Lesen als Medizin: Die wundersame Wirkung der Literatur – Andrea Gerk

Kann die Lektüre eines Buches Trost spenden, gar eine heilsame Wirkung haben? Genau dieser Frage widmet sich die Literaturwissenschaftlerin Andrea Gerk. Entstanden ist dabei Lesen als Medizin, eine kluge und lesenswerte Liebeserklärung an die Kraft der Literatur.

Lesen als Medizin

Bücher können Trost schenken, Mut machen, Spiegel vorhalten, Zuflucht sein, Erfahrungen vermitteln, Perspektiven verändern, Sinn stiften. Bücher amüsieren und berühren. Und sie können ablenken – nicht zuletzt von uns selbst.

Die wundersame Wirkung der Literatur lautet der Untertitel von Lesen als Medizin und genau darum geht es auch: welche Wirkung kann die Literatur auf uns haben? Können Bücher in schwierigen Zeiten Trost spenden? Kann Literatur heilen? Bei der Genesung helfen? Was passiert eigentlich in unserem Gehirn, wenn wir lesen? Gibt es Orte, an denen Bücher eine besondere Rolle spielen? Wie sähe eine Welt aus, in der es keine Krankenhausbibliotheken mehr geben würde? Keine Gefängnisbibliotheken? Wird eigentlich auch im Kloster gelesen?

Lesen als Medizin ist, wenn man so will, ein wunderbarer Überblick über all das, was Bücher so einzigartig und unersetzbar macht. Andrea Gerk erzählt von der Bibliotherapie, die in Amerika bereits seit vielen Jahren als Heilverfahren anerkannt ist und auch in Großbritannien und Schweden praktiziert wird. In Deutschland hingegen klingt der Begriff in vielen Ohren immer noch leicht esoterisch angehaucht. Unter der Bibliotherapie versteht man eine besondere Form der Pyschotherapie, bei der die Patienten mithilfe sorgfältig ausgewählter Bücher dazu angeregt werden sollen, ihre Vergangenheit zu reflektieren. Es ist der Glaube daran, dass ein gutes Buch in der richtigen Situation weiterhelfen kann. Mittlerweile kann man auch in Deutschland die Ausbildung zum Bibliotherapeuten machen, doch im Grunde genommen sind auch gute Buchhändler und Bibliothekare bereits so etwas wie Bibliotherapeuten, denn sie empfehlen ihren Kunden die (hoffentlich) passenden Bücher. Ich fühle mich nach einem Einkauf im Buchladen oder einem guten Gespräch mit einem Buchhändler häufig nicht nur glücklicher, sondern manchmal auch besser oder gar geheilter.

Wörter entfalten mitunter eine magische Kraft, die uns nicht nur intellektuell voranbringt, sondern auf vielschichtige Weise im Innersten berührt. Manchmal so sehr, dass ein Vers, eine Erzählung, ein Roman das ganze Leben verändern kann, und sei es nur für ein paar Stunden.

Bibliotheken gibt es übrigens auch an ungewöhnlichen Orten, zum Beispiel im Gefängnis oder in Krankenhäusern. An beiden Orten kann das gedruckte Wort für Insassen und Patienten eine große Bedeutung haben. Es gibt sogar Länder, in denen es für jedes gelesene Buch einen Tag Hafterlass gibt. Andere Jugendrichter geben straffälligen Minderjährigen die Aufgabe, ein Buch zu lesen. In vielen Fällen mag das ohne Wirkung bleiben, für manche ist die Entdeckung der Literatur aber vielleicht auch ein Initiationserlebnis und der Beginn eines besseren Lebens. Auch in Krankenhäusern sind Bücher ein wichtiges Gut: in der Berliner Charité sind vor allen Dingen skandinavische Krimis beliebt, aber auch Charlotte Link. Der Bücherwagen rollt jeden Tag durch die Flure des Krankenhauses und beliefert Patienten mit neuer Lektüre. Andrea Gerk schreibt, dass Krankenhausbibliotheken um das finanzielle Überleben kämpfen, was unheimlich schade ist – die heilsame Wirkung der Literatur ist empirisch nicht nachzuweisen, aber ich glaube doch daran, dass wir mit einem guten Buch in der Hand vielleicht ein wenig schneller gesunden.

Die Erfahrung, dass Lektüre einen in regelrechte Wahnzustände versetzen kann, wird jeder leidenschaftliche Leser schon mal gemacht haben. Immer wieder entdecke ich Texte, die mich so bewegen, dass ich mich fassungslos frage, wie ich sie so lange übersehen konnte. Dann muss ich sofort all das Versäumte nachholen, gerate in einen regelrechten Leserausch, verschlinge ein Buch nach dem anderen, werte parallel dazu akribisch Rezensionen, Interviews und biographische Texte aus und spiele nach, was ich darin finde.

Dass Bücher nic51j51zfiajL._SY344_BO1,204,203,200_ht einfach nur zur Unterhaltung diesen, sondern auch eine medizinische oder gar therapeutische Funktion haben können, ist eine Sichtweise, die sich bereits im 16. Jahrhundert manifestiert hat: damals schrieb Michel de Montaigne seine berühmten Essais und setzte darin sein eigenes Leben und seine Gedanken immer wieder in Bezug zu Werken und Gedichten bekannter Schriftsteller. Während der beiden Weltkriege hat man später Soldaten in Lazaretten mit Büchern versorgt – die Literatur sollte vom Kriegsgeschehen ablenken und dabei helfen, traumatische Wunden zu heilen. In anderen Ländern ist die Bibliotherapie viel anerkannter und ausgereifter, es gibt beispielsweise eine Reading Agency und über Skype wird eine Leseberatung angeboten. In Deutschland gibt es immerhin schon eine Vereinigung von Bibliotherapeuten, wer weiß, ob sich das Angebot in den kommenden Jahren noch stärker durchsetzen wird.

Andrea Gerk schreibt jedoch nicht nur von der heilenden Kraft der Literatur, sondern auch von ihren Schattenseiten: Bücher können Ehen stiften, aber auch zerstören und sind darüberhinaus hochgradig suchtgefährdend. Buchbedingte Psychopathologien sind keine Seltenheit mehr: im Buch finden sie alle Erwähnung, von der Bibliomanie bis zum Biblioholiker. Auch wenn ich glaube, dass es deutlich schlimmere Süchte gibt, nehme ich mich an dieser Stelle nicht aus: es gibt kaum einen Buchladen, an dem ich vorbeikomme, ohne ein Buch zu kaufen (obwohl sich die ungelesen Bücher hier bereits in Stapeln stapeln, unter denen ich drohe begraben zu werden). Wenn ich in den Urlaub fahre, müssen so viele Bücher mit, dass ich den Koffer bald selbst nicht mehr tragen kann – geschweige denn alles lesen, was ich mir eingepackt habe. In solchen Momenten befürchte ich schon manchmal (zumindest ganz leicht) am Bücherwahn zu leiden. Doch könnte es einen schöneren Wahn geben?

Meiden Sie Buchhandlungen und Bibliotheken, solange Sie noch jung sind. Verschenken Sie Ihre Bücher, bevor Ihnen Ihre Sammlung über den Kopf wächst.

Lesen als Medizin ist eine kluge und spannend zu lesende Liebeserklärung an die Literatur. Andrea Gerk gelingt es, leicht verständlich und mitreißend von ihrem bibliophilen Fachwissen zu erzählen. Ihre eigene Begeisterung ist dabei deutlich zu spüren. Es muss erwähnt werden, dass Rogner & Bernhard das Buch wunderbar liebevoll aufgemacht haben. Besonders schön sind die handschriftlichen Bekenntnisse bekannter Schriftsteller, die Andrea Gerk gesammelt hat: da wird Gerhard Roth nach Büchern gefragt, die für ihn die zweite Welt sind und Hanns-Josef Ortheil nach Büchern, in denen er immer wieder gelesen hat. So wirft dieses Buch nicht nur einen Blick auf alle Aspekte unserer wunderbaren bibliophilen Leidenschaft, sondern ist auch noch eine ernste Gefahr für die Wunschliste.

Andrea Gerk legt eine wunderbare Liebeserklärung an die Literatur vor und ich habe das Buch mit dem heilsamen und wohligen Gefühl zugeklappt, mit dieser Leidenschaft zum Glück nicht allein zu sein.

Andrea Gerk: Lesen als Medizin. Rogner & Bernhard Verlag, 2015. 342 Seiten, €22,95. Eine weitere Besprechung findet sich auf dem Blog von Fräulein Julia. Und noch ein passender Buchtipp zur weiteren Lektüre: Die Romantherapie von Ella Berhoud. 

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25 Comments

  • Reply
    hokuspokus77
    May 24, 2015 at 10:57 am

    Schön!
    Bibliotherapie ist ja genial. Ich komme sehr in Versuchung umzuschulen.

    • Reply
      Mara
      May 29, 2015 at 11:09 am

      Andrea Gerk beschreibt in ihrem Buch auch ganz ausführlich, wie sie an einem Bibliotherapie-Wochenendseminar (etwas zäh!) teilnimmt und ich hatte beim Lesen auch schon für einen Moment den Wunsch, eine Umschulung zu machen – als Literaturbloggerin bin ich ja fast auch eine Bibliotherapeutin. 😉

  • Reply
    Janice
    May 24, 2015 at 11:20 am

    Hallo Mara!

    Ich wusste gar nicht, dass es eine »Bibliotherapie« überhaupt gibt! Mann lernt nie aus. Ich glaube, ich mache diese Therapie schon mein ganzes Leben lang 😀

    Ich glaube auch, dass es schlimmere Süchte gibt als die Bibliomanie oder Biblioholiker. Ich gebe aber zu, dass ich wahrscheinlich nur noch lesen würde, wenn mein Mann nicht wäre und mich immer wieder aus der Welt der Bücher ins reale Leben holt.

    Sehr schöne Rezension die Lust auf das Buch macht, wie immer 😉

    Liebe Grüße
    Janice

    • Reply
      Mara
      May 29, 2015 at 11:12 am

      Liebe Janice,

      ich hatte zuvor zwar schon von dem Begriff gehört, hatte diese Therapierichtung aber irgendwie nie so ganz erst genommen – ich scheine aber, ähnlich wie du, auch bereits schon mein ganzes Leben lang Bibliotherapie zu betreiben. Es gibt kaum eine Situation, in der ich nicht zum Buch greife und es mir dann besser geht.

      Ich glaube auch, dass es schlimmere und schädlichere Süchte gibt – nur manchmal verzweifel ich aufgrund meiner Bücherstapel, die ich wohl in diesem Leben nicht mehr alle lesen werde. Wenn mein Hund und meine Freundin nicht wären, dann würde ich wohl auch ständig ein Buch in der Hand haben und sogar beim Essen lesen.

      Schön, dass ich dir Lust auf das Buch machen konnte.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    dj7o9
    May 24, 2015 at 11:29 am

    Ich kann die Bibliotherapie bei Ella Berthoud an der School of Life (http://www.theschooloflife.com/london/shop/individual-bibliotherapy/) nur empfehlen – ein phantastisches Erlebnis 🙂 Im übrigen lohnt sich der Blick auch in die englische Ausgabe der Roman Therapie (The Novel Cure) denn die Empfehlungen unterscheiden sich sehr.

    • Reply
      Mara
      May 29, 2015 at 11:14 am

      Danke für die Empfehlung, das werde ich mir auf jeden Fall anschauen – das Angebot klingt spannend, auch wenn es natürlich nicht ganz günstig ist. Danke auf für den Hinweis auf die englische Ausgabe, ich besitze nur die deutsche bisher, werde dann aber auf jeden Fall noch einmal einen vergleichenden Blick in die englische werfen.

  • Reply
    jancak
    May 24, 2015 at 4:41 pm

    Da gibt es ja die Bibliotherapie und offenbar immer mehr Bücher, die sich damit beschäftigen. In meinem letzten Romanprojekt, das eigentlich die “Bibliophilin” heißen sollte und jetzt wahrscheinlich “Die Pensionsschockdepression oder Selmas Kopftuch” heißen wird, habe ich mich ja ein bißchen damit beschäftigt und den “Rezeptomat” als Grundlage genommen. Das heißt Ausgangspunkt war eigentlich “Tolstoi der oder der lila Sessel”https://literaturgefluester.wordpress.com/2015/02/20/tolstoi-und-der-lila-sessel/, ein Buch das ja auch eine angewandte Bibliotherapie schildert.
    Ob die “Bibliotherapie” wirklich als Therapiemittel gegen Depressionen oder andere Krankheiten einsatzbar ist, weiß ich nicht, da wäre ich derzeit ein bißchen skeptisch und müßte wohl auch eine diesbezügliche Ausbildung machen oder mir die Konzepte näher anschauen, klingen tut es gut und als Verführung zum Lesen, ist es, wie der diesbezügliche Bücherboom zeigt, sicher auch sehr nützlich.
    Ich lese ja eher meine ellenslange Leseliste hinunter, beziehungsweise das was sich zwischendurch findet, ansammelt, aufdrängt, etc, finde es aber spannend mich mit Büchern übers Lesen oder Bücher zu beschäftigen und habe da inzwischen auch schon eine nicht mehr so kleine Sammlung.
    Dazu passt vielleicht auch, daß in Herbst bei “Residenz” eine von Petra Hartlieb herausgegegebene Anthologie “Tortenschlachten” mit österreichen Gegenwartsautoren, wie zum Beispiel Cornelia Travnicek etc erscheint, die ich jetzt schon empfehlen will.

    • Reply
      Mara
      May 29, 2015 at 11:17 am

      Ich finde es auch sehr auffällig, dass zuletzt immer häufiger Bücher erscheinen, die sich mit dem Lesen oder den Büchern selbst beschäftigen – da scheint sich eine richtige Marktlücke aufgetan zu haben. “Tolstoi und der lila Sessel” geht ja in der Tat in eine ganz ähnliche Richtung – da betreibt die Autorin ja auf eigene Initiative eine Bibliotherapie, um ihre Trauer zu verarbeiten.

      Danke auch für die Empfehlung, die habe ich mir notiert. Von Cornelia Travnicek erscheint auch ein neuer Roman im Herbst, auf den ich schon sehr gespannt bin!

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Constanze Matthes
    May 24, 2015 at 5:29 pm

    Ich bin seit einiger Zeit als “Grüne Dame” im Krankenhaus ehrenamtlich tätig, eben mit dem Bücherwagen. Ich mache da auch die Erfahrung, dass Bücher eine Form der Ablenkung sind, aber auch ein Mittel, um mit den Patienten ins Gespräch zu kommen. Gern ausgeliehen werden bei Frauen Liebesromane, Krimis oder auch heitere Lektüre, die Männer mögen auch historische Romane. Natürlich ist es auch so, dass es den Menschen oft nicht sehr gut geht und sie den Kopf nicht frei haben fürs Lesen. Aber was ich nahezu immer erlebe, wie dankbar die Patienten sind, dass man für sie da ist. Mit Worten und eben mit den Büchern. Deshalb kann ich deinen wundervollen Beitrag nur unterschreiben, auch aus eigener Erfahrung – Büchern sind auch Medizin. Viele Grüße

    • Reply
      Mara
      May 29, 2015 at 11:20 am

      Liebe Constanze,

      ich habe deinen Kommentar mit großem Interesse gelesen und habe es als sehr spannend empfunden, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen – ich finde es ganz großartig, dass du ehrenamtlich als “Grüne Dame” aktiv bist und muss gestehen, dass ich auch darüber nachgedacht habe, als ich “Lesen als Medizin” gelesen habe. Krankenhausbibliotheken – oder natürlic auch Gefängnisbibliotheken – sind so wichtige Einrichtungen für die geistige und körperliche Gesundheit, die so wenig Förderung und Unterstützung erhalten.

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        Constanze Matthes
        May 29, 2015 at 4:27 pm

        Hallo liebe Mara, zwar sind Krankenhäuser auch immer ein Ort des Leides und des Schmerzes und viele haben Berührungsängste, aber wer diese überwinden und zudem Zeit erübrigen kann, dem empfehle ich gern, ehrenamtlich tätig zu sein. Kein Frage, vieles geht an “die Nieren”, aber man bekommt auch sehr viel Dankbarkeit zurück und es entstehen auch sehr interessante Gespräche, beides sind etwas sehr Wertvolles in der heutigen Zeit. Vielleicht schreibe ich dazu mal einen Blog-Beitrag, auch mit Blick auf deinen Beitrag zum Buch, um andere anzuregen, womöglich dieses Amt zu übernehmen. Herzliche Grüße

  • Reply
    dasgrauesofa
    May 24, 2015 at 5:59 pm

    Liebe Mara,
    ich danke sehr für Deine Buchvorstellung – auch wenn sie meinen ungelesenen Stapeln NATÜRLICH überhaupt nicht entgegenkommt. Aber ich bin gespannt, was Andrea Gerk so alles schreibt zum Lesen als Medizin. Auf die Bibliotherapie bin ich ja sehr neugierig – und warum sollte es nicht klappen, die Kunsttherapie ist ja durchaus in Krankenhäusern und psychiatrischen Einrichtungen eine anerkannte Therapieform. Es würde dann ja vielleicht Sinn machen, den Patienten unterschiedliche Angebote machen zu können, der eine kann sich besser durch das Malen und Zeichnen erkennen, der andere vielleicht durch das Lesen – und das vielleicht auch als eine Anregung zum eigenen Schreiben.
    Und wie Dir, so geht es mir auch beim Besuch von Buchläden (obwohl ich da schon längst nicht mehr in jeden hinein muss, denn die Bücherketten – zumindest in Wuppertal – haben ein Sortiment, das mich nun mal überhaupt nicht hinter dem Ofen hervorlocken kann). Aber der Besuch meines Lieblingsbuchladens in der benachbarten Großstadt – das ist immer ein ganz besonderer Familienausflug (ja, da fahren auch die Hundejungs mit, denn Buchkäufer sind nett, die puscheln immer Hunde). Ja, Buchladenbesuche machen auf jeden Fall glücklich!
    Viele Grüße, Claudia

    • Reply
      Mara
      May 29, 2015 at 11:25 am

      Liebe Claudia,

      um deinen Stapel der ungelesenen Bücher tut es mir natürlich sehr leid, doch auf der anderen Seite freue ich mich schon jetzt darauf, zu erfahren, wie dir das Buch gefallen wird. Andrea Gerk deckt wirklich vieles ab in “Lesen als Medizin”, einiges davon konnte ich in meiner Besprechung gar nicht erwähnen, weil es den Rahmen gesprengt hätte.
      Ich hatte zuvor schon ein paar Mal von der Bibliotherapie gehört, muss aber gestehen, dass ich das nie so ganz ernst genommen habe, sondern immer gedacht habe, dass ich das ja sowieso schon ein Leben lang betreibe. 😉 Ich glaube aber, dass das Lesen von Büchern oder auch das Schreiben eigener Texte auf jeden Fall heilsam oder genesungsfördernd sein kann. Andrea Gerk schreibt auch davon, dass Siri Hustvedt Schreibkurse in einem psychiatrischen Krankenhaus anbieten – das fand ich auch eine sehr schöne Idee.
      Wie schön, dass du ein ähnliches Gefühl hast beim Besuchen von Buchläden – auch hier ist ein solcher Besuch ein ganz spezielles Familienritual und häufig trinken wir dann noch einen Kaffee in der Buchhandlung und gehen dann glücklich und gestärkt nach Hause.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    irveliest
    May 24, 2015 at 6:52 pm

    Bibliotherapie ist ein traumhaftes Wort!!!
    Und der Bücherwahn ist doch normal, oder? Es gibt keine schönere und gesündere Sucht 🙂

    • Reply
      Mara
      May 29, 2015 at 11:43 am

      Das finde ich aber auch, deshalb gehe ich auch gleich heute wieder in den Buchladen, um Bücher zu kaufen! 😀

      • Reply
        irveliest
        May 29, 2015 at 3:26 pm

        Sehr gut!! Wer durfte denn mit nach Hause?

  • Reply
    Mina
    May 25, 2015 at 6:47 pm

    Liebe Mara,
    wie schön, dass Du dieses Buch vorstellst.
    Ich bin ja Psychotherapeutin und es gibt immer wieder Menschen, die mir begegnen und denen ich gerne ein Buch ausleihe, von dem ich denke, es könnte das richtige Buch im richtigen Moment sein.

    Was für mich nach wie vor jedoch schwierig ist, ist der Eindruck, dass sich die Bibliotherapeuten in ihren Empfehlung leider m.E. nach auf Werke konzentrieren, die ich jungen oder “Gar Nicht”-Lesern kaum empfehlen kann. Sie sind häufig zu komplex, zu “alt”. Ich sitze da oft und überlege, wie es mir gelingen könnte, die passenden “aktuellen” Bücher herauszufiltern. Zwei Bücher habe ich inzwischen -immerhin- finden können:

    Ulrike Dressners “Sieben Sprünge vom Rand der Welt”, das mir Frau Dressner freundlicherweise für meine Patienten signiert hat und

    Nino Haratischwilis “Das achte Leben”.

    Hast Du vielleicht noch Empfehlungen?
    Vielleicht sollte ich dazu mal einen Beitrag schreiben und “sammeln” gehen!

    Herzlichst,
    Mina
    (die ziemlich müde von ihrem Lesemarathon, aber sehr selig mit “Das achte Leben” ist)

    • Reply
      Mina
      May 25, 2015 at 8:28 pm

      draesner…. Sorry

    • Reply
      Mara
      May 29, 2015 at 11:47 am

      Liebe Mina,

      danke für deinen Kommentar, den ich besonders spannend finde, da du selbst als Psychotherapeutin arbeitest. 🙂 Ich glaube, dass es nie ganz leicht ist, das passende Buch für den passenden Moment zu finden – ich glaube, dass die Buchempfehlung natürlich auch immer von der jeweiligen Situation des Patienten abhängig ist. Jemand, der einen lieben Menschen verloren hat, ist vielleicht mit Joan Didions “Das Jahr des magischen Denkens” gut aufgehoben. Jüngeren Lesern würde ich wiederum “vielleicht lieber morgen” empfehlen, einen Roman, der mich durch meine Jugend begleitet hat.

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        madameflamusse
        May 30, 2015 at 6:35 pm

        Vielleicht lieber Morgen hab ich heute zufällig als Film gesehen, ganz wunderschön, zu Tränen rührend war das 😉

  • Reply
    Zurück vom Luftholen… | Aig an taigh
    May 30, 2015 at 12:08 pm

    […] dazu auch einen Beitrag schreiben werde. Nicht nur zu dem Buch (Ihr könnt eine tolle Rezension bei Mara von Buzzaldrins Bücher lesen!), sondern zu dem Thema, welche Bücher können Menschen empfohlen werden, die in einer Art […]

  • Reply
    madameflamusse
    May 30, 2015 at 6:33 pm

    Die Romantherapie steht auch schon ne Weile auf meinem Wunschzettel, und das Lesen als Medizin klingt super. Mir haben Bücher schon so oft geholfen seit ich lesen kann. Wenn mir ängstlich zumute ist schaue ich mir gern Kinderbücher mit besonderen Bildern und happy Ends an, mit Schlink hab ich mein letztes Beziehungsdisaster besser verstanden, die Bücherdiebin hat mir den Gevatter Tod nochmal anders näher gebracht, und unzählige Geschichten haben mir Wohlfühlstunden verschafft, mich abgelenkt oder Wege aufgezeigt, mich teilnehmen lassen an schönen Landschaften oder der Geborgenheit eines Zuhauses und liebender Menschen um Dich. Haben mich aufgemuntert oder erheitert, halfen mir Tränen zuzulassen und Dinge zu verarbeiten. Bücher sind so oft Welten die zeigen das es Möglichkeiten gibt weiter als meine Vorstellung alleine es zu sehen vermag. Ich glaube Bücher haben mir mein Leben gerettet. Falls jetzt jemand einen Tip hat für einen Roman der Hoffnung und Freude schöpfen läßt bitte her damit. DANKE

  • Reply
    Warum Lesen glücklich macht - Stefan Bollmann
    June 14, 2015 at 11:12 am

    […] ein beliebtes Themenfeld ist. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich euch Lesen als Medizin vorgestellt habe – darin geht Andrea Gerk ganz ähnlichen Fragen nach. Woher kommt nur das […]

  • Reply
    11 Gründe, warum „Lesen als Medizin“ von Andrea Gerk gut ist – Bücherwurmloch
    February 15, 2016 at 10:06 am

    […] lese eigentlich nie Sachbücher, nicht mehr, habe dieses hier aber bei Sophie und Mara entdeckt – und war so neugierig, dass ich es haben musste. Eine kluge […]

  • Reply
    Bücher über Bücher - eine Sammlung | Buzzaldrins Bücher
    April 24, 2016 at 2:35 pm

    […] Shakespeare and Company | Ella Berthoud & Susan Elderkin: Die Romantheraphie | Andrea Gerk: Lesen als Medizin | Helene Hanff: 84 Charing Cross […]

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