Literarisches Haltbarkeitsdatum

Manchmal könnte man schon fast den Eindruck gewinnen, dass es so etwas wie ein literarisches Haltbarkeitsdatum gibt: bereits Anfang Januar werden allerorts die heißersehnten Frühjahrsnovitäten vorgestellt und vereinzelt sogar gelesen. Doch was passiert eigentlich mit all den lesenswerten Büchern aus dem vergangenen Herbst und Frühjahr? Viele von ihnen sind bisher sogar kaum in Besprechungen wahrgenommen worden. Werden sie also – einem abgelaufenen Joghurt gleich – irgendwann zur Seite geräumt und dann entsorgt? Das literarische Haltbarkeitsdatum ist auf jeden Fall deutlich länger als das eines Joghurts und doch habe ich das Gefühl, dass es im Laufe der Jahre immer kürzer geworden ist – eines Tages wird das Frühjahr wahrscheinlich bereits im Dezember beginnen und der Herbst im Mai und alles, was in dieser kurzen Zeit nicht gelesen wird, wird dann immer schneller in Vergessenheit geraten. In letzter Zeit fühle ich mich bei diesem Tempo als Bloggerin nicht selten wie in einem Hamsterrad.

Ich habe deshalb beschlossen: mir geht das alles ein bisschen zu schnell! Natürlich gibt es die eine oder andere Neuerscheinung, die mich reizt und der ich entgegenfiebere – es gibt aber auch so viele tolle und lesenswerte Bücher, die vor drei Monaten, einem halben Jahr oder im letzten Frühjahr erschienen sind. All diese Bücher bleiben doch auch jetzt immer noch lesens- und auch diskussionswert, oder? Ich beantworte diese Frage mit einem emphatischen Ja.

Deshalb möchte ich heute keinen Blick auf das kommende Frühjahrsprogramm werfen, sondern auf 15 Bücher, die bereits im vergangenen Jahr erschienen sind, doch auch im Jahr 2015 immer noch lesenswert sind und bleiben.

PicMonkey Collage

Einige der Bücher habe ich bereits mit Begeisterung gelesen, andere liegen noch auf meinem Stapel der Bücher, die ich unbedingt noch lesen möchte. In den kommenden Wochen werdet ihr hier auf jeden Fall die eine oder andere Besprechung zu meinen 15 Büchertipps finden.

Wie ergeht es euch denn? Lasst ihr euch jetzt schon vom Frühjahr anstecken oder habt ihr auch noch das eine oder andere Herbstbuch auf dem Lesestapel liegen?

86 Comments

  • Reply
    Bri
    January 20, 2015 at 2:29 pm

    Du sprichst mir aus der Seele liebe Mara – ich selbst empfinde es als sehr anstrengend und den Büchern gegenüber ungerecht, die nicht so sehr im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, wenn man sie mit so etwas, belegt, was Du so schön beschreibst. Ich glaube, es liegt an uns selbst, uns diesem Diktat nicht zu unterwerfen. Qualität hat kein Ablaufdatum 😉 LG Bri

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:57 pm

      Wie schön und wie wahr deine letzten Worte sind: Qualität hat kein Ablaufdatum und ich glaube, es sollte auch ein bisschen unsere Aufgabe als Blogger sein, auch den Büchern eine Chance zu geben, die nicht sowieso schon überall beworben wurden. Was gibt es noch für tolle Bücher aus dem letzten Programm, gerade heute morgen habe ich ‘Nüchtern’ von Daniel Schreiber ausgelesen und bin absolut begeistert! 🙂

      • Reply
        Bri
        January 24, 2015 at 10:26 pm

        ja, so ist es liebe Mara. Bücher die nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen, weil sie nicht so im Mittelpunkt stehen, Bücher die uns seit Jahren begeistern und nicht erst erschienen sind … Evergreens sozusagen. Das habe ich mir für dieses Jahr auch ganz fest vorgenommen, eben weil ich immer noch so viel im Stapel zu lesen habe und nicht nur zur “Konsumentin” werden möchte. In diesem Sinne: 2015 – das Jahr der Bücher ohne Verfallsdatum 😉 LG, Bri

  • Reply
    Zeilenzeisig
    January 20, 2015 at 2:34 pm

    Hallo!
    Das ist eine gute Botschaft, die hoffentlich viele Ohren findet. Ich selbst halte mich bewusst in einem gehörigen Abstand vom aktuellen Hochbetrieb des Marktes, denn das alles kommt mir immer so überhitzt vor. Die Einschätzungen der Feuilletons scheinen mir oft ungesund, überdreht, feurig, doch die Geltung und der Wert eines Buchs wird doch eher mit der Dauer der Jahre deutlich. Wie vieles, das bejubelt wird, ist bald schon wieder weg, weil es eigentlich doch nichts war? So vieles! Und wie vieles, das seit Jahren einfach nur wunderbar ist, wird von aktuellen Trends und Hypes überstrahlt? Darum eine große Anerkennung für diesen Vorsatz und viele nette Grüße aus meinem Blog zeilenzeisig.wordpress.com
    bis bald!
    Philipp

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:59 pm

      Hallo Philipp,

      erst einmal: herzlich Willkommen auf meinem Blog, über deinen Besuch und deine Wortmeldung freue ich mich sehr. Natürlich freue ich mich ebenfalls über deine Zustimmung, ich bin sogar ein bisschen überwältigt von all den positiven Rückmeldungen für dieses Vorhaben. Es scheint so, als würde ich mit dem Wunsch nach Entschleunigung nicht ganz alleine dastehen – wie schön!

      Liebe Grüße
      Mar

  • Reply
    SaCre
    January 20, 2015 at 2:40 pm

    Hallo Mara,
    das mit dem Hamsterrad fühle ich auch manchmal. :/
    ich habe mir für 2015 vorgenommen, mehr Bücher von meinem SuB zu lesen. Schließlich habe ich sie gekauft, weil ich sie gut finde und lesen möchte.
    Aber dann erscheinen wieder die ganzen gehypten neuen Bücher, und der SuB gerät in Vergessenheit. Und das ist den tollen Büchern gegenüber wirklich nicht fair.

    Viele Grüße
    Sabrina

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 3:01 pm

      Liebe Sabrina,

      deinem Vorhaben schließe ich mich an: all die Bücher auf meinem SUB habe ich mir schließlich irgendwann gekauft, weil ich glaubte, sie unbedingt lesen und haben zu müssen – warum sollte ich sie also nun nicht mehr lesen? Wie schade wäre das um all die tollen Bücher, die da vielleicht in meinem Regal schlummern. Der Verlag und der Handel geben durch die Programmstruktur einen Takt vor, an den man sich als Kunde, Leser und Blogger keinesfalls halten muss – ein wenig ist das wohl das Motto meines kommenden Lesejahres.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Andrea Herzog
    January 20, 2015 at 2:59 pm

    Liebe Mara,
    ja, es ist tatsächlich verrückt. Und keine(r) will’s gewesen sein. Wir (Verlag für Kinder- und Jugendhörbücher) hatten es vor Weihnachten (wen wundert’s) nicht mehr geschafft, unsere Fj.-Vorschauen an die Presse rauszuschicken. Es kamen zwischen den Jahren (!!) einige Anfragen, wo die denn blieben und die freien Pressemenschen müssten ihre Artikel planen. Klar, denn Ende April kommt schon die neue Vorschau, dann ist das Frühjahr vorbei. Die Presse beklagt sich, die Blogger beklagen sich, der Handel beklagt sich, die Verlage beklagen sich (es verbrennt unglaublich viel Geld dabei), die Leser beklagen sich. Aber der Handel will immer was Neues. Ab und zu versuchen wir, bei der Presse Titel unterzubringen, die vor 3 Monaten oder gar 9 Monaten erschienen sind: Kaum eine Chance, es MÜSSEN Novis sein. Es ist ein total verrücktes System und ich denke, irgendwann haben wir uns selbst eingeholt und wissen nicht mehr, ob wir grad für dieses Weihnachten produzieren oder für das Nächste, weil ja sowieso erst März ist …
    Was ja gerade im Kinder- Jugendbereich komplett unsinnig ist, weil ja immer neue Kinder nachwachsen und es so schade, ist, wenn schöne Backlisttitel so unter gehen. Nur ganz wenige schaffen es, in den Buchhandlungen lieferbar zu bleiben. Dann gern Reihen, für Einzeltitel ist es fast unmöglich.
    Aber wer ist Henne und wer ist Ei? Ich versuche das schon seit einer Weile herauszukriegen, es gelingt mir nicht. Und bei Büchern/Hörbüchern für Erwachsene geht es mir wie Dir, ich hab noch viel zu lesen und zu hören zuhause liegen von vor einiger Zeit, aber jetzt kommen schon die neuen Titel! Und viele! Und ein bisschen möchte man auch auf der Höhe der Zeit sein, Rezensionen zu Büchern lesen, die man grad liest etc.
    Manchmal seh ich Titel (vor allem Hörbücher) die nicht niegelnagelneu sind, schon im Ramsch liegen (Weltbild u.a.) und das tut mir für diese oft wunderbaren Produktionen in der Seele weh.
    Mir fällt dazu der Song aus der Dreigroschenoper ein: “… und alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher …”

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 3:05 pm

      Liebe Andrea,

      danke für deinen spannenden Kommentar – an dieser Diskussion finde ich so spannend, dass es ganz unterschiedliche Wortmeldungen gibt: von ganz normalen Lesern, aber auch von Bloggern und Buchhändlern. Mir dir als Verlegerin wird noch einmal eine ganz neue Perspektive miteingebracht. Was ich mich bei deinem Kommentar gefragt habe, wessen Wunsch diese Programmstrukt wohl ist – als Kunde wusste ich vor meiner Tätigkeit als Bloggerin überhaupt nichts von Neuerscheinungen und Herbst- und Frühjahrsprogrammen. Dieser Bücherrhythmus war mir schlichtweg egal, ich habe das gekauft, auf das ich Lust habe. Erst durch mein Bloggen sind die halbjährlichen Neuerscheinungen in den Fokus gerückt – vielleicht würde eine ENtschleunigung ja mal allen gut tun, dem handel, dem Kunden, den verlagen und den Autoren (die schließlich auch gefordert sind immer wieder zu produzieren). Das ist sicherlich die Frage nach der Henne und dem Ei, die ja auch bei dir anklingt. Falls du irgendwann eine Antwort darauf gefunden hast, dann melde dich bitte auf jeden Fall noch mal zu Wort.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    saetzebirgit
    January 20, 2015 at 3:05 pm

    Und immer mehr greife auch ich zu den Stapeln der letzten Jahre – oft ist Euphorie ja auch ansteckend. Da muss man einen klaren Kopf bewahren. Denn vieles, was aktuell hochgelobt wird und was man selbst im ersten Taumel gut bis sehr gut fand, hält beim zweiten Mal Lesen den Eindrücken nicht stand.

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:54 pm

      Liebe Birgit,

      ich finde deinen Kommentar sehr spannend, da es auch mir so geht, dass die Euphorie um Neuerscheinungen ansteckend ist – da ist es sicherlich sinnvoll, auch ab und an mal Zeit vergehen zu lassen und zu überprüfen, ob Bücher dem Hype überhaupt standhalten. Bücher zweimal zu lesen ist etwas, das ich mir schon lange nicht mehr erlaubt habe – auch damit möchte ich wieder beginnen, ganz oben auf dem Stapel liegt “Ein anderes Leben” von Enquist, das ich vor vielen Jahren mit großer Begeisterung gelesen habe.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    absinthefreund
    January 20, 2015 at 3:10 pm

    Finde ich gut! So mache ich das selbst auch. Einerseits gezwungenermaßen, weil mir die Kohle für nigelnagelneue Bücher nicht reicht, andererseits weil ich gerne schaue, ob das Echo der Bücher noch anhält, nachdem der erste Hype vorüber ist.

    Ich bin gespannt auf deine (immer noch jungen) Bücher!

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:51 pm

      Wie schön, dass einen ähnlichen Weg gehst – die Frage, wie man sich diese Bücher eigentlich alle leisten soll, ist auch eine, die mich umtreibt. Natürlich, viele Blogger können sie sich als Leseexemplar bestellen, doch was machen die ganz ‘normalen’ Leser, denen ständig von diesen verlockenden Neuerscheinungen vorgeschwärmt wird? Da finde ich es doch wichtig, eine Balance zu finden.

      Ganz herzliche Grüße!

  • Reply
    woerterkatze
    January 20, 2015 at 3:51 pm

    Hallo Mara,
    ich mag zwar auch Neuerscheinungen und es gibt auch die ein oder andere aus dem Frühjahrsprogramm auf die ich mich sehr freue. Dennoch liebe ich die Bücher, die schon etwas länger auf dem Büchermarkt sind noch mehr und davon habe ich auch noch so einige aus dem letzten Jahr hier liegen. Die auch noch besprochen werden wollen und auch werden.
    Liebe Grüße
    Kerstin

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:50 pm

      Liebe Kerstin,

      da freue ich mich doch sehr, nicht ganz alleine mit dieser Haltung zu sein und bin gespannt darauf, welche Bücher doch aus dem letzten Jahr wohl noch so ausgraben wirst, um sie uns zu präsentieren! 🙂

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        woerterkatze
        January 24, 2015 at 3:10 pm

        Hallo Mara,
        das werde ich machen. Bisher war es schon mal Mr. Mercedes.
        Liebe Grüße
        Kerstin

  • Reply
    Petra Wiemann
    January 20, 2015 at 3:53 pm

    Liebe Mara,
    Ich habe beim Durchackern der Vorschauen für die nächste Saison immer wieder Anfälle von Begeisterung über das, was da kommt. Diese Freude teile ich auch gern in meinem Blog und freue mich über andere Blogger, die da ihre eigenen Schwerpunkte setzen. Dem Zwang, die Bücher schleunigst lesen zu müssen, sollten wir uns aber nicht aussetzen. Für viele Leser ist es doch unwichtig, wann ein Buch erschienen ist – ob in diesem oder einem früheren Jahr. Darum macht es auch so viel Spaß, in den Archiven von Bloggern zu stöbern!
    Liebe Grüße,
    Petra

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:49 pm

      Liebe Petra,

      ich hoffe, du hast meinen Beitrag nun auch nicht als Kritik an diesen Frühjahrsvorschauen empfunden – ich habe mich durch deine und viele andere gerne durchgeklickt. Ich habe mir nur auch vermehrt die Frage gestellt, wer das eigentlich alles lesen und vor allen Dingen auch kaufen soll. Daher kam die Idee, vielleicht auch mal an die Bücher zurückzuerinnern, die mitunter schon ein paar Monate alt sind oder die es mittlerweile bereits als Taschenbuch gibt.

      In den Vorschauen blättere ich natürlich auch weiterhin und das eine oder andere Buch steht bereits auf meiner Wunschliste. 🙂

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    dj7o9
    January 20, 2015 at 3:58 pm

    Eine sehr schöne Zusammenstellung und erfreut stelle ich fest, Anthony Doerr, Frau Oksanen und Verena Günther lümmeln auch auf meinem Stapel herum.
    Und niemals würde ich nur lesen, was gerade rauskommt und/oder gehypt wird – da würde mir doch soviel entgehen. Solange es gut ist (oder ich es aus irgendeinem Grund dafür halte) wird es bei mir gelesen, egal wann.

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:46 pm

      Da schließe ich mich an – Bücher werden ja schließlich nicht schlecht, hoffe ich zumindest. Auf das Buch von Anthony Doerr freue ich mich schon ganz besonders, denn gerade im amerikanischen Raum wurde es doch sehr positiv besprochen, da bin ich gespannt, inwieweit es meine Erwartungen erfüllen wird – ich werde auf jeden Fall berichten!

  • Reply
    serendipity3012
    January 20, 2015 at 4:42 pm

    Ich habe auf meinem Stapel noch einige Bücher aus dem letzten Herbst, zu denen ich einfach noch nicht gekommen bin, und auch noch ältere Bücher, die darauf warten, gelesen zu werden. Ich lese sie auch, manchmal dauert es halt ein wenig, aber das macht mir nichts… Ich liebe es auch, Neuerscheinungen zu sichten, aber ich werde da auch immer kritischer und überlege genauer, was ich wirklich lesen möchte. Von Deiner Auswahl mochte ich “Der Grund” sehr, “Orfeo” hat mir auch ganz gut gefallen. Von Ulla Hahn steht erstmal der zweite Band an, darauf freue ich mich auch schon.

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:43 pm

      Mir geht es da genauso wie dir: meine Liebe für die Neuerscheinungen ist mir ganz sicherlich nicht vollständig abhanden gekommen, aber ich versuche nun noch strenger auszuwählen und dabei eben auch das nachzuholen, das mich in den vergangenen Programmen interessiert hat – schlecht sind die Bücher schließlich nicht geworden.
      Es ist auf jeden Fall schön zu wissen, dass dir “Der Grund” und auch “Orfeo” gut gefallen haben – auf Ulla Hahn bin ich auch schon gespannt, die ersten beiden Bände habe ich sehr gerne gelesen.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    tobiaslindemann
    January 20, 2015 at 4:54 pm

    Das kenne ich gut, liebe Mara, “Der Wanderfalke” liegt bei mir z. B. auch noch obenauf, ist demnächst dran. Du hast vollkommen recht, Literatur ist länger haltbar wie eine Saison und das darf sich ruhig bei den Bloggern widerspiegeln.
    Herzliche Grüße, Tobias

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:40 pm

      Lieber Tobias,
      ich würde mir das zumindest mehr von Bloggern wünschen, da wir – anders als das Feuilleton – auch die Möglichkeit haben, ältere Bücher zu lesen. Diese Möglichkeit sollten wir dann doch auch nutzen. Der Wanderfalke liegt hier übrigens auch schon ganz oben auf dem Stapel, mal schauen, ob ich ihn als nächstes lesen werde.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    packingbooksfromboxes
    January 20, 2015 at 5:03 pm

    Du sprichst nicht nur aus Bris, sondern auch aus meiner Seele, liebe Mara. Schon im Weihnachtsgeschäft stapeln sich hinter uns die Kartons mit den Vorschauen. Man könnte wahrlich ein Iglu daraus bauen und manchmal kann ich mich auch gar nicht so eingehend damit beschäftigen, wie ich gerne möchte. Eigentlich versuche ich zumindest alle einmal durchzuschauen, da verirrt sich auch mal mein Name neben das ein oder andere Exemplar. In diesem Jahr habe ich mir aber vorgenommen, dass die Bücher selbst irgendwie irgendwann einen Weg zu mir finden sollen.
    Ich glaube, durch die Lappen geht mir auch bei genauem Durchsehen das ein oder andere und wann soll das alles gelesen werden?
    Ich habe aber schon das Gefühl, dass die Bücher sich zwar länger halten als ein Joghurt (an Qualität verlieren sie sicher nie), aber so vieles im Wust untergeht. Gerade die Geschichten, die erst entdeckt werden müssen und nicht überall beworben werden.
    Zumindest merke ich, dass mein Leseschatz im (Buchhändler)Alltag schnell vom alten Eisen ist, wenn ich nicht auch immer aus nahezu jedem Genre ein/zwei brandaktuelle Titel parat habe.
    Ich glaube, ich würde mir wünschen, dass Bücher wieder reelle Chancen bekommen etwas für die Ewigkeit zu werden. Das ist im Moment eher schwierig, wenn sie unter so vielen anderen einfach verschwinden.
    Danke, dass du mal zum literarischen Innehalten anregst 🙂

    Viele liebe Grüße!

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:39 pm

      Ich finde deinen Kommentar sehr spannend – da du auf diese Situation ja nicht nur aus der Perspektive einer Bloggerin blickst, sondern auch aus der einer Buchhändlerin! Wann all die Bücher gelesen und gekauft werden sollen, die halbjährlich auf den Markt geschmissen werden, frage ich mich auch zunehmend. Ich bin mir nicht sicher, ob man den Kunden nicht auch unterschätzt, wenn man glaubt, dass er immer nur Abwechslung und neue Titel haben möchte.
      Ich teile auf jeden Fall den Eindruck, dass es sehr viele Bücher gibt, die – wahrscheinlich ungerechtfertigter Weise – im Wust an Neuerscheinungen untergehen. Einige werden groß beworben, andere wiederum müssen sich auf anderen Wegen behaupten, beispielsweise durch Besprechungen in Blogs. Es gibt aber wahrscheinlich auch unendlich viel, das einfach durch das Raster fällt. Von Blogs würde ich mir deshalb wünschen, auch mal zu der ein oder anderen unbekannteren Lektüre zu greifen. Die Frage, was man von den gehypten Büchern unserer heutigen Zeit überhaupt noch in zehn oder fünfzehn Jahren lesen wird, ist sicherlich spannend und nicht leicht zu beantworten. Auch ich würde mir wünschen, dass Bücher und Autoren mehr Chancen bekommen.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Constanze
    January 20, 2015 at 5:27 pm

    Ja, auch ich fühle mich manchmal unter Druck gesetzt – all diese Neuerscheinungen, diese Lesetipps und Rezensionen. Seit einigen Jahren pflege ich, eine Wunschliste zu führen, auf der all jene Bücher stehen, die mich interessieren. Natürlich wird die Liste nicht kürzer, sondern länger. Aber ich denke, es liegt auch an uns, uns nicht selbst so unter Druck zu setzen, aber auch Bücher wieder in Erinnerungen zu holen, die vielleicht schon nicht mehr aktuell sind. Ich lese immer gern mal einen Klassiker zwischendurch oder auch ein älteres, das vor Jahren erschienen ist. Ich persönlich habe mir vorgenommen, mehr zu lesen. ich hoffe, diesen Vorsatz umzusetzen, gelingt mir.

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 8:01 pm

      Liebe Constanze,

      für deinen Vorsatz drücke ich dir beide Daumen und bin schon gespannt, ob du am Ende des Jahres zufrieden sein wirst. Ich glaube auch, dass nur jeder für sich selbst entscheiden kann, wie eine Balance aussehen kann, mit der man sich wohl fühlt. Neuerscheinungen reizen mich auch immer sehr, aber ich versuche sie immer gezielter auszuwählen und stattdessen auch mal ein Buch zu lesen, das schon vor Jahren erschienen ist.
      Bevor ich mit meinem Blog begonnen habe, habe ich in einem Forum geschrieben und hatte dort auch eine umfangreiche Wunschliste angelegt – ich finde es immer spannend, mir diese ab und an anzuschauen. Mit drei Jahren Abstand muss ich feststellen, dass mich von der Liste nur noch wenig interessiert. Wir sollten also auch mit Wunschlisten entspannt umgehen.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Claudia Loewe
    January 20, 2015 at 5:37 pm

    Es gibt ein Buch, es heißt “Steine im Bauch” von Jon Bauer, erschienen bei Kiwi im Herbst 2014. Ich liebe dieses Buch und ich wünschte, es würde nicht von all den Neuerscheinungen überrollt werden, sondern die Aufmerksamkeit bekommen, das es verdient.
    Und “Steine im Bauch” ist nur ein Beispiel von sehr vielen. War das eigentlich schon immer so, dass der Markt zweimal im Jahr mit durchaus sehr tollen neuen Büchern geflutet wird? Ich verfolge das erst seit ca. 4 Jahren.
    LG an dich Mara, toller Beitrag!

    • Reply
      kommentarblog
      January 20, 2015 at 5:51 pm

      Ob die ganzen Bücher “sehr toll” sind, darüber kann man natürlich streiten, aber das Herz des deutschen Buchhandels schlägt schon lange in diesem Herbst-/Frühjahrsrhythmus…

      • Reply
        Mara
        January 23, 2015 at 7:50 pm

        Wobei ich gestehen muss, dass für mich als Kundin dieser Rhythmus vor meiner Tätigkeit als Bloggerin absolut gar keine Rolle gespielt hat – ich wusste häufig gar nicht, welche Neuerscheinungen es gibt und was Vorschauen eigentlich sind und habe einfach das gelesen, an dem ich Freude hatte. Diese Programmstruktur scheint für mein Empfinden etwas zu sein, das Verlage und der Handel vorgeben – ob das vom Endkunden so überhaupt gewünscht wird, weiß ich nicht …

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:58 pm

      Liebe Claudia,

      ich muss gestehen, dass ich diese Neuerscheinungsschwemme auch erst seit drei Jahren miterlebe – bevor ich mit diesem Blog angefangen habe, habe ich überhaupt nicht gewusst, dass es Frühjahrs- und Herbstprogramm gibt. Ich finde es immer wieder schade, wie viele Bücher es gibt, die so wenig Aufmerksamkeit bekommen – stattdessen lese alle auf einmal den neuen Houellebecq und den neuen McEwan.
      “Steine im Bauch” liegt bei mir übrigens noch ungelesen, dein Kommentar hat mich aber so neugierig gemacht, dass ich es sicherlich bald zur Hand nehmen werde.

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        Claudia Loewe
        January 28, 2015 at 12:00 pm

        Ich muss sagen, dass mir dieser, dein Beitrag all die Tage noch etwas nach hängt. Ich habe oft das Gefühl, dass ich etwas verpasse, wenn ich nicht einen wesentlichen Anteil an aktueller zeitgenössischer Literatur lese, aber inzwischen beschleicht mich das Gefühl, dass ich eher was verpassen würde, wenn ich wunderbare Klassiker und ältere Bücher zu Gunsten der Neuerscheinungen sausen lasse. Es gibt ja auch so tolle Literatur-Wegweise wie “Die Romantherapie” oder “Literatur!”, von denen ich mich gerade inspirieren lasse.
        Liebe Grüße!!

        • Reply
          aldame
          January 28, 2015 at 12:29 pm

          Hallo Claudia, könntest du bitte noch nähere Angeben zu “Literatur” machen?
          Die “Romatherapie” habe ich schnell gefunden, aber die “Literatur” entzieht sich mir. Danke im voraus.

        • Reply
          Mara
          February 2, 2015 at 2:09 pm

          Liebe Claudia,

          ich danke dir für deine Rückmeldung zu dem Artikel und finde es wahnsinnig interessant, dass ich damit bei so vielen Menschen etwas angestoßen habe. Im Vorfeld hätte ich nie geglaubt, dass das Thema auf so viel Interesse stößt, denn Neuerscheinungen sind ja einfach wahnsinnig interessant und hip und spannend – im Gegensatz zu den älteren Büchern, die schon nach ein paar Monaten von einer Staubschicht bedeckt sind. 😉 Mir macht es auf jeden Fall richtig Spaß, mich meinen Bücherschätzen zuzuwenden – gerade lese ich einen tollen Roman von Anthony Doerr, der übrigens schon letztes Frühjahr erschienen ist, aber immer noch lesenswert bleibt.
          “Die Romantherapie” habe ich mir lustigerweise letzte Woche gekauft – ich bin gespannt darauf!

          Liebe Grüße
          Mara

  • Reply
    kommentarblog
    January 20, 2015 at 5:48 pm

    3 1/2 Jahre Buchhandel in Sortiment und Verlag haben mir dieselbe Einsicht gebracht, bzw. haben mich dazu bewogen, eine Überzeugung, die ich generell dem Leben gegenüber habe, auf meinen Umgang mit Büchern zu übertragen: Es macht Sinn – egal was man tut – die Geschwindigkeit im richtigen Moment herauszunehmen, den Zug sozusagen von den Gleisen zu nehmen und sich in Ruhe anzuschauen, ob die Richtung, in die man geschossen ist, einem nach wie vor zusagt. Mit etwas Abstand sieht so vieles so anders aus. Dabei ist es oft leichter, einfach mit voller Kraft weiter zu donnern. Ich halte es hier mit Jörg Fauser: “Ich hielt es für nützlicher, ein paar Bücher wirklich gut zu kennen, als ein paar tausend gelesen zu haben, von denen man doch nur vage Erinnerungen mit sich herumschleppte.” In diesem Sinne: Glückwunsch!

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:55 pm

      Lieber Kommentarblog,

      dein Kommentar hat mich sehr berührt, da du etwas Wichtiges ansprichst: auch ich musste erst einmal einen Schritt zurücktreten, um zu merken, dass ich mit der Richtung, in die ich gehe nicht mehr zufrieden bin. Seitdem ich weniger Neuerscheinungen lese und dafür ganz nach Geschmack und Laune die Bücher aus meinen prallgefüllten Regalen ziehe, geht es mir deutlich besser – ich spüre eine Leselust und Leseneugier, die mir in den letzten Monaten zwischen all den Neuerscheinungen abhandengekommen ist. Danke auch für das Zitat von Jörg Fauser, da es genau das ausdrückt, was mir zuletzt durch den Kopf gegangen ist.
      Abschließend danke für die Glückwünsche, ich gratuliere mir auch selbst und freue mich schon sehr auf all die Leseentdeckungen, die mir bevorstehen.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    nweiss2013
    January 20, 2015 at 5:56 pm

    Liebe Mara,
    ich bin ganz Deiner Meinung! Viele Bücher in meinen Regalen warten brav auf ihre Erstlektüre, andere sind im Dauerbenutzungsmodus oder harren der erneuten Beschäftigung. Da darf sich aus dem jeweils aktuellen Programm doch nicht jedes Buch vordrängeln!
    Und außerdem soll dasBloggrn ja Freude machen und keine lästige Pflicht darstellen.
    Viele Grüße Norman

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:49 pm

      Lieber Norman,

      mein Beitrag sollte wohl auch vor allen Dingen eine Erinnerung an mich selbst sein, genauso wie eine Warnung, in diesem Hamsterrad nicht die Freude zu verlieren. Ich genieße eine ganz neue Leselust, seitdem ich einfach nach Lust und Laune die Bücher aus dem Regal ziehe. Wie schön das ist!

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    seitengeraschel
    January 20, 2015 at 8:02 pm

    Danke, liebe Mara, ich sehe es auch so. Ich lese mittlerweile nicht mehr so viele Neuerscheinungen gleich, aber es ist schon ein seltsames Phänomen. Lesen soll Spaß machen und nicht in Stress ausarten, du sprichst mir total aus der Seele.

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:40 pm

      Liebe Mareike,

      über deinen Kommentar habe ich mich sehr gefreut – es ist doch immer schön zu wissen, dass man nicht ganz alleine ist mit dem, was man denkt. Ich habe bei mir gemerkt, dass das Lese irgendwann einem Hinterherrennen der Neuerscheinungen glich – seitdem ich mich und mein Leseverhalten hinterfragt habe, lese ich sehr viel glücklicher und befreiter. Es tut manchmal ganz gut, einen Schritt zurückzutreten und sich zu fragen, was man da eigentlich macht. All diese Massen Neuerscheinungen sind wirklich ein seltsames Phänomen.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    the lost art of keeping secrets
    January 20, 2015 at 9:27 pm

    Liebe Mara,
    vielen Dank für deine Anregungen. Ich sehe das auch so. Abgesehen davon, dass ich gar nicht das Geld habe, mir immer alle aktuellen Romane zu kaufen, artet so ein Versuch immer uptodate zu sein auch in Stress aus. Sofie Oksanen liegt hier immer noch ungelesen und Maulina Schmidt auch. Und ich freu mich drauf, ja und? Ich lese einfach das, was mir gefällt oder was ich auf anderen Blogs finde und dann in meinen Fokus gerückt wird. Aber ich lese nicht immer sofort, denn ich bin kein Leseroboter (vielleicht ein bisschen, aber halt kein Rezensionsroboter). Das ist mal aktuell und mal überhaupt nicht (Herr der Fliegen war mein letztes Highlight- so what, kannte ich noch nicht). Und das gefällt mir auch so an den unterschiedlichen Buchblogs. Ich entdecke Romane, die ich noch nicht kenne. Und ob diese Romane dann fünf Jahre alt sind oder zehn oder drei, ist mir wirklich egal. Meinen Freunden würde ich ja auch Bücher empfehlen, wenn sie von 2007 sind. Wenn es tolle Romane sind. Haltbarkeit ist echt nur für Joghurt.
    eva

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:38 pm

      Liebe Eva,

      oh ja: Haltbarkeit ist nur für Joghurt, bei Büchern könnte man aber manchmal fast den Eindruck gewinnen. 😉 Von Sofi Oksanen liegt übrigens sogar noch ein anderes Buch ungelesen im Regal – ich glaube aus dem Jahr 2013, ich habe es mir damals gekauft und bin dann doch nie dazu gekommen, es zu lesen.
      Auch ich kann mir nicht jede Neuerscheinung kaufen, das kann wohl niemand – gerade auch deshalb finde ich es schön, wenn auf Blogs auch mal das ein oder andere Taschenbuch vorgestellt wird. Viele Blogger erhalten Rezensionsexemplare, aber wer von den Lesern soll sich denn all diese neuen Bücher kaufen können? Das ist eine Frage, die ich mir zuletzt immer häufiger gestellt habe.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    jancak
    January 20, 2015 at 10:24 pm

    Ja es ist ein Irrsinn, das denke und schreibe ich auch öfter und man muß dabei nicht mitmachen, wie ich auch heuer bei meinen Lesevorsätzen und auf meiner Leseliste geplant habe, denn da stehen sehr alte Bücher drauf und die Bücher, die ich in den Bücherschränken finde, sind das meistens, nicht immer, auch, habe ich ja auch schon ganz Neues, nur hatte ich das dann schon gerade besprochen, darin entdeck und beim “Morava” einer großen Wiener Buchhandelskette, habe ich mir vor einer Woche “Tojstoi und der lila Sessel” um drei Euro gekauft und noch einiges andere, nicht ganz Aktuelles. Ich überlege mir ja angesichts der Bücherbloggs immer, über was man bloggen soll, wirklich nur über den neuen Houllebecq und den Mc Ewan und habe mich dann auch bewußt dagegen entschieden, auch wenn es auf dem ersten Blick ein wenig langweilig erscheint, ein Buch zu besprechen, das schon vor fünf Jahren erschien, aber Bücher haben kein Ablaufdatum und es wäre wirklich schade, wenn die Blogger bei diesem Irrsinn mitmachen und immer nur das Neueste lesen und so sammle ich also ganz bewußt das Alte weiter, lese und bespreche es und freue mich, wenn ich das jetzt auch auf anderen Blogs so finden kann und die meisten dem zustimmen und unbedacht der Neuerscheinungen ihre SUBs auflesen und manchmal wird etwas Altes auch Neu, nämlich wiederaufgelegt, da freue ich mich dann auch, wenn ich zufälligerweise die Originalausgabe habe.

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:32 pm

      Liebe Eva,

      über deine Wortmeldung habe ich mich gefreut, da deine Meinung zu der Bücherproduktion ja schon häufiger in Kommentaren anklang. Ich finde es sehr schön, sich auch mal älteren Büchern zuzuwenden – Tolstoi und der lila Sessel habe ich sehr gerne gelesen und ich habe es nach meiner Besprechung auch immer mal wieder auf anderen Blogs entdeckt. Um andere Bücher gibt es einen kurzen Hype, danach verschwinden sie wieder in der Versenkung. Im Moment begegnet man überall dem neuen Houellebecq und dem neuen McEwan, du schreibst es ja auch – mich schreckt das häufig eher ab und auf Dauer finde ich es langweilig, die fünfte Besprechung dazu zu lesen. Ich find Blogs mutig, die sich zwischendurch dann auch mal mit einem Klassiker beschäftigen oder einem vergriffenen Buch.
      Bücher schimmeln nicht und werden nicht schlecht und ich glaube, dass es auch Respekt und Wertschätzung den Autoren gegenüber zeigt, wenn man den Büchern Zeit gibt und sie nicht nach einem halben Jahr bereits wieder verramscht oder sie keine Erwähnung mehr finden.

      Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf mein neues Lesejahr und bin gespannt darauf, welche Neuerscheinungen ich lesen werde und welche alten Bücher ich wohl so entdecke.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Bettina Schnerr
    January 21, 2015 at 1:03 am

    Ich habe mir dieses Jahr mal wieder, zum ersten Mal seit längerer Zeit, wieder Vorschauen angeguckt und ich freue mich auch sehr auf eine Reihe von Titeln. Aber seit Jahren lese ich so querbeet, dass ich das schon gar nicht mehr anders machen möchte. Bei mir sind über 80% aller Titel zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei mir schon lange am Erscheinungstermin vorbei. Ich habe den Eindruck, dass die meisten meiner Leser das auch völlig in Ordnung finden. Es ist schön zu sehen, dass ich mit meinem Stöbern in den “ollen Kamellen” gar nicht alleine bin. Gute Bücher haben kein Verfallsdatum.

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:24 pm

      Liebe Bettina,

      wie wahr: gute Bücher haben in der Tat kein Verfallsdatum. Ich mache es genauso wie du, ein paar der neuen Titel interessieren mich selbstverständlich auch, da komme ich gar nicht dran vorbei, aber ansonsten lese ich seit kurzem querbeet und versuche dabei einfach meinen Interessen nachzuspüren. Ich habe auch das Gefühl, dass das bei meinen Leser gut ankommt – häufig weiß man zu brandneuen Büchern ja auch gar nichts zu sagen, während die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ältere Bücher schon von mehreren gelesen wurden und viel mehr Diskussionsstoff bieten.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    perlengazelle
    January 21, 2015 at 7:20 am

    Ich lese am liebsten antizyklisch. Lasse mich nicht vom Hype anstecken – oder versuche es wenigstens (klappt nicht immer). Speichere erst mal als Lesezeichen ab, wenn ich eine verlockende Rezension lese und gehe die Liste später durch. Lösche. Vieles hat sich dann nämlich von selbst erledigt. Das Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen. Viele Bücher sind ja auch tatsächlich mit der heißen Nadel gestrickt. Jedes Jahr etwas Neues produzieren zu müssen, geht auf die Qualität. Der Autor hat oft nicht die Zeit, einen Stoff reifen zu lassen. Die nächste Buchmesse steht an – da soll das Buch auf den Markt kommen. Die Verleger wippen mit den Füßen und machen Druck. Qualität und Wirtschaftlichkeit – passt das überhaupt zusammen? Miete und Brötchen müssen bezahlt werden …

    Lesen sollte kein Muss sein, sondern ein Will, nicht von außen gesteuert, sondern vom eigenen Bedürfnis. Das ist auch der eigenen Endlichkeit geschuldet. Wieviele Bücher kann man überhaupt zeitlich (noch) lesen? Und fehlt mir wirklich etwas, wenn ich bestimmte Bücher nicht lese? Und nicht mitreden kann? Und was kann passieren? Bin ich dann ein Kulturbanause? Muss ich mich in Grund und Boden schämen? Werde ich verhauen? Zeigt man mit dem Finger auf mich? 😉

    Viellecht sollte man gar keine Listen machen. Keine Bücher stapeln. Das wird schnell zum hausgemachten Zwang. Auch auf die “Gefahr” hin, ein wirklich tolles Buch zu verpassen. So what? Wieviele Themen gibt es denn? Sind nicht viele Bücher immer wieder nur Variationen desselben? Der Erkenntnisgewinn ist vielleicht nur minimal. Mut zur Lücke – nein zum Lesehamsterrad. Und nein – den neuen Houellebecq muss ich nicht lesen …

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:21 pm

      Ich mag den Begriff des antizyklischen Lesens, vielleicht sollte ich das in Zukunft genauso halten. 😉 Dein Hinweis darauf, dass viele Bücher mit der heißen Nadel gestrickt werden, ist sicherlich richtig – es gibt ja einige Autoren, die in einem solchen Rhythmus produzieren, dass einem schwindelig werden könnte – darunter leidet dann sicherlich auch die Qualität. Ich vermute, dass es einfach ganz viel Druck gibt, da es für alle immer schwieriger wird, zu überleben: für den Handel, für die Verlage und auch für die Autoren.

      Auch die Frage danach, wie viele Bücher man wohl noch wird lesen können, ist eine berechtigte Frage – vielleicht ist es in der Tat klüger, das ein oder andere Buch auszulassen und die anderen dafür mit mehr Ruhe und Genuss zu lesen. Aus diesem Grund gefallen mir auch deine abschließenden Worte so gut – ich sage übrigens auch nein zum neuen Houellebecq.

  • Reply
    Janine (@Kapri_zioes)
    January 21, 2015 at 7:34 am

    Hallo Mara,

    ich wollte noch eine Anmerkung machen zu deinem Satz “In letzter Zeit fühle ich mich bei diesem Tempo als Bloggerin nicht selten wie in einem Hamsterrad.”.

    Es ist kein Problem der letzten Monate; ich denke es war auch schon so vor 5 Jahren. Schließlich sind ein Quartal oder ein halbes Jahr keine besonders lange Zeit und im Kampf des Alltags gehen diese kurzen Spannen ohnehin unter.

    Meines Erachtens liegt das Problem ganz klar in unserer Wahrnehmung von Zukunft und Vergangenheit. Selten wenden wir den Blick zur Vergangenheit, denn dort können wir nichts mehr verpassen und nur wenige Dinge können uns von dieser Seite noch überraschen. Wir können uns Zeit lassen mit unseren Analysen, es ändert sich ohnehin nicht viel. Wesentlich wichtiger ist uns die Zukunft, denn da liegt die Unsicherheit. Als Blogger darf man doch nichts verpassen! Gerade nicht mit deinem Themenschwerpunkt (Belletristik der Jetztzeit).

    In diesem Sinne, es ist schön, dass du auch noch Bücher aus dem letzten Jahr lesen magst! Wir könnten alle etwas weniger hysterisch sein, was die Neuheiten angeht.

    Liebe Grüße
    Janine von Kapri-zioes.de

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:10 pm

      Liebe Janine,

      was ich an deinem Kommentar so spannend finde, ist die Tatsache, dass es mir wirklich erst so geht, seitdem ich blogge – vorher habe ich auch sehr gerne und sehr viel gelesen und wahnsinnig viele Bücher gekauft, aber ich habe gar nicht gewusst, dass es ein Herbst- und Frühjahrsprogramm gibt. Auch Vorschauen waren mir kein Begriff und bis auf wenige Ausnahmen waren mir auch Neuerscheinungen ziemlich egal – viel lieber habe ich auf die Taschenbuchausgabe gewartet. Ich habe meine Bücher einfach aufgrund eines inneren Bedürfnisses ausgewählt und mich dabei durch ganz unterschiedliche Themengebiete gelesen (lange Zeit war es die jüdische Literatur, aber auch die großen Amerikaner). Ein bisschen betrauere ich den Verlust dieser Leseneugier, da ich als Bloggerin eben ganz neue Möglichkeiten erhalten habe, da ich deutlich leichter an Neuerscheinugnen komme und häufig das Gefühl habe, das du auch so schön beschreibst: man möchte nichts verpassen und auf gar kein Fall die Letzte sein. 😉

      Ich genieße auf jeden Fall eine ganz neue Leselust, seitdem ich weniger hysterisch den Neuerscheinungen entgegenfiebere und fühle mich damit sehr wohl.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Miri
    January 21, 2015 at 2:31 pm

    Du hast völlig recht. Darüber denke ich auch immer mal wieder nach. Und eigentlich ist es ja auch ganz egal, ob man ganz neue Bücher oder schon etwas ältere Bücher liest – Hauptsache man liest sie gerne! Ich finde es vor allem auch immer sehr schade, wenn schöne Bücher schon nach wenigen Jahren gar nicht mehr aufgelegt werden.

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:05 pm

      Liebe Miri,

      auch ich finde es schade, wenn lesenswerte Bücher nach kurzer Zeit nicht mehr erhältlich sind. Irgendwie macht mich das nachdenklich und traurig – es gibt Bücher wie das über den Hundertjährigen, aber auch so viele lesenswerte Bücher, die nie die Chance bekommen, in der Buchhandlung auszuliegen oder bereits nach kurzer Zeit daraus verschwinden. Was uns dadurch für tolle Schriftsteller und Schriftstellerinnen wohl entgehen mögen? Darüber möchte ich gar nicht genauer nachdenken. 😉

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Tobi
    January 21, 2015 at 2:52 pm

    Das kommt immer auf die Quellen an, in denen man nach Besprechungen sucht. Ich für meinen Teil lese sehr selten aktuelle Bücher. Einige Zeit schon bin ich dabei Klassiker zu lesen und bin auch so frei diese Bücher in meinem Blog zu besprechen. Eine Rezension über ein Buch zu schreiben, das 150 Jahre alt ist macht aus meiner Sicht genauso viel Sinn, wie eines, das erst neu erschienen ist. Ich lese was mir gerade Vergnügen bereitet und darüber blogge ich auch. Was andere Blogger aktuell lesen, was in großen Portalen oder im Netz so vorgestellt wird ist interessant, eine Inspiration aber nur eine Quelle von vielen um gute Bücher zu finden. Wenn ich z.B. an Fantasyreihen denke, dann lese ich diese nahezu immer erst, wenn der letzte Teil herausgekommen ist (Patrick Rothfuss ist eine Ausnahme, da hab ich das nicht gleich überrissen und schon den ersten Teil gelesen gehabt, arrr). Ich mag einfach keine Wartezeit.

    Also lass dich nicht unter Druck setzen. Lese das, was dir Spaß macht und schreibe auch darüber.

    Liebe Grüße
    Tobi

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:00 pm

      Hallo Tobi,

      über deinen Besuch bei mir freue ich mich sehr – ich habe mal einen Blick auf deinen wunderbaren Blog geworfen, der mir vorher noch nie aufgefallen war und gleich etliche Titel auf meiner Wunschliste notiert. Ich fand das, was du geschrieben hast, sehr spannend, da ich das Gefühl habe, dass auf den Blogs, die ich lese zumeist Neuerscheinungen besprochen werden – im Moment wird man beispielsweise förmlich erschlagen von Besprechungen über den neuen Houellebecq. Ich finde diese Gleichförmigkeit manchmal schade und fände es deutlich spannender, wenn es überall etwas mehr Mut geben würde, auch mal andere Bücher zu besprechen – seien es Klassiker oder auch vergriffene Titel.

      Deine abschließende Worte werde ich mir auf jeden Fall sehr zu Herzen nehmen, danke dir!

      Liebe Grüße
      Mara

      • Reply
        Tobi
        January 26, 2015 at 7:05 pm

        Hallo Mara,

        vielen Dank, es freut mich sehr, dass du bei mir vorbeigeschaut hast und dir mein Blog gefällt. Das mit den Neuerscheinungen finde ich sehr schwierig. Es ist nur selten etwas dabei, was ich dann sofort lesen möchte. Viele Bücher umkreise ich erst immer wieder, bis ich mich dazu entschließen kann sie mitzunehmen und oft passiert das dann auch garnicht. Ich würde mich auch nie auf alte Schinken und Klassiker festlegen, denn dafür ist die Welt der Bücher einfach zu fassettenreich, als dass man hier etwas auslassen sollte.

        Gleichzeitig finde ich es aber auch richtig, wenn jemand nur über aktuelle Titel schreibt, weil er einfach diese Bücher gerne hat und ausschließlich liest. Für mich liegt der Anspruch darin dann Quellen zu finden, in denen man Bücher findet, die mir zusagen. Bei Musik ist das ja ähnlich.

        Hab nur Mut und rezensiere mal einige ältere Titel. Wahrscheinlich entdecken viele deiner Stammleser gute neue Bücher und einige neue Leser dadurch auch deinen Blog.

        Liebe Grüße
        Tobi

  • Reply
    buechermaniac
    January 21, 2015 at 2:52 pm

    Liebe Mara

    Im Moment interessieren mich Vorschauen überhaupt nicht. Mein Stapel ungelesener Bücher ist eh so riesig, dass ich noch für Jahre auf meinen Vorrat zurückgreifen könnte. Auch bei Erscheinungen von 2014, 2013 oder noch früher gibt es immer etwas zu lesen. Klassiker haben auch ein ewig haltbar-Siegel und verfallen nie. Viel Spass beim Lesen älterer Titel wünscht dir
    buechermaniac

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 6:57 pm

      Liebe buechermaniac,

      vielen Dank, den werde ich wohl ganz bestimmt haben, den in meinen Regalen gibt es so viele wunderbare Titel zu entdecken, die ich leider viel zu lange vernachlässigt habe. Auch ich habe einen Büchervorrat, auf den ich wohl noch Jahre zurückgreifen könnte und doch reizen mich auch Neuerscheinungen – die Masse an Büchern, die von Verlagen produziert werden, sind aber auch schier erschlagend. Natürlich soll für jeden Geschmack etwas dabei sein, ich frage mich aber manchmal schon, wer das alles eigentlich lesen soll.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    ODudek
    January 21, 2015 at 4:48 pm

    Da man sich schon aus Kostengründen nicht alle interessanten Neuerscheinungen kaufen kann, ist es bei mir oftmals so, dass das zum Zeitpunkt des Erscheinens große Interesse mit der Zeit nachlässt und dann neu erweckt wird, wenn die Taschenbuchausgaben vorliegen. So kann man mit einer Verzögerung von 2-3 Jahren doch einiges nachholen, das man vermeintlich vernachlässigt hat.

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 6:55 pm

      Hallo Oliver,

      ich stimme dir zu, denn es geht mir ähnlich wie dir – viele Bücher, die ich mir jetzt nicht leisten kann, werden dann in zwei oder drei Jahren interessant. Ich habe auch das Gefühl, dass die Spanne zwischen Hardcover und Taschenbuch in den letzten Jahren immer kürzer geworden ist.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Von Halbwertszeiten oder: Wie kommt ein Buch in meinen Kanon? – Sätze&Schätze
    January 21, 2015 at 5:17 pm

    […] ein wenig unter der Flut der Neuerscheinungen. Mara macht sich auf ihrem Blog Gedanken über das “literarische Haltbarkeitsdatum”, Ludger vom Krimiblog hat sich vorgenommen, 2015 keine neuen Bücher mehr zu lesen, sondern in die […]

  • Reply
    entdeckeengland
    January 21, 2015 at 5:38 pm

    Liebe Mara, Neuerscheinungen haben kaum Einfluss auf mein Leseverhalten. Natürlich greife ich im Buchladen schnell mal zu (allerdings schaue ich nie gezielt nach Neuerscheinungen, sondern kaufe auch gerne Klassiker), aber viele Bücher müssen in meinem Regal erst reifen. Manche lese ich kurz nach dem Kauf, für andere muss die richtige Zeit erst kommen. Liebe Grüße aus Greenwich, Peggy

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 6:53 pm

      Liebe Peggy,

      da geht es mir ähnlich wie dir – nicht alles, was ich mir neu kaufe, wird auch sofort gelesen. Einiges, auf das ich mich ganz besonders freue, natürlich – vieles bleibt aber auch erst einmal eine Weile im Regal stehen und dann, wenn ich sehe, dass die Taschenbuchausgabe bereits erschienen ist, wird es mir ins Gedächtnis zurückgerufen.
      Klassiker lese ist übrigens viel zu selten, leider – da habe ich wohl Nachhholbedarf. Hast du einen Libelingsklassiker, den du mir empfehlen kannst?

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Papyrus
    January 21, 2015 at 7:45 pm

    Der Buchhandel muss leben, von daher bietet er eine Fülle an neuer Lektüre. Immer wieder, Masse statt Klasse. Natürlich muss man da nicht mitmachen. Die Notbremse ziehen, sich seine Rosinen herauspicken, dann funktioniert das schon.
    Natürlich gibt es auch Bücher mit einer kurzen literarischen Haltbarkeit, aber eben nicht nur. Ich habe durch meinen SuB einen sehr hohen Anteil an Büchern die schon ein paar Jahre auf dem Buchrücken haben, nach Jahren immer noch eine gute Lektüre.
    Ich mache mich auch nicht mehr verrückt, folge seit längerem keinen Bestsellerlisten mehr. Allerdings ist mein Lesegebiet auch nicht so stark verteten wie deins. Arabische Literatur gibt es in kleinerer Ausbeute, das entspannt ungemein.

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 7:26 pm

      Hallo Papyrus,

      ich danke dir für deine ausführliche und kluge Wortmeldung – mir ist klar, dass der Handel leben muss, aber ich frage mich bei dem, was Verlage halbjährlich auf den Markt schmeißen schon manchmal, wer das alles lesen und kaufen soll. Vielleicht würde eine Form der Entschleunigung ja von allen begrüßt werden – von den Kunden, aber auch vom Handel.
      Ich finde es spannend, dass du schreibst, dass dein Lesegebiet die arabische Literatur ist – vielleicht sollte ich mir auch eins suchen, bei dem die Zahl der Neuerscheinungen etwas überschaubarer ist.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Petra Gust-Kazakos
    January 22, 2015 at 1:52 pm

    Sehr gute Idee, liebe Mara! Ich schaue mir erst gar keine Verlagsprogramme an, bei all den wunderbaren Bücherblogs werden in mir schon genug Begehrlichkeiten geweckt, denen ich allerdings selten sofort nachkomme. Schon weil ich – wie so viele andere auch – bereits etliche noch zu lesende Bücher zu Hause habe. Es ist mit den Verlagsprogrammen ein bisschen wie mit der Mode, deren Schauen ja auch immer überaus vorausschauend sind. Zum Glück ist es in den Buchhandlungen noch nicht wie in den Modegeschäften, wo im Sommer bereits Herbst- und Winterware ausliegt, obwohl man bei 30 Grad eher keine Lust hat, Wintermäntel anzuprobieren.
    Liebe Grüße
    Petra

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 5:33 pm

      Liebe Petra,

      eigentlich hätte ich auch genügend Bücher zu Hause, um mir in den kommenden fünf Jahren keine neuen mehr kaufen zu müssen – aber irgendwie erliege ich dann doch immer wieder dem Reiz der Neuerscheinungen. Dabei werden Bücher ja eigentlich nicht schlecht, schimmeln nicht und lassen sich auch prima noch Monate und Jahre später lesen. So war der Artikel dann vor allen Dingen auch eine Mahnung an mich selbst, wieder stärker meinen eigenen Interessen zu folgen und weniger dem, was gerade so neu auf den Markt geworfen wird.
      Buchhandlungen sind sicherlich noch nicht mit Modegeschäften vergleichbar und doch gibt es nach ein paar Wochen oder Monaten viele Bücher ja schon bereits nicht mehr, da sie durch die des neuen Programms ausgetauscht wurden.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    aldame
    January 22, 2015 at 3:58 pm

    Den Göttern sei Dank habe ich diese Sorgen nicht. Ich lese (und höre) ziemlich spontan, ganz individuell, querbeet, aktuell und klassisch, essayistisch, novellistisch, poetistisch jedoch immer meiner abenteuerlichen oder nachdenklichen Nase nach.

    • Reply
      Mara
      January 23, 2015 at 5:25 pm

      Klingt traumhaft schön, muss ich gestehen! So habe ich früher auch gelesen, damals habe ich auch viele Mängelexemplare gekauft, die schon einige Jahre alt waren. Mit dem Blog kam die Möglichkeit, dank der Rezensionsexemplare vermehrt Neuerscheinungen zu lesen – natürlich hat das seinen Reiz, doch ich möchte auch gerne wieder meiner abenteuerlichen und nachdenklichen Nase nachgehen!

  • Reply
    Back to Backlist oder Die Buchwelt entschleunigen | Buecherkinder-Blog
    January 22, 2015 at 4:32 pm

    […] Dank an dieser Stelle an Mara Giese, die mich mit ihrem Blogbeitrag “Literarisches Haltbarkeitsdatum” zu meinem Text inspiriert […]

  • Reply
    Mina
    January 24, 2015 at 11:30 am

    Liebe Mara,
    danke für Deine Gedanken zu diesem Thema. Du hast mir da sehr aus der Seele gesprochen.
    Ich habe die Tage ja auch einen Beitrag zu diesem Thema freigeschaltet, weil ich für mich festgehalten habe, dass ich mich mehr auf die Backlist konzentrieren möchte. Auch im Sinne der persönlichen Entschleunigung. Sicher wird auch bei mir über das Jahr die ein oder andere Neuerscheinung einziehen, aber ich hoffe eben, es in Grenzen halten zu können.

    Viel Spaß mit Deiner persönlichen Backlist!
    Mina

    • Reply
      Mara
      January 24, 2015 at 2:29 pm

      Liebe Mina,

      deinen Beitrag habe ich gerade entdeckt und mich sehr darüber gefreut, dass wir fast zeitgleich ähnliche Gedanken zu diesem Themenkomplex hatten – da fühle ich mich dann nicht mehr gar ganz so alleine. Ich glaube, ich möchte immer noch die eine oder andere Neuerscheinungen lesen, doch noch wichtiger ist es mir, mein Lesetempo zu entschleunigen, um das, was ich lese, noch mehr genießen zu können.

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Buchfinkgezwitscher | Bücherstadt Kurier
    January 24, 2015 at 5:57 pm

    […] Herbst und Frühjahr?“ Eine berechtigte Frage, die Bloggerin Mara Giese sich stellt. In ihrem Artikel äußert sie, sie fühle sich „bei diesem Tempo als Bloggerin nicht selten wie in einem […]

  • Reply
    Der Sonntagsleser KW 4/2015 – Über Halbwertszeiten und den Buchhandel | Lesen macht glücklich
    January 25, 2015 at 6:01 am

    […] Thema wurde von Mara in ihrem Beitrag angestoßen und betrifft den sich immer schneller drehenden Literaturmarkt. Denn kaum sind die […]

  • Reply
    Aus dem Lesetagebuch: KW 4 – 2015 : Die Leserin bloggt …
    January 25, 2015 at 7:04 am

    […] vs. Backlist bzw. SuB-Bücher ⇒ Danke an Mara vom Buzzaldrins Blog ⇒ für ihren Blogbeitrag: “Literarisches Haltbarkeitsdatum”. Sie spricht mir aus der […]

  • Reply
    Die Sonntagsleserin 04/2015 | Wörterkatze
    January 25, 2015 at 1:25 pm

    […] aus dem Herbst und zu Beginn des letzten Jahres immer mehr in Vergessenheit geraten, obwohl ihr literarisches Haltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen sein […]

  • Reply
    Links to Love #1 | Steffis Bücherkiste
    January 25, 2015 at 6:19 pm

    […] Mara von Buzzaldrins Bücher macht sich Gedanken über das literarische Haltbarkeitsdatum. Ein sehr interessanter Artikel, der mir zutiefst aus der Seele spricht. Irgendwie ist das mit den […]

  • Reply
    Big-Data, der Bücherkanon und warum Amazon gar nicht so schlecht ist | buchrevier
    January 26, 2015 at 9:20 pm

    […] denke dabei an die aktuelle Diskussion hier in den Blogs zur neuen Frühjahrs-Bücherschwemme, der Halbwertzeit von Büchern (buzzaldrin) und dem Bücherkanon (sätze&schätze). Birgit zitiert in Ihrem Blog Arno Schmidt, der […]

  • Reply
    Klappentexterin
    January 30, 2015 at 8:49 pm

    Liebe Mara, welch’ schönes Vorhaben, das ich nur begrüßen kann. Ich selbst hatte mir im vergangenen Jahr vorgenommen, mein RuB abzulesen, doch ich habe es nicht geschafft. Durch meinen Job lese ich jährlich vorrangig Neuerscheinungen, da bleiben die “älteren” Titel oftmals liegen. Kaum habe ich fast alle Novis abgelesen, klopfen dann auch schon wieder die Neuheiten aus der nächsten Saison an. Ab und an gönne ich mir allerdings den Luxus “ältere” Titel zu lesen, wie kürzlich Trümmergöre von Monika Held. Wobei – wenn man sich den ET genau betrachtet – dieses Buch nicht wirklich alt ist. In meiner aktuellen Leseliste hingegen schon. Ach, verflixt und zugenäht, es müsste einfach weniger Neuerscheinungen geben, damit uns allen mehr Zeit für all die feinen Bücher bliebe.

    Also, viel Freude beim Lesen deiner Vorjahresschätze!

    Viele liebe Grüße

    Klappentexterin

    • Reply
      Mara
      February 2, 2015 at 2:00 pm

      Liebe Klappentexterin,

      ich erinnere mich noch ganz dunkel daran, dass du so ein Vorhaben gehabt hattest im vergangenen Jahr. Ich kann mir vorstellen, dass das auch gerade aufgrund deines Jobs ein ganz schweres Unterfangen ist. Ich habe mir nicht wirklich etwas vorgenommen, um mich auch nicht unter Druck zu setzen und die eine oder andere Neuerscheinung interessiert natürlich auch mich, aber ich genieße es auch sehr, einfach mal in dem Regal zu stöbern, in dem die älteren Bücher stehen, die ich mir alle einmal gekauft hatte und unbedingt lesen wollte. “Trümmergöre” habe ich übrigens auch sehr gerne gelesen – dazu gibt es auch bald eine Besprechung auf meinem Blog.

      Ich schließe mich aber deinem Wunsch an, dass es vielleicht die eine oder andere Neuerscheinung weniger geben sollte – denn: wer soll das schon alles lesen?

      Liebe Grüße
      Mara

  • Reply
    Schmökerzeit | Philea's Blog
    January 31, 2015 at 6:31 pm

    […] fand ich ihn allerdings beim Wiederlesen ziemlich nineties und fragte mich, ob es nicht doch ein Verfallsdatum, zumindest für diese Art von Romanen, gibt. Dann begann ich mit der Dreizehnten Geschichte, die […]

  • Reply
    [Leserückblick] Januar | the lost art of keeping secrets
    February 6, 2015 at 12:59 am

    […] 3/ geliebt: Spontanbesuche/ inspiriert: durch die neue Flow, durch Maras Posting über ein “Literarisches Haltbarkeitsdatum“/ geschockt: von der Dokumentation Nackte Angst – Russische Jagd auf […]

  • Reply
    skyaboveoldblueplace
    February 6, 2015 at 5:46 pm

    Liebe Mara,
    das ist eine wunderbare Idee. Mir geht das alles sowieso alles viel zu schnell und ich habe immer das Gefühl, nicht mehr mitzukommen. Und zudem bin ich gerade dabei, so viele ältere lesenswerte Bücher (wieder-) zu entdecken, die ich unbedingt in diesem Leben noch lesen möchte. Da müssen manche neue einfach mal zurückstehen. Leider gibt es ja immer wieder diese Ausnahmen, die man dann doch machen muss, wenn man z.B. auf Deinem Blog mal wieder den Mund wässrig gemacht bekommt (Monika Held z.B.). Aber immerhin, meinLesetempo lasse ich mir schon lange nicht mehr von irgendwas oder irgendwem bestimmen, sondern einzig von den Umständen und meiner Leselust.
    So, bevor ich jetzt hier so im Halbbaren weiter vor mich hin simuliere doch noch ganz konkret etwas zum Thema: Bücher, also gute Bücher meine ich, haben in meinen Augen gar keine Halbwertzeit. Habe gerade ein Buch (Büchlein wäre wohl der passendere Ausdruck, es hat keine 100 Seiten) von Christof Meckel über Johannes Bobrowski gelesen, das ist von 1978. Und es war spannend, gewinnbringend und für mich sehr lehrreich…
    Liebe Grüsse
    Kai

  • Reply
    Das Rascheln der Blätter: Ein Herbstgewinnspiel | Buzzaldrins Bücher
    August 29, 2015 at 12:11 pm

    […] ist noch nicht lange her, dass ich euch von meinen Gedanken zur literarischen Haltbarkeit erzählte. Ich muss aber auch gestehen, dass ich mich dem Zauber neuer Bücher natürlich auch […]

  • Hinterlasse hier Deinen Kommentar ...

    %d bloggers like this: