftigt, darüber sprechen können sie miteinander nicht. Die Sommerferien stehen vor der Tür und alle drei wissen, dass wieder nichts passieren wird und alles immer gleich bleibt – wo ist die Veränderung? Wo ist der überraschende Moment? Da ist das Ehepaar, das sich in einem gemeinsamem Schweigen eingenistet hat, doch wohl fühlt sich keiner der beiden mit der Situation. Der Mann geht in den Schuppen, um zu weinen, die Frau verliert ihre Sprache, weil sie niemanden mehr hat, an dem sie sie ausprobieren könnte. Den Kontakt zu ihrer Tochter hat sie schon lange verloren, Renate ist erst vierzehn, aber bereits in einem Alter, in dem ihre Eltern ihr peinlich sind.

“”So, wie war’s?’ ‘War was?’ ‘Na, die Probe?’ ‘Welche Probe?’ ‘Na, die vom Theater, mit den Kostümen. Oder ging es um Requisiten?’ ‘Keines von beiden.’ ‘Oh. Worum denn?’ ‘Gar nichts. Wie kommst du auf Probe?’ ‘Ich weiß nicht. Hast du nicht heute Morgen gesagt …’ ‘Ich habe nichts gesagt.’ ‘Wirklich?’ ‘Ich sage am Morgen nie etwas.’ ‘Ach. Ja. Du hast recht.'”

Die Gespräche zwischen Mutter und Tochter sind von einem tiefen gegenseitigen Nichtverstehen geprägt, einem Nichtverstehenwollen. Die Mutter glaubte immer, Teil einer normalen Familie zu sein und doch funktionieren sie plötzlich nicht mehr. “Doch was ist das für eine Kraft, die uns auseinanderreißt?’. Da ist Freysinger, der seinen Tag anhand seiner Biertermine strukturiert, die er in der Dorfgaststätte wahrnimmt.

“Denn irgendwo, das habe ich in meiner vermurksten Laufbahn gelernt, irgendwo muss man sich festhalten, in dem ganzen Nichts braucht man zwei Griffe, die einen daran hindern, zu Boden zu gehen.”

Da ist der Mann, der seine Nachmittage im Garten verbringt, um ein Schwimmbassin zu bauen und beim Graben auf Fels stößt. Ein Fels, den er wegsprengen müsste, um weiter graben zu können. Ein Fels, der beinahe schon metaphorisch steht für das Leben dieses Mannes, das geprägt ist, von seinen Kindern, die mittlerweile erwachsen sind, aber immer noch nicht auf eigenen Füßen stehen können. Er arbeitet sich krumm, aber am Felsen kommt er einfach nicht vorbei. Da ist der Mann, der seine Tage hinter einem Fernglas verbringt. Er ist gelähmt und verantwortlich für einen fürchterlichen Unfall – wie soll man mit einer solchen Schuld leben und wie kann man gleichzeitig mit dem Bedürfnis umgehen, Rache für das üben zu wollen, was einem geschehen ist?

Auch Jens Steiner scheint seine Figuren wie durch ein Fernrohr zu beobachten: er holt sie an den Leser heran und beschreibt sie in scharfen und intimen Details, die einen ganz genauen Blick erfordern. Er beschreibt nicht nur das Dorf und seine Bewohner, sondern seziert diese schon beinahe. Es sind beklemmende Geschichten, die der Autor erzählt. Am stärksten berührt hat mich die Geschichte der verfeindeten Brüder, die nach einem Streit um das Erbe des Vaters, nie wieder miteinander gesprochen haben, obwohl sie beinahe Tür an Tür leben.

“Der jüngere Bruder blickt zum Balkon hinauf, der ältere Bruder blickt hinunter. Und sie können beide nicht mehr wegsehen. Die alte, fast vergessene Geschichte, das Erbe des Hausvaters, der Verrat der Schwester, der Streit, all dies hängt zwischen Straße und Balkon und erlaubt den beiden kein Wegsehen mehr.”

Der Titel des Romans spiegelt sich auch in den Erzählungen des Autors wider: die Figuren, die er beschreibt und deren Lebenswege, kreuzen sich immer wieder. Wie Spielsteine auf einem großen Spielbrett stoßen die Figuren gegeneinander, kommen sich näher und stoßen sich wieder von einander ab. Die Figuren sind dabei weniger handelnde Menschen, als willenlose Spielfiguren, denen jegliche Motivation, jegliche Interessen und eigene Wünsche abhanden gekommen zu sein scheinen. Willenlos lassen sie sich hin- und herschieben, alle Bedürfnisse, die über das alltägliche Leben hinausreichen, scheinen sie irgendwo verloren zu haben. Unterwegs vergessen und nie wieder gefunden – das Dorf und seine Bewohner erscheinen wie unter einer großen Käseglocke lebend, abgeschnitten vom Rest der Welt und in den eingerichteten Lebensentwürfen erstarrt und festgelegt. Jeder geht seinen Weg – lauter “Einzelgänger in Einergruppen”. Erst eine Explosion in einer Fabrik in der Nähe des Dorfes, ein lauter Knall und ein donnerndes Grollen, führt schließlich dazu, dass die Wege mehrere Dorfbewohner sich kreuzen und Bewegung in die Erstarrung kommt …

Jens Steiner ist mit “Carambole” ein wunderbarer Roman gelungen, der nicht aus zwölf Geschichten besteht, sondern aus zwölf Miniaturkunstwerken. Sprachlich ist der Roman nüchtern gehalten, aber dennoch stellenweise poetisch. Dem Autor gelingt es wunderbar, in seiner Sprache die Apathie und Schwere der Dorfbewohner zu transportieren. “Carambole” ist ein Roman, der möglicherweise zu still und ruhig sein könnte, neben all den Konkurrenten auf der Longlist, der aber einen Platz auf der kurzen Liste mehr als verdient hätte.

21 Comments

  • Reply
    Bücherphilosophin
    September 2, 2013 at 12:20 pm

    Das Buch möchte ich auch unbedingt lesen. Ich mag nämlich die ruhigen Geschichten und Romane, die nicht so viel Flitter haben, sondern einfach guten Stil, ganz nüchtern und “under-stated”, wie die Briten so schön sagen. Danke für die Empfehlung!
    LG, Katarina 🙂

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      September 4, 2013 at 10:33 am

      Liebe Katarina,

      schöööön, dass ich dein Interesse wecken konnte – ich freue mich sehr! 😀 Im Vergleich zu den anderen Büchern und den pompösen Autorennamen (Kehlmann, Meyer) ist “Carambole” in der Tat eher stillere Literatur, deshalb aber noch lange nicht weniger lesenswert. Ich wünsche dem Roman ganz viele Leser und einen Platz auf der Shortlist *daumen drück*.

      Liebe Grüße nach England
      Mara

  • Reply
    dasgrauesofa
    September 2, 2013 at 4:09 pm

    Liebe Mara,
    ich habe zunächst gedacht, in dem Roman gehe es hauptsächlich um die drei Jugendlichen, es sei wieder so eine Art Entwicklungsroman und das hat nicht so sehr mein Interesse geweckt. Wenn ich nun aber Deine Rezension lese, scheint es mehr um die Befindlichkeit mehrerer Figuren in dem Dorf zu gehen, ihre Einsamkeit, ihre Sprachlosigkeit, ihr Gefangensein -in ihren Beziehungen, in ihrem Dorf, in dem sich nichts ändert und das ganz abgeschlossen zu sein scheint von der Welt. Also ein kompletter Gegenentwurf zu “Blasmusikpop”? Wenn ich das so richtig verstanden habe, dann hört sich das nun schon wieder sehr interessant an. Und wenn Du schreibst, dass Du dem Buch noch eine weitere Karriere auf der Shortlist gönnst, dann scheint sich eine Lektüre ja sehr zu lohnen.
    Viele Grüße, Claudia

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      September 4, 2013 at 10:19 am

      Liebe Claudia,

      in der Tat ist der Klappentext eher irreführend, denn es stehen weniger die Jugendlichen im Mittelpunkt, als das gesamte Dorf und die Strukturen, in denen die einzelnen Bewohner gefangen sind. Vielleicht kann man das Buch wirklich als “Gegenentwurf” zu Blasmusikpop lesen – die Figuren haben sich in ihren Lebensentwürfen eingerichtet, ohne die Perspektive zu haben, dass sich noch einmal etwas ändern könnte. Die sprachlose Mutter, der grabende Mann, das zerstrittene Brüderpaar – all diese Einzelschicksale werden unheimlich authentisch geschildert und besonders deutlich wird dabei die scheinbare Ausweglosigkeit: gefangen im eigenen Leben.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    literaturen
    September 3, 2013 at 6:27 am

    Liebe Mara,
    mir ging es da wie Claudia, die Schilderungen, die man zunächst lesen konnte, waren doch sehr auf die Jugendlichen bezogen, in deiner Rezension klingt das alles ein bisschen weitläufiger. Explosionen von irgendwas scheinen auch gern genommen zu werden, um erstarrte Gegebenheiten aufzulockern, ich denke da gerade ein bisschen an ‘Bonita Avenue’ und die Feuerwerksfabrik. Ich bin jetzt, dank deiner Rezension, doch interessierter an Jens Steiner, muss ich sagen. Ich mag Geschichten von eher randständigen und in sich und ihrem Dasein gefangenen Figuren …

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      September 4, 2013 at 10:15 am

      Liebe Sophie,

      in der Tat hatte ich als ich das Buch begann auch eher mit einem Entwicklungsroman oder einer Coming-of-Age-Geschichte gerechnet und war dann überrascht, dass das Buch viel mehr schon fast aus einzelnen Kurzgeschichten besteht, die zwar untereinander verbunden sind, aber auch für sich stehend gelesen werden können. Einige Figuren, wie die Jugendlichen, tauchen mehrmals auf, spielen aber dennoch deshalb nicht unbedingt eine Hauptrolle. Der Vergleich zu “Bonita Avenue” gefällt mir, auch dort wurde durch eine Explosion einiges in Bewegung gesetzt.

      Ich kann das Buch gerne an dich oder Claudia versenden, wenn ihr euch einig werdet! 😀

  • Reply
    caterina
    September 4, 2013 at 8:39 pm

    Liebe Mara,
    bei mir hat der Klappentext Interesse geweckt und ich hatte den Roman in der engeren Auswahl, als es darum ging, die Bücher zu verteilen. Allerdings hat mich dann die Leseprobe abgeschreckt, die schien mir vom Ton her etwas – hm – behäbig? Vielleicht ist das das falsche Wort, jedenfalls ist der Begeisterungsfunken nicht übergesprungen. Dennoch: So wie du die Geschichten nun beschreibst, reizen sie mich doch wieder.
    Mir gefällt das Konzept, aus Erzählungen einen Roman zu machen, bestes Beispiel ist Kehlmanns Ruhm, wo es ja auch im Untertitel heißt: “Ein Roman in neun Geschichten” (allerdings fand ich ihn nicht sonderlich gelungen). Auch Knockemstiff könnte im Grunde – würde man diesem Muster folgen – als Roman bezeichnet werden, denn auch dort gibt es zwar keine durchgehende Handlung, aber doch Orte und Figuren, die die Geschichten miteinander verbinden und sie zu einem geschlossenen Text machen. In Carambole ist es ja nicht anders, oder? Da gibt es keinen Plot, der das ganze Buch durchzieht, sondern nur einzelne Motive/Bausteine, die immer wiederkehren. (Andererseits stellt sich mir gerade, während ich das hier schreibe, die Frage, ob nicht alle oder zumindest die meisten Erzählbände so funktionieren… hm.)
    Wie dem auch sei: Den Roman werde ich im Auge behalten, vielleicht ist es einer jener, die ich nach meinen eigenen Lektüren lesen werde.

    Herzlich,
    caterina

    PS: Ich habe gestern die Leseprobe zu Olaf Kühl gelesen – und bin begeistert. Von den Texten, die ich bisher gelesen bzw. angelesen haben und die in euren Rezensionen vorgestellt wurden, sagt mir Der wahre Sohn am meisten zu. Umso mehr freue ich mich auf deine Besprechung!

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      September 6, 2013 at 2:01 pm

      Liebe Caterina,

      ich habe auch zunächst mit mir gerungen, ob dieser Text nun als Roman oder als Sammlung von Kurzgeschichten zu bezeichnen ist – im Grunde ist es eine Mischung aus beidem: die Geschichten funktionieren sowohl in ihrem Zusammenhang, aber auch als einzelne Geschichten. Der Vergleich zu “Ruhm”, da auch ich nicht unbedingt gerne gelesen habe, ist interessant und sicherlich auch angebracht. Ich muss gestehen, dass ich dieses Prinzip mag, auch wenn ich ansonsten eigentlich kein Fan von Kurzgeschichten bin. Du hast Recht, dass es auch bei “Carambole” in dem Sinne keine durchgehende Handlung gibt, sondern stattdessen immer wiederkehrende Figuren und Motive, die in unterschiedlichen Varianten aufgegriffen und erzählt werden. Ich finde, dass Jens Steiner das hervorragend löst, auch wenn dein Eindruck,d er Erzählton sei behäbig sicherlich nicht ganz falsch ist … der Tonfall ist eher still und nüchtern, dies passt dann aber auch sehr gut zu der Atmosphäre des Romans.

      Über dein Postskrikptum bin ich nun leicht schockiert, denn ich habe mittlerweile 225 Seiten der Geschichte gelesen und habe mich zwischendurch doch gefragt, was dieses Buch denn auf der Longlist verloren hat. Ich bin auch über ein tolles Zitat gestolpert, in dem es ganz schön jirgelt – ich schicke es uns fünfen gerne noch einmal rum, es ist ein wahres Highligth! 🙂 Die Geschichte gefällt mir gut, es ist auch spannend erzählt, auch wenn es für mich trotz der Spannung weniger Krimi, als Roman ist – aber literarisch kann mich das Buch wirklich noch nicht begeistern. Darf man eigentlich auch mischen? Leupolds Sprache und Kühls Inhalt – das wäre dann mein Kandidat für den Buchpreis! 😉

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        caterina
        September 6, 2013 at 2:13 pm

        Oh, das ist aber schade, liebe Mara. Mein Eindruck ist natürlich nur auf der Basis des Klappentextes und der Leseprobe zustande gekommen, ich kann mich also auch vollkommen täuschen und schnell feststellen, dass das auch für mich nichts ist. Aber die Leseprobe fand ich eben doch toll, da wundert’s mich fast, dass es dich so gar nicht begeistern kann. Umso gespannter bin ich auf dein abschließendes Urteil!

        • Reply
          buzzaldrinsblog
          September 8, 2013 at 11:02 am

          Liebe Caterina,

          mit meinem Urteil wird es wohl noch einige Tage dauern – mittlerweile habe ich mehr als die Hälfte gelesen und der Roman ist in der Tat nicht schlecht gemacht, spricht mich aber literarisch an vielen Stellen überhaupt nicht an. Vielleicht lese ich den Text da aber auch zu kritisch.

          Liebe Grüße
          Mara

  • Reply
    atalantes
    September 6, 2013 at 6:22 am

    Hallo Mara, nach Deiner Darstellung erinnert mich die Komposition des Romans an Kuckarts „Wünsche“ wie an „Quasikristalle“ von Menasse. Nicht nur eine oder wenige Hauptfiguren treten auf, sondern mehrere, die in jeweils eigenen Geschichten betrachtet werden. Meine Frage ist, wie diese zusammengehalten werden, sind es die drei Jugendlichen oder ist alleine der Handlungsort das verbindende Element?

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      September 6, 2013 at 1:20 pm

      Der Zusammenhalt funktioniert vor allen Dingen über den gemeinsamen Handlungsort, aber auch über die Geschehnisse rund um die Fabrik, denn das Knallen und Donnern begegnet einem dann bei der Handlung rund um die unterschiedlichen Figuren immer wieder. Es gibt auch andere Figuren, die immer wieder auftauchen. Insgesamt habe ich “Carambole” als sehr lesenswert empfunden, auch wenn ich zunächst das Gefühl hatte, Kurzgeschichten zu lesen und keinen zusammenhängenden Roman – die Zusammenhänge haben sich dann im Laufe der Geschichte jedoch ergeben.

      Ich wünsche dir ein erholsames Wochenende!
      Mara

  • Reply
    Leselust
    September 7, 2013 at 9:22 pm

    Hm, beim Steiner ging es mir wie Caterina nach der Leseprobe: die Sprache konnte mich nicht bezaubern, ich empfand sie als recht schwerfällig.

    Der Zusammenhang der einzelnen Episoden offenbart sich zwar nach und nach – aber das konnte mein Interesse an der Geschichte dann trotzdem nicht mehr steigern. Mich hat auch sehr gestört, dass in fast allen Episoden der Grundton, sowohl sprachlich als auch inhaltlich (düsteres Schweigen, Aneinander vorbei reden, …) So austauschbar war. Für mich eine etwas zähe Lektüre…

    Lg, Daniela

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      September 8, 2013 at 10:50 am

      Liebe Daniela,

      ich freue mich über deinen Kommentar, finde es aber natürlich sehr schade, dass bei dir und Jens Steiner der Funken nicht ganz so übergesprungen ist. Der Grundton ist in den Geschichten natürlich überwiegend ähnlich, für mich hat sich das aber dennoch passend und nicht austauschbar angefühlt. Aber so unterschiedlich sind eben Geschmäcker und Eindrücke … gespannt bin ich schon auf das Urteil der Jury, auch wenn ich sowieso mit meinen Tipps häufig daneben liege. Hat dir denn Nellja Veremejs Buch ähnlich gut gefallen, wie mir?

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Leselust
    September 8, 2013 at 4:50 pm

    Hallo Mara,
    ja, der Funke kann ja nicht bei jedem gleich stark zünden 😉
    Aber Nellja Veremej hat mir mindestens so gut gefallen wie dir! Für mich unbedingt ein Kandidat für die Shortlist. Aber wie du schon sagst: ich liege da meistens auch daneben 😉 und leider schaffe ich es auch nicht, alle 20 Bucher vorher zu lesen, also vor der Shortlist. Für dieses Jahr bin ich mit bislang 5 Titeln schon relativ gut dabei – wenn darunter dann einer der Titel ist freut es mich natürlich. Bis auf Mora (will ich nicht lesen, weil mir der erste Teil schon nicht gefiel) und Jirgl (unschlüssig weil so schwierig…) Habe ich aber alle Bucher derzeit auf meinem Nachtisch – halbe/halbe Papier und digital 😉
    Mit meinem Tipp zur Shortlist ware ich noch bis Dienstag – in der Hoffnung, dann noch mehr zukennen.
    Lg, Daniela

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      September 10, 2013 at 1:58 pm

      Liebe Daniela,

      ich freue mich aber, dass Nellja Veremej auch für dich ein Kandidat für die Shortlist ist, da kann ich ja vielleicht nicht so ganz falsch liegen. 😉 Mora und Jirgl gehören wohl zu den anspruchsvollsten Romanen der Liste, bei Jirgl kann ich mir jedoch kaum vorstellen, dass wir ihn auf der Shortlist wiederfinden werden – es wird doch keiner der Juroren es wirklich geschafft haben, dieses Buch durchzulesen und auch noch zu verstehen. 😉

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    5 lesen 20 Romane der Longlist – Deutscher Buchpreis 2013 » Atalantes Historien
    September 10, 2013 at 3:29 pm

    […] • Jens Stei­ner: Caram­bole: Ein Roman in zwölf Run­den (Dör­le­mann, August 2013) (Rezen­sion bei Buz­zal­d­rins) […]

  • Reply
    ODudek
    January 21, 2014 at 4:25 pm

    Hallo Mara,
    mir ging es bei der Lektüre, die ich erst jetzt geschafft habe, ganz ähnlich wie Daniela. Mich hat der Roman nicht gepackt, obwohl einige Episoden ganz wunderbar waren (die drei Männer, die mit ihren Carambole-Abenden dem Buch seinen Titel gaben). Schwerfällig und düster war auch mein Eindruck.
    VG, Oliver

    • Reply
      buzzaldrinsblog
      January 23, 2014 at 3:25 pm

      Lieber Oliver,

      ach, wie schade! 🙁 Ich fühle mich dann ja immer sehr verantwortlich, wenn es zwischen Mensch und Buch nicht funkt – zumindest wenn ich das Buch empfohlen habe. Aber Buchgeschmäcker sind und bleiben eben verschieden.

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        ODudek
        January 23, 2014 at 4:24 pm

        Liebe Mara,

        nein, nein, kein Grund für dich, diesbezüglich Verantwortung zu übernehmen. Die Kritiken waren ja allgemein gut, und dazu kam noch die Position auf der Longlist des deutschen Buchpreises.
        Ich werde mich weiterhin von dir inspirieren lassen (obwohl ich mit dem Nachlesen deiner Rezensionen kaum nachkomme…)

        Liebe Grüße, Oliver

  • Reply
    Liebe im Miniaturformat (2) - Buzzaldrins Bücher
    May 10, 2015 at 9:06 pm

    […] Steiner – Carambole (erscheint am 21. Mai […]

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