Das Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen

Es gibt sechsunddreißigtausend Gründe, einen Roman vor dem Ende wegzulegen: das Gefühl von “Deja-lu”, eine Geschichte, die uns nicht fesselt, unsere totale Ablehnung der Thesen des Autors, ein Stil, von dem wir eine Gänsehaut bekommen, oder, im Gegenteil eine Art zu schreiben, bei der es keinen Grund weiterzulesen gibt. Es ist unnötig, die anderen 35 995 anderen Gründe aufzuzählen, zu denen auch Zahnschmerzen und die Schikanen unseres Chefs gehören oder ein Herzbeben, das unseren Kopf versteinert.

Laut dem Autor Daniel Pennac hat jeder Leser (und höchstwahrscheinlich auch jede Leserin) zehn Rechte, die unantastbar sind. Mit den oben zitierten Worten begründet er das dritte Recht – es handelt sich um das Recht darauf, ein Buch nicht zu Ende zu lesen. Das klingt erst einmal gut und sinnvoll, warum sollte ich etwas zu Ende lesen, das mir nicht gefällt? Doch ich muss gestehen, dass es mir in meinem bisherigen Leseleben nicht leicht gefallen ist, dieses Recht für mich in Anspruch zu nehmen. Um ehrlich zu sein, ist es mir sogar sehr schwer gefallen: ich kann mich nicht daran erinnern, jemals ein Buch abgebrochen zu haben. Natürlich gibt es immer mal wieder Bücher, die mich nicht sofort packen können – die lege ich dann ab und an zur Seite, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Hand zu nehmen. Aber ein Buch nicht zu Ende zu lesen? Das habe ich bisher noch nie über’s Herz gebracht.

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Bisher – bis ich vor etwas mehr als einem Monat mit der Lektüre von Zeiden, im Januar begann. Ich muss gestehen, dass ich große Erwartungen hatte. Ursula Ackrill stand mit diesem Roman auf der Liste der Nominierten für den Leipziger Buchpreis. Eine solche Auszeichnung kann natürlich nichts über die Qualität eines Textes aussagen, doch auch thematisch hat mich der Roman außerordentlich gereizt. Siebenbürgen zur Zeit des Nationalsozialismus ist ein Thema, das bisher literarisch noch kaum bearbeitet worden ist.

Doch dann haben mich bereits die ersten Seiten ernüchtert: ich habe einen sprachlich so verschachtelten Roman gelesen, dass ich selbst nach zwanzig Seiten noch nicht ganz sicher war, worum es eigentlich geht. Mein Lesezeichen steckt mittlerweile auf Seite neunzig und ich bin kein bisschen klüger, ganz im Gegenteil: die Verwirrung ist groß. Es gibt viel zu viele Sprünge in Zeit und Handlung, die es beinahe unmöglich machen, sich in diesem Text zurecht zu finden. Ursula Ackrill, die als Bibliothekarin in Nottingham arbeitet, hat scheinbar viel recherchiert für diesen Text, doch hat sie ihn mit all diesem Recherchematerial so schwer gemacht, dass er für mich kaum noch zu lesen oder zu verstehen gewesen ist. Die Personen bleiben mir fremd, die Handlung bleibt mir unklar, die Sätze klingen immer wieder schief – oder ich verstehe sie einfach nicht.

Die Ungarn wollen Siebenbürgen zurück, die Sachsen wollen nie wieder zum Freiwild erklärt werden, ihre Rechte auf alles, was sie aufgebaut haben, hinterfragt und bezweifelt.

Bis Seite neunzig habe ich mich gequält, bevor ich beschlossen habe, dieses Buch nicht zu Ende zu lesen. Das Gefühl, das ich hatte, als ich Zeiden, im Januar zur Seite legte, ist schwer zu beschreiben: es war ein Gefühl des Scheiterns (ich habe an dem Text versagt), aber gleichzeitig gab es auch ein Gefühl des Ärgers und der Wut: wie können Bücher wie dieses erscheinen? Oder habe ich es schlichtweg nicht verstanden? Wiedergefunden habe ich mich erneut in den Worten von Daniel Pennac, der schreibt:

Ich habe mit dem Text gekämpft, nichts zu machen, auch wenn ich das Gefühl habe, daß das Geschriebene es verdient, gelesen zu werden, ich kapiere nichts oder soviel wie nichts, ich spüre eine “Fremdheit”, die mir keinen Zugang bietet. Ich lasse das Buch fallen. Oder vielmehr, ich lasse es liegen. Ich stelle es mit dem vagen Vorhaben, eines Tages darauf zurückzukommen, in meinen Bücherschrank.

Genau dort, in meinem Bücherschrank, steht nun auch Zeiden, im Januar. Ich empfehle mit großer Begeisterung Bücher und die größte Freude ist es für mich, andere mit meiner Begeisterung anzustecken. Es gibt Bücher, die ich zwar lese, über die ich aber nicht schreibe. Warum sollte ich meine Zeit damit verbringen, über Bücher zu schreiben, die mir nicht gefallen haben? Heute erzähle ich euch trotzdem von diesem Leseerlebnis, weil ich glaube,  dass es auch wichtig ist, darüber zu sprechen, dass es Texte gibt, an denen man scheitert – aus den unterschiedlichsten Gründen. Dass es Bücher gibt, die man zur Seite legt, weil man sie einfach nicht zu Ende lesen kann und möchte. Dass es Bücher gibt, die einem manchmal einfach nicht gefallen. So erging es mir zuletzt mit Zeiden, im Januar.

Was macht ihr eigentlich mit Büchern, die euch nicht gefallen? Nehmt ihr ab und an für euch das dritte Recht in Anspruch? Und wie ergeht es euch damit, Bücher abzubrechen? Fühlt ihr euch dabei ähnlich schlecht, wie ich mich fühle oder kann man das lernen, das Bücherabbrechen?

Ursula Ackrill: Zeiden, im Januar. Roman. Wagenbach, Berlin 2015. 253 Seiten, €19,90. Eine weitere Rezension findet sich auf dem Blog buecherrezension.com.

Daniel Pennac: Wie ein Roman. Roman. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2004. 208 Seiten, €7,99. Aus dem Französischen von Uli Aumüller. Eine Rezension dazu findet sich auf dem Blog Phileablog.

95 Comments

  • Reply
    hokuspokus77
    March 31, 2015 at 1:57 pm

    Ich glaube nicht, dass man es lernen kann, Bücher abzubrechen, dass ist vermutlich eher eine Frage der persönlichen Veranlagung. Ich breche dauernd Bücher ab, ohne schlechtes Gewissen und ohne das Gefühl des Scheiterns.
    Es ist vielleicht auch eine Frage der Erwartung und der Mühe, die man sich mit der Auswahl gemacht hat. Meine Lektüre besteht zu 90% aus Zufallsfunden, viel Gemeinfreies aus dem Netz. Da fällt es mir leicht, ein Buch wegzulegen um es nie wieder anzusehen. Hätte ich mich im Vorfeld mit dem Autor vertraut gemacht, Rezensionen gelesen, hätte ich das Buch in einem besonderen Buchladen gefunden, hätten Bloggerkollegen es empfohlen, würde mir das Weglegen wohl auch nicht so leicht fallen. Aber wenn ich nichts damit anfangen kann, wird es doch zugeklappt und wanderte schlussendlich in die Kiste zum Weiterverkaufen, als Grundkapital für ein neues Buch, dass mir dann hoffentlich besser gefällt.
    Dabei entgeht mir womöglich so einiges, das Du Dir durch Beharrlichkeit erarbeitest.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:39 pm

      Wahrscheinlich ist die Frage danach, wie leicht man Bücher abbrechen kann, wirklich nur ganz persönlich zu beantworten. Ich treffe immer eine sehr genaue Vorauswahl und zelebriere den Kauf meiner Bücher schon fast immer mit großer Freude – da hat ein solcher Fehlgriff mich dann doch sehr getroffen und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen und es damit auch erst einmal aufzugeben.

      Ich hoffe, dass ich mir mit der Zeit etwas mehr Gelassenheit antrainieren kann – vielleicht entgehen mir dann auch gute Bücher, aber vielleicht quäle ich mich auch etwas weniger.

      Liebe Ostergrüße
      Mara

  • Reply
    Papyrus
    March 31, 2015 at 2:02 pm

    Warum soll ich mich schlecht fühlen wenn ich ein Buch abbreche?
    Ersteinmal gibt es diverse Gründe dies zu tun:

    – Das Buch ist m.E. schlecht geschrieben
    – langweilig
    – zu kompliziert und anstrengend

    Diese Gründe führen dazu, dass ich ein Buch abbreche und verschenke oder verkaufe, ohne schlechtes Gewissen. Das Leben ist zu kurz für ein schlechtes Buch. Das ist vertane Lesefreude.

    Dann gibt es jedoch das richtige Buch zur falschen Zeit. Ich merke das mir das Buch gefällt, aber momentan nicht passt, dann wird es zurück ins Regal gestellt und wartet auf bessere Zeiten. Es wird einem guten Buch nicht gerecht wenn ich mich durch die Lektüre quäle.

    Aber ein schlechtes Gewissen? Nein. Das Argument ich muss aus Respekt vor dem Autor das Buch beenden, lasse ich nicht zu. Es ist nicht jeder ein Autor, nur weil er ein Buch geschrieben hat.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:42 pm

      Hallo Papyrus,

      danke für deine Sichtweise auf das Abbrechen von Büchern – ich glaube, dass etwas mehr Gelassenheit auf jeden Fall sinnvoll ist. Lesen soll ja schließlich auch ein Vergnügen sein und nicht nur eine Qual. Ich fühle mich tatsächlich immer auch ein Stück verantwortlich wenn ich ein Buch lese, verantwortlich dem Verlag gegenüber, aber auch den Autoren. Wahrscheinlich ist das Unsinn, aber aus diesem Grund fällt es mir nicht leicht, Bücher abzubrechen.

      Ich hoffe, ich entwickle diesbezüglich einen etwas gelasseneren Umgang und spare mir das eine oder andere Buch, durch das ich mich nur durchgequält habe.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    nini
    March 31, 2015 at 2:03 pm

    Ein komisches Gefühl hinterläßt es bei mir auch, wenn ich ein Buch nicht zu Ende lese- bestimmt noch keine 10x im Leben ist mir das passiert. (Und ich bin schon 50+ und lese im Schnitt 3 Bücher im Monat)
    Inzwischen fällt es mir ein wenig leichter- mit der Begründung dass mir meine Zeit zu wertvoll ist um sie an ein Buch zu geben das mir nicht gefällt oder von dem ich das Gefühl habe es tut mir nicht gut, trotz der sorgfältigen Auswahl.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:56 pm

      Liebe Nini,

      danke für deine Wortmeldung – es erleichtert mich ja, dass ich nicht alleine bin mit den Schwierigkeiten beim Abbrechen von Büchern. Ich hoffe, ich werde mir im Laufe der Zeit noch etwas mehr Gelassenheit antrainieren können, so dass ich irgendwann das eine oder andere Buch, das mich nur quält, einfach mal zur Seite lege.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    irveliest
    March 31, 2015 at 2:05 pm

    Ich glaube nicht, dass man unbedingt dem Leser den Schwarzen Peter zuschieben muss, wenn dieser ein Buch abbricht.
    Hat nicht vielmehr der Autor es nicht geschafft, den Leser ausreichend zu begeistern? Noch nicht mal so sehr, dass wenigstens ein winzigst kleines Fünkchen übergesprungen ist?
    Ganz selten breche ich Bücher ab, aber wenn, dann habe ich kein schlechtes Gewissen dabei. Das hätte ich dann eher, wenn ich mich durchquälte und einem ‘besseren’ Buch die Lesezeit nähme 🙂

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:59 pm

      Das schlechte Gewissen beim Abbrechen eines Buches ist ja eigentlich auch überflüssig, wenn sollte der Autor/die Autorin ein schlechtes Gewissen haben. Dennoch fühle ich mich einfach immer sehr verantwortlich für die Bücher, die ich lese – ich hoffe, dass ich im Laufe der Zeit etwas gelassener werde in dieser Hinsicht.

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        irveliest
        April 7, 2015 at 2:36 pm

        Ach, da hat jeder ein anderes Gefühl dabei! Eigentlich denke ich dann auch, dass es schade um das Buch ist – schließlich hat jemand eine Menge Herzblut hereingesteckt – andererseits ist es noch mehr schade, wenn diese Zeit dann nicht einem gefälligeren Buch zugute kommen kann…. und Lesezeit lässt sich leider nicht vervielfältigen.

  • Reply
    Claudia Loewe
    March 31, 2015 at 2:06 pm

    Oh Mara, das tut mir leid. Ich hoffe, du nimmst es nicht so schwer.
    Ich kann super abbrechen, weil ich auch denke, dass es einfach viele andere gute Bücher gibt, die auf mich warten. Normalerweise gebe ich einem Buch ca. 50-100 Seiten, wenns dann nicht klappt, lege ich es weg und schaue es nie wieder an. Ohne schlechtes Gewissen oder das Gefühl gescheitert zu sein. Meistens bin ich sogar erleichtert. Gerade gestern passiert bei Julia Jessens “Alles wird hell”. Ich bewundere deine Beharrlichkeit und sende dir liebe Grüße!
    Claudia

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 7:01 pm

      Ach, du hast “Alles wird hell” abgebrochen? Das stand eigentlich auf meiner Wunschliste. War es so schlimm? Ich hoffe, ich werde noch etwas gelassener im Bücher abbrechen, im Moment bin ich noch ganz ungeübt und fühle mich immer sehr für jedes einzelne Buch verantwortlich!

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        Claudia Loewe
        April 9, 2015 at 6:37 pm

        Hallo Mara, ich hab eben erst deinen Kommentar gelesen. Ich habe es abgebrochen, weil es mich gelangweilt hat und die Sprache nicht meins war (zu schnoddrig). Aber das muss gar nichts heißen, wie du dir sicher denken kannst. Frage mich, wie du es finden würdest.
        Herzliche Grüße!

  • Reply
    seestern12
    March 31, 2015 at 2:08 pm

    Früher habe ich auch jedes Buch zu Ende gelesen aber diese Zeiten sind vorbei. Für ein schlechtes Buch ist mir meine Lesezeit einfach zu schade aber es gibt Bücher, die mir im zweiten Anlauf richtig gut gefallen haben. Daher habe ich auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich ein Buch abreche.
    Auf dieses Buch bin und war ich gespannt, denn es gehört, laut Spiegel, zu den 20 wichtigsten Büchern des Frühjahrs.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 7:03 pm

      Ich war auch sehr gespannt auf dieses Buch, aber ich habe wirklich keinen Zugang gefunden – dabei habe ich mir viel Mühe gegeben, es immer wieder versucht. Es war ja auch für den Leipziger Buchpreis nominiert. Mich würde wirklich interessieren, was andere in diesem Buch gefunden haben, was sich mir nicht erschlossen hat.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Zeilenzeisig
    March 31, 2015 at 2:12 pm

    Hallo Mara! Das ist ein schönes Thema. Ich bin ein Vielabbrecher und das aus Überzeugung. Wenn ich mal so in meine Notizen schaue, dann sehe ich, dass ich trotz 15 angefangenen Werken in diesem Jahr erst zwei durchgelesen habe. Das ist mitunter sehr anstrengend, aber es ist unbedingt notwendig. Ich bin sehr eigen in meinem Geschmack und sehr rigoros in meinen Entscheidungen, aber ich glaube, es ist immer besser so. Es ist wie mit Menschen, bei denen ich nach einer Weile merke, dass wir nicht gleich funken. Das ist kein Beinbruch und kein Makel, für keinen von uns. Und so ist es besser, wenn man sich früh darüber klar ist, bevor eine ewig lange, ewig quälende Angelegenheit daraus wird.- Wer sein Leben lang damit beschäftigt ist, mit Büchern warm zu werden, mit denen er nie warm werden wird, vertut so viel Zeit auf der Suche nach den Büchern, die die passenden sind. Ich möchte in meinem Bücherregal nur wunderbare Freunde stehen haben, keine halbnetten Halbgekanntschaften. Es gibt einfach zu viele lohnende Bücher. Und deshalb kann ich dich nur in deiner Entscheidung bekräftigen. Es wäre nie was geworden und das ist überhaupt nicht schlimm. Es wartet ja schon die nächste Verlockung. 🙂
    viele Grüße
    Philipp Vom Zeilenzeisig

  • Reply
    perlengazelle
    March 31, 2015 at 2:17 pm

    Ich kann nur sehr schwer ein Buch abbrechen. Manchmal quäle und quäle ich mich durch unendliche Seiten, überlese ganze Absätze, und kann doch nicht aufhören. Manchmal geschieht ein Wunder und ich finde doch noch hinein. Manchmal muss ich schließlich doch schweren Herzens aufgeben, der Funke springt einfach nicht rüber.

    Habe ich dann versagt? Oder hat das Buch versagt? Ich glaube, es hilft, sich klar zu machen, was einen genau stört. Warum man nicht klar kommt. Was falsch läuft. Vielleicht es zu formulieren. Beim Schreiben darüber sich klar werden. Ein diffuses Gefühl lässt einen ratlos und verwirrt zurück. Insofern ist es gut, wenn auch andere ihre negativen Gefühle äußern. Ich will auch Verrisse lesen. Ich möchte sehen, dass es anderen auch so geht. Dass ich nicht allein ein “Versager” bin. 😉

    Ich glaube, so kann man es lernen – das Bücherabbrechen. Und schließlich gibt es so unendlich viele Bücher, man kann nicht mit allen befreundet sein.

    Ein Buch, das mich packt, fesselt mich übrigens meistens von der ersten Seite an. Soviel habe ich immerhin schon gelernt … also weg mit den anderen.

  • Reply
    sommerdiebe
    March 31, 2015 at 2:20 pm

    Hallo,

    ach, das ist doch kein Scheitern! Ich finde, es ist ein gutes Recht des Lesers, ein Buch nicht zu Ende zu lesen. Wenn es einen einfach nicht packt, was bringt es, sich ewig damit “zu quälen”. Wie meine Vorredner schon ganz gut schreiben, wäre es auch einfach ein Ding der Unmöglichkeit, dass einen bei der Unmenge an Lesestoff, der uns umgibt, jedes Buch, das einem in die Hände fällt, Vergnügen bereitet. Manchmal hilft es tatsächlich, das Buch eine Weile zurück ins Regal zu stellen. Für manche Lektüre muss vielleicht erst noch der richtige Zeitpunkt kommen. So ging es mir zum Beispiel mit Döblins “Berlin Alexanderplatz” – jahrelang versucht über Seite 30 hinauszukommen und immer wieder aufgegeben. Aber siehe da! Eines Tages hatte ich ein sehr gutes Uni-Seminar – und heute schreibe ich doch tatsächlich meine Masterarbeit über diesen Roman! 😉

    In diesem Sinne, frohes Weiterlesen (ohne Druck) und liebe Grüße,
    Deborah

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:36 pm

      Liebe Deborah,

      danke für deine lieben Worte, die mir viel Mut für meinen zukünftigen Umgang mit Büchern gegeben haben. Ursula Ackrills Roman steht nun im Regal und wer weiß, vielleicht greife ich irgendwann später noch mal zu dem Buch und habe dann ein ganz anderes Leseerlebnis. Es endgültig zur Seite zu legen und hier darüber zu schreiben, war für mich tatsächlich so etwas wie eine Befreiung und ich habe mich gefreut, endlich wieder mit Freude und Elan an ein anderes Buch gehen zu dürfen.

      Für deine Masterarbeit wünsche ich dir – ganz nebenbei – viel Erfolg und gutes Gelingen! 🙂

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    fraupixel
    March 31, 2015 at 2:22 pm

    Wenn wir ehrlich sind: In den allerwenigsten Fällen reißt ein ordentlich geschriebenes Ende eines ganzen Romans das Ruder herum, wenn er uns vorher nicht gefallen hat. Eine Buchhändler-Kollegin meinte zu mir: “Wir können in unserem Leben nur ein Bruchteil von dem Lesen, was wir eigentlich möchten. Also lass es, brich es ab. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher”
    Seitdem bin ich recht gnadenlos. Wenn die Luft einfach raus ist, und der Autor mich einfach nicht überzeugt. Tja dann eben nicht.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:33 pm

      Den Satz deiner Buchhändler-Kollegin muss ich mir gleich mal notieren und merken, vielleicht erleichtert er mir den zukünftigen Umgang mit Büchern, durch die ich mich einfach hindurchquäle!

  • Reply
    dj7o9
    March 31, 2015 at 2:38 pm

    Ich kämpfe schon immer eine ganze Weile, weil ich einfach nicht gerne aufgebe, aber wenn es partout nichts wird, dann hau ich ein Buch schon auch mal in die Ecke. Kommt immer wieder mal vor. Mal in die Ecke “probieren wir später irgendwann im Leben noch einmal” oder in die Ecke “demnächst auf dem Flohmarkt oder im offenen Bücherschrank zu entsorgen und auf einen passenderen Leser hoffend”.

    Weiterhin happy reading 🙂

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:32 pm

      Danke dir, ich hatte mit dem nächsten Buch auf jeden Fall schon wieder gleich mehr Glück! Ursula Ackrill ist übrigens in deiner ersten Kategorie gelandet, ich habe sie noch im Regal stehen und werde es vielleicht irgendwann später noch mal versuchen. Bücher auszusortieren und wegzugeben, finde ich auch eine gute Idee – ich kann mich nur leider so schwer trennen von Büchern, selbst von solchen, die mich einfach nur gequält haben!

  • Reply
    Christoph
    March 31, 2015 at 2:49 pm

    Lustig, dass Du hier Daniel Pennac zitierst — seinen Roman “Der Körper meines Lebens” konnte ich zuletzt nicht zu Ende lesen. Sowohl stilistisch als auch inhaltlich hat mir der nämlich rein gar nichts gegeben.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:29 pm

      Oh nein, das Buch habe ich noch hier stehen! War es so schlimm?

      • Reply
        Christoph
        April 4, 2015 at 6:31 pm

        Schlimm im Sinne von schlecht war es nicht, aber mich hat es leider überhaupt nicht gepackt. Wahrscheinlich hatte ich auch etwas ganz anderes erwartet. Hoffentlich hast Du mehr Freude damit!

        • Reply
          Mara
          April 4, 2015 at 6:32 pm

          Ich werde auf jeden Fall berichten! Vielleicht wird es ja das nächste abgebrochene Buch über das ich schreiben werde. 😉

  • Reply
    Petra Gust-Kazakos
    March 31, 2015 at 3:02 pm

    Liebe Mara, auch ich breche Bücher ab, wenn sie mir nicht gefallen/mich nicht weiterbringen/ich eine andere Erwartung an das Buch hatte/mich langweile etc. Gründe gibt es ja viele. Natürlich ist es schade, wenn man sich ein Buch gekauft hat und es dann leider nichts mit uns beiden wird. Aber was soll’s, es gibt ja noch so viele andere großartige Bücher, da spar ich lieber ein bisschen Lesezeit für diejenigen auf, die mich mehr interessieren. Das Buch kann nichts dafür, die Autorin oder der Autor auch nicht. Für andere mag das Buch genau richtig sein, aber für mich eben nicht. Manche Bücher kommen auch einfach nur zur falschen Zeit, die kann man in ein paar Jahren noch mal “probieren”. Also: Nur Mut beim Abbruch, liebe Mara! Es ist deine Lesezeit, du darfst sie verbringen, wie du willst – und dann doch am besten mit Büchern, die dich begeistern : )

    • Reply
      Philipp Elph
      April 2, 2015 at 2:37 pm

      So denke und verfahre ich auch! Manchmal nehme ich mir dann vor, diesen Büchern eine zweite Chance zu geben, aber bisher habe ich sie ihnen nicht gegeben. Es kam immer wieder ein neues Buch ins Haus, was mich mehr interessierte.

      • Reply
        Mara
        April 4, 2015 at 3:11 pm

        Ich habe dieses hier ja ins Regal gestellt, um dem Buch irgendwann noch einmal eine Chance zu geben. Ich bin gespannt, ob ich das auch tuen werde – es gibt dann ja doch so viele andere interessante Bücher. 🙂

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:28 pm

      Liebe Petra,

      danke für deine Worte, die mir tatsächlich Mut für meinen zukünftigen Umgang mit Büchern machen, durch die ich mich nur noch hindurchquäle. Ich spüre halt immer eine diffuse Verantwortung für den Verlag oder auch die Autoren, die mich daran hindert, Bücher leichtfertig zur Seite zu legen, auf der anderen Seite, stimme ich dir zu, dass es wirklich schade wäre, wenn man seine kostbare Lesezeit nur noch mit Büchern verbringt, durch die man sich quält.

      Ich hoffe, ich werde noch etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Bücherabbrechen erlernen.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Constanze Matthes
    March 31, 2015 at 3:41 pm

    Ich habe kein schlechtes Gewissen, wenn ich ein Buch zur Seite lege. Ich sage mir immer, das Leben ist zu kurz, um schlechte Bücher zu lesen. Auch wenn natürlich immer auch rege diskutiert wird, ob es schlechte Bücher gibt. Für ein Buch, das man gequält “durchackern” muss, gibt es so viele, die einem Freude, Wissen, Unterhaltung, Lachen und Tränen bereiten. Im Studium habe ich mich dann immer gefreut, wenn mal kein Vortrag, keine Seminararbeit, keine Prüfungen anstanden, um ganz in Ruhe Bücher nach meinem Geschmack zu lesen. Was mich allerdings seit einiger Zeit etwas ärgert, sind die vielen Fehler in den Büchern. Ich lese leider mittlerweile mit Rotstift. Ich weiß selbst, dass Menschen Fehler machen, aber manchmal schüttel ich dann doch mit dem Kopf, nicht einmal, wenn ein Komma fehlt, sondern wenn beispielsweise eine Person verwechselt wird. Also, liebe Mara, schöne Bücher warten auf dich. Viele Grüße

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:25 pm

      Liebe Constanze,

      was die Fehler betrifft, stimme ich dir zu – ich lese zwar nicht mit Rotstift, aber es gibt mittlerweile kaum mal ein Buch, in dem ich beim Lesen keine Fehler entdecke. Wenn die Fehler überhand nehmen, raubt mir das manchmal richtiggehend das Lesevergnügen!

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        Constanze Matthes
        April 5, 2015 at 8:37 pm

        PS: Ich meinte natürlich nur den “Rotstift im Kopf”. Ich kleckse wenig im Buch rum, wenn dann nur mit Bleistift 🙂 Mich stören im Übrigen nicht so sehr die Komma-Fehler, sondern wenn Wörter falsch geschrieben sind und es inhaltliche Fehler gibt, wenn beispielsweise der Name falsch ist, der Bezug zur Person falsch gemacht wird. Das hatte ich kürzlich in einem Roman. Vor allem wenn sich die Fehler dann sehr häufen, bin ich etwas verärgert. Viele Grüße

  • Reply
    masuko13
    March 31, 2015 at 4:16 pm

    Liebe Mara, auch mich muss ein Buch begeistern und durchrütteln. Ich entscheide das meist nach 50 Seiten. Bei “Zeiden” bin ich nach 20 Seiten ausgestiegen. Und dachte noch, es liegt an mir! Nun lese ich deine sehr gelungene Rezension und bin irgendwie beruhigt 🙂
    Liebe Grüße

    • Reply
      Chris Popp
      March 31, 2015 at 4:22 pm

      20 Seiten? Wow, das ist ja, als würde ich bei einem Film nur die erste Minute sehen.

      • Reply
        Mara
        April 4, 2015 at 6:20 pm

        Ich habe auch schon Filme nach wenigen Minuten ausgeschaltet, so etwas gibt es tatsächlich. 😉

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:24 pm

      Liebe Masuko,

      ich hoffe, dass du mir nicht böse bist, dass ich das Buch auch nicht zu Ende lesen konnte – ich habe mich sehr darüber gefreut, dass du es mir geschickt hast, aber ich habe einfach nicht in den Text finden können. Wie schön, dass es uns beiden ähnlich damit erging. Auch ich finde das irgendwie beruhigend. 🙂

      Liebe Ostergrüße
      Mara

  • Reply
    Chris Popp
    March 31, 2015 at 4:19 pm

    Ist mir bislang selten passiert. Meistens habe ich die Geduld aufgebracht, die sich dann letztendlich ausgezahlt hat – manchmal wird man ganz schön in der Luft hängen gelassen, manchmal fragt man sich, was der Autor überhaupt will.

    Bislang habe ich in meiner ganzen Leserlaufbahn vielleicht fünf Bücher abgebrochen. Zwei davon, weil sie dermaßen schwafelig wurden und man merkte, dass die Story selbst auf 50 Seiten gepasst hätte, das Buch selbst aber 400+ oder gar mehr Seiten hatte. Ein anderes war mir zu sehr auf Effekthascherei und Hollywood geschrieben, und eines nervte mit den ständig wiederholten Phrasen dermaßen, dass ich nach der Hälfte auch die Notbremse gezogen habe.

    In der Regel breche ich Bücher aber nicht ab, sondern unterbreche die Lektüre. Lese dann erst mal etwas anderes, um dann irgendwann wieder darauf zurück zu kommen.

    Sagen wir es mal so: Ich habe bei viel mehr Büchern schon mit dem Gedanken gespielt, abzubrechen. Doch am Ende war ich heilfroh, doch durchgehalten zu haben. Manche dieser Bücher haben sich als die besten entpuppt, die ich jemals gelesen habe.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:22 pm

      Ich glaube auch, dass mir eine Reihe toller Bücher entgangen wären, wenn ich bereits nach wenigen Seiten das Handtuch geworfen hätte … deshalb scheue ich mich auch nicht davor, mich zu quälen oder mich durch ein Buch zu arbeiten. In diesem Fall war es aber trotz aller Mühe einfach nicht möglich, ich konnte es einfach nicht zu Ende lesen! Möglicherweise ist mir dadurch ein tolles Buch entgangen, aber ich habe mir auch ganz viel Qual und Lesefrust erspart!

  • Reply
    Claudia Schuster
    March 31, 2015 at 4:34 pm

    Ich breche regelmäßig, ohne schlechtes Gewissen und immer schneller Bücher ab. Je mehr ich gelesen habe, umso besser kann ich einschätzen, ob etwas gut für mich ist, mir gefällt oder eben nicht. Man kann nicht alle Menschen mögen, warum sollte man dann alle Bücher mögen können?
    Zeit ist das wertvollste Gut das wir haben, warum sollten man sie verschwenden?
    Meine Leidensfähigkeit beweise ich schon beim Bügeln … 😉 Das Lesen sollte ausnahmslos Vergnügen bleiben. Das ist mein Ziel. Nicht ich muss den Ansprüchen eines Textes und/oder Autors genügen, sondern umgekehrt!

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:20 pm

      Liebe Claudia,

      deine Worte bestärken mich darin, häufiger mal Bücher beiseite zu legen, die mich tatsächlich nur noch quälen. Auf der anderen Seite ist für mich Lesen jedoch nicht nur ausnahmslos Vergnügen, sondern ich arbeite mich auch gerne in Texte hinein und durch Texte hindurch – Lesen darf in meinen Augen auch ruhig mal anstrengend sein. Nur wenn die Qual alles andere überschattet, dann ist es wohl die richtige Entscheidung, ein Buch einfach mal zur Seite zu legen.

      Ganz liebe Ostergrüße
      Mara

      • Reply
        Claudia Schuster
        April 6, 2015 at 11:13 am

        Liebe Mara,

        Vergnügen am Lesen zu finden und von einem Text gefordert zu werden, schließen sich für mich nicht aus, im Gegenteil. Ich fühle mich gut unterhalten, wenn mein Hirn in Schwung kommt. Aber auch bei sorgfältigster Auswahl, gibt es eben doch Bücher, die nicht für einen gemacht sind. Das hat nichts mit Versagen oder Unvermögen zu tun. Das ist einfach so. In so einem Fall ist Loslassen befreiend. Und nicht immer kann man das konkret an einem exakten Grund festmachen, denn beim Lesen geht es nicht ausschließlich um Fakten, sondern vor allem um Emotionen und Stimmungen und die sind so flüchtig, dass sie sich oft nicht einfangen und benennen lassen wollen. Was auch gut ist. Ein Buch abzubrechen hat nichts mit Scheitern zu tun, sondern mit der Fähigkeit zu erkennen, ob die eigenen Zeit gewinnbringend investiert ist oder nicht. In Qual ist sie jedenfalls nie gut investiert.
        Aber es spricht sehr für dich, dass du dieses Thema so intensiv reflektierst.

        Herzliche Grüße,
        Claudia

  • Reply
    serendipity3012
    March 31, 2015 at 4:49 pm

    Hallo Mara, ich hatte früher auch mal dieses “Prinzip”, aus heutiger Sicht würde ich sagen das blödsinnige 😉 Prinzip, Bücher, die ich einmal angefangen habe, auch zu Ende zu lesen. Das heißt, dass ich mich ab und zu durch Bücher gequält habe, die mir nicht gefallen haben oder die eben gerade einfach nicht die richtige Lektüre für mich waren. Es gibt schließlich viele Gründe, warum ein Buch einem nicht zusagt und es sagt gar nichts über die Qualität eines Romans aus, wenn er mir nicht gefällt. Vielleicht passen “wir” einfach nicht zusammen, vielleicht ist es einfach nur der falsche Zeitpunkt und später sehe ich das anders. Ich habe mich von diesem wie ich heute finde albernen Grundsatz längst gelöst und breche inzwischen Bücher ab, die mir nicht gefallen. Ich lese schließlich in meiner Freizeit, es ist ein Hobby – warum soll ich mich da quälen? Also: Man kann das “lernen”, man muss es einfach machen und ich würde da auch gar nicht so bedeutungsschwer von “Scheitern” sprechen. Vielleicht war es einfach nicht das richtige Buch für Dich, dann ist das halt so.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:17 pm

      Danke für deine Worte, die mich sehr nachdenklich gemacht haben und darin bestärkt, wirklich mal das eine oder andere Buch zur Seite zu legen – zumindest dann, wenn ich mich nur noch quäle. Ich spüre eine Verantwortung Verlagen und Autoren gegenüber, die es mir manchmal schwer macht, Bücher zur Seite zu legen und dann sogar noch darüber zu schreiben, aber ich hoffe, ich werde mir etwas mehr Gelassenheit im Umgang mit Büchern antrainieren können. 🙂

  • Reply
    Franziska Fischer
    March 31, 2015 at 4:57 pm

    Bücher abzubrechen kann man lernen. Am besten mit Büchern aus der Bibliothek, in die hat man “nur” Zeit investiert und man kann sie wieder vergessen, sobald man sie zurückgegeben hat. Zur Übung. Bei eigenen Büchern tut es viel mehr weh. Weil man sie sich mehr ausgesucht hat und dann irgendwie erwartet, sie würden zu einem passen. Aber man kann sich immer sagen, dass es einfach nicht der richtige Moment war. Nicht die richtige Zeit. Nächstes Jahr vielleicht. In zwanzig Jahren. Im nächsten Leben. Trotzdem: Solange so viele schöne Bücher auf einen warten, Bücher, die einen glücklich machen oder traurig, lohnt sich die Quälerei nicht. Denn für jedes Buch, das du liest und das dir nicht gefällt, kannst du ein anderes, das die etwas geben würde, nicht lesen. Meiner Meinung nach hat das nichts mit Scheitern zu tun. Manche Bücher passen einfach nicht zu einem.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:14 pm

      Liebe Franziska,

      über deinen Kommentar habe ich mich sehr gefreut, er macht mir Mut dabei, auch in Zukunft noch häufiger Bücher zur Seite durch die ich mich nur quäle. Tatsächlich werde ich mir wohl mal das eine oder andere Buch aus der Bibliothek ausleihen, wenn ich Bücher selber kaufe oder sogar als Rezensionsexemplar erhalte, tue ich mir mit dem Abbrechen noch schwerer – ich fühle mich dann einfach so verantwortlich für das Buch, aber auch für den Verlag und die Autoren.

      Dieses Buch hat tatsächlich einfach nicht zu mir gepasst und ich glaube auch, dass ich es wohl eher nicht noch mal in die Hand nehmen werde.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Nina
    March 31, 2015 at 5:17 pm

    Liebe Mara,
    ich kann gut verstehen, wie es dir gerade geht. Ich lese nicht jedes Buch zu Ende, aber ich habe jedes Mal ein sehr schlechtes Gefühl dabei und mache mir die Entscheidung, ein Buch abzubrechen, niemals leicht. Manchmal dauert es sogar Wochen, bis ich mich dazu durch ringe und damit quäle ich mich dann selbst. Dennoch stehe ich dazu und beruhige auch etwas mein Gewissen damit. Ob es irgendwann leichter fällt? Ich denke, das kommt auch auf das Buch an. Bei manchen fällt es leicht, bei den meisten leider immer noch nicht.
    Liebe Grüße
    Nina

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:11 pm

      Liebe Nina,

      ich bin ganz erleichtert, dass es mir mit meinen Schwierigkeiten beim Bücherabbrechen nicht allein so geht. Auch ich habe es mit diesem Buch mehrere Wochen lang probiert, es immer wieder zur Seite gelegt und immer wieder erneut mit dem Lesen begonnen. Leider hat es trotzdem nicht funktioniert – vielleicht ja irgendwann anders. Ich hoffe darauf, dass ich mir noch etwas mehr Gelassenheit im Abbrechen antrainieren kann.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Marc
    March 31, 2015 at 6:14 pm

    Hallo Mara,
    wenn man so die ganzen Kommentare liest und ich mich da mal mit einschließe, bleibt nur zu sagen, dass du dich nicht grämen musst. Hake dieses Buch einfach ab. Es hat nicht gepasst und vielleicht wird es bei einem zweiten Versuch besser. Ich kann dich aber nachvollziehen, erging es mir letztes Jahr mit den sieben Sprüngen von Ulrike Draesner ähnlich, nur dass ich mich durchgequält habe und öfter an Abbruch dacht. Manchmal hat es etwas befreiendes, eine quälende Lektüre einfach niederzulegen, um mit etwas neuem zu beginnen.
    Abbrechen gehört mit dazu, es muss ja nicht so oft sei. Darüber zu schreiben befreit dann moch noch mehr, da man die Gründe des Abbruchs besser reflektieren kann.
    Beste Grüße,
    Marc (der es meist auch nicht übers Herz bringt abzubrechenabzubrechen)

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:09 pm

      Lieber Marc,

      ich habe deine Worte sehr gerne gelesen, danke für deinen Kommentar – mir geht es ganz genauso wie dir: auch ich bringe es kaum übers Herz Bücher abzubrechen. Deine Rezension zu Ulrike Draesner habe ich damals gelesen, daran erinnere ich mich noch. Im Fall von Ursula Ackrill war das Lesen für mich wirklich eine Qual, auch wenn ich es lange versucht habe. Als ich das Buch dann endlich zur Seite gelegt habe, war das in der Tat wie eine Befreiung und ich konnte mich endlich auf die nächste Lektüre stürzen!

      Liebe Ostergrüße
      Mara

  • Reply
    fraencisdaencis
    March 31, 2015 at 6:43 pm

    Hallo Mara,

    ich tue mich auch sehr schwer damit, ein Buch abzubrechen. Die bisher abgebrochenen Bücher kann ich an einer Hand abzählen – ohne alle Finger der Hand benutzen zu müssen. Dabei ist mir natürlich schon klar, dass ich dieses sogenannte Recht habe, ein Buch abzubrechen, wenn ich einfach nicht zurecht komme. Trotzdem möchte ich jedem Buch eine Chance geben und deswegen werde ich wohl auch in Zukunft kaum ein Buch abbrechen.

    Liebe Grüße,
    Fraencis

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:03 pm

      Liebe Fraencis,

      ich freue mich, dass ich nicht ganz alleine bin mit diesen Schwierigkeiten. Es ist auf jeden Fall gut zu wissen, dass man das Recht hat, ein Buch abzubrechen – man hat übrigens auch das Recht, Seiten zu überblättern (was ja auch manchmal ganz hilfreich sein kann). Vielleicht kann ich mir etwas mehr Gelassenheit im Abbrechen antrainieren, so dass ich mich weniger quäle, auf der anderen Seite gebe ich Büchern auch immer wieder gerne ganz viele Chancen.

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        fraencisdaencis
        April 4, 2015 at 6:07 pm

        Liebe Mara,

        ja, das mit dem Überblättern mache ich tatsächlich sogar sehr selten mal! Beziehungsweise lese ich die Seiten dann quer, um noch einen groben Überblick zu haben.

        Liebe Grüße,
        Fraencis

  • Reply
    jancak
    March 31, 2015 at 8:28 pm

    Ich bin auch eine, die auf ihr angebliches Recht, Bücher nicht zu Ende zu lesen, gern verzichtet, es gab da mal auch eine Diskussion im Netz, daß eine Bloggerin ein Buch abgebrochen hat und der Verlag und Autor sie zuerst mit einer Klage wegen “Geschäftsschädigung” auch recht seltsam, bedrohte, dann aber davon abliessen, weil etwa tausend empörte Kommentare kamen.
    Also natürlich kann man ein Buch abbrechen, ich tue es normalerweise aber nicht, einmal habe ich es getan, weil ich das Buch persönlich nicht mehr ausgehalten habe und beim https://literaturgefluester.wordpress.com/2011/09/16/kaff-auch-mare-crisium/#comments habe ich nichts mehr verstanden, es aber zu Ende durchgeblättert.
    Ich denke schon, daß das mit Respekt und Wertschätzung, die ich gegenüber Bücher bzw. seinen Autoren gegenüber haben will, zu tun hat, vielleicht es auch Neugier, ich schließe mich also nicht denen an, die sagen, das Buch stiehlt mir meine Lebenszeit, also weg damit, allerdings hätte ich mir auch kein Jahr Zeit genommen,den Arno Schmidt vielleicht doch zu verstehen .
    Und die Erfahrung ein Buch erst zu Ende verstanden zu haben bzw. dann damit warm geworden zu sein, habe ich schon öfter gemacht.
    Also ich lese Bücher zu Ende, lese meistens auch nicht gleichzeitig, allerdings nur ganz selten ein Buch noch einmal, dafür fehlt mir wirklich die Zeit.
    Das oben Zitierte würde ich übrigens sehr gerne lesen, weil ich schon viel sich Widersprechendes darüber gehört habe

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 6:01 pm

      Liebe Eva,

      wir scheinen eine recht ähnliche Haltung dem Abbrechen von Büchern gegenüber zu haben, darüber freue ich mich. Auch ich arbeite mich gerne in Bücher hinein, auch wenn die Lektüre schwerer fällt und lege ungern leichtfertig Bücher zur Seite. Ich glaube aber auch, dass das Lesen nicht nur eine Qual sein sollte, sondern auch ein wenig Vergnügen. Bei Rezensionsexemplaren, die ich ab und an beziehe, kommt hinzu, dass ich mich verantwortlich dem verlag gegenüber fühle, aber auch den Autoren. Eine schwierige Sache in jedem Fall. Dieses Buch habe ich immer wieder in die Hand genommen, leider hat es mich aber nicht überzeugen können – auf deine Meinung, falls du es lesen solltest, wäre ich sehr gespannt.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Lara
    March 31, 2015 at 8:31 pm

    Warum sollst du dich durch ein Buch quälen, das dir nicht gefällt und das du nicht verstehst? Wenn es nicht das einzig verfügbare Buch ist, gibt es keinen Grund weiterzulesen. 😉
    Ein Buch, das mir nicht gefällt, breche ich ab. Mit ungeduldigen Kleinkindern habe ich in der Bücherei nach den erstbesten Büchern greifen müssen, zu Hause in Ruhe reingelesen, weitergelesen und entschieden, was ich lese und was nicht. Damit ist meine Hemmschwelle um Bücher abzubrechen, ganz verschwunden.
    Lg Lara

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 5:58 pm

      Liebe Lara,

      meine Hemmschwelle ist im Moment noch sehr groß, weil ich Angst habe, dem Buch Unrecht zu tun oder auch den Verlagen und Autoren. Ich hoffe, auch ich kann mir eine gewissen Gelassenheit im Abbrechen von Büchern antrainieren. 🙂

      Liebe Ostergrüße
      Mara

  • Reply
    Isabel Julikind
    March 31, 2015 at 9:27 pm

    Nachdem ich mich einmal überwunden hatte, ein Buch abzubrechen, fällt es mir immer leichter. Das liegt u. a. auch daran, dass ich nicht mehr so viel Zeit zum lesen habe. Und es spricht ja auch nicht gegen das Buch oder den Autor. Die Geschmäcker sind eben verschieden. Ich habe da kein schlechtes Gewissen mehr und stelle mein Exemplar gern jemand anderem zur Verfügung. Ich verkaufe und verschenke meine Bücher sehr gern.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 5:57 pm

      Ich hoffe, dass es mir ähnlich ergehen wird und dass das Abbrechen nun etwas leichter fällt – ich möchte keinesfalls jedes zweite Buch nun abbrechen, aber ich möchte andrerseits gerne aufhören mich durch irgendwelche Bücher zu quälen, die mir nicht wirklich gefallen. Da kann man seine Lesezeit tatsächlich sinnvoller verbringen. 😉

  • Reply
    Thomas Brasch
    March 31, 2015 at 10:56 pm

    “Bei uns wird gelesen, was auf den Tisch kommt. Es kommen vielleicht noch mal Zeiten, da bist du froh, so was lesen zu dürfen. Wenns morgen regnet, bist Du schuld. Hast ja nicht fertig gelesen. Nur Wurst ohne Brot? Das fangen wir gar nicht erst an. Wenn du Durst hast, reicht auch Wasser vom Hahn usw.”

    All das, was ich mir so (im moralischen Sinne) von meiner lieben Großmutter habe sagen lassen, habe ich sehr verinnerlicht – nie werde ich mich geißeln, wenn es mir nicht schmeckt.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 5:55 pm

      Ich musste herzhaft schmunzeln über deinen Kommentar, lieber Thomas – ich erhoffe mir ja, dass ich mir noch etwas mehr Gelassenheit im Abbrechen von Büchern zugestehen werde. 🙂

  • Reply
    Chris Popp
    March 31, 2015 at 11:06 pm

    Probleme habe ich mit der generellen Einstellung, dass manche Leser Bücher nach 30 Seiten abbrechen, wenn es nicht sofort zündet – Christine Westermann und Zoe Beck sind prominente Beispiele dieser Praxis. Aber auf mich wirkt das dann irgendwie wie Fastfood-Lesementalität. Warum haben Menschen diese Ungeduld? Bei Musik jenseits des Mainstream ist es doch genau so: Da gibt es Songs, die Überlänge und zig Wendungen haben, und das, obwohl die erste Minute nur wenig passiert.

    Sicher, wenn es stilistisch absoluter Krampf ist oder die Fehlerquote pro Seite extrem hoch ist, dann ist das Buch das Papier und die Zeit nicht wert. Aber wann passiert das schon mal? Also mir als Viel- und Fertigleser nicht gerade oft.

    Vielleicht hatte ich in der Vergangenheit auch einfach nur Glück.

    Aber was ich mir nie anmaßen werde, ist, zu sagen, dass ein Buch furchtbar oder schlecht oder nervig ist, wenn ich es nicht zu Ende gelesen habe. Denn erst dann kann ich mir ein abschließendes Urteil erlauben.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 3:40 pm

      Lieber Chris,

      deinen Einwand kann ich teilen – ich habe mir meine Entscheidung, das Buch abzubrechen ja auch wahrlich nicht leicht getan und bis zur neunzigsten Seite versucht, in die Geschichte zu finden. Das hat leider einfach nicht funktioniert, denn es war tatsächlich ein “stilistisch absoluter Krampf”. Ich bin aber auch keine Befürworterin von schnellen Abbrüchen: für mich ist Lesen nicht nur Vergnügen und Konsum, sondern ich arbeite mich auch immer wieder gerne an Texten ab. Manchmal heißt das auch, dass ich Bücher immer wieder neu anfangen muss, um sie zu verstehen. Gerade Bücher, für die ich Geld ausgegeben habe, lege ich nicht leichtfertig aus der Hand.

      Ich glaube, dass die Fastfoodmentalität auch manchmal damit zu tun hat, auf welchen Wegen das Buch zu einem kommt: hat man es umsonst bekommen, ausgeliehen, selbst gekauft? Wenn man z.B. als Buchhändlerin die freie Auswahl über Novitäten hat, legt man das eine oder andere vielleicht auch schneller mal aus der Hand.

      Mir ist es tatsächlich mit diesem Buch auch zum allerersten Mal passiert, dass ich einfach nicht mehr weiterlesen konnte und wollte. Aber weiß, vielleicht finden andere Menschen etwas in diesem Buch, was ich eben nicht finden konnte.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    dasgrauesofa
    April 1, 2015 at 8:33 am

    Liebe Mara,
    Deine Verbindung mit Pennecs Gedanken zum Lesen finde ich ganz großartig. Als dürfte man ein Buch nicht zur Seite legen, wenn man so gar nicht warm wird miteinander?! Und Schreiben darf man darüber natürlich auch, vor allem, wenn man das vielleicht anfänglich nur mehr “aus dem Bauch” stammende Unbehagen versucht zu reflektieren und “auf den Punkt zu briungen”. Auch das ist ein wichtiger Beitrag zur Rezeption eines Buches.
    Viele Grüße, Claudia

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 3:34 pm

      Liebe Claudia,

      danke für deine Worte und die darin enthaltene Bestätigung, die mir Mut macht, Bücher auch mal zur Seite zu legen, wenn sie mir nicht gefallen und dann vielleicht sogar darüber zu schreiben. Neben meiner Begeisterung ist es für andere sicherlich auch interessant, welche Bücher ich aus welchen Gründen abgebrochen oder zur Seite gelegt habe. So ganz auf den Punkt bringen kann ich noch nicht, warum ich mit “Zeiden, im Januar” nicht warm geworden bin. Hauptgrund war sicherlich die verschachtelte Sprache, die es mir schwer gemacht hat, einen Zugang zu dem Buch zu bekommen.

      Liebe Ostergrüße, ich hoffe, du genießt die Sonne mit deinen Hunden
      Mara

  • Reply
    juneautumn
    April 1, 2015 at 8:53 am

    Wirklich abbrechen und ein Buch bewusst weglegen – das passiert mir auch nur sehr selten, meistens, wenn ich mich für dumm verkauft fühle. Aber es kommt vor, dass ein Buch zur falschen Zeit bei mir ist, und dann wird es auf ein unbestimmtes “später” vertagt. Meistens passiert das mit Büchern aus der Bib, da ist es nicht so schlimm und sie warten auf mich und ihren Zeitpunkt 🙂

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 3:29 pm

      Ich freue mich ja, dass ich nicht ganz alleine bin damit, Bücher nicht ganz so häufig abzubrechen. In diesem Fall konnte ich einfach nicht mehr weiterlesen, ich hatte das Buch schon mehrmals zur Seite gelegt und wieder neu angefangen, aber konnte einfach nicht reinfinden. Mal schauen, ob ich es irgendwann “später” noch einmal versuchen werde. 😀

  • Reply
    Rezension: Ursula Ackrill – Zeiden, im Januar (Wagenbach 2015) | buecherrezension
    April 1, 2015 at 4:54 pm

    […] Und ultimativ kritisch: Buzzaldrins […]

  • Reply
    nettebuecherkiste
    April 1, 2015 at 5:12 pm

    Mir fällt es auch sehr schwer, Bücher abzubrechen, ich mache das nur sehr selten, aber ein Tabu ist es inzwischen auch für mich nicht mehr. Es bringt nichts, wenn man sich mit dem Lesen quält. Ich hatte auch überlegt, “Zeiden, im Januar” zu lesen, habe aber schon viel Negatives darüber gelesen und bin mir jetzt sicher, dass ich die Finger davon lassen werde.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 3:23 pm

      Wenn du möchtest, schicke ich dir das Buch gerne weiter – du müsstest nur mit ein paar Markierungen vorliebnehmen. Als ich das Buch bekommen habe, hatte ich noch nichts Negatives darüber gelesen, zuletzt häuften sich aber die schlechten Bewertungen, was mich irgendwie auch erleichtert.
      Ich hoffe jetzt nur, mit der Zeit etwas mehr Gelassenheit beim Bücherabbrechen zu haben.

      Liebe Ostergrüße
      Mara

      • Reply
        nettebuecherkiste
        April 6, 2015 at 9:14 am

        Vielen Dank für das Angebot! Ich glaube aber inzwischen wirklich, dass das Buch nichts für mich ist, und angesichts meiner Endlos-Wunschliste probier ich es lieber erst gar nicht 😉 Dir auch frohe Ostern!

  • Reply
    Muromez
    April 1, 2015 at 6:13 pm

    Kann man lernen. Mittlerweile greife ich bewusst zu Leseproben, bevor ich zuschlage, um Qualen oder Schüsse in den Ofen zu vermeiden. Bei geliehenen Büchern fällt mir es auch generell einfacher abzubrechen als bei gekauften oder vom Verlag erhaltenen. Das Aussieben ist hilfreich, tut gut – meine Lesezeit ist mir nämlich zu schade, um mich mit Werken zu beschäftigen, die mir nur gering gefallen. Andererseits hat es man auch oft, dass sich ein Buch nach und nach entfaltet, das muss dann eben in Kauf nehmen. Wäre die andere Seite der Medaille.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 3:20 pm

      Natürlich, wenn man zu leichtfertig und früh dazu neigt, Bücher abzubrechen, dann können einem auch einige vielversprechende Texte entgehen. Auf der anderen Seite sollte das Lesen vor allen Dingen ja auch Spaß machen und keine Qual sein. Ich arbeite wohl noch daran, die sogenannte goldene Mitte beider Extreme zu finden.
      Meine Vorauswahl treffe ich übrigens auch sehr genau, was dazu führt, dass ich tatsächlich kaum Bücher lese, die mir gar nicht gefallen. Bei diesem Buch war ich überrascht, da ich mir im Vorfeld viel erhofft hatte, in diesem Fall wäre eine Leseprobe tatsächlich hilfreich gewesen!

  • Reply
    Tobi
    April 2, 2015 at 9:42 am

    Hallo Mara,

    ich zögere auch nicht Bücher abzubrechen. Meine Lebenszeit reicht ohnehin nicht um alle guten Bücher zu lesen, wieso sollte ich mich dann mit Literatur aufhalten, die mir nicht gefällt? Lesen ist ja auch etwas sehr privates. Wenn ich in meinen vier Wänden sitze, dann bin ich niemanden Rechenschaft schuldig, außer mir selbst. Das ist etwas, das ich sehr schätze, denn wenns drauf ankommt, dann kann ich auch um mein Buch einen Regentanz aufführen und darauf hoffen, dass es danach besser ist. Oder ich lege es einfach weg, who cares? 😉

    Liebe Grüße
    Tobi

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 3:16 pm

      Lieber Tobi,

      danke für die Darlegung deiner Sichtweise – ich erhoffe mir, dass ich mir im Laufe der Zeit auch etwas mehr Gelassenheit antrainieren kann. Ich bin natürlich eine private Leserin und doch nimmt mich das nicht aus, mich auch für den Verlag oder die Autorin verantwortlich zu fühlen. Daher rührt dann auch wohl das schlechte Gewissen beim Abbrechen, dabei ist es wohl gar nicht nötig.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Henrik
    April 2, 2015 at 2:58 pm

    Hallo Mara,

    dieses Ereignis, wenn man davorsteht, ein Buch abzubrechen, ist schwer. Es ist nicht die leichteste Entscheidung, die man trifft. Man hadert mit sich und dem Gewissen. Man lässt sich alles durch den Kopf gehen, bis man irgendwann die Entscheidung getroffen hat, mit der man mehr oder weniger (Un)Glücklich ist.
    Ich habe mir bei den ersten Büchern, die ich nicht mehr lesen wollte, sehr schwer getan.
    Doch mittlerweile denke ich mir, warum? Warum sollte ich mir das antun? Jemand anderes wäre glücklich damit und kann damit mehr anfangen. Ich schicke es auf Reisen und überlasse es einem anderen Urteil. Ich entziehe mich der Pflicht gegenüber dem Buch. Ich möchte mich nicht zwingen. Ich möchte lesen, so, dass es mir Freude bereitet und keine Qual wird. Wenn mich ein Buch quält ist es für mein Empfinden schlecht oder unpassend. Es gibt Bücher, die gefallen mir nicht, aber die lese ich zu Ende. Dann begründe ich, warum oder ich schweige.

    Ich denke, dass du dir mit dem Abbruch bei diesem Buch eine Last abgenommen hast, wie man hier auch in den Kommentaren lesen kann. Du darfst auch mal Nein zu einem Buch und einer Geschichte sagen, es wird dir nicht böse sein.

    Liebe Grüße
    Henrik

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 3:04 pm

      Lieber Henrik,

      ich möchte bei dir ganz herzlich für deinen tollen Kommentar und deine lieben Worte bedanken, die mir ganz sicherlich dabei helfen werden, in Zukunft kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn ich Bücher abbreche. Mir erging es da tatsächlich so wie dir, es war keine leichte Entscheidung, das Buch zur Seite zu legen. Ich fühle mich auch dem Verlag und der Autorin gegenüber verantwortlich – auch wenn ich das vielleicht gar nicht bin.
      Die Idee, ein abgebrochenes Buch weiterzugeben oder an jemanden anderen zu schicken, finde ich ganz toll – ich glaube, ich wäre erleichtert, wenn das Buch nicht mehr hier stehen würde, sondern bei jemanden anderen einen schönen Platz gefunden hat.

      Liebe Grüße und wunderbare Ostertage
      Mara

  • Reply
    Lust zu Lesen
    April 3, 2015 at 12:21 am

    Ich habe bisher in meinem Leserleben exakt vier Bücher abgebrochen. Das lag vielleicht einfach an einem glücklichen Händchen bei der Auswahl. Aber die gewissen vier Bücher empfand ich schlichtweg als Zumutung – und das muss ich mir nicht antun. Dann habe ich auch kein schlechtes Gewissen – das hätte ich bei besagten Büchern eher dem Autor gewünscht…

    Meistens siegt irgendwo die Neugier. Und die Hoffnung, dass der Autor sich etwas dabei gedacht hat.

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 2:57 pm

      Ach, wie spannend, dass du auch nicht häufig Bücher abbrichst – vier Bücher in einem ganzen Leserleben sind ja nicht gerade viel! Mir geht es ähnlich wie dir: auch ich hoffe immer noch darauf, dass es besser werden könnte, möchte dem Autor eine Chance geben und bin schlichtweg neugierig darauf, wie es weitergeht. Was machst du denn mit den Büchern, die du abbrichst? Schreibst du auf deinem Blog darüber?

      Liebe Ostergrüße
      Mara

      • Reply
        Lust zu Lesen
        April 6, 2015 at 11:51 am

        Liebe Mara,

        nein, bisher habe ich auf meinem Blog noch nicht die Kategorie “abgebrochen” eingeführt. Bisher. Genau, wie ich bisher über Bücher, die mir nicht gefallen haben, ausführlich berichtet habe. Schlichtweg, weil mir die Zeit dafür zu schade war und ich lieber über die Bücher berichtet habe, denen ich viele, viele Leser wünsche. Ich betone dieses “bisher” deshalb, weil ich mir einige Gedanken dazu gemacht habe, ob ich das so beibehalten soll oder nicht… Meine Gedanken dazu folgen noch ausführlicher in einem Beitrag.

        Noch einen schönen Ostermontag,
        herzliche Grüße

        Sonja

  • Reply
    Monatsrückblick März 2015 | Lovely Mix
    April 3, 2015 at 8:07 am

    […] eher mitgemacht, Alexandra hat uns im Bücherkaffee auch schon ihren Monatsrückblick gezeigt, bei Buzzaldrin geht es um das Recht ein Buch nicht zuende zulesen, Pudelmützes Bücherwelten wird bereits 5 Jahre alt,  Wortgestalt zeigt uns ein paar […]

  • Reply
    Klappentexterin
    April 3, 2015 at 3:24 pm

    Liebe Mara,

    ich mich habe in deinen Schilderungen zu »Zeiden, im Januar« wiedergefunden. War das schön! Mir ging es genauso. Daher habe ich den Roman nach 20 Seiten zugeklappt und weitergegeben. Das mache ich IMMER. Also das Zuschlagen. Einige Bücher behalte ich, wie beispielsweise »Das fremde Meer«, von dem seinerzeit so viele geschwärmt haben. Vielleicht war es nur der falsche Zeitpunkt. Aber bei »Zeiden, im Januar« bin ich mir so was von sicher, dass wir keine Freunde mehr werden. Allein die Sprache vermiest mir den Lesefluss, da kann ich beim wiederholten Lesen eine noch so andere Stimmung haben. Generell muss man sich aber nicht schlecht fühlen oder gar ein Gefühl des Scheiterns aufkommen lassen. Entweder es funkt zwischen dem Buch und des Lesers oder Leserin oder nicht. Komisch ist es nur, wenn andere über eine Buch jubeln und man selbst diese mitreißende Welle nicht in sich spürt. Doch so ist das Leben.

    Ich wünsche dir frohe Osterfeiertage und grüße dich herzlich,

    Klappentexterin

    • Reply
      Mara
      April 4, 2015 at 2:52 pm

      Liebe Klappentexterin,

      über deinen Besuch bei mir freue ich mich ganz besonders und vor allen Dingen bin ich erleichtert, dass es scheinbar nicht nur mir so erging mit diesem Roman. Ich habe “Zeiden, im Januar” noch einmal zurück ins Regal gestellt, vielleicht werde ich es irgendwann noch einmal in Angriff nehmen, ich glaube aber eher nicht. Sprachlich hat es mich ebenso wie dich überhaupt nicht erreichen können, so ist es mir selten zuvor bei einem Buch ergangen.
      Ein bisschen schlecht habe ich mich dann doch gefühlt – ich frage mich dann immer, ob es an mir und meinem Unvermögen liegt oder vielleicht doch am Text. Deshalb haben mir auch all die aufmunternden Kommentare sehr gut getan. Ich bin sicherlich niemand, die leichtfertig ein Buch abbricht oder einem Text keine Chance gibt, aber manchmal funkt es eben einfach nicht.

      Ich wünsche dir auch wunderbare Osterfeiertage, ich werde sie mit dem “Alten Land” verbringen und bin schon gespannt auf die Lektüre.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Buchkolumne 10/2015: Kinderbuchmesse, Genderkram und eine hinreißend witzige E-Bibliothekarin | Buchkolumne
    April 5, 2015 at 7:51 am

    […] Giese fragt in einem aktuellen Blogbeitrag, ob und wann der Leser das Recht auf einen Buchabbruch […]

  • Reply
    Annika
    April 5, 2015 at 12:21 pm

    Ich breche Bücher ungern ab, tue es aber! Aber es geht nicht einfach so, ich habe dann meist wirklich mit dem Text gekämpft – es könnte ja noch besser werden, vielleicht sind es nur die ersten 50 Seiten, usw. Ausschlaggebend ist bei mir auch das Lesegefühl, sind die Sätze schön, lese ich gerne weiter, auch wenn sich mir das große Ganze noch verschließt. Ansonsten: Not my cup of tea. Und dann lieber ein anderes Buch.

  • Reply
    loranita
    April 7, 2015 at 8:24 pm

    Hallo Mara,
    auch ich breche ab und zu Bücher ab. Ich sehe das so: Die Zeit, die ich in das Lesen von Büchern investiere, soll für mich Gewinn bringend sein. Wenn ich mich mit einem Buch nur noch quäle oder ich mich nur darüber aufrege, breche ich es ab. Ich finde das den vielen anderen guten Büchern gegenüber, die auch gelesen werden wollen, nur fair. So gesehen könnte man auch ein schlechtes Gewissen haben, ein “schlechtes” Buch weiterzulesen. 😉

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    imandra777
    April 9, 2015 at 7:11 am

    Liebe Mara,

    ich habe bisher glaube ich noch kein Buch wirklich abgebrochen und wenn dann nur vorläufig. Irgendetwas scheut sich in mir davor. Irgendetwas muss das Geschriebene ja auch lesenswert machen, dass es überhaupt gedruckt wurde. Oder dann gibt es zudem die Einstellung, dass man das Buch und dessen Sprache selbst einfach nicht versteht.
    Du stehst damit auf jeden Fall nicht alleine. Als ich an “Der Sommer vor meinem Fenster” von Eeva-Kaarina Aronen gelesen habe, war ich auch manchmal davor es einfach zur Seite zu legen. Solche Bücher gibt es wohl immer wieder. Das genannte Buch habe ich schließlich in ein öffentliches Bücherregal gestellt und ich hoffe, dass es einen anderen Leser mehr begeistern kann als mich. Immerhin fällt es mir leicht solche Bücher dann auch einfach einmal loszulassen.

    Liebe Grüße,
    Immi

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    Mordswein | Literaturgefluester
    April 10, 2015 at 11:00 pm

    […] ich hätte, kann ich verraten, was ich ohnehin schon ahnte, etwas versäumt, wenn ich  mein Recht “Bücher abbzubrechen” wahrgenommen hätte, denn am Anfang habe ich schon gedacht “Was für ein fader Krimi!,  […]

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    Ariana
    April 11, 2015 at 2:18 pm

    Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, ein Buch abzubrechen, komme aber nur sehr selten in die Lage, weil ich bei der Auswahl meiner Bücher ein ganz gutes Gespür habe. Wenn mich ein Buch aber absolut nicht packen kann, breche ich es ab – meine Lesezeit ist begrenzt, warum sollte ich sie an ein Buch verschwenden, das offenbar nicht mein Ding ist? Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht dabei – meist gibt es ja auch viele andere Leser(innen), die das Buch durchaus mögen – es kann halt nicht jedes Buch allen Leuten gefallen.

    Schade finde ich übrigens, dass du – wie du ja so nebenbei erwähnst – nicht über Bücher schreibst, die dir nicht gefallen haben. Ich verstehe zwar, dass du an solche Bücher keine weitere Zeit verschwenden magst, aber ich finde negative Rezensionen durchaus auch wichtig und lesenswert. Oft klingt ein Buch ja ganz toll, entpuppt sich dann aber als Enttäuschung – aus diversen Gründen. Und wenn man da durch eine kritische Rezension in der Flut von begeisterten Besprechungen gewarnt wird, ist das schon sehr hilfreich.

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    Hans Sahl: Die Wenigen und die Vielen (1959) | buchpost
    April 12, 2015 at 7:04 am

    […] der Exilliteratur angesehen. Zunächst ging es mir wie Mara, die kürzlich über ihr Problem, Lektüren abzubrechen, nachgedacht hat, und ich fand keinen Zugang zu dem Patchworkartigen, dem Hin- und Herspringen in […]

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    lesenslust
    April 12, 2015 at 10:08 pm

    Liebe Mara,

    es baut mich wirklich auf, dass auch du dich dazu entschlossen hast, ein Buch abzubrechen. Ich kann deine Gefühle dabei absolut nachempfinden, weil es mir wie du weißt, ähnlich gegangen ist. Als ich mich nach zig Anläufen der “Pfaueninsel” dazu entschlossen hatte, es einfach sein zu lassen, empfand auch ich es als eine Art Scheitern an.
    Mir fällt kein anderes Buch, bei dem ich mich bisher zu diesem Entschluss durchringen konnte. Gerade bei so Büchern wie diesen, über die zahlreiche begeisterte Stimmen schreiben und die sogar für einen Preis nominiert sind, fällt das sicherlich nicht leicht. Aber man sollte seine Zeit eben auch nicht mit Büchern verbringen, denen man absolut nichts abgewinnen kann. Dafür gibt es viel zu viele gute Bücher. Es wäre ja schade, wenn dafür andere Schätze im Literaturmeer untergehen würden, nur weil du hartnäckigen Kandidaten mehr Aufmerksamkeit als nötig schenkst und die Zeit dafür kostbar verschwendest.

    Liebe Grüße,

    Steffi

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    Leserstoff
    April 13, 2015 at 6:26 pm

    Hallo Mara,

    ich habe schon oft von dem Recht Gebrauch gemacht. Ich lese wirklich sehr leidenschaftlich, wenn ich ein Buch mag und kann auch schon mal einige Tage komplett in der Geschichte abtauchen. Gefallen mir die ersten Seiten allerdings nicht, landet das Buch auch genauso schnell in der Ecke. Erst bei zwei Büchern habe ich es über die ersten unsäglich unansprechenden Seiten hinaus geschafft und sie sind sogar zu Lieblingsbüchern geworden.
    Während des Studiums (Germanistik) haben mich Kommilitonen teilweise kritisiert, wenn ich nicht z.B. bestimmte Klassiker nicht lesen wollte, weil ich sie furchtbar öde fand. Dafür habe ich mich meine Leselust aufrecht erhalten und kann immer noch so “lesebesessen” sein wie als Kind.

    • Reply
      Mara
      April 17, 2015 at 2:52 pm

      Ich freue mich sehr über deinen Besuch und deine Wortmeldung zu diesem Thema, das ja doch einige umzutreiben scheint – ich freue mich darüber, wie unterschiedlich die Meinungen und Haltungen zu dieser Frage sind. Mich würde ja interessieren, was deine beiden Lieblingsbücher sind, die du fast abgebrochen hattest. Magst du das noch verraten?

      Ich wünsche dir, dass du dir deine Leselust noch lange erhalten kannst. 🙂

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    [Literaturplausch] #13 | Frau Hauptsachebunt
    April 14, 2015 at 9:39 am

    […] etwa 14 Tagen schrieb Mara einen lesenswerten Blogbeitrag zum Thema Bücher abbrechen. Kurz darauf äußerte sich unter […]

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    Netzlektüre – 07.04.2015 | SUBtastisch
    April 23, 2015 at 11:00 am

    […] kennt sie nicht, die Frage, ob man ein Buch abbricht oder nicht… Mara hat schweren Herzens ein Buch abgebrochen und darüber geschrieben.  Ich habe an sich kein Problem, ein Buch nicht zu Ende zu lesen. Aber ich überlege mir die […]

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